martenot schrieb:Ich glaube, so hat meine Mutter früher auch immer gedacht. Aber wenn es dann tatsächlich so weit ist, entscheidet man sich dann doch fürs Heim. Jedenfalls hat meine Mutter in der Zeit häufiger gesagt, dass sie noch leben wollte.
Justsaying schrieb:Und andere bluehen auf.... aber der Typ bin ich nicht.
Meine eine Großmutter ist relativ früh in ein Seniorenheim gezogen, anfangs noch ziemlich selbstständig (selber kochen war z.B. möglich, E). Für sie hat das so gut gepasst: Sie war vom extravertierten Typ, hat da sogar zusätzliche Freundschaften geknüpft, fand das Essen im Speisesaal anregend, nutzte gerne Gruppenausflüge und kulturelle Veranstaltungen - Silvesterparty, Tanzabend, Spieleabend. Ich würde sie als neurotypisch, gesellig bezeichnen.
Für sie war der Vorteil: Leicht neue Leute kennenlernen, und die Verwandtschaft hat mehr Zeit für Besuche und für Ausflüge zuammen anstatt sich um Haushalt, Pflege kümmern zu müssen.
Der Typ bin ich nicht. Ich bin auch nicht der Typ von Mensch der z.B. im Urlaub neue Menschen kennenlernt, oder den die Beschreibung eines Ortes als "gesellig" und "lebhaft" anzieht.
Justsaying schrieb:Dann kann (koennte) ich mich ja immer noch umentscheiden.
Vielleicht bin ich auch zufrieden, mit einer Doppelportion Oropax in den Ohren und einem Buch in der Hand auf dem Bett zu liegen.....
Dann ggf. leider noch die Menschen, die meinen, einen dazu motivieren zu müssen, "doch mal schön unter Leute zu gehen" und es einem als schlechtes Befinden hineininterpretieren, möchte man gerne in Ruhe gelassen werden oder reagiert man neurodivergent. Uff.
Angeblich wird man im Schnitt im Alter auch weniger flexibel.
Und, wie du sagst: Es ist ja nichts in Stein gemeißelt. Bedarfsweise könnte man sich ggf. immer noch umentscheiden.
Für mich persönlich: Ich könnte mir durchaus Roboter als Assistenten, Pfleger mehr vorstellen.
Lieber z.B. ein Gerät das mich beim Spazierengehen begleitet, mir aufs Klo und wieder runter hilft, mir etwas Heruntergefallenes aufhebt, mir in Kleidung hilft, als ein Pfleger, eine Pflegerin, der/die mich anfässt und immer mit mir reden will, ggf. über Themen die mich null interessieren. (Ich war schon länger auf Pflege angewiesen, ich spreche hier von ca. einem Jahr; da hatte ich aber die realistische Aussicht auf Besserung. An der Qualität der Pflege damals habe ich nichts auszusetzen: wurde alles sehr ordentlich, zuverlässig gemacht. Es waren aber nunmal die ganze Zeit Menschen um mich rum, es war anstrengend. Ich war froh darüber als ich nach und nach immer mehr durch Hilfsmittel - waren nur noch keine Roboter - ersetzen konnte, z.B. alleine mit Rollator laufen, oder Toilettenbenutzung, An- und Auskleiden selbstständig mit Hilfsmitteln wie Greifhilfen, Sockenanzieher.)
Warum mir das nicht abwägig erscheint, wenn ich die Wahl hätte, mir lieber so helfen zu lassen dass möglichst wenig Menschen involviert sind: Man nutzt doch auch als gesunder und/oder selbstständiger Mensch Gerätschaften wie Waschmaschine, Auto, Brille, mal bei Bedarf Krücken, Rollstuhl... anstatt die ganze Zeit Hauspersonal um sich herumwuseln zu lassen, bei Sehschwäche sich alles vorlesen zu lassen, sich herumtragen zu lassen (und ich vermute, selbst bei ausreichend Geld für diesen Service wäre er vielen zu lästig).