Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

8.258 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Frankreich ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 14:39
@JamesRockford
Mit Übersetzung meine ich, dass der User ggf. kein Deutschmuttersprachler ist und etwas aus seiner Muttersprache übersetzte. Ganz normal, kommt vor, und passiert auch mir in Fremdsprachen immer mal wieder :)
An einen Hahn hatte ich da nicht gedacht, sondern ob ggf. ein "Haustierbestand" via Tippfehler zu dem wurde - da spricht man von "Bestand", dann noch ein Tippfehler...
Das wäre eben schon interessant zu wissen, was hier gemeint ist - also schlichtweg "Gegenstände" und nicht etwas Konkretes wie z.B. Fahrzeuge oder Küchengerätschaften, die man "Werkzeug" gegenüberstellen könnte?


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 15:26
Werkzeuge sind im Französischen "outils".
Hantieren klingt ähnlich. Ich vermute, es handelt sich schlichtweg um einen KI Uebersetzungsversuch und die Ermittler haben neben den drei Fahrrädern einfach einige Werkzeuge mitgenommen.

Wobei ich in Gedanken jetzt schon wieder direkt zu den genannten Werkzeugen springe, die beim Baumhausbau genutzt und dann von 2 Vedovini Kindern für das Zaunbauen geholt werden sollten.


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 15:41
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Wobei ich in Gedanken jetzt schon wieder direkt zu den genannten Werkzeugen springe, die beim Baumhausbau genutzt und dann von 2 Vedovini Kindern für das Zaunbauen geholt werden sollten.
Das hat ja auch laut Aussagen von Philippe Vedovini unnötig lange gedauert.

Es würde schon ein Schuh draus werden, dass da was passiert sein könnte, wenn Emile ausgebüxt wäre, weil er unnötig lange warten musste, aber ich glaube, dass dann die Zeugenaussage nicht passen würde, oder doch? Die Richtung des Baumhauses im Wald war glaube ich auch in einem Artikel mal Richtung Ubac-Gebirge angegeben, dorthin soll der Onkel ja später auch mit dem Rucksack verschwunden sein.

Somit: Wäre es möglich, dass Emile ausbüxte, während er warten musste, der Großvater Maximin und Marthe losschickt, das Werkzeug zu holen, dann nachdem sie zurück sind, wird festgestellt, Emile ist weg und die drei gehen nacheinander die Straße runter,
a) um ihn tatsächlich zu suchen
b) zum Schein, Philipp wurde zuvor schon von seinen Kindern informiert, dass Onkel und Tante ihn gefunden hatten, aber auf der Wegstrecke zur Hütte was passiert sei, weil Emile sich widersetze umzukehren?
aus b) folgend, Onkel und Tante länger wegbleiben und nicht direkt die Straße hochgehen, später der Onkel mit einem Rucksack in den Wald geht und man ggf. nachts in der Dunkelheit mit den Rädern in den Wald fährt, um Emile irgendwohin zu tansportieren?

b) könnte die Vermutung der Ermittler sein, aber darauf hätten sie doch direkt nach den Zeugenaussagen bereits kommen müssen, die Nachbarn im Dorf sprachen doch vom Verhalten des Onkels mit dem Rucksack und von Philippe, der sich nicht wirklich groß an der Suche beteiligte


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 15:53
@LillyLego
War da nicht auch die erste Aussage des 14jaehrigen Nachbarn, dass er den Kleinen zunächst nach oben habe gehen sehen, die er aber später revidierte und angab, das Kind sei nach unten gelaufen.

Ich denke mal, die Aussagen der Nachbarn lassen sich zeitlich nicht konkret einordnen. Es war ein sehr heißer Samstagnachmittag. Mit den Vedovinis stand man in keinem guten Verhältnis, war froh, wenn man den Großvater nicht traf und vermutlich hat auch niemand genau auf die Uhr gesehen.
Das einzig konkrete Zeitfenster ist die Meldung des Verschwindens und die Ankunft der Polizei.


