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Kann man rechts wählen?

452 Beiträge, Schlüsselwörter: Politik, Islam, Hass, Recht, Links, Vernunft

Kann man rechts wählen?

21.02.2017 um 14:13
Sixtus66 schrieb:Ich finde dass sich Rechte untereinander zu sehr gleichen
Was für ein, sorry, Quatsch. Weil sie sich ja so gleichen, gibt es fast wöchentlich Absplitterungen und Neugründungen. Deinen Ansatz kannst in der Mitte eher einer Prüfung unterziehen, als an den extrem heterogenen Rändern (die Linke ist ja ebenfalls sehr heterogen).


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Kann man rechts wählen?

21.02.2017 um 14:31
@destructivus
Die Spaltungen kommen aber auch eben wegen des Gekeiles zustande und weil jeder aus Kritik immer etwas Persönliches macht. Eher soziale Unfähigkeit und Machtspielereien als unterschiedliche Richtung. Teilweise beschimpfen die sich dann auch gegenseitig vom Mainstream beeinflusst zu sein oder bezeichnen sich gegenseitig als Verräter usw. Wirkliche inhaltliche Unterschiede sehe ich da nie. 

Vielleicht konzentrieren die sich auf andere Feindbilder, so wie manche Rechtsextreme Russland als Feind haben und Amerika anhimmeln, die anderen umgekehrt, dasselbe mit Israel das entweder die Nemesis ist oder treuer Verbündeter. Aber wenn man etwas genauer hinschaut ists immer dasselbe. Israelfans von denen hassen dann Juden dennoch, es sei denn die sind gerade zweckdienlich für den Kampf gegen Nahöstler, und Russlandfans mögen dann dennoch meist dieselben rechten Strömungen der USA, die die Amerikafans als Vorbild haben.


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Kann man rechts wählen?

21.02.2017 um 14:40
Sixtus66 schrieb:Wieso gibt es so wenig Rechte, die tatsächlich mal nur gegen Flüchtlinge sind, statt gleichzeitig immer auch gegen alles zu sein was Individualität, Freiheit, Vielfältigkeit und Demokratie ist?

Das Ganze sieht für mich eher danach aus als sei es alles Folge irgendwelcher psychologischer Probleme und wenn man sich mal anguckt was Rechte schreiben und liken finde ich mich eher bestätigt. Die scheinen alle massive Sozialisierungs- und Vertrauensprobleme zu haben, bis hin zur Paranoia, die sich dann auch in den VTs und Rassismus niederschlägt. Rechte haben irgendwie oft einen Hass gegen alles andere, die Gesellschaft, die Welt an sich und alle Frauen, teilweise auch alle Männer usw. gleichzeitig aber scheinen die alle einen extreme
Ja, das stimmt. Rechtsextreme haben ein ganzes Set an "Hates", das sich in der ganzen Bandbreite des extrem rechten Spektrums wenig voneinander unterscheidet. Ich versuchte das mal gestern anhand einiger Stichpunkte zusammenzufassen (S. 20):
Realo schrieb:Das ist gar nicht so kompliziert, es reicht für einen ersten Ansatz schon die sozialpolitischen Reizthemen

Ausländer (Flüchtlinge, Asylbewerber, Gaststudenten, Immigranten)
Multikulturalismus
sozialere Vertelung des Wohlstands
Umweltbewusstsein
supranationale "Identität"
freie Presse
Religionsfreiheit

zu nehmen und eine Messlatte daran zu legen, wie sehr oder wie wenig der Befragte diesen Werten zustimmt. Je niedriger die Zustimmung, umso nationalistischer, revisionistischer, vulgo rechter.
Man kann da also schon eine gewisse "Programmatik" erkennen, die allerdings naturwüchsig ist und nicht abgesprochen; man könnte daher die These aufstellen: Der Rechtsextreme hasst das pralle, vergnügliche Leben und brütet lieber über Landkarten für den Endsieg. Darüber kann man sich zwar amüsieren, aber das macht ihn nur noch umso gefährlicher (je mehr man sich über ihn amüsiert).
Sixtus66 schrieb:Das klingt alles nach einem spezifischen psychischem Problem für mich.
Ich schätze mal, es ist die Wut der Zukurzgekommenen, dies für ihr Leben lang bleiben zu müssen und daraus der Wunsch nach einem Krieg oder einer rechten Revolution oder was immer, das die Verhältnisse völlig neu durchmischt und ihm dann möglicherweise eher eine Chance gibt, auch mal einen Zipfel der Macht zu ergreifen. Phase 2 ist dann die Gruppenpsychopatholiogie: Sie teffen Gleichgesinnte (wahrscheinlich zuerst in einem sozialen Netzwerk) und bestärken sich gegenseitig in ihrem Wahn; die Gruppendynamik sorgt dafür, dass sich das immer weiter hochschaukelt. Sie leben dann tatsächlich in einer "parallelen Wirklichkeit", in der es nur eine Frage der Zeit ist, bis die nationalen Kräfte wieder an die Macht kommen, und die Flüchtlingsproblematik und den damit verbundenen Siegeszug der AfD sehen sie als die große Chance an, dass diese Wende vielleicht früher kommt, als sie sich einst erträumt hatten. Dass die Zustimmung zur AfD in der Wählergunst längst wieder rückläufig ist, interpretieren sie dann wohl als eine nur temporäre Delle im weiter aufsteigenden Trend und hoffen auf den nächsten Anschlag, der ihrer Bewegung wieder neuen Zulauf bringt. Und eine weitere Hoffnung setzen sie natürlich auf den Trump-Faktor, der mit einiger Verzögerung wohl auch in Europa was bewirken wird.


