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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

1.661 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gewalt, Terror, Polizei ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

28.08.2025 um 14:43
Es wurden weitere Erkenntnisse veröffentlicht. Demnach wurde mit der Waffe des Kommissaranwärters geschossen, der als Erster zur Stelle war, also nicht mit der Waffe des Getöteten. Außerdem wurde das ganze Magazin leer geschossen. Weitere Details zum Ablauf im Artikel.
Der mutmaßliche Täter hat die Schüsse auf den 34-Jährigen Beamten aus der Dienstwaffe des Kommissaranwärters abgefeuert, der mit auf dem Einsatz war. Polizeianwärter dürfen eine Dienstwaffe mit sich führen, die – wie die Dienstwaffen fertig ausgebildeter Polizisten – durchgeladen sein muss. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft hat der mutmaßliche Täter bis zu seiner Festnahme das gesamte Magazin der Waffe, insgesamt 17 Schüsse, auf die Beamten vor Ort abgefeuert. [...]

Ob der 18-Jährige unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol stand, ist weiter unklar. Auch ob er unter einer psychischen Erkrankung litt, sei noch nicht abschließend geklärt. Die Staatsanwaltschaft bestätigte Angaben des Verteidigers, wonach es Hinweise gebe, die auf psychische Beschwerden hindeuten.
Quelle: https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/polizist_voelklingen_schuesse_waffe_kommissaranwaerter_100.html

---

Der Beschuldigte soll noch in kritischem Zustand sein. Die Sache mit dem Spucken weist sein Verteidiger zurück.
Zu einer solchen zielgerichteten Attacke sei sein Mandant gar nicht in der Lage. Er befinde sich nach Angaben der Ärzte vielmehr in einem "Delir". In einem solchen Zustand täten Patienten Dinge, die sie normalerweise nicht tun würden.
Quelle: https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/nach_toedlichen_schuessen_auf_polizist_in_voelklingen_gesundheitszustand_mutmasslicher_taeter_weiter_kritisch_100.html


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

28.08.2025 um 15:25
Zitat von BorrominiBorromini schrieb:Der mutmaßliche Täter hat die Schüsse auf den 34-Jährigen Beamten aus der Dienstwaffe des Kommissaranwärters abgefeuert, der mit auf dem Einsatz war.
Das hatte ich bereits befürchtet, als die Information, wem die Waffe entwendet wurde, so lange zurückgehalten wurde. Ich hoffe nur, dass der Anwärter einigermaßen damit umgehen kann. Das kann man sich nicht schönreden und noch so oft sagen, dass man nichts dafür kann. Ich fürchte, das kann einen Menschen innerlich zerfressen, dass man sich immer die Mitschuld geben wird.


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28.08.2025 um 15:49
Zitat von BorrominiBorromini schrieb:Demnach wurde mit der Waffe des Kommissaranwärters geschossen
Das war leider meine Befürchtung. Je länger die Information darüber, aus wessen Waffe die tödlichen Schüsse abgegeben wurden, zurückgehalten wurde, umso klarer wurde auch das Bild. Es muss für den Komissaranwärter unglaublich schwer sein damit klarzukommen.

Neu war für mich, dass der Anwärter auch angeschossen wurde. Ohne seine Schutzweste könnte auch er nun tot sein.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

28.08.2025 um 16:48
Zitat von BorrominiBorromini schrieb:Auch ob er unter einer psychischen Erkrankung litt, sei noch nicht abschließend geklärt. D
Aus Deinem Link. Ich unterstell mal, dass jemand, der 17 mal auf Menschen schießt, natürlich ein gehöriges, psychisches Problem hat. Das sollte aber kein Grund für mildernde Umstände sein.
Hat eine Polizeiwaffe nicht normal 15 Schuss? Hat der noch nachgeladen?
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb:Es muss für den Komissaranwärter unglaublich schwer sein damit klarzukommen.
Das denk ich auch und ich wünsche ihm ganz viel Kraft, genau wie den Angehörigen des getöteten Kollegen. Alle sind unschuldige Opfer dieses Verbrechens.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