2x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 16:42
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:War da nicht auch die erste Aussage des 14jaehrigen Nachbarn, dass er den Kleinen zunächst nach oben habe gehen sehen, die er aber später revidierte und angab, das Kind sei nach unten gelaufen.
Die Laufrichtung eines kleinen Kindes kann m.E. auch schwer einschätzbar sein: Kleine Kinder bleiben viel öfter mal stehen, drehen sich um, laufen evl. sogar ein paar Schritte zurück, dann wieder weiter...
Wenn man ein Kind nur kurz sieht, schwer einzuschätzen, wozu auch das Revidieren passt. Man sieht evl. ein Kind gerade Schritte in Richtung A machen, die eigentliche Richtung schätzt man aber doch eher nach B ein.


melden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 20:52
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Mit Übersetzung meine ich, dass der User ggf. kein Deutschmuttersprachler ist und etwas aus seiner Muttersprache übersetzte
Tut mir leid, dass ich da Verwirrungen rein gebracht habe.
Bei " uns" im deutschen Dorf ist herum hantieren als Begriff etwas in der Hand zu haben und was zu tun ein gängiger Begriff.
An"hand" des Trauma an dem Schädel des kleinen Jungen, kann man das "Handtierwerkzeug" vielleicht eingrenzen, glaube "stumpfe" Verletzung war mal Thema. Ja danke @ JamesRockford, was an Utensilien für einen stumpfen Schlag in Betracht kommen könte, war gemeint.
Ich bin auch der Meinung @LillyLego, dass eine Aufklärung des Mords an Emile kaum über die Fahrräder kommen kann. Es zeigt nmM auf, dass man bei dem üblichen Vorgehen der Ermittlungsbehörden des "Trichterprinzip" außen an der Spirale angekommen ist.


melden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 21:07
@Philipp54
Danke für die Aufklärung! Ja, hantieren ist für mich auch ein ganz normaler Begriff und nutze den auch laufend. Nur beim "Hantierbestand" stutzte ich.
War dann also ein Neologismus - kein Problem, mag Sprachkreativität :)

Bzgl. der Fahrräder: Die könnten ggf. zeigen, dass man an einem Ort war, an dem man behauptet nie gewesen zu sein. So ein Fahrrad hat so viele kleine Zwischenräume...
Optimal wäre es natürlich, den Gegenstand zu finden mit dem die tödliche Verletzung verursacht wurde. Die Möglichkeit, dass dieser nicht mehr existiert, ist aber gegeben. Wenn das ein Gegenstand ist den man aufbraucht oder auch umarbeitet, wie es für manche Gegenstände auch vorgesehen ist, kann der auch ganz unauffällig verschwinden... Da wüsste ich in einem ländlichen Umfeld viele Gegenstände, die dafür in Frage kämen. Da bekommen Werkzeuge neue Stiele, werden Holzscheite verbrannt, und so weiter.


melden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

06.02.2026 um 21:38
Ja, verständlich und kein Problem, der Begriff wird ja zusätzlich auch noch für agieren ohne Werkzeug jedenfalls bei uns benutzt.
Mir ist in Erinnerung, dass die Anwälte der Familie keine grosse Bedeutung der Untersuchung der Fahrräder bei messen. Zugegebenermaßen war das auch mein erster Gedankengang. Emile zum Haus zurückgekehrt und dann fährt kurze Zeit später jemand aus der Familie den toten Jungen mit dem Fahrrad durch den Weier? Die Familienmitglieder gehen bis zur Wäschestelle, Fahrrad wurde nicht gesehen und kehren nach kurzem suchen zu Fuss zurück. In den Folgetagen ist das gesamte Dorf und die Polizei hellwach und präsent. Schwierig, ein Kind mit dem Fahrrad zu verbringen.
Zitat von ichhierichhier schrieb am 02.02.2026:Ist etwas über das momentane Verhältnis der Eltern zu den Großeltern bekannt? Es hieß ja, dass dieses distanziert sei. Auch das spricht mMn für eine Tat im familiären Umfeld
Das sehe ich nicht so. Wird ein Sohn in Obhut ermordet, kommen zwangsläufig Fragestellungen wie, haben die Aufsichtsführenden genug auf das Kind geachtet? Das kann zu Spannungen, vielleicht muss es sogar zu Spannungen führen.


melden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

07.02.2026 um 08:08
@Philipp54
Natürlich wäre ein Fahrrad in den ersten Tagen aufgefallen
Aber vielleicht nicht so sehr bei einer Verbringung des Leichnams an den finalen Ablageort.

