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Prozess in Avignon über die Massenvergewaltigung in Mazan

1.430 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Frankreich, Ehemann, Avignon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Prozess in Avignon über die Massenvergewaltigung in Mazan

24.01.2026 um 12:30
Erscheinungsdatum des angekündigten Buches von Frau Pelicot ist der 17. Februar 2026.
Der Inhalt ist eher ein biografischer Erlebnisbericht, "kein Gerichtsdokument".

In Hamburg und München plant der Piper-Verlag eine Veranstaltung mit Frau Pelicot, ob mit persönlicher Anwesenheit oder per Zoom konnte ich nicht herausfinden. In Hamburg sind keine Publikumsfragen vorgesehen.

https://www.piper.de/buecher/eine-hymne-an-das-leben-isbn-978-3-492-07435-3

https://www.thalia.de/veranstaltung/detail/46219

https://www.elbphilharmonie.de/de/programm/gisele-pelicot-im-gesprach/27754


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Prozess in Avignon über die Massenvergewaltigung in Mazan

06.02.2026 um 16:13
Zitat von CharliesEngelCharliesEngel schrieb am 19.09.2025:In der letzten Ausgabe von ttt am Sonntag, den 14.09.2025, äußerte sich eine Philosophin, Manon Garcia, zu dem Thema. Sie war oft vor Ort im Gerichtssaal in Avignon und ist immer noch der Meinung, es seien normale Männer gewesen. Um das Problem der Vergewaltigungskultur aufzuzeigen, bedarf es mMn nicht, die Männer als normal zu betrachten, denn sie agieren "nicht normal" für mich, wenn sie eine egozentrische, frauenverachtende Sexualität ausüben. Nicht der Beruf macht sie zu Normalos.
und
Zitat von BlutgräfinBlutgräfin schrieb am 20.09.2025:Ich interpretiere diese Aussagen nun wieder ganz anders:
Es waren ganz normale Männer, niemand konnte ihnen ansehen, was sie dachten und taten, sie sind im Alltag nicht als Monster aufgefallen, teilweise nicht mal den eigenen Familien. Das ist für mich eine Warnung, immer wachsam zu bleiben, denn niemand hat auf der Stirn stehen, dass er ein Vergewaltiger ist, buchstäblich jeder Mann könnte diese Abgründe hinter einer oberflächlich freundlichen Fassade verbergen.

Das ist an diesem Fall mit die schlimmste Erkenntnis für mich.

Das Böse lauert nicht hinter einem Busch und ist der furchterregenden Fratze erkennbar, es ist überall, meist hervorragend getarnt und wird deshalb als völlig normaler Mensch wahrgenommen. Wir können nicht auf den ersten Blick erkennen, wer uns schaden möchte.
Manon Garcia, Jahrgang 1985, ist in diesem Februar Gast im Literaturhaus Hamburg, mit ihrem Buch "Mit Männern leben - Überlegungen zum Pelicot-Prozess".

Donnerstag, 26. Februar 2026, 19 Uhr
Literaturhaus Hamburg, Großer Saal
Philosophisches Café – Manon Garcia
Mit Männern leben – Überlegungen zum Pelicot-Prozess
Die monströse Geschichte der jahrelangen Vergewaltigungen von Gisèle Pelicot durch ihren eigenen Ehemann hat die Welt weit über Frankreich hinaus schockiert und aufgeschreckt. Die gebürtige Französin Manon Garcia, Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin, hat am Gerichtsprozess in Avignon teilgenommen und analysiert in ihrem neusten Buch »Mit Männern leben – Überlegungen zum Pelicot-Prozess« (Suhrkamp) die Abgründe, die sich beim Fall Pelicot auftun.

Für diese philosophische Prozessbegleitung war Manon Garcia in besonderer Weise kompetent, denkt sie doch schon seit Langem über Fragen des sexuellen Konsenses nach. Ihr wichtiges philosophisches Buch zum Thema »Das Gespräch der Geschlechter – Eine Philosophie der Zustimmung« erschien 2023 bei Suhrkamp. Darin beschrieb sie unter anderem die vielen Grauzonen der Kommunikation, zeigte, dass die sexuelle Begegnung nicht immer einer Vertragssituation gleicht und entwarf ein optimistisches Szenario für die Zukunft der sexuellen Verständigung zwischen Männern und Frauen.