28.08.2025 um 17:29
Zitat von abberlineabberline schrieb:Hat eine Polizeiwaffe nicht normal 15 Schuss? Hat der noch nachgeladen?
Kommt auf das Modell an.
Im Saarland haben sie die P10, eine Abwandlung der USP von HK, und ersetzen die grad durch die SFP9.
Die P10 hat normal 13 Schuss drin, die 9er eigentlich 15.
Also entweder nutzen die erweiterte Magazine, die Presse labert Müll oder er hat wirklich nachgeladen.
Was natürlich noch möglich wäre ist eine Patrone durchzuladen und dann das Magazin wieder um eine zu ergänzen.
Dann kommst aber auch nur auf 14 oder halt folglich 16.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

28.08.2025 um 18:45
Man kann sich leider vorstellen, was alles in seinem Kollegen jetzt wohl gedanklich vorgehen mag.

Laut Herstellerinfo werden für die SFP9 Magazine mit 15, 17 und 20 Schuss angeboten.

https://www.heckler-koch.com/de/Produkte/Milit%C3%A4r%20und%20Beh%C3%B6rden/Pistolen/SFP9


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 07:09
Im Zusammenhang mit Böllern ist wieder einiges los gewesen. Nicht nur Polizei und Rettungskräfte wurden attackiert.
Diese waren durch unterschiedliche Straftaten auch sehr beschäftigt.

14.31 Uhr: In Bochum kam es am Silvestermorgen zu einer Explosion in einem Mehrfamilienhaus. Zwei Tatverdächtige wurden festgenommen, die Ursache ist noch nicht genau geklärt. Doch laut einem Bericht der „Bild“ soll ein illegaler Böller-Bau möglicherweise der Grund für die Explosion sein.

6.43 Uhr: Aber auch in Gelsenkirchen kam es zu einem ersten Vorfall. Ein Jugendlicher warf Feuerwerkskörper auf einen Streifenwagen. Die Polizei nahm umgehend die Verfolgung nach dem Pryro-Chaoten auf und schnappte diesen. Auf ihn kommt nun eine saftige Strafe zu. Schon alleine das Abbrennen von Feuerwerk außerhalb der vorgegebenen Zeiten kann bis zu 510 Euro kosten.

31. Dezember, 6 Uhr: In Duisburg zeichnete sich kurz nach dem Startschuss für den Böller-Verkauf ein bekanntes trauriges Bild ab. Wie bereits in den Vorjahren gab es auch hier in Hochfeld schon erste Attacken auf Bahnen der DVG. Um Personal und Fahrgäste zu schützen, mussten die betroffenen Linien sogar umgeleitet werden. Auch Zeugen schilderten in den Sozialen Medien schockierende Szenen.

19.33 Uhr: In Bochum musste sogar die Polizei eingeschaltet werden, denn hier bedienten sich unbekannte Täter an einem Container auf einem Supermarkt-Parkplatz. Sie entwendeten sämtliches Feuerwerk, der Wert liegt laut Angaben der Polizei im fünfstelligen Bereich.

30. Dezember, 16.12 Uhr: Am 29. Dezember stürmten die Böller-Fans auf die Fachhandelgeschäfte und Supermärkte, um sich mit Feuerwerkskörpern einzudecken. Auch unsere Nachbarn aus den Niederlanden überquerten die Grenze nach NRW in Massen. Immerhin gilt dort ab 2026 ein striktes Böllerverbot für private Feuerwerke zu Silvester. Dieses Jahr könnte also nochmal richtig eskaliert werden. Einige zündeten noch direkt nach dem Kauf auf den Discounter-Parkplätzen die erste Pyrotechnik.[/quote]
Silvester-Wahnsinn in NRW ++ Tote, Verletzte, Angriffe auf Polizei - DerWesten.de https://share.google/IFnkAmTyrUvy1NzVQ



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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 09:20
Zitat von nairobinairobi schrieb:Im Zusammenhang mit Böllern ist wieder einiges los gewesen.
Das ist ja jetzt personentechnisch eher mutmaßend oder abstrakt aber es wird vermutlich auf genug zutreffen:

Ein Teil der gleichen Leute, die das Jahr über rumheulen, dass Kaufkraft/-laune verloren gehen und es wirtschaftlich herausfordernd sei schalten beim richtigen Triggerpunkt "Silvester" alle Sicherungen aus und verpulvern im wahrsten Sinne hunderte Euro, um dann für einige Stunden ein bisschen Hurra- und Freiheitseffekt (gemäß einer Doku dazu zu den psychologischen Effekten) zu haben.

