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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

73 Beiträge, Schlüsselwörter: Kindesmisshandlung, Michael Tsokos
DieSache
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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 13:36
Bei berechtigtem Zweifel, würde ich Meldung bei Polizei und Jugendamt machen. Punkt!


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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 13:53
So wie ich informiert bin, müsste die Polizei das Jugendamt schriftlich über diesen Vorfall informieren. Das kann aber wegen der Bürokratie dauern. Jugendamt beklagt zu wenig Mitarbeiter.
Man kann sich ja nicht vorstellen, wie viele Fälle von Kindesmißhandlungen gibt. Dann kommt noch dazu, das oft Kinder trotz Schläge ihre Eltern lieben, denn sie kennen ja nicht anderes. Und Jugendamt kommentiert dann meistens, lieber das Kind bei den Eltern lassen, als es in eine Pflegefamilie zu bringen.
Kannte mal einen Fall, wo ein Junge ständig von seinem Vater geschlagen wurde. Das Gericht auf Wunsch des Jugendamtes ( kann sowas nicht allein entscheiden) brachte ihn in eine Pflegefamilie. Nach einem halben Jahr wünschte er sich wieder nach Hause zurück und es geschah so auf Wunsch des Jungen. Meint ihr, dass das Jugendamt sich damit noch groß beschäftigt, denke nein. Wo die eh unterbesetzt sind, wie auch übrigens die Polizei.


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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 13:54
@Incomplete
Incomplete schrieb:Deutschland misshandelt seine Kinder
1. Ich finde das ist jetzt zu spezifisch. Also dass Kinder misshandelt werden, das ist sowieso eine sehr sehr schlimmste Sache. Aber das passiert nicht nur in Deutschland.
2. Wie man reagieren sollte? Jugendamt oder Polizei anrufen sobald ein Verdacht besteht. Die gehen der Sache in der Regel nach


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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 13:59
Marike schrieb:@Kältezeit
Ganz egal, ob sie das Kind gesehen hat, oder nicht. Der Vater scheint ganz offensichtlich gefährlich zu sein.
Wie kommst du zu der Annahme, der Mann sei gefährlich?
Marike schrieb:Wenn die/der TE dann auch noch ständig Kinderschreie hört, ist es richtig, die Polizei einmal zu viel als zu wenig gerufen zu haben.
Ist halt die Frage, wie alt das Kind ist.
Ist es ein Schreikind im Babyalter, ein Kleinkind, das zahnt oder gerade seine Trotzphase auslebt?

Deswegen würde ich mir immer direkt ein Bild machen wollen und nicht von unten nach oben zum Balkon brüllen, dass ich die Polizei informiere, ohne zu wissen, was da oben überhaupt abgeht. Und mich dann noch doof über die - meiner Meinung nach berechtigt verärgerte - Reaktion wundern.

Und ansonsten schließe ich mich @Cptn.Wankalot s Beitrag an.


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DieSache
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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:08
Zivilcourage haben fürchte ich die wenigsten noch, was ist so schwer bei Verdacht Mal Kontakt mit der Familie aufzunehmen, wenns Mal wieder laut wird aufstehen, zum Nachbarn gehen und klingeln und um Ruhe bitten?

Denke da würde man schon irgendwann sehen, was da wirklich los ist, außerdem würde ich Mal ein Lärmprotokoll führen wenns schon mehr als zweimal vorkam, dass man was hörte!


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Incomplete
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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:16
@Kältezeit
Dieser unangenehme Zeitgenosse terrorisiert offensichtlich seine gesamte Familie, brüllt seine Frau an, er hätte gesagt "sie solle die Tür zu lassen". Ich meine, der wohnt ganz oben, zu hören war es jedoch über den gesamten Hof. Dazu kommen noch die Nachbarn, die unter ihm wohnen und meine Befürchtungen bestätigt haben. Sicherlich hat mich das Buch von Herr Tsokos sehr aufgewühlt und ich habe angefangen mir darüber Gedanken zu machen. Mir jetzt aber zu unterstellen ich würde mir ja nur meine "eigenen Fall" suchen wollen, verletzt mich. Was hätte ich davon? Ich schrieb ja auch, daß ich schon öfters etwas mitbekommen habe(bevor ich das Buch las). Jedoch hat mich das Buch nun zum Handeln gebracht. Das in einer Situation, die meiner Meinung nach auf jeden Fall berechtigt ist!


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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:23
@DieSache
Hab ich mir vorhin auch überlegt. Einfach mal aufschreiben, wann es zu diesem Lärm kommt und wie oft.
Incomplete schrieb:Dieser unangenehme Zeitgenosse terrorisiert offensichtlich seine gesamte Familie, brüllt seine Frau an, er hätte gesagt "sie solle die Tür zu lassen". Ich meine, der wohnt ganz oben, zu hören war es jedoch über den gesamten Hof.
Über einen Hof schallert's eben auch oftmals.

