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Antisemitismus und Integration

44 Beiträge, Schlüsselwörter: Integration, Antisemitismus

Antisemitismus und Integration

17.03.2016 um 11:36
56% der Iraner legen einer ADL-Studie antisemitische Einstellungen an den Tag. Im Vergleich zur Region ist dies de niedrigste Wert, von einer iranischen Bevölkerung, die sich dem Judenhass ihrer Unterdrücker entzieht, kann aber keine Rede sein. Auch hatten Juden schon vor der Islamischen Revolution Antisemitismus im Iran zu erleiden, die traditionell schiitische Najas-Lehre, die Juden, aber auch andere Ungläubige, als "unrein" brandmarkt, ist immer noch populär. Seit 1979 wurde der Antisemitismus auch auf diesem Ticket immer virulenter, gewannen die Khomeinisten über den Judenhass erst an Macht.
Zwar ist es richtig, dass es in der etwa 2700 Jahre alten Geschichte der Juden im Iran keine dem deutschen Antisemitismus vergleichbare Phänomene gegeben hat. Doch kann von einer Gleichberechtigung der Juden unter der im 16. Jahrhundert beginnenden schiitischen Herrschaft keine Rede sein. Im Gegensatz zu den Sunniten etablierten die Schiiten im 16. Jahrhundert ein System „ritueller Reinheit“, das Ähnlichkeiten mit der Haltung der Hindus gegenüber den Parias, den „Unberührbaren“ hat. Danach gilt, wer kein Muslim ist, als najas, also unrein. Jede Berührung mit einem Najas wird als eine Art Vergiftung angesehen. Die paranoide Furcht vor „Ansteckung“ provozierte periodisch Exzesse und führte zu einem besonderen schiitischen Verhaltenskodex gegenüber Juden, Christen und Bahai. Diese mussten beispielsweise in Ghettos leben und durften bei Regen nicht auf die Straße gehen, um zu verhindern, dass ihre „Unreinheit“ sich ausbreitet.[9] Aus dem gleichen Grund wurde ihnen der Besuch öffentlicher Bäder oder der Kontakt zu Getränken und Speisen der Muslime untersagt.

Zwar wurde diese Diskriminierung unter der Herrschaft der Pahlavi-Schahs (1925-1979) abgeschafft – doch kehrte der Gedanke der „Unreinheit“ mit Khomeinis Revolution wieder zurück. Dem Revolutionsführer galt der gesamte Körper eines Nicht-Muslims ist unrein, „sogar sein Haar, seine Nägel und alle Ausdünstungen seines Körpers.“[10] So wurden unter Khomeini alle (christlich-)armenischen Arbeiter einer Getränkefabrik entlassen, da sie andernfalls mit einem Getränk in Berührung gekommen wären, das für Muslime vorgesehen war.[11] Bezeichnend auch die Antwort, die Ende der 80er Jahre ein Scheich namens Murtesa vom religiösen Zentrum Qum auf die Frage nach den Nicht-Muslimen gab: „Sie sind in zweierlei Hinsicht unrein. Erstens sind sie physisch unrein, da sie ihren Körper nicht sauber halten. ... Zweitens ist auch ihr Atem unrein, weil sie nicht an den Islam glauben. ... Wenn ich einem solchen Mann die Hand geben müsste, würde ich hinterher so schnell wie möglich ins Hotel gehen und meinen Körper von Kopf bis Fuß unter einer Dusche reinigen.“[12] Bis heute bekommen die im Iran lebenden Juden die Auswirkungen dieser najas-Doktrin zu spüren. Noch massiver wirken sich allerdings die antisemitischen Kampagnen aus, die Khomeini in den 60er Jahren bekannt machten und 1979 an die Macht brachten.
http://www.matthiaskuentzel.de/contents/ahmadinejads-antisemitismus-und-der-gegenwaertige-krieg

Wieso jetzt Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft gegenüber Touristen ein antisemitisches Weltbild ausschliessen bleibt @FF's Geheimnis, wahrscheinlich ist es einfach wieder eine ihrer Projektionen.


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17.03.2016 um 12:02
@Fabs
Ich habe nicht geschrieben, dass sich das ausschließen würde, sondern beschrieben, dass die Aussage von @Wolfshaag, es herrschte dort generell Hass gegen andere Religionen, falsch ist - oder zumindest weit übertrieben.
Wie gesagt: Meine Cousine hat dort längere Zeit gelebt, die hatte dann auch andere Einblicke als ein Tourist.

Antisemitismus ist kein hervorstechendes Merkmal der Muslime, sondern kommt auch bei anderen vor (in Teilen der USA käme man auch auf ähnliche Zahlen, könnte ich mir vorstellen) - und ich schrieb auch, dass man in jedem Fall geeignete Wege finden muss, um solche Einstellungen bei Immigranten und auch Flüchtlingen, die sich längere Zeit hier aufhalten, zu ändern.

Vor allem sollte man sich aber hüten, den anderen 50% das gleiche Misstrauen entgegen zu bringenund sie prophylaktisch wie potentielle Verbrecher zu behandeln. Wer hierher kommt, wird sich auch darauf eingestellt haben, sich mit anderen Gepflogenheiten und Gesetzen zurechtfinden zu müssen.


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Antisemitismus und Integration

17.03.2016 um 13:08
Doch im Islamischen Bereich ist der "Hass" recht augesprägt. Weswegen sich so wenige Staaten sowieso durch Religionsfreiheit auszeichnen.
FF schrieb:Wer hierher kommt, wird sich auch darauf eingestellt haben, sich mit anderen Gepflogenheiten und Gesetzen zurechtfinden zu müssen.
Nicht zwigend. Abhänig davon ob er sich mit der Realität beschäfitgt hat oder mit dem" Gerüchten"


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17.03.2016 um 17:13
Nun, dass sich "Rechte" und Muslime näher sind als manchem lieb sein könnte, zeigt sich nicht nur im verbindenden historischen wie aktuellen Antisemitismus, von der Deutsch-Arabischen Lehrabteilung über die "Muselgermanen" von der Division Handschar oder den Grossmufti von Jerusalem, sondern auch an der medienwirksamen Anwerbung von Freiwilligen für den Bosnien-Krieg, den Golf-Krieg oder den Irak durch deutsche Rechtsradikale. Schon die "Wehrsportgruppe Hoffmann" operierte gemeinsam mit der PLO im Libanon.

Auf einer vor einigen Jahren veranstalteten Konferenz der WHO in Kairo bastelten sich katholische und muslimische Vertreter ein gemeinsames Papier gegen den Gebrauch von Verhütungsmitteln. Scheiss auf AIDS!

Deutsche Konservative werden nicht müde, den Familiensinn von Migranten zu loben - und die NS*-Sozialministerin Aygül Özkan plapperte ihr Bekenntnis zur CDU in jedes Mikro: Die einzige Partei, die von ihren Grundsätzen her Muslimen in Deutschland eine politische Heimat sein kann.


*NS steht hier für Niedersachsen - was dachtet Ihr denn?

Eigentlich lustig, wenn es nicht so traurig wäre, will doch der Nazi den "Kameltreiber" gern mal mit der Ceska vom Dönerspiess pusten.


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