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Der antimodernistische Gegenentwurf

50 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Linke, Rechtsextremismus, Islamismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 14:52
Ich denke ein weg sich den Postmodernisten anzunähern ist der Vergleich mit den Sophisten die in dem Zeitraum um Sokrates gelebt haben. Sie hatten ähnlich Ansichten. Man glaubte nicht an die Wahrheit, sondern das alles relativ ist.

Das mag zeitweise auch notwendig gewesen sein um out of the box denken möglich zu machen, aber sowas bringt natürlich gewisse Probleme.
Grievance Studies affair

The authors' intent was to expose problems in grievance studies, a term they apply to a subcategory of these academic areas, in which "poor science is undermining the real and important work being done elsewhere."[1][2][3]

The hoax began in 2017 and continued into 2018,

By the time of the reveal, four of their 20 papers had been published,

hoax aimed at discrediting gender studies,

The first acceptance, "Human Reactions to Rape Culture and Queer Performativity at the Dog Park", was achieved

Wikipedia: Grievance Studies affair
Sokal Affäre
Die Sokal-Affäre (auch Sokal-Debatte oder Sokal-Kontroverse) war eine Auseinandersetzung über die intellektuellen Standards in den Sozial- und Geisteswissenschaften, die durch die Veröffentlichung eines Hoax-Artikels des Physikers Alan Sokal in der sozialwissenschaftlichen Fachzeitschrift Social Text ausgelöst wurde. Sokals Artikel erschien 1996

Sokals Beitrag war in postmodernem Jargon formuliert und gab vor, die Quantengravitation als linguistisches und soziales Konstrukt zu deuten, wobei die Quantenphysik die postmodernistische Kritik stütze.


möglicherweise schädlichen Einfluss postmoderner Philosophie auf diese Wissenschaften. Weiterhin wurde diesen Disziplinen vorgeworfen, naturwissenschaftliche Konzepte in sinnloser oder missbräuchlicher Weise für ihre Lehren zu verwenden.

Wikipedia: Sokal-Affäre



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Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 15:14
@epikur

Du willst jetzt allen Ernstes den Postmodernismus mit einem bekannten Scherzartikel vergleichen, der die dekonstruktivistische Schreibe durch den Kakao zieht, um damit die Sozialwissenschaften bloß zu stellen? Ich glaube jeder, der auch nur ein Quäntchen Ahnung hat von der Materie, hat den Hoax bereits beim Lesen durchschaut.

Womit sich die Frage erhebt, was du mit deinem Beitrag eigentlich sagen willst...
Zitat von epikurepikur schrieb:Weiterhin wurde diesen Disziplinen vorgeworfen, naturwissenschaftliche Konzepte in sinnloser oder missbräuchlicher Weise für ihre Lehren zu verwenden.
Das könnte man ja vielleicht mal anhand des auch schon wieder 20 Jahren alten Streits zwischen Habermas und Sloterdijk zur Humangenetik untersuchen, worin Sloterdijk wohl die "postmoderne" Position vertritt (der sich nicht grundlos als Schüler von Heidegger und wohl auch von Foucault versteht).

https://www.google.com/search?q=habermas-sloterdijk-debatte&oq=habermas-sloterdijk-debatte&aqs=chrome..69i57.7494j0j8&sourceid=chrome&ie=UTF-8


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Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 15:32
Zitat von RealoRealo schrieb:Das könnte man ja vielleicht mal anhand des auch schon wieder 20 Jahren alten Streits zwischen Habermas und Sloterdijk zur Humangenetik untersuchen, worin Sloterdijk wohl die "postmoderne" Position vertritt (der sich nicht grundlos als Schüler von Heidegger und wohl auch von Foucault versteht).

https://www.google.com/search?q=habermas-sloterdijk-debatte&oq=habermas-sloterdijk-debatte&aqs=chrome..69i57.7494j0j8&so...
Sloterdijk beherrscht das postmoderne schwafeln. Ansonsten fällt mir zu ihm nicht viel kluges ein.


