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Wenn Palästina dann auch Kurdistan?

188 Beiträge, Schlüsselwörter: Kurden, Palästina, Kurdistan, Kosovo
Ashert001
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Wenn Palästina dann auch Kurdistan?

24.07.2010 um 17:14
Am Anfang steht ja immer nur die Chaos-Truppe vor den Herrschenden, nur wen diese aus ihrem Zirkel dann eine Volksbewegung machen kann ist es eine Rebellion, und nur wenn die Rebellion dann erfolgreich ist, hat man nachher den Staat!

Hat sich da jetzt irgendwas dran geändert? Mao, Lenin, Fidel, Sons of Liberty?
Also freiwillig hat sich doch noch kein Machtblock vor dem anderen verschoben! :|


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Dilrast
ehemaliges Mitglied

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Wenn Palästina dann auch Kurdistan?

24.12.2012 um 22:03
Wenn Palästina dann auch Kurdistan?


Also oft wird die Lage der Kurden mit den Palästinenser verglichen. Die Palästinenser fordern ein freies Palästina und die Kurden ein freies Kurdistan. Und beide greifen auf Gewalt zurück.

Palästina ist ein Land das von Israel besetzt ist, hunderte Staaten erkennen das Autonome Palästina als Staat an.
Kurdistan ist seit dem Vertrag von Lusanne 1923 auf die Staaten Türkei,Iran,Irak und Syrien aufgeteilt. Hier aber kennt keinen das Gebiet Kurdistan ob besetzt oder als Staat an. Nur im Nordirak genießt man eine Autonomie.

Die Besatzer in Palästina bezeichnen die Bevölkerung als "Arabische Palästinenser", in ihrem Gebiet gibt es palästinensische Schulen,sie dürfen ihre Sprache frei benutzen und den Kinder darf auf der Muttersprache gelehrt werden.
In Kurdistan wurde aber das Volk als solche verboten. Die Bezeichnung Kurden oder Kurdistan war verboten. Man hat eine neue Definition für "die Kurden" zusammen gestellt:

Name einer Gemeinschaft oder Angehöriger dieser Gemeinschaft türkischer Herkunft, die ihre Sprache verloren hat, eine degenerierte Form des Persischen spricht und in der Türkei, im Irak und Iran lebt.

Quelle: Wikipedia: Kurden_in_der_Türkei#Assimilationspolitik

Arabisch ist in Israel als zweite Amtssprache anerkannt. Dörfer,Städte,Straßen und andere Bezeichnungen sind daher auf arabisch anerkannt und geblieben. In Palästina wurden einige hundert Dörfer zerstört.

Kurdisch ist dennoch bis vor kurzem noch total Verboten gewesen und ist heute eingeschränkt öffentlich nutzbar. Zum Beispiel ist in der Türkei laut Verfassung kurdisch eine unbekannte Sprache und wird nicht anerkannt. In Syrien war das kurdische auch bis zur Revolution verboten.
Dörfer,Städte, Gebiete,Straßen wurden türkisiert (Türkei) oder arabisiert (Syrien und Iran). Im laufe der letzten 40 Jahren wurden alleine in der Türkei schätzungsweise 3500 Dörfer zerstört und die Bevölkerung vertrieben. Oft leben sie jetzt in Elend-Viertels, in "Gece Kondus" - "in der Nacht erstandenen Wohnungen" oder wie wir es hier nennen Slums im Westen der Türkei, in Istanbul oder Izmir.