Dass die Anwälte der Fahrraduntersuchung keine Bedeutung bemessen ist meines Erachtens nicht ungewöhnlich.
Die Anwälte vertreten die Unschuld der Familie und werden sich in diese Richtung nicht groß äußern.
Was mir noch in den Sinn kam. : die Leiche wird mit Sicherheit Spuren von, ich nenne es mal, Verpackungsmaterial gehabt haben.
Also vielleicht eine Plastiktüte, Papier, Teppichfasern, Decke, Karton oder dergleichen. Man trägt sie ja bei der Verbringung nicht einfach so rum.

Darauf werden sich die Ermittler vielleicht bei der Suche auch konzentriert haben. Metallsplitter vom Tatwerkzeug eventuell. Abdruckspuren, die zur Verletzung passen.


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

07.02.2026 um 15:45
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Natürlich wäre ein Fahrrad in den ersten Tagen aufgefallen
Aber vielleicht nicht so sehr bei einer Verbringung des Leichnams an den finalen Ablageort.
Es ist gut, dass Fahrräder und Gegenstände aus dem Ferienhaus weiter untersucht werden. Zu Beginn der Fahndung konnte man das nicht machen, weil kein Anfangsverdacht gegenüber der Familie bestand. Persönlich sehe ich die Untersuchung als ein Ausschlussverfahren.

Bezgl. der Fahrräder kam mir beim Aufkommen der Thematik in den Sinn, warum setzen sich die Kinder nicht auf die Räder und suchen die Gegend ab? Warum kehrt die Familie vom Waschplatz wieder ins Haus zurück, berät sich anscheinend und das war es bis zum Einschalten der Polizei ? Setzt man sich dann nicht auf das Fahrrad und sucht weiter?
Richtig nachvollziehen konnte ich bisher die Stunde vor dem Verschwinden nach dem Mittagsschlaf von dem Jungen(angeschnallt im Auto, oder doch nicht, den Onkels nachgelaufen zum Werkzeug holen am Hüttenplatz oder oder oder) auch nicht. Ob das jetzt ein Gerücht war, oder tatsächlich weiß ich nicht mehr, dass der Polizei unklar war, wie viele Personen tatsächlich im Ferienhaus waren als sie eintrafen. Sie soll unklar gewesen sein, weil der oder die Onkels und Tanten im 1. Stock waren und die Großeltern sich mit der Polizei unten besprachen.
Vielleicht hat das noch ein anderer user im Kopf, wo das stehen könnte.

Mir kam die Überlegung, ob zu diesem Zeitpunkt nicht schon irgendwas "schwelte", Gemurre, PV stinksauer auf die Pänz, weil sie nicht funktionierten, Werkzeug rum liegen ließen, hohe Belastung mit einem quirligen Kleinkind, der auch nicht funktionierte, damit es vorwärts ging und zur Weide gefahren werden konnte, die Hitze machte dann alle noch fertig und unlustig.
Wenn die Familie mit dem Mord an Emile was zu tun hat, dann könnte es auch eine Vorgeschichte geben. Ist ja erst mal kein Grund für Gewalt bis zur Tötung, aber Bock auf ein Kleinkind haben in der Regel größere Brüder oder Onkels häufig nicht. Dann kamen aus meiner Erinnerung heraus noch so Statements, wie "schwer zu beaufsichtigen". War Emile willkommen?


