Am 23. Oktober 1990 verschwindet in Niedersachsen die 26-jährige Ulrike Herrmann. Nach einem längeren Aufenthalt in Kanada ist die Biologie-Studentin an diesem Tag am Frankfurter Flughafen gelandet. Von dort aus will sie nach Hamburg trampen, wo sie sich mit einer Freundin treffen möchte. Die junge Frau wird den Tag über an mehreren Raststätten entlang der A5 und der A7 gesehen. Am Rastplatz Kirchheim Ost an der A7 steigt Herrmann zunächst in einen VW-Transporter. Nach 22 Uhr wird sie noch von zwei Personen an der Raststätte Allertal Ost weiter nördlich gesehen. Anschließend verliert sich ihre Spur. Im Januar 1991 werden zunächst Ausrüstungsgegenstände der Vermissten, darunter Rucksack, Schlafsack und Zelt, an der B188 zwischen Meinersen und Leiferde von Jägern gefunden. Nach der Ausstrahlung bei Aktenzeichen XY im Juli 1991 erinnert sich eine Zuschauerin, in einem Wald bei Wesendorf die gesuchten Kleidungsstücke gefunden zu haben. Am 15. Oktober 1991, fast ein Jahr nach dem Verschwinden, entdecken zwei Pilzsammler nahe Räderloh im Landkreis Gifhorn östlich der A7 dann Teile des Skeletts von Ursula Herrmann. Auch ihr Schädel wird gefunden. Der Täter hatte die Leiche offenbar unbekleidet in dem Waldstück abgelegt. Der genaue Todeszeitpunkt ließ sich nicht mehr bestimmen. Vermutlich aber hat Ursula Herrmann bereits kurz hinter Allertal die Autobahn im Auto ihres Mörders verlassen. Lange Zeit gibt es keine Fortschritte in den Ermittlungen. Im Juli 1994 erhält ein Mann, der wegen Sexualstraftaten in der JVA Hannover inhaftiert ist, aber im Mordfall Ulrike Herrmann zuvor nicht unter Verdacht stand, zu seinem Geburtstag eine Postkarte aus Ratzeburg mit einem aus der Presse bekannten Foto von Ulrike Herrmann auf der Vorderseite. Auf der Rückseite grüßt der Absender aus dem Wald bei Räderloh und fordert eine Erklärung des Mannes an die Eltern der Toten ein. Unterschrieben ist die Postkarte mit "Ulrike H.". An der Briefmarke wird eine männliche DNA gesichert, die jedoch in keiner Datenbank hinterlegt ist. Bis heute fehlen der Reisepass und Personalausweis der Toten, ihr Fernglas der Marke Nixon sowie ihre braunen Wanderstiefel.

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Nach Hinweisen bei Aktenzeichen XY: Polizei veröffentlicht neues Phantombild im Fall Ulrike Herrmann – Vielversprechender Anruf

Bereits bei der vergangenen Ausstrahlung des Falls Ulrike Herrmann bei Aktenzeichen XY im Juni 2025 wurde in der Schlussabfrage bekannt, dass ein LKW-Fahrer glaubt, Ulrike Herrmann an der Raststätte Allertal Ost in ein Auto steigen gesehen zu haben. Bei der gestrigen Ausgabe wurde auf Basis der Aussage des Zeugen nun ein Phantombild des Fahrers gezeigt. Der LKW-Fahrer selbst und Kollegen seien an der Raststätte auch von Ulrike Herrmann angesprochen worden, ihnen sei eine Mitnahme aber verboten gewesen. Später beobachtete der Zeuge, wie sich die Studentin im Bereich der Tankstelle etwa zwei Minuten lang mit einem 25 bis 30 Jahre alten Mann unterhielt. Anschließend habe der Mann den Rucksack der jungen Frau im Kofferraum seines Autos verstaut. Dabei soll es sich um einen schwarzen Mercedes 500 W126 mit Dachantenne und einem Kennzeichen beginnend mit HH, entweder für Hamburg oder für Hannover mit einem weiteren H nach dem Strich, gehandelt haben. Danach seien beide gemeinsam vom Gelände der Raststätte weggefahren.

Während der Sendung meldete sich ein früherer Haftinsasse bei der Polizei und gab, in dem Phantombild einen Mithäftling erkannt zu haben. Der Hinweisgeber konnte demnach sogar Auskunft geben, dass der Mann zu dieser Zeit eine passende schwarze Mercedes-Limousine gefahren habe.

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Quelle: ZDF