Die Palästinenser haben ihre eigenen Gesetze, ihre Richter,Polizisten,Ärzte oder Lehrer. Sie können ihre Probleme mit ihren Gesetzten intern Lösen.
Die Kurden wurden aber bis jetzt von ihrem "Freund und Helfer" benachteiligt, geschlagen,erniedrigt,gefoltert und ermordet. Während in der Türkei damals Strukturen wie der JITEM für Angst und schrecken sorgte und Menschen verschwinden lies, hat Saddam Hussein die Kurden im laufe des Anfal-Plans oder Anfal-Operation die Kurden mit deutschen,englischen und französichen Giftgas Bomben angegriffen und tausende Kurden qualvoll ermordet. Bis heute leiden die Menschen an den Folgen. Im Iran wurden die Kurden als Ketzer abgestempelt und wurden von dem Mullah-Regiem unterdrückt und politische Aktvisiten jeglicher Art erhängt. In Syrien wurden die Kurden illegalisiert, hunderttausenden wurde die Staatsbürgerschaft entzogen. Und auch in Syrien wurden Kurden gefoltert und ermordet.

Palästina wird international Unterstützt sie ist Mitglied in der UN und der arabischen Liga. Die islamische Welt steht Palästina zur Seite aber auch linke und sozialistische Organisation bekunden ihre Solidarität. Angriffe auf Palästina landen direkt in Medien und in den Schlagzeilen, Israel wird kritisiert.

Die Kurden jedoch haben keine Unterstützer. Sie sind kein Mitglied irgendwelcher Organisationen und obwohl 80% der Kurden Muslime sind, ignoriert die islamische Welt die Kurden. Angriffe jeglicher Art landen kaum in den Medien und die jeweiligen Staaten werden nicht kritisiert sondern eher Ausgerüstet. In der Türkei sind es die berüchtigten BTR 60BB Panzer mit 6 Räder aus alten NVA Beständen, im Irak sind es Giftgasbomben aus Europa.

Während die Palästina ihre Religion frei ausüben können. Müssen die sunnitischen Kurden im Iran das schiitische Regime fürchten. In der Türkei werden Jesiden,Aleviten und Christen ermordet und verfolgt. Freie Religionsübung findet bedingt bis gar nicht statt. In Syrien fürchten sich wieder die Jesiden vor den Muslimen.
Viele Jesiden sowie Aleviten wurden ins Ausland vertrieben.

Die Lage der Palästinenser kann man nicht mit der, der Kurden direkt vergleichen. Beide streben nach Freiheit und Unabhängigkeit, ach Selbstverwaltung oder einem Staat.

Aber die Geschichte und Entwicklung beider Völker sind sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite hat man ein Volk das nach einem freien Palästina ruft auf der anderen Seite hat man ein Volk das seit der Teilung Kurdistan um ihre Existenz kämpft. Die Kurden wurden systematisch Assimiliert, verfolgt und ermordet. Man hat versucht die Kurden als Volk verschwinden zu lassen. Die Palästinenser kämpfen für einen Staat, die Kurden für ihr dasein.

Das ist so meine Blickweise zu diesem Thema, sie wird mit sicherlich einigen Türken,Syrer,Iraker oder Iraner nicht passen. Aber hey, wen juckts das ist meine Meinung. ;)


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Dilrast
ehemaliges Mitglied

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Wenn Palästina dann auch Kurdistan?

25.12.2012 um 21:39
Ist schon ein paar Jährchen her, aber ich wollt dennoch auf ein paar Beiträge eingehen.
Kurdistan.. Schwierige Angelegenheit, das angestammte Gebiet der Kurden erstreckt sich meines Wissens nach über mehrere Länder, unter anderem Türkei. Und der Türkei kann man nicht so einfach Gebiete abzocken wie den Serben.
Da hast du Recht.