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

08.02.2026 um 02:41
Zitat von LillyLegoLillyLego schrieb:Es würde schon ein Schuh draus werden, dass da was passiert sein könnte, wenn Emile ausgebüxt wäre, weil er unnötig lange warten musste, aber ich glaube, dass dann die Zeugenaussage nicht passen würde, oder doch? Die Richtung des Baumhauses im Wald war glaube ich auch in einem Artikel mal Richtung Ubac-Gebirge angegeben, dorthin soll der Onkel ja später auch mit dem Rucksack verschwunden sein.
Schau mal hier das Bild 104 26.08.2023 von @CorvusCorax hier ist die Hütte eingezeichnet.
Auf dem Bild 69 von ihm sieht man, dass das Ubac Gebirge genau entgegengesetzt der selbstgebauten Hütte liegt. Aber die Aussage gegenüber der Presse, dass man den jungen Onkel während der Suche, mit einem Rucksack in diese Richtung laufen gesehen hat, stimmt schon. Und ich gehe davon aus, dass diese Aussage auch vor den Ermittlern gemacht wurde.
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Ich denke mal, die Aussagen der Nachbarn lassen sich zeitlich nicht konkret einordnen. Es war ein sehr heißer Samstagnachmittag. Mit den Vedovinis stand man in keinem guten Verhältnis, war froh, wenn man den Großvater nicht traf und vermutlich hat auch niemand genau auf die Uhr gesehen.
Durch die Mis en Situation konnten die Aussagen der Zeugen zeitlich schon sehr genau eingeordnet werden. Gib einfach mal in die Suchfunktion Zeugenaussagen ein. Obwohl die Journalisten teilweise persönlich mit den Zeugen gesprochen haben, ergab sich ein sehr diffuses Bild über die Laufrichtung des Kleinen.
Zitat von Philipp54Philipp54 schrieb:Bezgl. der Fahrräder kam mir beim Aufkommen der Thematik in den Sinn, warum setzen sich die Kinder nicht auf die Räder und suchen die Gegend ab? Warum kehrt die Familie vom Waschplatz wieder ins Haus zurück, berät sich anscheinend und das war es bis zum Einschalten der Polizei ? Setzt man sich dann nicht auf das Fahrrad und sucht weiter?
Dies wurde ja von Vielen, seit Anfang an hinterfragt. Wenn man erkennt, dass man den Kleinen nicht unten bei der Wasserstelle findet und er schon weiter weg sein muss, und den Weg wieder hinauf läuft, dann schwirre ich doch als Familie aus. Setze mich aufs Fahrrad oder ins Auto.
Aber wir wissen nicht, was zwischen 17.30 Uhr und 18.15 Uhr passiert ist. Vielleicht wurde ja mit dem Auto und den Fahrrädern gesucht?


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

10.02.2026 um 20:43
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Aber wir wissen nicht, was zwischen 17.30 Uhr und 18.15 Uhr passiert ist. Vielleicht wurde ja mit dem Auto und den Fahrrädern gesucht?
Yep, das Geschehen in diesem Zeitraum liegt für uns im Dunkeln.
Die letzte Sichtung im Ort war der Gang Richtung Brunnen. Nach meiner Erinnerung wurde danach von einer aufgeregten oder hektischen Zusammenkunft am Haus berichtet. Durchgedrungen ist eine Beobachtung zu Fuß mit Rucksack. Das von Onkels oder Tante mit einem Fahrrad auf der Suche nichts durchgedrungen wäre, schon seltsam.


melden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

11.02.2026 um 23:48
https://www.bfmtv.com/police-justice/velos-saisis-prelevements-adn-que-peuvent-encore-reveler-les-investigations-autour-de-la-mort-d-emile_AN-202602060775.html
Jacques-Charles Fombonne, ehemaliger General der Gendarmerie und ehemaliger Kommandeur der Forschungsabteilung Orléans, erläutertt im Podcast Le Titre à la Une , was die Ermittler zum heutigen Zeitpunkt noch hoffen können. Und natürlich, auch er kennt die Ermittlungsakten nicht, aber er kennt die Arbeitsweise.
Es sind keine neuen Fakten, aber seine Sichtweise ist bei seinen Antworten interessant wie ich finde.

Die drei Fahrräder, die im Dezember 2025 von Emiles Großeltern beschlagnahmt wurden, befinden sich derzeit zur Analyse im Labor. Was können die Ermittler an diesen Motorrädern herausfinden?
Theoretisch können mehrere Elemente gefunden werden, wie Fingerabdrücke oder DNA in nicht-blutiger Form oder sogar DNA in einer Blutspur, die bisher unbemerkt geblieben ist. Es scheint jedoch sehr schwierig zu sein, Fingerabdrücke zu finden, angesichts der vergangenen Zeit und der Aufbewahrungsbedingungen, da besondere Bedingungen aufbewahrt werden müssen.

