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"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

1.701 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Aktenzeichen, Erschossen ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

05.05.2026 um 14:29
An den Fall habe ich die Tage auch wieder gedacht, schön, dass es einen neuen Beitrag gibt :-).

Worüber ich stolpere, ist, dass in dem Fall im persönlichen und geschäftlichen Umfeld sicher umfassend ermittelt worden ist und trotzdem kam da anscheinend nichts Greifbares heraus. Was wäre nun, wenn es überhaupt kein persönliches Motiv gab und zwischen Täter/Täterin und Opfer überhaupt keine Beziehung bestand? Es dem Täter nur darum ging, jemanden zu erschießen, ein thrill kill sozusagen? Ein solcher Täter könnte natürlich auch irgendjemanden auf einem z.B. Waldparkplatz erschießen, aber das müsste er dann fast bei Tageslicht begehen. Irgendjemanden aus dem Telefonbuch zu suchen, ihn anzurufen und versuchen mit 20000 Euro irgendwohin zu locken, wird kaum funktionieren. Das würde nur eben bei einem Kleinunternehmer Sinn machen. Insofern könnte es Herrn Linzmaier einfach nur deswegen getroffen haben, weil er eben Handwerker war und bei ihm eine solche Taktik eher funktionieren würde als bei einem Oberstudienrat, den man auch im Telefonbuch finden könnte.

Nur so ein Gedanke, vielleicht ein bißchen Richtung Hitchcock gedacht.


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"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

05.05.2026 um 14:50
Lässt sich nicht mehr ändern, aber gemeint waren natürlich Deutsche Mark, nicht Euro :-).


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"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

06.05.2026 um 16:33
Aus dem Filmbeitrag wird deutlich, dass die Ehefrau früher mal die Buchhaltung machte, das ist ja bei kleineren Handwerksbetrieben öfter der Fall. Den Job hatte ja dann der Buchhalter übernommen, demgegenüber Linzmaier äußerte, dass er "drei Kreuze mache", wenn seine Scheidung endlich durch sei. Zur Scheidung kam es dann wohl nicht mehr.


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"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

06.05.2026 um 18:07
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:An den Fall habe ich die Tage auch wieder gedacht, schön, dass es einen neuen Beitrag gibt :-).

Worüber ich stolpere, ist, dass in dem Fall im persönlichen und geschäftlichen Umfeld sicher umfassend ermittelt worden ist und trotzdem kam da anscheinend nichts Greifbares heraus. Was wäre nun, wenn es überhaupt kein persönliches Motiv gab und zwischen Täter/Täterin und Opfer überhaupt keine Beziehung bestand? Es dem Täter nur darum ging, jemanden zu erschießen, ein thrill kill sozusagen? Ein solcher Täter könnte natürlich auch irgendjemanden auf einem z.B. Waldparkplatz erschießen, aber das müsste er dann fast bei Tageslicht begehen. Irgendjemanden aus dem Telefonbuch zu suchen, ihn anzurufen und versuchen mit 20000 Euro irgendwohin zu locken, wird kaum funktionieren. Das würde nur eben bei einem Kleinunternehmer Sinn machen. Insofern könnte es Herrn Linzmaier einfach nur deswegen getroffen haben, weil er eben Handwerker war und bei ihm eine solche Taktik eher funktionieren würde als bei einem Oberstudienrat, den man auch im Telefonbuch finden könnte.

Nur so ein Gedanke, vielleicht ein bißchen Richtung Hitchcock gedacht.
Genau das ist das Problem, es gibt kein klares Motiv. Aktuell ist alles nur Spekulation.
Zitat von sören42sören42 schrieb:Aus dem Filmbeitrag wird deutlich, dass die Ehefrau früher mal die Buchhaltung machte, das ist ja bei kleineren Handwerksbetrieben öfter der Fall. Den Job hatte ja dann der Buchhalter übernommen, demgegenüber Linzmaier äußerte, dass er "drei Kreuze mache", wenn seine Scheidung endlich durch sei. Zur Scheidung kam es dann wohl nicht mehr.
Hat denn die Frau irgendwie von seinem Mord profitiert, das wird aber vermutlich bei den Ermittlern schon ganz oben auf der Tagesordnung gestanden haben.


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"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

06.05.2026 um 19:10
Zitat von SkenderbegSkenderbeg schrieb:Hat denn die Frau irgendwie von seinem Mord profitiert, das wird aber vermutlich bei den Ermittlern schon ganz oben auf der Tagesordnung gestanden haben.
Am Ende, im Studiogespräch, fragt Cerne Chantal Marx, die Ermittlerin, ob Geld eine Rolle gespielt haben könnte.