Im allgemeinen ist es nicht leicht, einfach so ein Stück Land wieder zurückzunehmen. Im Irak hat man es durch politisches Geschick geschafft, für die dortigen Kurden eine Autonomie zu erringen. Diese läuft auch sehr gut und ist sehr unabhängig von der Regierung in Bagdad, jedoch gehört es natürlich noch zum Irak.
Im Iran gibt es ein Bundesland, das sich Kurdistan nennt hat aber keine politische Rolle. Nur die Bezeichnung und mehr nicht.
In Syrien hat man einige Gebiete die zum kurdischen Siedlungsgebiet errungen und man verteidigt diese.
Erdogan sollte bevor er von Demokratie redet den Alevismus erstmal im Land fördern
Bitte das Christentum und Jesidentum auch.
Ich denke, in der Hinsicht haben die Kurden aber eigene Schuld. Sie könnten sich ruhig, wenn es um die Strukturierung der Vereine und Lobbyarbeit geht, sich was von den türkischen Verbänden abschneiden. Die trk Vereine betreiben in der BRD hervorragende Lobbyarbeit und sind hier sehr präsent. Bei den krd Vereinen habe ich das Gefühl, dass es da wenig Zusammenarbeit zwischen der krd Bevölkerung und den Vereinen gibt. Stattdessen hat die PKK die "Führerschaft" unter den Kurden gewonnen und somit die eigene Bevölkerung in der Diaspora "gelähmt". Und dieses Phänomen gibt es wirklich. Sobald Kurden öffentlich sich für die "kurdische Sache" einsetzen, versucht die PKK diese Leute für sich zu gewinnen. In Deutschland wurden viele PKK Abweichler seitens der PKK ermordet. Sobald man den Einfluss der PKK unter den Kurden dämmen könnte, könnte es mit einer erfolgreichen Lobbyarbeit seitens der Kurden klappen, denk ich.
Du hast Recht. Aber das liegt an die Struktur der PKK. Die PKK ist keine Partei. Sie fungiert als Staat-System. Die PKK ist ein Begriff für ein großes System, in dem fast alle Einrichtungen defacto vorzufinden sind und dadurch versuchen sie jeglichen Einsatz zu der dazugehörigem Zweig einzuordnen.

Ich mach mal ein Beispiel, für Religionen innerhalb dieses Systems.

Die KCK, Union der Gemeinschaften Kurdistans, ist das System.
In der Kategorie, Angelegenheiten für Religion gibt es wiederum verschiedene Organisationen.

FEK, Vereinigung der Aleviten aus Kurdistan
YEK, Vereinigung der Jesiden aus Kurdistan
CIK, Vereinigung der Muslime aus Kurdistan
und "Christen aus Kurdistan"

versucht jetzt eine Gruppe von Kurden Rechte für Christen im kurdischem Siedlungsgebiet zu fordern, versucht die "PKK" diese Gruppe zu sich zu ziehen und ordnet sie in die jeweilige vorhandene Organisation ein.

Ob dieses System gut oder schlecht ist, lasse ich offen. Man möge sich selber eine Meinung bilden.
Aber es gibt natürlich auch Gruppen oder Organisationen die nicht zur PKK gehören.

Ein Beispiel ist die KOMKAR.

Iranische oder Irakische Organisationen stehen oft der Regierung in der Autonomen Region Kurdistan nahe. Das geht auf zurück auf Mustafa Barzani und Qazi Mohammad. Diese Region wird dominiert von dieser politischen "Strömung".

Aber wie ich sagte, im Grunde hast du Recht!


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empanadas
ehemaliges Mitglied

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Wenn Palästina dann auch Kurdistan?

25.12.2012 um 21:40
paletina hat die ganze muslemsiche welt hinter sich, die kurden haben alle gegen sich...


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Dilrast
ehemaliges Mitglied

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Wenn Palästina dann auch Kurdistan?

25.12.2012 um 21:44
@empanadas

Die muslimische Bevölkerung, ja selbst die Kurden, sympathisieren mit den Palästinenser.
Geldgeber gibt es genug in der muslimischen Welt und geholfen wird auch durch Internationale Hilfsgüter.


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empanadas
ehemaliges Mitglied

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Wenn Palästina dann auch Kurdistan?

25.12.2012 um 21:46
die araber wollen das alle her gelaufen kommen u dschiat dschiat rufen, aber wenn ein nicht arabisches land leidet, geht denn in arsch vorbei...


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