Faszinierend.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 09:33
Das ist ja das problem, wenn die Menschen sich halten würden an die regeln.

Es ist leider oft nicht mehr schön. Das war es mal. Ist es nicht mehr. Zuviel scheiß wird damit angestellt.
Schade um die kleine Kinder vor dies noch richtig spannend ist.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 12:58
Eine Polizei,
die durch die "glorreiche" Politik vergangener Regierungen kaputt gespart und durch diskussionswürdige Gesetzgebungen an Respekt in der Bevölkerung und an Attraktivität für Berufsanfänger deutlich verloren hat.

In Kombination dazu eine Bevölkerung,
in der ein nicht unerheblicher Teil den Sitten- und Werteverfall im Lande vorantreibt und in Form von Angriffen auf Polizei und sonstige Rettungskräfte frenetisch abfeiert.
Eine Gesellschaft, in der es immer öfter vorkommt, daß anderen Menschen in Notsituationen nicht geholfen wird,
sondern weg geschaut wird,
oder mit dem Handy gefilmt wird ...

Eine recht "explosive" Mischung, wie ich finde.

Die Maßnahmen, die durch die Politik zu ergreifen wären, sind weder ein gutgehütetes Geheimnis, noch stellen sie eine unerreichbare Hürde dar!
Allein der Feigheit der,
von den Bürgern demokratisch gewählten,
Volksvertreter ist es meiner Überzeugung nach geschuldet, daß sich an den Missständen in unserem Land nichts ändert.
Sofern man nicht von Feigheit ausgehen möchte,
So muss man wohl Unvermögen als ursächlich ansehen.
Ich wehre mich noch etwas gegen das ungute Gefühl in mir,
das sogar Untätigkeit aus Desinteresse als weitere Möglichkeit in Betracht ziehen möchte.

Immer kann man von
"Bedauern,
zutiefst empfundenem Mitgefühl"
und dergleichen, abgedroschen Phrasen lesen und hören.
Immer wieder finden Sprecher der Polizeigewerkschaften sehr klare Worte und prangern die Arbeitsbedingungen unserer Polizeibeamten deutlich an.

Aber leider habe ich bis heute noch nirgends eine verbindliche Verlautbarung seitens der Regierung(en) wahrnehmen können,
daß aufgrund immer wiederkehrender und
nicht zu akzeptierendender Ereignisse,
in Form von Gewalt gegen Ornungs- und Rettungskräfte,
selbige mit der kompletten, erforderlichen Ausrüstung versehen werden.
In jenem Umfang,
welcher für die eigene Sicherheit und die ordungsgemäße Verrichtung des Dienstes, definitiv erforderlich ist.

Weiterhin habe ich nirgends davon gelesen, oder gehört,
daß auch nur ansatzweise in Erwägung gezogen worden wäre,
die Bezüge unserer Ordnungskräfte an die,
im Laufe der letzten 10, 20 Jahren,
stetig gewachsen Risiken im Dienst anzupassen.

Somit ist es wenig verwunderlich,
daß kaum noch junge Menschen für den Polizeidienst zu gewinnen sind und unsere Polizei nicht nur von der Ausstattung,
sondern eben auch personell "aus dem letzten Loch pfeift".

Ok, das alles würde Geld kosten.
Viel Geld.
Ich halte jedoch (Steuer-)Geld,
welches in die Sicherheit unserer Bürger und zur Sicherung unserer Demokratie angewandt wird,
für gut investiertens Geld.
Und manche politische Entscheidung,
die nach gesundem Menschenverstand inzwischen unfraglich dringenst nötig wäre,
würde sicherlich kontrovers diskutiert werden.
Aber sorry, eine Regierung, die in diesem Land an den aktuellen Missständen etwas
(zum Positiven)
verändern möchte,
muss wohl auch einmal tatsächlich Entscheidungen treffen.
Auch wenn diese unbequem und wenig populär sind!

Alles andere kommt in meinen Augen einer Kapitulation vor Anarchie und Korruption gleich.