Der Fall Pelicot aber sprengt die bisherigen Debatten über »Nein heißt nein« oder »Ja heißt ja« bei Weitem, er wirft in tragischer Weise ganz grundsätzliche Fragen nach männlicher Gewalt auf, er macht sprach- und ratlos. Zeit für eine philosophische Reflexion.

Moderation: Catherine Newmark
Quelle: https://www.literaturhaus-hamburg.de/veranstaltungen/philosophisches-cafe-manon-garcia-2026-02-26/

Es gibt auch die Möglichkeit via Lifestream-Ticket dabei zu sein.

Ich habe ihr Buch bereits gelesen, alle Aspekte des Gerichtsprozesses werden behandelt, juristische Sachverhalte wurden zudem von einem Fachmann überprüft, ihr Buch ist hervorragend und ja @Blutgräfin , heute stimme ich dir zu, der Täter ist nicht vorhersehbar erkennbar, nicht jeder traumatisierte Mann wird wohl zum Täter, kein minority report, es ist komplexer. Manon Garcia schildert dies in ihrem Buch so wie sie dort auch schildert, dass auch in Frankreich zunächst verdrängt wurde, die Pariser meinten, Pelicot und seine Mittäter wären halt aus Südfrankreich, die Intellektuellen meinten, es sei die mangelnde Bildung der Täter gewesen.


Manon Garcia hat zurzeit eine Junior-Professur an der FU Berlin.
Praktische Philosophie, FU Berlin
Was bedeutet es, frei zu sein, frei zu entscheiden und zu handeln? Wann und warum nehmen sich Menschen die Freiheit, auf Freiheit zu verzichten? Und welche Rolle spielt dabei die Unterscheidung von Mann und Frau? Manon Garcia wirft diese fundamentalen Fragen aus Perspektive der praktischen Philosophie auf neue Weise auf. Bereits in ihrer Dissertation legte sie eines der wichtigsten Bücher zur Philosophie Simone de Beauvoirs vor und entfaltete darin eine originelle feministische Perspektive: Die Unterwerfung der Frau wird nicht nur als das von außen kommende Verhindern von Emanzipation aufgefasst, sondern auch als eine selbstbestimmte Entscheidung, ob aus Gewohnheit oder sogar Lust.

Zudem beschäftigt sich Garcia mit der Frage der Zustimmung und der Einvernehmlichkeit im Kontext sexueller Handlungen. Sie untermauert empirisch, dass Vergewaltigungen normaler sind, als es die öffentlichen Debatten darüber wahrhaben wollen. Wie kann das sein, und was sagt das über unsere Gesellschaft aus? Manon Garcias philosophische Studien sind damit auch von hoher sozialer und politischer Relevanz.
Quelle: https://www.dfg.de/de/gefoerderte-projekte/preistraeger-innen/leibnitz-preis/2025/garcia


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Prozess in Avignon über die Massenvergewaltigung in Mazan

25.02.2026 um 17:15
Gestern war die Lesung zum Buch von Gisele Pelicot in Hamburg. Madame Pelicot war tatsächlich persönlich anwesend, der Saal ausverkauft, sie wurde gefeiert.
Gisèle Pelicot wurde weltbekannt, als sie ihren Vergewaltigern in einem öffentlichen Prozess furchtlos entgegentrat. Ihr Buch "Eine Hymne an das Leben" offenbart ihren Mut und ihren Schmerz. Bei der Deutschlandpremiere in Hamburg wurde spürbar, welche Kraft von der 77-Jährigen ausgeht: Für viele Betroffene ist die Französin ein strahlendes Vorbild – weil sie trotz allem die Liebe und alles Schöne im Leben feiert. BRIGITTE hat nach der Lesung mit einigen von ihnen gesprochen.
Andre Schmidt ist zu Fuß zur Lesung von Gisèle Pelicot in der Hamburger Laeiszhalle gelaufen. Genauer gesagt gejoggt – 51 Kilometer weit, ihr Buch im Gepäck. "Stellvertretend für den Mut und die Kraft von Gisèle Pelicot, gegen 51 Täter öffentlich auszusagen, um zu zeigen, wer mit Scham behaftet sein muss – einzig und allein die Täter", erzählt er BRIGITTE. "Als selbst Betroffener von sexualisierter Gewalt kann ich sagen: Es macht ganz viel aus, wenn man offen sein und drüber reden kann und es Menschen gibt, die keine Scham mehr haben. Deshalb freue ich mich sehr, heute Abend hier zu sein."