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Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 15:45
Zitat von RealoRealo schrieb:Womit sich die Frage erhebt, was du mit deinem Beitrag eigentlich sagen willst...
Ich will dem Phänomen Postmoderne näher kommen. Für mich scheinen sie wie gesagt eine Art Sophisten zu sein. Die mögen auch ihre Legitimation irgendwo haben.

Man stelle sich vor, man wächst mit einer Religion auf und dann verwendet man sophistische Methoden um sie zu dekonstruieren. Finde ich sinnvoll.

Aber natürlich gibt es die Schattenseiten, weil eben dem Relativismus die Tore geöffnet werden.
Linguist Noam Chomsky has argued that postmodernism is meaningless because it adds nothing to analytical or empirical knowledge.

Some critics, such as Noam Chomsky, have interpreted postmodern society to be synonymous with moral relativism and contributing to deviant behavior

Christopher Hitchens
advocating for simple, clear and direct expression of ideas, "The Postmodernists' tyranny wears people down by boredom and semi-literate prose."[2]

Richard Dawkins
Suppose you are an intellectual impostor

What kind of literary style would you cultivate? Not a lucid one, surely, for clarity would expose your lack of content.


Wikipedia: Criticism of postmodernism



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Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 16:05
@epikur

Warum weist du diese These eigentlich nicht so empört zurück wie gestern?
Zitat von DerKlassikerDerKlassiker schrieb:Die Konsequenz des Islamismus heutzutage konnte er natürlich nicht kennen, dennoch, der Umstand, dass Islamismus und Faschismus ideengeschichtlich in einem engen Zusammenhang stehen, dürfte auch in seiner Lebenszeit ersichtlich gewesen sein, das ist schließlich keine Erfindung von Hamad Abdel Samad.
Ist dir diese Formulierung genehmer, weil sie keine Leute mehr thematisiert, auf die sich die Neue Rechte beruft?
Oder lenkt dich die Kritik an der postmodernen Linken, der du dich so obsessiv widmest, gerade zu sehr ab?

Ich kann auch gar nichts von Relotiuspreisen lesen.


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Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 16:12
Zitat von FiernaFierna schrieb:Oder lenkt dich die Kritik an der postmodernen Linken, der du dich so obsessiv widmest, gerade zu sehr ab?
Ja so ist es. Ich finde das hier war eine gute Gelegenheit die Postmoderne für mich aufzufrischen.
Zitat von FiernaFierna schrieb:Ich kann auch gar nichts von Relotiuspreisen lesen.
Ist doch gut, will ja eh keiner lesen.


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Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 16:24
@epikur

Hätte mich auch gewundert, wenn du an allen Aspekten des Topics interessiert wärst.

Aber nun hast du neue Schlagwörter und musst nicht mehr "Neomarxismus" oder "Kultursozialismus" sagen....das wirkt gleich seriöser.


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Der antimodernistische Gegenentwurf

08.04.2019 um 16:27
Zitat von FiernaFierna schrieb:Aber nun hast du neue Schlagwörter und musst nicht mehr "Neomarxismus" oder "Kultursozialismus" sagen....das wirkt gleich seriöser.
Wollte noch Neomarxismus und Postmoderne googlen, aber vielleicht später.
Zitat von FiernaFierna schrieb:Hätte mich auch gewundert, wenn du an allen Aspekten des Topics interessiert wärst.
Eigentlich schon, hab momentan keine Zeit. Ich hatte den Hörbeitrag auch schon gehört.


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Der antimodernistische Gegenentwurf

29.04.2019 um 09:10
Zitat von paranomalparanomal schrieb am 08.04.2019:Das wird bei ihm jedoch durch eine Ablehnung von Rationalität bewerkstelligt.
Es ist aber schon befremdlich, dass Rationalität inflationär als argumentative Selbstbezeichnung benutzt wird ("bin rational, das ist rational"), frei von der jeweiligen kritisch zu betrachtenden Subkategorie/Wissenschaftszweig. Sehr oft gebrauchen wir "Rationalität" nur als Schlagwort, verstehen es nur als rein biopsychisches Abstraktum, das beim eigenen Club vollends vorherrscht, aber beim anderen niemals (Antiessentialismus).