In diesem Sinne wünsche ich allen Menschen,
die ebenso wie ich,
an einem friedlichen und demokratischen Miteinander interessiert sind,
ein gesundes,
friedliches und
erfolgreiches 2026!


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 13:17
Zitat von DerLotseDerLotse schrieb:Aber leider habe ich bis heute noch nirgends eine verbindliche Verlautbarung seitens der Regierung(en) wahrnehmen können,
daß aufgrund immer wiederkehrender und
nicht zu akzeptierendender Ereignisse,
in Form von Gewalt gegen Ornungs- und Rettungskräfte,
selbige mit der kompletten, erforderlichen Ausrüstung versehen werden.
Die aktuelle Regierung hat gerade einen Entwurf vorgelegt, die Gesetzeslage bezüglich Angriffen auf Ordnungskräfte nochmals zu verschärfen und den Kreis der geschützten Personen nochmals erheblich auszuweiten:
Dabei soll der Sechste Abschnitt im StGB (§§ 111 ff.), der Angriffe auf Vollstreckungsbeamte sanktioniert, umbenannt und teilweise neu strukturiert werden. Künftig lautet er: "Widerstand gegen die Staatsgewalt; Angriffe auf Personen, die dem Gemeinwohl dienende Tätigkeiten ausüben".

Angehoben werden jedoch nicht nur die für derartige Angriffe einschlägigen Strafrahmen der §§ 113, 114 ff. StGB. Vielmehr wird mit § 116 StGB-E ("Widerstand gegen oder tätlicher Angriff auf weitere Personen, die eine dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit ausüben") auch ein neuer Tatbestand geschaffen, der etwa auch Ärzte in den Schutzbereich einbezieht. Zudem soll der Straftatbestand der Volksverhetzung nach § 130 StGB verschärft werden: Künftig kann ein Gericht neben einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten den Entzug des passiven Wahlrechts und den Verlust der Amtsfähigkeit verhängen. Schließlich sollen auch Kommunalpolitiker und Institutionen der EU strafrechtlich besser geschützt werden.
Quelle: https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bmjv-gesetzentwurf-strafverschaerfung-angriffe-rettungskraefte-volksverhetzung

Der Entwurf geht mir persönlich, auch wegen seiner Unbestimmheit, wesentlich zu weit:
Für Angriffe auf Vollstreckungsbeamte (insbesondere Polizisten und Gerichtsvollzieher) sowie Rettungs- und Einsatzkräfte (Feuerwehrleute; Rettungssanitäter) sollen künftig höhere Strafen drohen. Wer diese Personen tätlich angreift, soll künftig mit einer Freiheitsstrafe von mindestens sechs Monaten statt wie bisher von mindestens drei Monaten bestraft werden.

Auch wenn diese Personen bei ihrer Arbeit behindert werden, soll grundsätzlich keine Geldstrafe mehr möglich sein, sondern immer eine Freiheitsstrafe drohen. In besonders schweren Fällen tätlicher Angriffe soll die Freiheitsstrafe künftig mindestens ein Jahr statt bisher nach § 113 Abs. 2 StGB sechs Monate betragen. Im Gesetz soll klargestellt werden, dass auch tätliche Angriffe nach § 114 StGB, die mittels eines hinterlistigen Überfalls erfolgen, zu den besonders schweren Fällen zählen (§114 Abs.2 Ziff.4 neu).


Diese Klarstellung betrifft nach Erläuterung des BMJV beispielsweise Fälle, in denen Einsatzkräfte in einen Hinterhalt gelockt werden. Die sogenannten Widerstandsdelikte in den §§ 113 ff. des Strafgesetzbuches (StGB) sollen zu diesem Zweck insgesamt überarbeitet werden.

Besonderer strafrechtlicher Schutz für Ärzte

Umfassenderen strafrechtlichen Schutz sieht der Gesetzentwurf aus dem Hause Hubig künftig auch für Ärzte vor, die Opfer von Attacken werden. Bislang gelten besondere Strafvorschriften für Angriffe auf medizinisches Personal nur, soweit die angegriffenen Personen im Rahmen eines ärztlichen Notdienstes oder in einer Notaufnahme tätig sind. Künftig sollen Ärzte sowie Angehörige anderer Heilberufe und ihre Mitarbeitenden generell in den Schutz der besonderen Strafvorschriften zum Schutz von Einsatz- und Rettungskräften einbezogen werden. Rechtstechnisch erreicht wird dies durch Schaffung eines neuen Straftatbestandes, § 116 StGB. Danach unterliegen tätliche Angriffe gegen Ärzte und ihre Mitarbeitenden künftig den gleichen Strafandrohungen wie Angriffe gegen Rettungskräfte.