"Man kann weitermachen!"
Er hat Glück, die Deutschlandpremiere ist ausverkauft. "Eine Hymne an das Leben" erscheint heute in 22 Sprachen. Und dann betritt sie die Bühne. Gisèle Pelicot trägt braune Wildlederstiefel, weiße Hose, funkelnden Schmuck. Lächelnd blickt sie ins Publikum. Sie ist wunderschön.

Gestern noch war die feministische Ikone zu Gast im Königshaus in London, überall sind ihre Lesungen ausverkauft. Gleichzeitig hat sie Unvorstellbares durchgemacht. Wie geht es ihr heute? "Ich habe Abstand genommen und mein Leben wieder in die Hand genommen", erzählt Gisèle. Sie sei wieder freier, unabhängiger, wolle nicht auf ein Verbrechen reduziert werden. Im Buch erzählt sie deshalb ihre ganze Lebensgeschichte. Die 77-Jährige wurde in Villingen im Schwarzwald geboren, wo ihr Vater stationiert war. "Es sind die schönsten Erinnerungen meiner Kindheit."

"Ich wollte nie ins Scheinwerferlicht"
Maria Furtwängler liest ein Kapitel aus ihrem Buch. Es geht um den Tag, an dem die Polizei sie zusammen mit ihrem Mann aufs Revier rief und ihr unzählige Videos zeigte, auf denen sie "diese Tote", sich selbst, sah. Schlafend, nackt, in Strapsen, auf dem Rücken liegend, neben und auf ihr fremde Männer. "An dem Tag hatte ich Dominique noch seine Kleidung rausgelegt", erzählt sie in Hamburg. Nicht eine Sekunde habe sie damit gerechnet, was ihr Mann ihr angetan hat. "Ich dachte, es geht um die Frauen, denen er im Supermarkt unter den Rock fotografiert hat." Sie wollte ihm verzeihen, er sollte sich bei den Frauen entschuldigen und eine Therapie machen. Nach 50 Jahren Ehe wollte sie zu ihm halten.

Dann sah die Videos. "Das bin ich nicht", sagte sie den Polizist:innen. Sie habe sich gefühlt, als würde sie ein Zug überollen. "Es war wie ein Tsunami, eine Explosion in meinem Kopf. 53 Männer sollen bei mir zu Hause gewesen sein, um mich zu vergewaltigen? Das konnte nicht sein." Das war vor fünfeinhalb Jahren. Es dauert, bis die Wahrheit bei ihr ankommt. Bis sie weiß, was sie zu tun hat.

"Alle Welt sollte auf die 51 Vergewaltiger schauen!"
In Absprache mit ihren Kindern und ihrem neuen Partner Jean-Loup trifft sie 2024 eine spektakuläre Entscheidung: Der Prozess soll öffentlich stattfinden. Woher sie die Kraft dazu nahm? "Normalerweise schämen sich Vergewaltigungsopfer derart, dass sie Angst haben, erkannt zu werden. Sie haben oft nicht die Kraft, den Tätern gegenüberzustehen", sagt Gisèle Pelicot in Hamburg. "Aber DIE sollten sich schämen! Ich wollte die Dreckskerle ins Rampenlicht rücken, nicht mich!" Sie habe es bis heute nie bereut, alles öffentlich gemacht zu haben. "Sonst hätte ich im Gerichtssaal ganz allein mit diesen Tätern gegenübergesessen. Ein Block aus 50 Männern, eine von 45 Strafverteidigern flankierte Horde. Ihre Blicke waren wütend, aber ich bot ihnen vor Gericht drei Monate lang die Stirn." Das Publikum bricht in Beifall aus. "An alle Opfer", ergänzt Madame Pelicot. "Schämen Sie sich nie! Sie sind nicht verantwortlich und müssen sich nicht schämen. Es ist wichtig, das immer wieder zu sagen."