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21.02.2017 um 15:49
@Sixtus66
Mit deinem Differenzierungsansatz kann man eigentlich in jede Richtung irgendwann einmal "eh alles das gleiche" argumentieren. Reichsbürger und Identitäre (einmal wahllos herausgegriffen) in eine Schublade zu zwängen ist ungefähr so als wenn du das auf der anderen Seite mit Maoisten und Anarchisten tust.


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21.02.2017 um 15:59
Die Ideen und Ziele sind insgesamt die gleichen, nur die Schwerpunkte sind verschieden gelagert.


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21.02.2017 um 16:09
Klingt für mich ein bisschen nach Ostermarsch Stammtisch.

Dass man wie Realo meint am Grad des Umweltbewussseins den Grad des Rechtsdenkens beispielsweise ablesen zu können, halte ich für Quatsch.

Ein Nationalkonservativer Mensch kann sehr wohl Interesse an seiner Umwelt, besonders im eigenen Land haben, ein Mitglied der MLPD kann seine Autobatterie im Wald entsorgen.

Das Problem der Rechtsradikalen ist ein anderes, diese Menschen achten nicht die Gleichheit aller Menschen. Das ist wirklich schlimm und verursacht viele Probleme.

Auch die Idee, dass eine Leistungsgesellschaft Folge einer rechten 'Denke' ist, halte ich für Quatsch. Auch ein Linker kann leistungsbewusst sein. Und so ganz schlimm ist ein Leistungsdenken ja nicht, wenn heute oft schon Außenjealousien intelligenter sind als Abiturienten.

Mal nicht off Topic:
Ich glaube, man darf nie die wählen, die die Menschenwürde nicht achten, dazu gehören extrem Rechte sehr oft, extrem Linke oft auch und ein paar Verstrahlte in der Mitte.


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21.02.2017 um 17:17
destructivus schrieb:Reichsbürger und Identitäre (einmal wahllos herausgegriffen) in eine Schublade zu zwängen ist ungefähr so als wenn
Warum immer gleich ins offtopic abgeleiten und die Warnung von @der_wicht ignorieren?
Hier gehts doch um "rechts wählen"
Also was ist mit Reichsbügern und Identitären?
Haben sie so wenig vorzuweisen, dass man auf offtopic-Vergleiche angewiesen ist?
Was unterscheidet sie?


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Kann man rechts wählen?

05.05.2018 um 11:54
Rechts ist heutzutage kaum noch für irgendwas zu gebrauchen. Rechts ist, wenn man ehrlich ist, quasi nur noch ein MegaKlotz am Bein; eine ständige Belastung, wenn man so will. Von daher kann Rechts getrost auf den Müllhaufen der Geschichte geworfen werden, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Rechts braucht in unserer heutigen Zeit nun wirklich kein normaler Mensch mehr. Rechts hat ausgedient.


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05.05.2018 um 13:09
@Realo

Es gibt viele Menschen, die in permanenter Angst leben, man könne ihnen irgend etwas Weg nehmen.
Ka wo das genau herkommt, Kindheit, Traumas etc..
Diese Angst beieinflusst nicht selten ihr gesammtes Verhalten.

Und genau jene Menschen wählen dann gerne mal Rechts.
Da diese mit diesen Ängsten spielen.

Wenn ein Asylant in Handy geschenkt bekommt, hat der rechte Angst, man hätte es ihm persönlich weg genommen.

PS: ich hasse solche Menschen :) Da sie neidbehaftet sind und in vielen Situationen sich unsozial benehmen.


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User1283
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Kann man rechts wählen?

05.05.2018 um 13:18
Kann man rechts wählen.

Ja, kann man! Besteht nirgendwo ein Verbot. Die Frage ist doch, ist es sinnvoll.
Das Paradoxe ist doch, dass die "Abgehängten" sich mit der Wahl der AfD selbst weiter abhängen: Unternehmen siedeln sich dort an, wo Toleranz und Weltoffenheit herrschen. Und auch junge start-ups stehen wohl eher weniger auf "völkisch-nationalen Mief" oder "no-go-areas". Die Abwärtsspirale dreht sich damit immer weiter.