Änderungen sind weiter auch bei der Strafzumessungsvorschrift des § 46 StGB geplant: Zukünftig soll hier in Absatz 2 ausdrücklich klargestellt sein, dass Gerichte es bei der Strafzumessung im Einzelfall berücksichtigen müssen, ob die Auswirkungen einer Tat geeignet sind, eine dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit zu beeinträchtigen. So soll beispielsweise zulasten des Täters zu berücksichtigen sein, wenn die Tat eine Einschüchterung medizinischen Personals oder auch politischer Entscheidungsträger zur Folge hat. Umgesetzt wird dies im Wege einer Ergänzung in § 46 Abs. 2 S. 2: Nach der Angabe "die verschuldeten Auswirkungen der Tat" wird die Angabe "auch die Eignung der Tat, eine dem Gemeinwohl dienende Tätigkeit nicht nur unerheblich zu beeinträchtigen" eingefügt.
Quelle: selbe

"Gemeinwohl" ist ein sehr weit auslegbarer Begriff, sollte der Entwurf so in die Gesetzgebung gehen können wir uns auf einige "spannende" Entscheidungen freuen.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 13:34
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Der Entwurf geht mir persönlich, auch wegen seiner Unbestimmheit, wesentlich zu weit:
Je weiter je besser.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 13:49
Zitat von JebaJeba schrieb:Je weiter je besser.
Was haben denn die bisherigen Verschärfungen, die wir mit schöner Regelmäßigkeit bekommen haben, gegen das Problem gebracht? Nichts. Warum sollte es mit dieser Runde anders sein? Naja, vielleicht hilft ja die Vorratsdatenspeicherung, die ist ja auch gerade mal wieder im Entwurfsstatus. Weihnachtliche Bescherung für Law-and-Order-Kasperle und faschistoid veranlagte Polizeistaats-Fans.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 13:58
Was die Grundsätzlichkeit, keine Polizisten, Rettungskräfte, Ärzte und sonstige Menschen, die fürs Allgemeinwohl tätig werden in der Ausübung ihrer Tätigkeiten zu behindern mit faschistoidem Gedankengut zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht. Immerhin gibt es Millionen von Menschen, die in ihrem Leben nicht einmal auch nur in die Nähe des Verdachts einer solchen Straftat kommen.

Dass aber auch die bereits bestehenden Strafen einfach besser ausgeschöpft werden müssten sehe ich ich ähnlich, trifft aber auch auf so ziemlich jedes bereits existente geltende Recht zu. Das wird mir alles viel zu lasch gehandhabt.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 14:05
"
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Law-and-Order-Kasperle und faschistoid veranlagte Polizeistaats-Fans
Man könnte glatt zu der Überzeugung kommen,
daß du die öffentliche Ordnung und die staatlichen Organe in unserer Demokratie als Bedrohung ansiehst.
Aber sicher ist das lediglich eine Fehlinterpretation meinerseits. 😀


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

01.01.2026 um 14:25
Zitat von DerLotseDerLotse schrieb:daß du die öffentliche Ordnung und die staatlichen Organe in unserer Demokratie als Bedrohung ansiehst.
Im Gegenteil, ich finde die öffentliche Ordnung toll, und fände es daher schade wenn sie weiter schrittweise von einer um sich greifenden Verschärfungswut und überzogenen Gesetzgebungsvorhaben erwürgt werden würde.