So lassen sich spekulative, übermäßig positivistische, hermetische oder ressentimentgeladene (Vor)Bewertungen/Strukturalisierungen durchaus im öffentlichen Leben als "Gesetz" (unterschwellig) verkaufen und das sogar obwohl sich vorher dagegen ausgesprochen wurde. Ferner wird anderen ein kritisches Bewusstein oder ein vorbewusstes, fachintern nicht berücksichtigtes Wissen abgesprochen.

Es geht um eine völlig vereinfachte Dichtomie (Rationalismus/Irrationalismus) - dazwischen wär einfach mal gar nichts. Kaschieren kann man auch mit anderen Verhaltensweisen, die mit "Rationalität" verbunden werden (Wortakrobatik, Gebrauch von Fremdwörtern, Wortneuschöpfungen, Gefühlskälte).

Wenn man in der Mathematik Zahlen in provisorische Gleichungen eingibt oder mehr Variablen hinzufügt, kommt am Ende auch nur das raus, was man vorerst eingegeben hat - das Ergebnis muss nicht einer genauen Berechnung/Abbildung von einem Naturprozess entsprechen. Mehr (und konkretere) Beispiele nenn ich jetzt mal nicht.

Das kann nicht allein durch den Postmodernismus gekommen sein, denn nicht jeder ist direkt (gut, indirekt geht immer) durch ihn beeinflusst. Da müssen grundlegendere Faktoren am Werk gewesen sein, so sind doch die franzözischen Theoretiker auch Menschen in einer universellen Welt. Mit dem affirmativen Protest kommt man da nicht weit. Brücken bauen, statt gesamte Bewegungen/Strömungen in den Giftschrank des totalen Irrationalismus zu stecken.

Faucoult ist außerdem kein ganz so klares Beispiel, weil er Kritik gegenüber anderen Postmodernen aussprach.
Zitat von paranomalparanomal schrieb am 08.04.2019:Foucaults ganze Idee von Macht, beruht ja auf dem Konzept von Rationalität. Es wird dieser ja vorgeworfen als Herrschaftsinstrument zu dienen
Gibt es überhaupt eine Rationalität, die nicht instrumentell auftritt?
Das steht doch als ideeller Wert auf dem Papier, nicht aber als Realität.


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Der antimodernistische Gegenentwurf

29.04.2019 um 09:29
Das ist wirklich ein interessanter Thread, bzw. viel mehr die Diskussion, die entstanden ist!



Ich hasse den Begriff Postmodernistische Linke / Postmoderne, oder kurz PoMo.

Ich hielt das auch immer für eine Fremdbezeichnung, ich lese hier zum ersten Mal dass Menschen sich den Begriff aneignen als Selbstbeschreibung.

Den Begriff halte ich deswegen für problematisch, weil er unglaublich aufgeladen ist, vor allem von der selbsternannten Opposition. Wenn ich z.B. die Meinung vertrete, dass Geschlechtszuschreibungen ein kulturelles Konstrukt sind, welches Misogynie, Transmisogynie und Homophobie reproduziert kommt früher oder später dieser Begriff, der mich diskreditieren soll als Fundamentalist, der überhaupt nicht in der Lage ist auf Argumente zu reagieren. Er ist pathologisierend.

Gleichzeitig gibt es diese Gruppe PoMo überhaupt nicht. Innerhalb der Kreise, die von außen als PoMo beschrieben werden, wurde ich schon als "rassistisch" oder "Antideutscher" (Stichwort Pinkwashing und Homonationalismus) ausgeschlossen, während ich große Teile der so beschriebenen Gruppe für schwulenfeindlich und antisemitisch halte.

Uns allen gemein ist lediglich das Auseinandersetzen mit Geschlecht und die damit verknüpfte intersektionale (strukturelle) Diskriminierung, die zu dieser Zuschreiben führt.


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