Rotmilan schrieb:Moinsen,
ich habe mich selbst sehr gründlich mit KWW beschäftigt.
Welchen Belegen kann ich denn entnehmen, dass KWW absolut sicher, nicht der Mörder von Anja A. gewesen sein kann?
Rein von dem äußeren Erscheinungsbild und dem gesuchten Alter, sowie den Fertigkeiten als angelernter Friedhofsgärtner würde er doch passen.
Die DNA Reihentests von Männern in der Umgebung des Weinbergs haben doch gar keine Treffer ergeben und die Polizei hat den Fall nie gelöst.
Hallo
@Rotmilan,
@alle! Das liegt an den Gesamtumständen im Fall. Nebenbei, ich halte die Nummer mit den rund 200 Verdachtsfällen gegen KWW für recht unseriös. Den Hobbyermittlern muß klar sein, daß die meisten dieser Taten nicht von ihm begangen worden sein können. Aber da das von der Presse aufgegriffen wird, werden Hoffnungen bei Familien nach Auflösung geschürt, die nicht gehalten werden können.
Nun zurück zu unserem Fall.
Woher sollte KWW die genauen Ortskenntnisse (u.a. für die Verteilung der Fundstücke auf den Fildern), die nötig waren, denn hergehabt haben? Und weshalb sollte er sich gerade diese Ecke von Stuttgart aussuchen? Das war damals reines Wohngebiet, abends praktisch tot. Am Mordtag war das Wetter schlecht und Anja ist ziemlich ungeplant losgegangen. Wichmann mag einer der sehr seltenen Cruiser unter den Serienmördern gewesen sein, aber sich dort auf die Lauer zu legen wäre ihm eher nicht in den Sinn gekommen, da hätte es für ihn viel bessere "Jagdgründe" anderswo in Stuttgart gegeben.
Anja wurde erwürgt, nachdem man sie mit einem Stichwerkzeug schwer verletzt hatte, aber offensichtlich dachte der Täter er schafft es nicht mit der Waffe. Passt überhaupt nicht zu dem abgeklärten Killer in der Göhrde nicht lange danach.
Das Anja vergraben wurde, hängt weniger mit Wichmanns Gärtnerkenntnissen zusammen als blanker Verzweifelung beim Täter. Selbst wenn er Autofahren konnte, der einzige Fahrweg zum Tatort führt an GMVs Haus vorbei, der als Minister Personenschutz und Kameraüberwachung hatte. Der Wagen wäre unweigerlich gesehen und/oder gefilmt worden.
Das die Reihentests nichts gebracht haben ist doch kein Wunder. Mehr als nur eine Person hat sich geweigert und nicht alle Verdächtigen waren noch in Stuttgart heimisch. Das Hauptproblem ist, daß der Täter seit 4 Jahrzehnten von seiner Familie gedeckt wird. Der ehemalige Chefermittler im Fall Aichele ist sich sicher, daß der Mörder bereits in seinem Büro war.