Es ist z.B. meiner Meinung nach eine schlechte Idee, für ohnehin schon problematisch Widerstandsdelikte (im Kontext von Demonstrationen aller politischen Ausrichtungen kann man hier interessante Rechtssprechung nachlesen, was alles schon eine Widerstandshandlung darstellt) eine Mindeststrafe anzusetzen, die in vielen Fällen der Vernichtung der bürgerlichen Existenz gleichkommt. Auch für Behinderung von Rettungskräften ist das meiner Ansicht nach überzogen: ja, das Bild das man im Kopf hat ist vermutlich eher eines aus den Szenen verschiedener Silvesternächte. Aber: Rettungskräfte agieren häufig im Umfeld von Menschen, die sich in subjektiv extremen Ausnahmesituationen befinden, und entsprechend reagieren - durchaus auch irrational. Hier systematisch die Untergrenzen hochzusetzen ist meiner Ansicht nach ein schwerer Fehler.

Zur Gemeinwohl-Logik: ja okay, Ärzte (und Angehörige anderer Heilberufe): klar, wichtig, Gemeinwohl, vollkommen klar. Aber wo will man die Grenze ziehen - ist eine Sekretariatskraft in einer Praxis jetzt weniger schützenswert, weil es kein Heilberuf ist? Leisten z.B. Mitarbeiter der Bahn, Briefträger, Paketboten nicht ebenfalls einen Beitrag zum Gemeinwohl (und sind ebenso den Gefahren von Attacken ausgesetzt) - warum taugt für die eine das "normale" StGB und für den anderen darf es "eine Schippe mehr" sein? Genau so wird argumentiert werden, hier haben wir die nächste "Schutzlücke" die mit dem nächsten aktionistischen Gesetz zu schließen sein wird.


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01.01.2026 um 14:51
@bgeoweh

Wenn du mir jetzt noch die Stelle zeigen möchtest, an der ich von "neuen Gesetzen" geschrieben oder diese gar gefordert habe, wäre ich dir sehr verbunden!

Ich schrieb sinngemäß lediglich, daß es IMHO einiger politischen Entscheidungen - auch unbequemen und wenig populären- bedarf.

Ebenso schrieb ich davon, dass finanzielle Aufwendungen seitens des Staates notwendig scheinen,
um beispielsweise die Polizei personell und auch von ihrer Ausrüstung her überhaupt in die Lage zu versetzen, die öffentliche Ordnung
(auch an Tagen wie Silvester)
zu gewährleisten, oder wenigstens innerhalb kürzester Zeit wieder herzustellen.

Ebenso bedarf es Investitionen in Gerichte und in die Justiz.
Die Kapazitäten von Gerichten und JVAs sind knadenlos überschritten, was leider dazu führt, daß viele Delikte nicht entsprechend geahndet werden können.
Hier braucht es Geld, Personal und evtl. auch die eine, oder andere Erweiterung von Gerichtsgebäuden und Haftanstalten.

DAS und nichts anderes habe ich geschrieben!

Deutschland braucht keine "neuen" Gesetze.
Wir haben genug und sehr gut ausgearbeitete Gesetze!

Bedauerlicherweise ist das wenig von Nutzen, wenn selbige aus vorgenannten Gründen nicht zur Anwendung kommen.

Lediglich eine Gesetzesänderung beurteile ich inzwischen als mehr als nur überlegenswert:
Die Absenkung des Alters für die Strafmündigkeit erscheint mir tatsächlich
-aus gegebenen Anlässen- als eine durchaus logische Konsequenz.


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04.01.2026 um 01:20
Zitat von JebaJeba schrieb:Was die Grundsätzlichkeit, keine Polizisten, Rettungskräfte, Ärzte und sonstige Menschen, die fürs Allgemeinwohl tätig werden in der Ausübung ihrer Tätigkeiten zu behindern mit faschistoidem Gedankengut zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht.
Und warum sollten diese Gruppen einen besonderen Status bekommen, den der Bürger in Zivil nicht bekommt?
Wer Menschen angreift gehört bestraft und das sollte unabhängig von dem Opfer oder dem Status des Opfers sein.
Zitat von JebaJeba schrieb:Immerhin gibt es Millionen von Menschen, die in ihrem Leben nicht einmal auch nur in die Nähe des Verdachts einer solchen Straftat kommen.
Und diese Millionen sollten genauso ihr Recht bekommen, wenn sie angegriffen werden.
Zitat von JebaJeba schrieb:Dass aber auch die bereits bestehenden Strafen einfach besser ausgeschöpft werden müssten sehe ich ich ähnlich, trifft aber auch auf so ziemlich jedes bereits existente geltende Recht zu. Das wird mir alles viel zu lasch gehandhabt.
Da liegt er das Problem, zu lange Verfahren, zu viel Nachsicht, zu lächerliche Urteile.
Bei einigen hilft offenbar nur hartes durchgreifen, da nützen aber Sonderrechte halt nichts sondern die Gerichte müssen ihre Arbeit machen.


