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Marathonmönche von Kyoto

19 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Erleuchtung, Mönch, Askese ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Seite 1 von 1

Marathonmönche von Kyoto

02.08.2010 um 19:04
Ich habe letztens eine Dokumentation über die Laufaskese gesehen , ein verständlicher Begriff wäre Marathonmönch von Kyoto , die mich wirklich beeindruckt hat.


/dateien/,1280768656,japan der mar12 n 481x270

Hier eine Zusammenfassung ,

Der japanische Mönch Hoshino Endo hat sich für eine ganz besondere Art des
Betens entschieden. Der 31-jährige Marathonmönch, ein Gyogia, wie ihn die
Asketen des buddhistischen Enryaku-ji-Ordens nennen, hat sich für eine Lauf-Askese
entschieden. Diese Askese hat eine gesamte Zeitdauer von 7 Jahren. Hier verlässt der
Mönch jede Nacht um genau 1:50 Uhr seinen Tempel und begibt sich auf seine
Laufstrecke. Zum Beginn hat diese eine Gesamtlänge von täglich 32 km und wird ab dem
vierten Jahr bis auf 84 km pro Nacht erhöht.

Der Mönch unterzieht sich einem 7-jährigen Ritual:
- in den ersten 3 läuft er an 100 folgenden Tagen 40 km ( es gab Angaben mit 32 u 40 )
- im 4. und 5. Jahr läuft er 200 folgenden Tagen 40 km ( es gab Angaben mit 32 u 40 )
- im 6. Jahr an 100 Tagen 60 km
- im 7. Jahr an 100 Tagen 84 km

Zusammen wird der Marathonmönch also über 38.000 km in 7 Jahren zurücklegen.
Am Anfang ist der Mönch pro Nacht 6 Stunden unterwegs und davon betet er an
über 255 genau festgelegen heiligen Orten. Das Beten während des Laufens nimmt
eine Zeit von 1.5 Stunden in Anspruch. Gelaufen wird immer um den heiligen Berg
Hiei.

Selbst wenn er mit seiner Leistung jeden Athleten in den Schatten stellt,
läuft Hoshino Endo nicht aus sportlichen Ambitionen. Was ihn antreibt, ist
die Suche nach Erleuchtung. Über sich hinauszuwachsen, seine eigenen Begierden
abzulegen, das ist das Ziel seiner Strapazen. Umkehren kann Hoshino nicht mehr.
Einmal begonnen, muss ein Gyogia den Weg bis zu Ende gehen. Ob Krankheit oder
Verletzung, ob Taifune oder Schnee, Hoshino wird keinen Kilometer auslassen. Denn
sonst bliebe ihm nur der Tod. Eine Waffe für den Suizid trägt er immer bei sich.

Der Suizid , stellt sich wie ein Negativpunkt dar , ich finde es spornt die Mönche in gewisser weisse an , da laut Angabe der Mönche noch keiner einen Suizid vollüben musste .

Bekleidung :

- ist ganz in Weiß gekleidet, Weiß ist in Japan die Farbe des Todes
- läuft in Strohsandalen, von denen er in Regennächten sogar zwei Paar verschleißt
- trägt einen Hut aus gerolltem Zedernholz und eine Papierlaterne mit einer Kerze in der Hand

Da ich selbst ein Langstreckenläufer bin , weiss ich ungefähr was dies für Dimensionen sind auch wenn der Mönch nur einen sehr schnellen Gang hinlegt ( dabei aber eine Kerzengerade haltung annimmt ohne ein einziges anzeichen von erschöpfung) .
Meine Frage , wie kann man so eine Disziplin an den Tag legen , fast jeden Morgen Tag für Tag um 1:50 diese Torturen auf sich zu nehmen ,
wofür ? ( ich weiss im Text stand Erleuchtung )

Erwähnt sei noch , das mit den Segnungen / Beten von z.B. Leuten , privaten Tempel Spenden eingenommen werden .