Wenn die DNA des Kindes gefunden wird, bringt das nicht viel, wenn es einfach nur die Fahrräder berührt hat. Andererseits wäre es viel interessanter, diese DNA in einem Bluttropfen zu entdecken. Eine zweite Frage stellt sich dann: Wie ist dieses Blut auf den Lenker oder Rahmen des Fahrrads gekommen? Dies könnte einen direkten Zusammenhang mit den Fakten herstellen, obwohl das Vorhandensein eines Blutflecks weder den Täter noch die genauen Umstände verrät.
Was ist die aktuelle Herausforderung für die Ermittler? Suchen sie nach möglicher DNA, um neue Verdächtige zu identifizieren, oder im Gegenteil, um bestimmte Hinweise auszuschließen? Wie denken sie?
Sie denken wahrscheinlich so, wie sie es seit Beginn der Untersuchung im Juli 2023 tun. Es beginnt zunächst mit Beobachtungen, aber diese sind hier unmöglich, weil wir nicht wissen, wo das Kind verschwunden ist und aus welchen Fakten hervorgegangen ist. Von da an werden mehrere Hypothesen verbreitet und inszeniert: Entführung, das räuberische Tier (Wölfe oder Luchse in der Region), der Verkehrsunfall oder das Familiendrama.

Die meisten dieser Hinweise wurden vor 18 Monaten geschlossen, als der Schädel des Kindes entdeckt wurde. Die Forscher entdeckten dank der Palynologie, der Pollenforschung, dass der Körper bewegt worden sein muss. Diese wissenschaftlichen Techniken bestätigen die Tatsache, dass das Kind nicht an dem Ort starb, an dem es gefunden wurde: Der Körper wurde bewegt und der Junge starb durch einen Schlag ins Gesicht, auf das Jochbein, direkt unterhalb des Auges.
Der Anwalt von Emiles Großmutter hält es für angemessen, DNA-Proben in Haut-Vernet zu entnehmen. Worauf achten wir, wenn wir DNA-Proben von Personen nehmen, die nicht a priori verdächtigt werden?
In den frühen Phasen der Ermittlungen entnahmen die Ermittler notwendigerweise DNA-Proben von allen Personen, die einen plausiblen Grund hatten, am Tag seines Verschwindens mit dem Kind in Kontakt gewesen zu sein. Das Ziel ist herauszufinden, ob die DNA des kleinen Emile unter unerklärlichen Bedingungen an ihnen gefunden wird, was auf Kontakt zum Zeitpunkt des Mordes oder Unfalls hindeuten würde. Von nun an sind wir in einer Logik, den Kreis der Verdächtigen oder Personen zu erweitern, die wahrscheinlich mit dem Kind in Berührung gekommen sind. Die Schwierigkeit liegt im Vergleich: Die Entnahme aller DNA der Welt ist nutzlos, wenn die DNA eines Verdächtigen weder mit den Umständen der Fakten noch mit der DNA des Opfers in Verbindung gebracht werden kann.
Diesen Sommer hatten sich bereits einige Dorfbewohner des Weilers Proben entnehmen lassen. Der Anwalt der Großmutter schlägt vor, Proben aus dem gesamten Dorf zu entnehmen, um einen DNA-Vorrat aufzubauen, um an dem Tag zu vergleichen, an dem eine Spur auf einem analysierten Objekt gefunden wird. Was denkst du?
Es gibt nur 17 Personen im Weiler, einschließlich der Familie, was nicht viele Personen für Probenentnahmen darstellt. Damit die Ermittlungen vorankommen, muss ein Zusammenhang zwischen der Probenentnahme bei einer Person und der Möglichkeit bestehen, dass diese Person Kontakt zu dem Kind hatte.