Während Maria Furtwängler das nächste Kapitel liest, sitzt Madame Pelicot still daneben. Stets ein leichtes Lächeln auf den Lippen. Stolz, elegant, würdevoll. Immer wieder sucht sie den Blick der Zuschauer:innen. Das hat sie wohl vor Gericht perfektioniert: den Blicken standhalten. Was fasziniert: Obwohl sie selbst sagt "Ich wollte nie ins Scheinwerferlicht", scheint diese Frau dafür gemacht zu sein – und hat damit dafür gesorgt, dass wahrhaftig die Scham die Seite wechselt. Der Fall Pelicot zeigt, dass Geschichten wie diese ins Licht gehören und die Täter ins Dunkel. "Wahrscheinlich bin ich die Scham mit 70 leichter losgeworden, weil Frauen in diesem Alter sowieso unsichtbar werden", erzählt sie trocken. Dabei ist das falsch. Die ganze Welt schaut gerade auf sie. "Ich lebe jetzt mit Jean-Loup zusammen. Ich hatte das Glück, mich wieder zu verlieben – in einen jungen Mann von 73 Jahren", erzählt sie lächelnd. "Ich bin geheilt, habe mich wieder neu aufgebaut aus den Trümmern."

Auch für ihre Kinder und Enkelkinder wolle sie stark sein. "Mein 20-jähriger Enkel hat es gelesen und gesagt: Oma, ich hab dich mit diesem Buch erst kennengelernt." Ihr Ziel aber ist ein größeres: "Viele Frauen werden es mir vielleicht nachmachen und an die Öffentlichkeit gehen. An alle Opfer, die sich einsam fühlen: Reden Sie! Ziehen Sie sich nicht zurück. Was ich getan habe, können Sie auch. Und vor allem: Besorgen Sie sich einen guten Anwalt!"

"An alle Opfer – schämen Sie sich nie!"
Den Buchtitel "Eine Hymne an das Leben" fühlt auch Laufbotschafter Andre Schmidt. "Wir dürfen glücklich sein, uns freuen und auch lachen. Wir sind nicht dazu verdammt, traurig in der Ecke zu sitzen und depressiv zu sein. Es bringt ganz viel, wenn man eine positive Einstellung zum Leben hat – weil man mit einem Lachen viel mehr Menschen erreicht." Das sagt auch Gisèle Pelicot an diesem Abend. "Man muss sich erlauben, glücklich zu sein. Ich liebe aufs Neue", sagt sie nochmal. "Zweifeln Sie niemals an ihrem Glück. Niemals!" Was ihr außerdem wichtig ist: "Ich möchte Frauen und Männer nicht spalten."

Für ihre Heilung wolle sie "Monsieur Pelicot" noch einmal treffen und Antworten einfordern, vor allem ihre Tochter betreffend. Bis heute ist unklar, ob er sich auch an ihr vergangen hat. Beweise gibt es keine. "Ich hoffe, dass er den Mut haben wird, sich mir zu stellen", sagt Pelicot in Hamburg.

Das letzte Kapitel ihres Buches liest sie selbst auf Französisch. "Ich hoffe, ich schaffe es bis zum Ende, denn es bringt mich oft zum Weinen", sagt sie. Sie schafft es. Zum Schluss gibt es stehende Ovationen. Und es fließen doch noch Tränen. Bei Gisèle, bei der Moderatorin, beim Publikum. Vor Rührung und Freude darüber, wie stark sie ist.

"Wir waren beide sehr ergriffen, die Geschichte von Gisèle hat uns sehr berührt", erzählen zwei Freundinnen nach der Lesung. Eine von ihnen ist ebenfalls Betroffene. "Ich hatte von Anfang an eine Gänsehaut und Tränen in den Augen. Es fiel mir zwischendurch schwer, in der Geschichte zu bleiben, weil einige Erinnerungen und Erlebnisse in mir hochkamen. Ich feiere es, wie mutig sie ist und wie sehr sie für uns Frauen einsteht. Wir Betroffenen verdienen es, glücklich zu sein!" Ihre Freundin bekräftigt: "Gisèle ist so empowering. Bemerkenswert für eine Frau ihrer Generation, die vieles totgeschwiegen hat." Gerne hätte sie ihre verstorbene Großmutter mit zur Lesung genommen. "Die Welt ist dank ihr nicht mehr dieselbe." Gisèle Pelicot – eine gewöhnliche Frau, die Außergewöhnliches tut.
Quelle: https://www.brigitte.de/aktuell/gesellschaft/gis%C3%A8le-pelicot-in-hamburg---man-muss-sich-erlauben--gluecklich-zu-sein--ich-liebe-aufs-neue--14064064.html