Frau Marx antwortet darauf so:
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 16.01.2024:Rudi Cerne fragt Frau Marx antwortete: "Ja, natürlich. Habgier ist eines der stärksten Mordmotive. Allerdings haben wir in seinem Arbeitsumfeld niemanden finden können, der von seinem Tod profitiert haben könnte.
Wenn man ganz genau liest, sagt sie eben nicht, ob auch außerhalb des Arbeitsumfelds, im persönlichen Umfeld, niemand von seinem Tod profitiert haben könnte.
Zitat von duvalduval schrieb am 22.08.2025:Ganz einfach gesagt: Stirbt der Ehemann noch während die Scheidung läuft, ist die Ehefrau offiziell immer noch seine Frau und damit auch erbberechtigt.
Der zeitliche Zusammenhang der grausamen Tat mit der bevorstehenden Scheidung ist zumindest auffällig.


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"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

08.05.2026 um 15:20
Zitat von sören42sören42 schrieb:Wenn man ganz genau liest, sagt sie eben nicht, ob auch außerhalb des Arbeitsumfelds, im persönlichen Umfeld, niemand von seinem Tod profitiert haben könnte.
Sehr scharfsinnig! Ich finde auch immer sehr wichtig, wie etwas genau gesagt wurde.

Schweigen ist Gold.

Das Verschwiegene ist auch Gold.


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"Heidkrug-Mord" an Artur Linzmaier aus Braunschweig (1994)

15.05.2026 um 07:14
Mir fallen in dem Fall drei Dinge auf:

1) Täter und Hintermänner gehen überlegt vor, warten nach einem gescheiterten Versuch eine erhebliche Zeit auf eine neue Möglichkeit und gehen das Risiko ein, dass das Opfer Verdacht geschöpft haben könnte. Es gab also keine emotionale Eskalation aus einer Situation heraus, der Mord war längerfristig geplant, es sollte gerade AL treffen (kein Täter, der einfach aus Mordlust jemanden töten will) und sein Tod was nicht nur Zwischen-, sondern Endziel. Andererseits wirkt die Planung unprofessionell und es gab Schwächen des Plans, an denen das Ganze hätte scheitern können.

2) Weder AL noch seine Lebensgefährtin noch der Freund hatten konkrete Befürchtungen. Es dürfte also keine konkrete Drohungen oder
aktuelle Konflikte, die dem Opfer als bedrohlich erschienen sind, gegeben haben. Hätte AL etwa hohe Schulden bei zwielichtigen Personen oder ernsthafte (und nicht auf rechtliche Art geführte) Streitigkeiten im Geschäftsumfeld gehabt, wäre er in dubiose Dinge oder in einen eskalierenden Eifersuchtsstreit verwickelt gewesen, dann hätte er zumindest nach dem gescheiterten ersten Versuch vorsichtiger sein müssen. Etwa die Adresse der "Kundin" überprüfen (Telefonbücher/Auskunft gab es damals auch). Das wäre dem anderen Teil nicht mal aufgefallen und hätte auch das erhoffte Geschäft nicht gefährdet (wenn er aus diesem Grund etwa keinen anderen Ort vorschlagen wollte).

3) Gleichzeitig muss das Motiv so schwerwiegend gewesen sein, dass man ihn unbedingt töten wollte und dabei erhebliche Risiken eingegangen ist. Das macht es allerdings umso ungewöhnlicher, dass die Ermittler keinen objektiven Anhaltspunkt für dieses Motiv gefunden haben. Und das, obwohl AL nicht wie jemand wirkt, der ein streng geheimes Doppelleben führt oder irgendwelche Dinge raffiniert verbergen/verheimlichen kann. Denkbar wäre natürlich, dass das Motiv entweder sehr lange zurücklag oder eben nur aus Sicht der Täter schwerwiegend war (und daher nicht erkannt wurde). Für Letzteres spricht, dass die Täter sich wenig Mühe gegeben haben, also von einem völlig arglosen Opfer ausgingen.

Es gibt indes noch eine Möglichkeit, mit der sich alle drei Punkte vereinbaren lassen: AL wurde irrtümlich getötet, weil jemand ihn fälschlicherweise für irgendetwas verantwortlich gemacht hat, er von jemandem zu Unrecht in entsprechenden Kreisen angeschwärzt wurde oder er einfach falsch als "Verantwortlicher" für etwas identifiziert wurde. Interessant wäre also die Frage, ob es jemanden in der Gegend gibt, der in irgendeiner Weise Ähnlichkeiten mit ihm hatte (Name, ähnlicher Handwerksbetrieb, ähnliches Aussehen etc.).


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