Wenn einer dieser 17 Personen verdächtig gewesen wäre, hätten die Gendarmen meiner Meinung nach, bereits bei den Ermittlungen Proben von denjenigen genommen, die möglicherweise Kontakt zu dem Kind hatten.
Wie erhält ein Ermittler eine solche Anfrage nach zusätzlichen Informationen von Anwälten für Zivilparteien? Hilft das wirklich oder ist es ein Parasitär?
Es kann das eine oder das andere sein. Für einen Ermittler ist das nie sehr angenehm, da es impliziert, dass die Arbeit nicht richtig ausgeführt wurde. Auf Seiten der Antragsteller besteht möglicherweise guter Wille darin, eine vernachlässigte Spur zu verfolgen. Auf eine machiavellistischere Weise kann es jedoch auch darum gehen, ein Gegenfeuer zu entfachen: mögliche Verdachtsmomente vorwegzunehmen, indem man argumentiert, dass man weitere Untersuchungen beantragt hat, was ein Täter angeblich nicht tun würde.
Idealerweise können die Ermittler heute hoffen, um den Fall voranzubringen?
Je weiter sie vorankommen, desto schwieriger wird die Untersuchung. Mangels eines Tatorts und eines klaren Motivs haben sie wahrscheinlich ihre üblichen Ressourcen ausgeschöpft: DNA, familiäres Umfeld, chronologische Zeugenaussagen, Hundesuchungen (Ermittlungsgruppen bestehend aus Hunden, Anmerkung der Redaktion). Es könnte noch Fortschritte geben, insbesondere an den drei Motorrädern, die Elemente liefern könnten.

Dann gibt es noch die Möglichkeit der Intelligenz. Die Tatsache, dass sie diese Fahrräder zweieinhalb Jahre später beschlagnahmten, deutet darauf hin, dass sie Informationen erhielten, möglicherweise anonym, was sie dazu veranlasste, diesen Weg zu erkunden.

Schließlich könnte der Einsatz von Tausenden von Verfahrensdokumenten über die Anacrim-Software der Gendarmerie entscheidend sein. Diese Software ermöglicht es, Zeitlinien zu erstellen und Konkordanzen oder Inkonsistenzen zwischen verschiedenen zeitlich entfernten Zeugenaussagen zu erkennen. Es könnte dieses Werkzeug gewesen sein, das sie zu Cousin Maxime und diesen Fahrrädern geführt hat.
Im Falle einer Familientragödie könnte durch das Durchbrechen der Omerta ein großer Durchbruch entstehen. In dieser sehr religiösen Familie könnte jemand das Geheimnis für zu schwer halten und es für unvereinbar halten, nichts so abscheuliches wie den Tod eines Kindes zu verurteilen, ohne bestraft zu werden. Die Ermittler haben die vier Hauptprotagonisten möglicherweise bereits in Gewahrsam genommen, in dem Glauben, dass die Lösung vorhanden war, aber ohne genügend Beweise, um einen konkreten Täter zu benennen.
Erwähnenswert halte ich
dass schon letztes Jahr einige Einwohner von Haut-Vernet eine DNA Probe abgegeben haben.
dass, wie hier auch schon vermutet, ein Hinweis auf die Fahrräder an die Ermittler weitergegeben wurde oder
dass durch die Anacrim-Softwäre eine Diskrepanz zu den Aussagen von Maxime festgestellt wurde und
dass die Untersuchung immer schwieriger wird, desto weiter sie vorankommen
Die Frage ist, was können die Ermittler noch tun um weiterzukommen?


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

12.02.2026 um 06:19
@jeandArc
Ich bin mir sicher, da läuft sehr viel. Die Familie wurde fast ein Jahr nach dem Auffinden der Leiche in Gewahrsam genommen, was bedeutet, dass Analysen sehr lange brauchen.
Es wird mit den kürzlich beschlagnahmten Fahrrädern sicher auch lange dauern.

Sie werden die Unstimmigkeiten in den Aussagen bereits haben, sonst würden sie sich nicht so auf die Familie konzentrieren.

Es kann sein, dass die Fahrräder zur späteren Verbringung zum finalen Ablageort genutzt wurden. Vielleicht gab es keine Hinweise auf ein Auto.
Man hat mit Sicherheit nach Fußspuren gesucht.
In dem von dir erwähnten Interview spricht Herr Fombonne von der Möglichkeit eines "Gegenfeuers" der Anwälte.
Allein diese Erwähnung halte ich schon für eine sehr interessante Aussage. Er ist immerhin der pensionierte ehemalige Leiter der Abteilung.


