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Quelle:
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/konjunktur/mittelstand-wettbewerb-china-maschinenbau-100.htmlEuropa ist wirklich in einer sehr, sehr schlechten Lage. Das, was Europa jahrzehntelang an Wirtschaftswachstum beschert hat, gibt es nicht mehr.
Die billige Energie aus Russland, die ist ja weitgehend abgeschnitten. Zwar kauft Europa immer noch für über 9 Milliarden russisches Gas jedes Jahr ein, also so ganz abgeschnitten ist das nicht, aber trotzdem schon enorm runtergefahren.
Dadurch wird aber die Produktion in Europa teurer, was dazu führt das europäische Produkte am Weltmarkt viel schlechter platziert werden können.
Gleichzeitig macht die USA Protektionismus und möchte europäische Exporte verhindern und europäische Exporte gehen drastisch runter Richtung USA.
Und die Chinesen haben einen Binnenkonsum, den sie mit ihrer Inlandsproduktion gar nicht decken können. Die Chinesen sind auch gar nicht an Importen interessiert. Die Chinesen wollen nicht, dass Europa nach China exportiert. Die Amerikaner wollen nicht, dass Europa nach Amerika exportiert, aber beide wollen nach Europa importieren, wobei die Chinesen ein sehr viel attraktiveres Angebot haben, weswegen die Chinesen auch sehr viel mehr nach Europa importieren als die Amerikaner...
Aber die Europäer haben halt auch letztlich kaum Aktien in Big Tech, also in Cloud Capitalism und all diesen Sachen. In Europa gibt es eben diese Wachstumsbranche des technologischen Kapitalismus nicht mehr - oder doch, es gibt sie schon. Es gibt schon einzelne Startups usw., aber die Big Player, die sind in China oder in den USA zu finden.
Und die Zukunftstechnologien sind durch CDU-Politik in Deutschland verhindert worden und die Chinesen konnten sich dann da eine monopolistische Macht sichern.
Deswegen wird Europa jetzt auch so ein bisschen zermahlen zwischen diesen Polen und ist in einer ganz, ganz schlechten weltpolitischen Lage. Sehr viel schlechter als die USA.
Das sollte einem zu denken geben, weil das natürlich den Lebensstandard des durchschnittlichen europäischen Bürgers langfristig immer weiter verschlechtern wird.
Das europäische Kapital wird immer mehr Arbeitskraft vom deutschen oder europäischen Arbeiter verlangen, zu immer geringeren Löhnen. Das ist das einzige, was man machen kann in der internationalen Konkurrenz, in der die Nationalstaaten im Konkurrenzkampf zueinanderstehen...
Das einzige, was man machen kann, ist, wenn man in der Situation ist, in der Europa gerade ist, Arbeitskraft zu vergünstigen und mehr und mehr Menschen aus der Gesamtgesellschaft zur Lohnarbeit heranzuziehen.
Also Europa wird sich deindustrialisieren und sich so ein bisschen in Richtung globaler Süden verändern, also langfristig über Jahrzehnte, aber trotzdem merken wir das jetzt schon...
Zum Beispiel werden dazu schon Gesetze erlassen, und die Debatten sind da ohnehin schon angekommen, also dass es immer mehr Arbeit geben wird - zu immer weniger Lohn.
Und man tut dann immer so, als wäre das eine Frage von politischer Meinung, wo dann gesagt wird:
"Ja, wir müssen das jetzt ausdiskutieren oder so, und wir müssen die politische Meinung der Grünen und der Linken und der CDU miteinander vergleichen..."Nein, das hat nichts mit politischer Meinung zu tun. Ökonomen sagen das auch, also Ökonomen kommunizieren das ganz offen. Die sagen:
"Nö, also wir haben gar keine andere Möglichkeit. Auch keine politische Kraft hätte grundsätzlich eine andere Möglichkeit." Die Wahlmöglichkeiten, die man in kapitalistischer Hegemonie und der Konkurrenz der Nationalstaaten international zueinander hat, sind: entweder den Lebensstandard der einzelnen Bürger verschlechtern und sie gleichzeitig mehr arbeiten zu lassen, zu weniger Lohn, oder Rezession.
Daran würde auch eine Heidi Reichinnek oder eine Alice Weidel als Kanzlerin oder ein Habeck als Kanzler nichts ändern, denn die sind den genau gleichen Zwängen unterlegen wie jeder andere.
Und es ist auch nicht fatalistisch, wenn man sagt: "Europa müsste sich von der Profitlogik grundsätzlich lösen, wenn Politik im Sinne der Menschen gemacht werden soll."
Wenn man in Europa Politik im Sinne der Menschen machen will, dann müsste Europa - weil Europa im Grunde die Produktionskapazitäten dafür hätte, um die Bedürfnisse der Menschen zufriedenzustellen - sich langsam von der Profitlogik wegbewegen.
Das ist eigentlich das einzige, was man machen kann, damit die Zukunft Europas und der Europäer nicht dystopisch wird.
Da es aber überhaupt keine Anzeichen dafür gibt, dass irgendeine Kraft in Europa dieses Ziel anstrebt, die in irgendeiner Weise Relevanz oder Traktion hätte, sollte das einem ziemlich viel Sorge bereiten...