Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989
um 01:27
Meiner Meinung nach sollte das jemand gewesen sein, der eine gewisse Kenntnis über das Kompaniegebäude gehabt hat. Da auf dem Flur der Dienstzimmer einen Raum zu finden, der nicht abgeschlossen ist, welcher nicht ein Bad ist und auch das kann abgeschlossen sein, spricht deutlich für Gebäudekenntnis von innen.
Den Weg, den er rein ist, ist er bewusst wohl nicht wieder raus, um möglichst wenig aufzufallen.
Was wir nicht wissen, was ist mit dem Schlüssel des UvD-Zimmers? War der vor Ort oder war der eben nicht mehr vor Ort.
Theoretisch kann der vorab auch bewusst entwendet worden sein, in der Hoffnung, dass sich das spätere nicht um einen Ersatz kümmert und man so definitiv in den UvD-Raum gelangen kann. Ist aber auch HÖCHST unwahrscheinlich.
Wahrscheinlicher:
Der spätere Täter wusste meiner Meinung nach sehr wahrscheinlich vorab über eine recht gute Gebäudekenntnis bescheid.
Dass das Gebäude am Wochenende fast leer war,
Dass Norbert allein im UvD-Raum saß,
vielleicht dass sich Weber zwar im Gebäude, aber entfernt auf seiner Stube befand,
wo das UvD-Zimmer und dessen Telefon lagen,
Dass der Haupteingang hell beleuchtet war,
wo sich Kompaniechef- und Spießbüro befanden,
dass diese Dienstzimmer verschlossen waren,
dass sich in derselben Richtung ein zugängliches Gäste- beziehungsweise Übernachtungszimmer oder was auch immer für ein Zimmer/eine Stube mit einem geeigneten Fenster befand, wo der Raum offen war.
Der Täter kannte wohl sehr wahrscheinlich auch die Löcher in den Zäunen und die Abläufe bei den Wachdiensten.
Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der Täter nicht gewaltsam in das Gebäude eindringen musste. Öffentlich ist zu einem gewaltvollen Eindringen ins Gebäude nichts bekannt und das ist auch an sich gar nicht notwendig gewesen, um reinzukommen, außerdem potenziell auffällig.
Zunächst fand wahrscheinlich ein Gespräch statt. Möglichkeiten:
ein persönlicher Konflikt,
eine Meldung oder angedrohte Meldung.
Dann gegebenenfalls:
eine dienstliche Beanstandung,
eine als Demütigung empfundene Situation,
eine unerlaubte Aktivität, die Norbert entdeckt hatte,
oder eine private Angelegenheit, die den Ermittlern verborgen blieb
...
Es kommt ganz vieles in Frage.
Es kommt zu einer deutlichen Eskalation der Situation.
Eskalierender Streit oder vorbereitete Tötung.
Das Opfer könnte versucht haben Unterstützung zu erhalten. Entweder per Ruf oder per Telefon.
"WEBER" hört den Angriff nicht, wofür es zahlreiche plausible Erklärungen geben kann.
Anschließend vermied der Täter sehr wahrscheinlich den Hauptausgang.
Die Wahrscheinlichkeut ist nicht niedrig, dass der Täter das Kasernengelände daran anschließend zügig verließ. Nach der Tat hatte der Täter scheinbar genügend Sekbstkontrolle, auch das fällt auf.
Messerbesitz:
Schlachter, Metzger oder Koch,
Jäger oder Jagdscheininhaber,
Angler
Forst- und Landwirtschaft
Handwerker mit regelmäßigem Messergebrauch
Pfadfinder oder Outdoor-Aktive,
Pilzsammler
Messer- oder Militaria-Sammler
Kampfsportler mit besonderem Waffeninteresse
Holzschnitzer
Personen, die ihr übliches Messer nach der Tat plötzlich nicht mehr besaßen,
und Personen, die sich nach der Tat auffällig nach Ermittlungsdetails erkundigten.
Und: Wer ist vorab gegebenenfalls aufgefallen, weil er ein privates Messer gehabt hat?
Was kann man dazu heute zusätzlich vielleicht noch herausfinden:
Welche privaten Messer bekannt waren,
ob dienstliche Messer vollständig vorhanden waren,
ob jemand sein Messer verliehen oder verloren haben wollte,
und ob eine Person mit einem bestimmten Messertyp regelmäßig gesehen wurde.
Und dann unbedingt daran Appellieren, dass sich manche Menschen nichts sehnlicher wünschen als die Aufklärung des Falles!
Das wäre jetzt so mein aktueller Stand.