Ein kurzes Video (ca. 2 min) vom NDR zur Lesung, verfügbar in der Mediathek bis 25.02.2028:

https://www.ndr.de/nachrichten/info/gisele-pelicot-stellt-ihre-memoiren-in-hamburg-vor,ndrinfo-9724.html


Eine ihrer Kraftquelle dürfte auch ihr neuer Lebenspartner sein.
Die enorme Fallhöhe ihrer Geschichte
Und die Öffentlichkeit interessiert sich enorm für diese zierliche Frau, 73 Jahre alt, die sich in Hamburg wach, höflich, ungebrochen zeigt und die nicht müde wird, ihre Geschichte zu erzählen, auch wenn sie selbst wie auch ihr neuer, sie auf der großen Lesereise begleitende Lebenspartner ein ums andere Mal wieder von ihr überwältigt werden.

Man weiß es zwar längst, aber kann doch kaum glauben, wie aus Gisèle Pelicot, die zehn Jahre lang von ihrem Mann sediert, vergewaltigt und anderen Männer zur Vergewaltigung überlassen wurde, eine so souveräne Frau geworden ist, die das Licht der Scheinwerfer für ihre Sache zu nutzen weiß. Und aus diesem Rätsel, aus der enormen Fallhöhe ihrer Geschichte, rührt wohl ein guter Teil der Neugierde ihrer Person gegenüber. Wie hat sie das geschafft?

Sich mit der Öffentlichkeit vor den Tätern schützen
Warum sie den Weg an die Öffentlichkeit wählte, liegt derweil auf der Hand. Es kommt auch an diesem von Sandra Kegel, Feuilletonchefin dieser Zeitung, moderierten Abend, einer Kooperationsveranstaltung von F.A.Z. und Thalia, zur Sprache: Die Scham muss die Seiten wechseln. Es tut gut, sich angesichts dieses mittlerweile fast zur Floskel gewordenen Diktums nochmal vor Augen führen zu lassen, was genau Pelicot dazu bewog, den im September 2024 eröffneten Prozess gegen ihre Peiniger nicht als huis clos zu führen.

Sie habe die vierhundert Seiten starke Anklageschrift ihrer Anwälte lesen müssen (sie nennt die beiden „meine Jungs“) und es angesichts der darin beschriebenen Grausamkeiten mit der Angst zu tun bekommen – Angst vor der schieren Zahl der 51 Täter, denen sie im Gerichtssaal allein gegenübersitzen würde; Angst zur Geisel ihrer Blicke, Lügen und Verachtung zu werden. „Ich habe mich gefragt, ob der Ausschluss der Öffentlichkeit diese Männer nicht mehr schützen würde als mich“, sagt sie jetzt in Hamburg. Und sie habe mit jeder Faser ihres Körpers gespürt, wie sehr sie den Rest der Welt in diesem Gerichtssaal brauche, um ihnen standzuhalten.

Immer wieder ehrt und ermuntert das Hamburger Publikum Madame Pelicot mit Szenenapplaus. Manchmal kommen ihr die Tränen. Es sind keine Tränen der Verzweiflung, eher solche des Schmerzes und der Rührung beim Blick zurück auf die eigene Geschichte, deren Auszüge an diesem Abend die Schauspielerin Maria Furtwängler vorträgt. Vier Jahre lang habe sie den Opferstatus getragen, sagt Pelicot, aber sie habe ihn ablegen wollen. Sie habe sich selbst geheilt und erlaubt, wieder glücklich zu sein. „Heute bin ich stark.“ Das war nicht immer so, natürlich. „Ich wusste: Wenn ich meinen Schmerz nicht teile, würde ich in ihm untergehen.“
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/panorama/premiere-in-deutschland-die-unwahrscheinliche-wiederauferstehung-der-gis%C3%A8le-pelicot/ar-AA1X2H3H?ocid=BingNewsVerp

Ich freue mich mit ihr!

Liebe Madame Pelicot, nehmen Sie unsere Freude über Ihr neues Lebensglück und Ihr Wiedererstarken mit nach Hause und seien Sie gewiss, wir werden noch oft an Sie denken und Ihnen good vibes senden, ich zumindest.


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