Wenn ich wütend bin, werd ich auch mal lauter. Was glaubst du, wie ich reagieren würde, wenn mir irgendein Pimpf von unten dann auch noch drohen würde...
Incomplete schrieb:Das in einer Situation, die meiner Meinung nach auf jeden Fall berechtigt ist!
Kannst du überhaupt nicht beurteilen, aber ich fürchte, dein Recht, da mal zu klingeln und nett nachzufragen, hast du dir mit deiner übereilten Reaktion jetzt verwirkt.

Zwischen Schreien/ Schimpfen und Misshandeln besteht nochmal ein sehr, sehr großer Unterschied. Das weiss sicherlich auch der Herr Tsokos.


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Incomplete
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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:26
@ AgathaChristo

Du beschreibst genau das, was auch in dem Buch erklärt wird. Mit Eröffnung dieser Diskussion, will ich auch zum Nachdenken anregen. Meiner Meinung nach wird viel zu oft weggeschaut, anstatt gehandelt und lieber einmal mehr handeln als zu wenig!


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Incomplete
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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:34
Übrigens mache ich der Polizei keine Vorwürfe, damit das mal klar ist. Vorbeigefahren sind sie ja schließlich. Sicherlich werden Sie sich die Verhältnisse dort angeguckt haben, dann entscheiden wie es weitergeht. Sollte die Kleine Verletzung haben, werden die Polizisten das schon sehen. Ich gehe mal davon aus, dass sie sich das Kind angeguckt haben. Und sollte in dieser Familie irgendwann nochmal etwas passieren, wird doch dieser Fall sicherlich schon registriert sein, aufgrund der Polizei die dort schon mal vor Ort war oder nicht.


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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:35
Incomplete schrieb:und lieber einmal mehr handeln als zu wenig!
Ganz so sehr vereinfachen sollte man das nicht.

Grundsätzlich hat du recht, dass bei einem einigermaßen begründeten Verdacht, dass Kinder (oder auch Erwachsene) misshandelt werden, Zivilcourage gefragt ist.
Aber dabei sind zwei Dinge zu beachten:
1. Eine falsche Verdächtigung kann durchaus auch Folgen haben. Das sollte man im Hinterkopf behalten und es gegen die Umstände abwägen, die einen an eine Misshandlung glauben lassen.
2. Die Maßnahmen sollten passen. Das bedeutet, man muss sich überlegen, ob eine konkrete Maßnahme (drohen, zurück schreien, Polizei rufen etc.) die konkreten Situation eher verbessert oder sie eher eskalieren wird.

Das sind jeweils schwierige Prognosen, aber es ist wichtig zu wissen, dass blinder Aktionismus eine Situation verschlechtern kann und dieses Wissen muss man im Hinterkopf haben, wenn man die Situation und die möglichen Maßnahmen bewertet.


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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:40
@Incomplete
Finde es gut, wie du reagiert hast. Wenn ich bedenke, wieviele Leuten sich schon daran stören, wenn Kinder draußen laut spielen. Da ist es mehr als berechtigt, diesem Schreihals von Vater mal die Harke zu zeigen.


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tilia
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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 14:54
Hier einpaar Ausführungen aus dem aus dem Ausgangspost erwähnten Buch "Deutschland misshandelt seine Kinder", von Michael Tsokos und Saskia Etzoldt (Guddat):


Tsokos macht in dem Buch sehr eindringlich deutlich, Kindesmishandlung sei kein seltenes Phänomen und käme auch in allen Gesellschaftsschichten vor, wenn auch in ressourcenarmen Familien weitaus öfter. Mit Ressourcen seien nicht nur finanzielle Mittel gemeint, sondern auch das soziale, helfende Netzwerk.

Indem wir genau hinschauen können wir den Kindern helfen. Die Privatsphäre der Eltern ende da, wo die Misshandlung der Kinder anfange.
Dazu sei es wichtig erstmal zu wissen, welche Merkmale typisch für Kindesmisshandlung seien, was man tun solle und an wen man sie wenden könne.

Aus dem Buch von Tsokos und seine Co-Autorin Guddat:
12 Eingreifen, nicht wegschauenLokalisation der Verletzungen: Typische Verletzungen durch Kindesmisshandlung unterscheiden sich deutlich von Verletzungsmustern, die durch Spielunfälle entstehen, etwa durch einen Sturz vom Klettergerüst.
Sturztypische Verletzungen finden sich an Knien und Schienbeinen, an Ellenbogen oder Handballen, am Hinterkopf, an Stirn, Kinn und Nasenspitze. Misshandlungstypisch sind dagegen Verletzungen im oberen Kopfbereich (oberhalb der sogenannten »Hutkrempenlinie«), an Wangen und Ohren, an den Streckseiten der Unterarme, am Rücken oder am Gesäß. Sie lassen sich in aller Regel nicht mit einem einfachen Sturz oder ähnlichen Spielunfällen erklären.
 