Ist der Glaube der entscheidene Schlüssel ?
wenn ja worauf lässt sich dies alles anwende ?



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Marathonmönche von Kyoto

02.08.2010 um 19:06
Die Antworten auf deine Fragen finden sich doch alle im Text. Dennoch sehr bewundernswert, was die da machen...


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Marathonmönche von Kyoto

02.08.2010 um 19:09
@löm

Ja , hatte ich auch schon drauf hingewiesen , man muss ein wenig weiterdenken , im grunde könnte dies jeder gesunde Mensch mit Diziplin und in Verbindung mit diesem
wenn ja worauf lässt sich dies alles anwende ? !


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Marathonmönche von Kyoto

02.08.2010 um 22:14
Schwer nachzumachen, wenn man arbeiten gehen muss... ;)

Aber wirklich bewundernswert, solch eine Disziplin. Da sieht man, zu was Menschen fähig sind.


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Marathonmönche von Kyoto

02.08.2010 um 22:27
@mothwoman

Der japanische Mönch Hoshino Endo , hatte studiert , gearbeitet aber letztendlich sich für das Leben als Mönch und damit all die verbundenen Verpflichtungen entschieden .


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 00:03
Diese Dokumentation über den Marathonmönch von Kyoto habe ich auch schon einmal gesehen, ich finde es auf der einen Seite bewundernswert welche Strapazen dieser Mensch da auf sich nimmt, auch noch in dem guten glauben so einen wertvollen Beitrag für die Welt und deren Bewohner zu leisten. Den immerhin ist er ja in erster Linie ein Buddhistischer Mönch und nicht nur damit beschäftigt von Tempel zu Tempel zu wandern, sondern auch noch vor jedem von ihnen, für das wohl aller Lebewesen zu beten und die ihm unterwegs begegnenden Menschen quasi im vorbeigehen zu Segnen. Aber ich könnte mir das nicht vorstellen, auch wenn ich gegen das frühe aufstehen und anschließende kilometerweite Laufen gar nichts einwenden hätte, so käme es mir aber doch eher als selbstauferlegter Zwang und Flucht aus der weltlichen Realität mit all ihren Gesellschaftlichen und Irdischen Leiden, Schikanen, Pflichten und Tücken vor, die zu ertragen und zu bewältigen die doch vielleicht größere Aufgabe für mich darstellt.


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 09:47
@Strahlemann

Wer kommt denn auf Zeit/Dauer/Länge?
Einfach willkührlich zusammengewürfelt? Oder nach einem Rezept der Götter?


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 12:03
@Pumpkins

Das ist eine gute Frage , wüsste nicht das darauf eingegangen wurde .

Die Strecke wurde ( glaube es zumindestens ) im 18 Jh. abgesteckt oder auch viel früher ,
am Anfang soll es auch über 2000 Tempel auf dem Berg gegeben haben .

Eine Frage war auch ob dies eine Flucht vor dem Modernen Leben war / ist ,
jedenfalls eine gute Alternative .

Für mich ist immer noch diese Diziplin die an den Tag gelegt wird am beeindruckendsten.


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 12:12
Was ist mit dem Harakiri , die vollübung des Suicides .... falls der Mönch diese Leistung nicht besteht muss er sich selbst umbringen .

Das stellt doch einen Negativpunkt dar , man müsste doch auf übertriebene Art und weise von einen Religösen Wahn sprechen ? ( klingt etwas übertrieben ) ?


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 12:13
@Strahlemann
jop klar es is beeindruckend; viell hast du auch Recht mit der "Flucht" vom normalen Leben!
Viell. mussten sie sich einfach beschäftigen weil es sonst zu langweilig wurde?
Viell. wollen sie damit protzen und vor andren Tempeln cool wirken?


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 12:19
@Pumpkins

In dem Interview mit einen Mönch der die Laufaskese schon 2 mal gemeistert hatte , sagte er ...weiss nicht mehr genau was es war , jedenfals die Erleuchtung von der man spricht , überkam ihn nicht .