1x zitiertmelden

Émile (2) in Haut-Vernet (F) tot aufgefunden

12.02.2026 um 21:01
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Jacques-Charles Fombonne, ehemaliger General der Gendarmerie und ehemaliger Kommandeur der Forschungsabteilung Orléans,
Zitat von Selma1898Selma1898 schrieb:Allein diese Erwähnung halte ich schon für eine sehr interessante Aussage. Er ist immerhin der pensionierte ehemalige Leiter der Abteilung.
General Fombonne war Kommandeur der Forschungsabteilung Orleans und nie von Marseille. Von Anfang an im Fall Emile war Oberst Berthelin zuständig. Und hier hat er sich auch nur auf einer Pressekonferenz zusammen mit dem Generalstaatsanwalt geäußert.
@Selma1898
Ich erwähne es nur, damit nicht eine stille Post entsteht. Mir fiel auf, dass sich die Konzentration auf die Familie erst seit dem Fund des Schädels verstärkt hat. Zur gleichen Zeit wurde die "Zelle Emile" innerhalb der Forschungsabteilung gebildet. Ich sehe das nicht als Zufall.

Wie funktioniert die "Emile-Zelle", die für die Untersuchung des Todes des kleinen Jungen verantwortlich ist?
Jeden Tag, zu jeder Zeit
Nicht weniger als fünfzehn Gendarmen, alles Justizpolizisten, sind in einer Zelle zusammengefasst, die in "Emile-Zelle" umbenannt wird. Letztere ist seit zwanzig Monaten rund um die Uhr in Betrieb. Diese Ermittler sind ausschließlich diesem Fall gewidmet, bei dem sie die Dirigenten sind. DNA-Proben, Verhörstrategien, Telefonabhören – die "Emile-Zelle" stützt sich auf die Gendarmenexperten von Pontoise.
In dieser Basis im Val-d’Oise analysieren Spezialisten die im Zuge der Ermittlungen gesammelten Beweismittel, darunter die sterblichen Überreste des kleinen Jungen und die Erde aus dem beschlagnahmten Pflanzgefäß. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse werden anschließend mit den Zeitangaben und Aussagen der Beteiligten verglichen.
Die Einheit wird außerdem von Spezialisten für kriminelles Verhalten unterstützt. Letzterer kann während der Anhörung die kleinste Augenbraue oder einen Tick in der Sprache eines Verdächtigen erkennen, der den Fall auf diese oder jene Spitze lenken könnte. Geduld ist ihr Hauptvorteil, und die kleinste Lüge entgeht ihnen nicht.
Ich finde diese "Zelle" sehr interessant. Es wurde nur immer erwähnt, dass 15-20 Gendarmen noch an dem Fall arbeiten. Aber in diesem Ausmaß habe ich es so noch nicht gelesen.

https://actu.orange.fr/videos/france/mort-du-petit-emile-nous-avons-procede-a-287-auditions-de-temoins-detaille-le-colonel-christophe-berthelin-CNT000002i4OvI.html?pid=

https://www.europe1.fr/Police-Justice/quest-ce-que-la-cellule-emile-chargee-denqueter-sur-la-mort-du-petit-garcon-669723


melden

Ähnliche Diskussionen
Themen
Beiträge
Letzte Antwort
Kriminalfälle: Der mysteriöse Fall Delphine Jubillar
Kriminalfälle, 678 Beiträge, am 20.01.2026 von jeandArc
JamesRockford am 21.02.2022, Seite: 1 2 3 4 ... 31 32 33 34
678
am 20.01.2026 »
Kriminalfälle: Wo ist Felix Heger?
Kriminalfälle, 3.118 Beiträge, am 09.01.2026 von cappucino317
Themis am 01.03.2012, Seite: 1 2 3 4 ... 154 155 156 157
3.118
am 09.01.2026 »
Kriminalfälle: Vermisster Fabian aus Güstrow tot aufgefunden
Kriminalfälle, 14.106 Beiträge, am 24.02.2026 von Heavythoughts
jenny_xxnn am 14.10.2025, Seite: 1 2 3 4 ... 748 749 750 751
14.106
am 24.02.2026 »
Kriminalfälle: Deborah Sassen, Düsseldorf
Kriminalfälle, 472 Beiträge, am 07.02.2026 von The.heroine
bayernwastl am 05.05.2012, Seite: 1 2 3 4 ... 21 22 23 24
472
am 07.02.2026 »
Kriminalfälle: Was ist mit Hilal E. geschehen?
Kriminalfälle, 1.786 Beiträge, am 13.02.2026 von TheChosenOne
Zombienchen am 08.11.2011, Seite: 1 2 3 4 ... 90 91 92 93
1.786
am 13.02.2026 »