Tsokos rät nicht immer in erster Linie die Eltern auf die immer wieder neuen Verletzungen des angeblich tolpatschigen Kindes anzusprechen. Da sei es gegebenfalls besser sich an das Jugendamt oder die Polizei zu wenden.

Er erklärt, dass Kindesmisshandlung sogenannte Offizialdelikte seien , das bedeute, die Polizei müsse tätig werden, sobald ihnen ein Verdacht gemeldet würde.
Genauso müsse das Jugendamt handeln, sobald sie von einer mutmaßlichen akuten Kindeswohlgefährdung erführen.

Tsokos weist explizit daraufhin, dass es genüge die Polizei anonym anzurufen. Man bräuchte keine namentliche Anzeige machen.


Ausserdem weist Tsokos an, es sei ratsam, bei einem Anruf beim Jugendamt explizit deutlich zu machen, dass man das Wohl des Kindes akut gefährdet sehe. Dies solle man auch gut begründen können. Eine Begründung wären zum Beispiel „kindlichen Schmerzensschreien oder Hilferufen, die man aus der Nachbarschaft hören könne., oder schon oft hörte.

Tsokos führt aus, dass bei einer „ Kinderschutzmeldung“ das Jugendamt auch aktiv werden müsse. Daraufhin würden Mitarbeiter des Aktivteams entsendet werden, die sich die Begebenheit dann in Augenschein nehmen würden.

Dabei sei das kein Einmischen oder Verpetzen, sondern laut Tsokos habe man: „sich vorbildlich für das Wohl eines Kindes in Not eingesetzt.“

Alle Berliner können sich Rat beim LKA 125 holen, wenn sie sich beim Thema Kindesmisshandlung nicht sicher sind.

Landeskriminalamt
LKA 125
Keithstraße 30
10787 Berlin
Tel.: (030) 4664-912555
https://www.berlin.de/polizei/aufgaben/praevention/gewalt/artikel.125035.php


Hier ein interessanter Artikel über das LKA 125 und das Buch:

http://www.tagesspiegel.de/politik/rechtsmediziner-klagen-kindesmisshandlung-an-deutschland-verleugnet-im-kollektiv/9405...

2-format43
Kein Abbruchhaus und auch keine Müllkippe. In diesem "Kinderzimmer" lebten zum Zeitpunkt der Aufnahme fünf Kinder. Mobiliar und...Foto: Droemer
Anrufen ist kein Denunziantentum
Zudem appellierte die Kommissarin an die Bürger: "Wir können nur jedem Einzelnen ans Herz legen, bei uns anzurufen, wenn  auffällt, dass es Kindern in seiner Umgebung nicht gut geht. Das ist kein Denunziantentum, sondern verantwortliches, soziales Handeln. Bitte zögern Sie nicht, denn Ihr Anruf kann entscheidend für das Leben eines Kindes sein. Noch immer glauben viele, dass es niemanden etwas angeht, was in einer Familie geschieht. Das ist falsch. Im Gesetz steht, dass Kinder ein Recht auf gewaltfreie Erziehung haben. Wir müssen das immer wieder  aussprechen, weil das bei vielen Menschen nicht angekommen ist."
Ich kann das Buch "Deutschland misshandelt seine Kinder", von Michael Tsokos und Saskia Etzoldt (Guddat) nur empfehlen. Es ist sehr hart zu lesen.


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Verdacht auf Kindesmisshandlung in der Nachbarschaft, wie verhalten?

04.08.2016 um 15:25
@DieSache
DieSache schrieb:Zivilcourage haben fürchte ich die wenigsten noch, was ist so schwer bei Verdacht Mal Kontakt mit der Familie aufzunehmen, wenns Mal wieder laut wird aufstehen, zum Nachbarn gehen und klingeln und um Ruhe bitten?
Nja, wenn der Typ ein Schrank ist und bedrohlich wirkt, dann geht man ungerne hin und beschwert sich.
Einer der Gründe, warum weniger Zivilcourage geleistet wird ist, weil die Leute Angst vor Konsequenzen haben. Es ist nicht das erste Mal, dass jemand angezeigt wurde, weil er Zivilcourage bewiesen hat. Einfach mal googeln. Die Polizei sagt ja selbst, man sollte sie rufen, aber nichts selbst machen.


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