Jedenfalls bringt es einem ansehen , er wurde ja auch vom westlichen Fernsehsender Interviewt .


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 12:30
@Strahlemann
Sie wollen eben auf sich aufmerksam machen! In erster Linie an deren Götter etc.


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 16:40
@Pumpkins

Das klingt nach eine Möglichkeit ,

hat Japan überhaupt richtige Götter im sinne von Allah oder der Gott der Christen ?


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 16:46
@Strahlemann
Naja die Mönche sind irgendwas Hinduisten / Buddisten und da gibts ja mehrere Götter soweit ich weis :)


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 16:57
Ist der Glaube der entscheidene Schlüssel ?

Jap, so ist es


wenn ja worauf lässt sich dies alles anwende ?

Auf alles


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 17:26
@Lamm
wenn ja worauf lässt sich dies alles anwende ?

Auf alles
Ja ....... ein Beispiel , wie wäre es damit !


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Marathonmönche von Kyoto

03.08.2010 um 17:45
@Strahlemann In Japan gibt es verschiedene glaubensrichtungen am häufigsten sind aber der Buddhismus und der Shintoismus mit seinen vielen verschiedenen göttern die man in Japan Kami nennt, Buddha ist auch kein Gott sondern etwas das nach dem Buddhistischen Glauben jeder werden kann der Erleuchtung findet. ;)


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Marathonmönche von Kyoto

26.05.2013 um 12:05
Da ich nun dieses Thema gefunden habe, muß ich wohl den alten Kram ausgraben. Finde ich auch sehr interessant - was der TE angesprochen hat muß ich (leider) bejahen. Der Zwang, den Suizid zu vollziehen falls der Gyogia die Strapazen nicht erträgt, fällt unter religiösen Wahn. Für mich ist religiöser Extremismus (egal welcher Schattierung) abzulehnen - da mit einem realistischen Weltbild nicht erkennbar ist, wofür er gut sein soll. Wieder einmal: jede Religion ist eine Theorie - beweisen lässt sich nicht, welche oder ob überhaupt eine die ultimative Wahrheit darstellt....


Grizzzly


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Marathonmönche von Kyoto

26.05.2013 um 12:23
@Strahlemann
Das Interessanteste hast du der Community verschwiegen.

Im siebten Jahr steht dem Marathonmönch die schlimmste Prüfung bevor. Neun Tage lang darf er nicht essen, nicht trinken und auch nicht schlafen.

Die Tendai-Mönche nennen es Doiri, "lebendiges Begräbnis". Hoshino darf weder essen noch trinken. Was noch schlimmer ist: er darf auch nicht schlafen. Zwei Mönche werden ihn sanft berühren, sobald er einzunicken droht. Das Schwierigste sei nicht Durst oder Hunger, so hat es Hoshino von seinen Lehrern erfahren, sondern den Kopf oben zu halten.

Nach zwei Tagen wird seine Haut rissig werden. Nach vier Tagen tauchen schwarze Punkte am Körper auf, Punkte, die den Tod ankündigen. Nacht für Nacht wird er 200 Meter zum heiligen Brunnen gehen, um Wasser zu holen. Nicht für sich, sondern für seinen Gott Fudo Myo-o.

Am Anfang benötigt er 15 Minuten, in der letzten Nacht schafft er es schnellstens in anderthalb Stunden. Er wird beten und beten, 100 000-mal das Fudo-Myo-o-Mantra sprechen. Und Hoshino wird sterben, symbolisch auf jeden Fall, das ist der Sinn von Doiri. Sein altes Leben ablegen und wiederauferstehen als neuer Mensch. Als Einer, der seine eigenen Schwächen besiegt hat und nun stark sein kann für andere.

...

Ich hab vor Jahren einen Artikel darüber in einem GEO Special Magazin gelesen.


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