Ich las einen Artikel (war glaube ich eh Paywall leider) wo
Albrecht Broemme zum Blackout in Berlin interviewt wurde.
Ich finde den Artikel nicht mehr aber kann ihn ja eh nicht zitieren. Ist 48 Stunden alt, über die Suche finde ich den aber nicht mehr. Da waren einige interessante Infos hängengeblieben.
Er sieht (oder kommuniziert dies motivierend aus Kalkül) zum Beispiel, dass nicht sofort zwingend Mord und Totschlag ausbrechen und die Leute resilienter sind und sich eher helfen, als aneinander an die Gurgel zu gehen. Zumindest für eingrenzbare Krisen.
Im Artikel sind meiner Erinnerung nach aber auch klare Fakten oder Umstände benannt, die Preppen zu einer (situativ dann) überlebensnotwendigen Pflicht der Bürger machen. Und zwar der Umstand, dass man in Deutschland nicht tausende bis zehntausende Kilometer kritischer Infrastruktur adäquat und robust 24/7 und bewacht absichern kann. Nicht zeitnah, nicht ohne KI.
Ich wiederhole damit man das versteht oder nochmal kurz sinniert: Zehntausende Kilometer kritischer Infrastruktur (Stromleitungen, Bahnlinien, etc.). Man kann gewisse ggf. besonderes gefährdete neuralgische Punkte technisch und/oder personell intensiver überwachen und muss es. Aber man kann nicht alles adäquat schützen.
Wie es sinngemäß im Artikel erwähnt wurde: Wenn sich Leute spätestens ein paar unbewachte Strommasten um Berlin rauspicken und die beeinträchtigen, wirds duster dort. Manche Stromnetze sind nicht allein fähig (selbst wenn etwa ein Stromerzeuger in Berlin selbst noch am Netz hängt) und von anderen Einspeisungen im Stromnetz abhängig oder müssten dann im städtischen Stromnetz ggf. getrennt werden vom Rest um einen Teil zu versorgen, bin da selbst kein Experte im Technischen aber habe das so grob noch im Kopf.
Ein Großteil der Informationen ist öffentlich einsehbar wo was steht/verläuft. Den Rest regelt ggf. eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz oder so.
Sagt Reul (NRW Innenminister) zum Beispiel selbst:
WDR: Herr Reul, könnte ein Anschlag auf das Stromnetz wie jüngst in Berlin auch bei uns passieren?
Studie zu Belastungen und Stresserleben bei der Kripo: Minister Herbert Reul beim Pressegespräch
Herbert Reul: Ja klar. Da muss man ehrlich sein, das sagen wir auch seit Monaten: Wir haben eine Infrastruktur, die angreifbar ist. Wir haben über viele Jahre das Thema auch nicht ernst genommen. Wir haben sogar vor lauter "Transparentitis" alles schön öffentlich gemacht, wo genau welcher Knotenpunkt ist, wo genau welche Stromverbindung ist - alles transparent und öffentlich. Das steht jetzt zur Verfügung für alle, die stören wollen.
WDR: Sie haben es angesprochen, wir hatten zum Beispiel einen Brandanschlag auf die Bahnstrecke Düsseldorf-Duisburg. Nun sagen Sie: Wir sind da nicht gut aufgestellt. Was braucht es denn?
Reul: Es braucht zunächst die Erkenntnis, dass es ein Problem gibt. Damit fängt es immer an. Zweitens braucht es einen Rahmen: Wir sind gerade dabei, das KRITIS-Dachgesetz zu verabschieden, das den Schutz kritischer Infrastrukturen stärken soll.
Dann werden die Betreiber alle selber auch Verantwortung übernehmen müssen. Wenn jemand teure Bagger im Hof stehen hat, baut er ja auch eine Videoanlage auf. Und Firmen schützen sich ja auch gegen Angriffe aus dem Netz. So wird man das jetzt auch an solch kritischen Stellen machen müssen.
Aber 100 Prozent Sicherheit wird es nie geben. Das gehört auch zur Wahrheit dazu. Wenn Sie sich allein die Bahnkilometer anschauen: Wir können ja nicht überall einen Polizisten hinstellen.
Quelle:
https://www1.wdr.de/nachrichten/gefahr-anschlag-stromnetz-blackout-reul-100.html
Lange Rede kurzer Sinn muss der Staat (Gesetzgeber, Behörden) da wo es geht robuster werden was Katastrophenschutz und Krisenreaktionsfähigkeit angeht.
Aber wer die Verantwortung komplett auf diese abschiebt belügt sich und andere. Eben weil es quasi unmöglich ist alles robust zu schützen MUSS jeder Haushalt / Bürger / hier lebende am besten erst mal selbst vorsorgen, etwa für nen Blackout. Das ist der beste individuelle und teils kollektive Schutz bzw. die beste (im wahrsten Sinne) Erste Hilfe die man aufbauen kann.
Nochmal der Appell: Fangt mit Vorsorge an um mindestens 3, idealerweise bis zu 10 oder 14 Tage ohne Stromversorgung auszukommen. Wer woanders Verwandte hat die dann ggf. Strom haben und da einige Tage unterkommen kann, kann natürlich ausweichen. Im Zweifel bei Verlassen wichtige Wertsachen/Dokumente im dann abgeschlossenen Haus bzw. der Wohnung nicht zurücklassen weil Einbruchskriminalität begünstigt werden könnte. Andere können aber nicht ausweichen bzw. werden willentlich in Haus/Wohnung verbleiben. Für die gilt so was dann eher.
Es ist schon die halbe Miete, sich mental mit so einem Szenario zu befassen und wie man dann reagieren würde bzw. was man vorrätig haben würde. Wer ins mentale Machen kommt, kommt mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit dank der Sensibilisierung dann auch ins physische Machen und hilft somit sich und ggf. anderen.
Los. Fangt mental und physisch an und fühlt euch dann auch besser weil ihr vorgesorgt habt
:D