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Gewalt gegen Polizei und Rettungskräfte

04.01.2026 um 09:36
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Und warum sollten diese Gruppen einen besonderen Status bekommen, den der Bürger in Zivil nicht bekommt?
Wer Menschen angreift gehört bestraft und das sollte unabhängig von dem Opfer oder dem Status des Opfers sein.
Ich sehe es halt so, Deine Meinung sei Dir unbenommen. Ich halte es zwar auch grundsätzlich für verwerflich andere Menschen zu schädigen, empfinde es aber trotzdem bei Kindern, Hilflosen, in besonderen Situationen etc. für "noch einen Ticken schlimmer". Für mich ist das eben kein Einheitsbrei. Ich finde es auch noch schlimmer, sich an Kindern zu vergehen, als an einem Erwachsenen und trotzdem gehört beides bestraft, aber eben unterschiedlich.
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Und diese Millionen sollten genauso ihr Recht bekommen, wenn sie angegriffen werden.
Ja genau, die Strafe für ein "normales Delikt" soll natürlich nicht geringer werden, aber Straftaten gegen Personen, die in Ausübung ihrer jeweiligen Tätigkeit angegriffen werden, soll meiner Meinung nach höher ausfallen. Der Bürger in Zivil, der z.B angegriffen wird, während er jemandem hilft, z.B, erste Hilfe leistet, sollte meiner Meinung nach auch einen besonderen Status haben. Mir geht es ja nicht um die Person oder den Status des Opfers, sondern darum, dass Menschen angegriffen werden, die gerade jemandem helfen und teilweise sogar auch retten.

Meiner Meinung nach gehört das härter bestraft.


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04.01.2026 um 11:49
Zitat von RöhrichRöhrich schrieb:Und warum sollten diese Gruppen einen besonderen Status bekommen, den der Bürger in Zivil nicht bekommt?
Wer Menschen angreift gehört bestraft und das sollte unabhängig von dem Opfer oder dem Status des Opfers sein.
Natürlich. Alle Straftaten müssen grundsätzlich geahndet werden.
Du musst aber bedenken, dass die von Dir genannten Gruppen in Ausübung ihrer Arbeit angegriffen werden.
Jeder "normale Mensch" kann einfach weggehen und direkte Gefahren vermeiden. Die Hilfskräfte können das nicht. Die müssen dableiben und ihren "Arsch hinhalten". Bei der Massenschlägerei mit Besoffenen nachts in der Altstadt. Bei der angemeldeten Demonstration, die plötzlich von gewalttätigen Störern massiv angegriffen wird.
Bei dem Amoklauf.
Bei dem Streit zwischen rivalisierenden Gruppen/Banden, der bewaffnet ausgetragen wird.
Bei randalierenden Fußballhooligans.
Bei dem brennenden Mehrfamilienhaus, wo erst gar nicht klar ist, wie viele da drin sind.
Bei der Massenkarambolage mit den Toten und Verletzten, an die man auf Grund der Situation schwer herankommt.
Etc. pp.

Sie tun einen "besonderen Dienst" und sind durch Ihre Tätigkeit/Arbeit stärkeren Gefahren ausgesetzt. Sicher, die wissen grundsätzlich, dass ihre Arbeit schon an sich gefährlich sein kann. Aber das gibt anderen keine Prokura, ihnen ihre Aufgaben unnötig zu erschweren und sich an ihnen abzureagieren.


Unvergessen ist wohl der tragische Fall des französischen Gendarms
Daniel Nivel – Wikipedia https://share.google/5wdR40LWEr9aJtJLX
Dieser, ein Familienvater, wurde im Alter von 43 Jahren bei einem Fußballeinsatz von mindestens 6 Hooligans fast getötet und war danach invalide.
Er trug eine Uniform und er hatte einen Auftrag. Das ist aber kein Freibrief, ihn anzugreifen und ins Koma zu prügeln.


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