Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.
17.10.2026 um 18:13Tragisch, ja. Und angesichts eines solchen Interviews besteht die Gefahr, Vorwürfe zu erheben und nach Verantwortlichen zu suchen. Ich meine aber, das ist müßig.emz schrieb:Welch eine Tragik.
Mir fehlen die Worte. Ich bin erschüttert.
Das Gericht hätte die Anklage nicht zugelassen, wenn es nicht zu diesem Zeitpunkt aufgrund entsprechender Anhaltspunkte (Indizien) davon überzeugt gewesen wäre, dass T. hinreichend verdächtig ist. Es hätte die U-Haft nicht eineinhalb Jahre aufrecht erhalten, wenn es T. nicht für dringend tatverdächtig ("mit hoher Wahrscheinlichkeit der angeklagten Tat für schuldig") gehalten hätte.
Warum hätte es das wider besseren Wissens sollen? Und als der Prozess begann war es nicht fernliegend, dass Theo jedenfalls mitverantwortlich gewesen ist. Und wie so oft bei Fällen Organisierter Kriminalität mit hoher Arbeitsteilung ist es schwierig, einzelne Tatbeiträge zu identifizieren und die Schuld entsprechend zuweisen zu können. Hier war das offenbar erst gegen Ende der Beweisaufnahme möglich.
Entscheidend ist also nicht die Rechtslage, sondern die Wahrnehmungs- und Erkenntnisebene des Gerichts in Bezug auf den Sachverhalt. Auch wenn die so fix ist, wie ich annehme, ist noch nichts darüber gesagt, ob man nicht subjektiv vielleicht schon früher zur gleichen Überzeugung hätte gelangen müssen. Also bei entsprechend schlechter Beweislage das Verfahren gar nicht eröffnen dürfen. Oder T. früher aus der U-Haft freilassen können. Oder früher freisprechen müssen. Das wäre eine Möglichkeit.
Oder die Indizien erweckten einen anderen Eindruck, hielten aber erst im Prozess in der Beweisaufnahme keiner Überprüfung stand. M.a.W.: Der Erkenntnisprozess musste erst so weit reifen, dass man eine konträre Entscheidung treffen konnte. Es war objektiv nicht möglich, die Unschuld des T. schon früher zu erkennen. Das wäre eine andere Möglichkeit.