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06.05.2018 um 01:33
Kann man rechts wählen.
So einfach ist das gar nichts, "rechts" wählen. Man kann ja nur wählen, was sich zur Wahl stellt.
Und jemand der bspw eine katholisch-christliche geprägte Lebensauffassung vertritt, wo z.B. der Erhalt der Schöpfung aka der natürlichen Umwelt ein wichtige Rolle spielt, muss da erst einmal lange suchen. CDU/CSU kommen da nicht in Frage, weil sie beide keine christlichen Werte vertreten und auch schon gar keine wert-konservativ-bewahrende Politik in Sachen Ökologie praktizieren und auch wenige Ansätze erkennen lassen, basierend auf dem bei Konservativen üblicherweise großgeschriebenen Gedanken der wirtschaftlichen Lebensleistung eine gerechte Altersversorgung oder gerechte Absicherung bei Erwerbsverlust zu gestalten. Beide sind einfach nur reine Pro-Wirtschaftparteien, die CDU außenpolitisch bedingungslos bis identitätlos transatlantisch, die AfD zunehmend auch.
Die AfD ködert Unzufriedene, die CDU Leute die sich mittig verorten und die geräuschlos verwaltet werden wollen.

Bei Kleinparteien würde man wohl auf die ÖDP stoßen wenn man im christlich-humanistischen Sinne konservativ denkt.

Ansonsten kann man die Begriffe "rechts" und "links" auch einfach aus dem Wortschatz streichen, weil sie genau gar nichts zu den konkreten politischen Positionen einer Person aussagen können. Jemand der links ist muss weder für soziale Gerechtigkeit oder einen grundlegenden Gleichheitsgedanken eintreten. Jemand der "rechts" ist muss weder nationalistisch oder patriotisch sein, und auch keine Ressentiments gegenüber Nicht-Inländern verspüren.
Selbst jemand der in "seinem" Land z.B. lieber nur überwiegend Leute angesiedelt wissen will, die ihm ethnisch-äußerlich ähneln (Eingangspost) und bei denen er von einem grundlegenden kulturellen und auch sprachlichen Konsens ausgehen kann - der muss dennoch keine in irgendeiner Weise aggressive oder herab-würdigende Attitüde gegenüber denjenigen, die er nicht zu dieser Gruppe zählt, haben.
Rechts wird heute fast ausschließlich zur Diskreditierung und Ausgrenzung teils auch zur Kriminalisierung verwendet und links zu sein bedeutet letztlich gar nichts außer "nicht rechts". Wer neoliberal, konsum-unkritisch, öko-indifferent ist und auch durch keine tieferen Einblicke in gesellschaftliche Zusammenhänge belastet wird, nennt sich heute auch gerne links. Fast nur noch Etiketten-Schwindel diese Schubladen.


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07.05.2018 um 14:00
@alexm

Danke für die sehr schöne und differenzierte Zusammenstellung.

Deshalb gehe ich auch zu allen Anti-Verantaltungen: Zu 'Rock gegen Rechts' 'Hose gegen Links' und 'Strapse gegen Mitte'

Für manch einen Autor hier im Forum gelten SPD Anhänger schon als rechtskonservativ, für andere gilt die CSU schon als 'linksgrünversiffte' Volgsvarädah.

Dieses Schubladendenken bringt uns nicht weiter.

Ich bin auch noch auf der Suche nach einer Partei, die sehr viel Wert auf Ökologie legt, die sozialpolitisch gleichzeitig auch die Eigenverantwortung des Menschen für sich selbst in den Vordergrund stellt und deren Asylpolitik sich nicht in 'Ihr Kinderlein kommet' oder 'Alle draussen bleiben' erschöpft.

Ich stimme zwar in vielen Punkten mit der FDP überein, in Sachen Umwelt oft jedoch überhaupt nicht.


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07.05.2018 um 14:42
@sacredheart

Eine Partei, mit der man in allen Programmpunkten, allen Personen und Positionen zu 100% übereinstimmt, wird man nie finden. Dann muss man schon selbst eine gründen - ausschliesslich mit sich selbst. Das lässt das deutsche Recht allerdings nicht zu.

Politik besteht nun mal leider immer aus reden, ver- und aushandeln, aus mehr oder weniger faulen Kompromissen. Aber was wäre die Alternative? Bewaffneter Kampf?


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07.05.2018 um 16:13
sacredheart schrieb:Ich bin auch noch auf der Suche nach einer Partei, die sehr viel Wert auf Ökologie legt, die sozialpolitisch gleichzeitig auch die Eigenverantwortung des Menschen für sich selbst in den Vordergrund stellt und deren Asylpolitik sich nicht in 'Ihr Kinderlein kommet' oder 'Alle draussen bleiben' erschöpft.
Damals hieß der BK leider Kohl und nicht Geißler, bei dem du wohl gut aufgehoben gewesen wärst. Populismus rules Germany, war schon immer so, begonnen mit Adenauer, und wird auch immer so sein. Damit meine ich jetzt nicht den spezifischen Rechtspopulismus, sondern eher den Stammtischpopulismus.


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