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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

844 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Bayern, Restaurant, ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.
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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

25.04.2026 um 08:58
https://oberpfalzecho.de/blaulicht/champagner-prozess-angeklagter-aus-den-niederlanden-an-krebs-erkrankt

Die Urteilsverkündung steht unmittelbar bevor.
Wie Landgerichtssprecher Florian Bauer bestätigt, hat der Niederländer Theo G. eine Krebsdiagnose erhalten. Im Februar 2026 war er aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Seither reist er aus den Niederlanden zu den weiteren Prozesstagen an. Im Heimatland kam es offenbar kürzlich zu Untersuchungen.

Wie die Verteidigung am letzten Prozesstag informierte, ist bei dem 46-Jährigen ein bösartiger Tumor festgestellt worden, der bereits in andere Organe metastasiert hat. Die Prognosen reichen von wenigen Monaten Lebenserwartung, sollte er sich nicht behandeln lassen, bis zu zweieinhalb Jahren, wenn eine Behandlung anschlägt.

Viel steht nicht mehr aus. Für Freitag, 24. April, 9 Uhr, ist erneut der wackelige Hauptbelastungszeuge Jacek G. geladen. Er soll wieder per Video aus einem Gericht in einem Heimatort in Polen vernommen werden. Wenn er denn antritt: Jacek G. hat bereits im Vorfeld mitgeteilt, kein Interesse an einer weiteren Aussage zu haben. ...

Als weitere Verhandlungstage sind der Montag, 27. April, und Dienstag, 28. April, vorgesehen. Sollten keine Anträge aus den Reihen der Verteidiger oder Nebenklagevertreter kommen, könnte plädiert werden. Danach wird ein Urteil verkündet.
Zum gestrigen Prozesstag gibt es noch nichts in den Medien.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

25.04.2026 um 15:55
https://www.weiden24.de/das-ende-des-champagner-prozesses-urteil-am-montag-erwartet/cnt-id-ps-b7dcb50d-ba3b-4fe6-a93e-5db274a330dc
Anstelle des Hauptbelastungszeugen erscheint auf dem Bildschirm im Landgericht in Weiden eine Sprecherin des Gerichts in Polen – der Zeuge ist nicht erschienen.
Zur Aussage zwingen kann man den Zeugen nicht.
Das war's dann wohl.
Das Urteil soll dann schon am Montag fallen, verlautbaren andere Medien (hinter Paywall).

Für die Angehörigen des Verstorbenen und für die Verletzten dürfte das unerträglich sein.
Wünschen wir ihnen Kraft, um mit dieser neuerlichen Enttäuschung fertigzuwerden.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

26.04.2026 um 06:43
Zitat von emzemz schrieb:Das war's dann wohl.
Das Urteil soll dann schon am Montag fallen, verlautbaren andere Medien (hinter Paywall).
Nun den, wenn die irdische Gerechtigkeit versagt, bleiben nur höhere Instanzen. Man kann dem Weidener Gericht nicht vorwerfen, es habe sich nicht bemüht.

Unangenehm ist, dass zwar das Organisierte Verbrechen ohne Weiteres grenzüberschreitend agieren kann, die Justiz aber bei solchen Sachverhalten ziemlich heftig an ihre Grenzen stößt. Eigentlich sollte das in der EU kein Hinderungsgrund sein, dass sich ein Zeuge in einem anderen Mitgliedstaat aufhält oder dort Beweismittel befinden.

Aber wie heißt es so schön: Die organisierte Kriminalität ist die Fortsetzung der Marktwirtschaft mit nicht legalen Mitteln. Der Binnenmarkt und Schengen machen es möglich.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

27.04.2026 um 13:21
Das Urteil ist gefallen. Nicht überraschend: Freispruch.

https://www.idowa.de/bayern/champagner-prozess-in-weiden-heute-koennte-das-urteil-fallen-art-391984


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

27.04.2026 um 13:30
Und hier noch ausführlicher zur Begründung:

https://oberpfalzecho.de/blaulicht/champagner-prozess-am-landgericht-weiden-freispruch-fuer-niederlaender-theo-g

Letztlich war der Hauptbelastungszeuge für das Gericht zu unzuverlässig:
Der einzige Hinweis auf die Täterschaft sei Jacek G., der per Video eingehend vernommen wurde. Der Zeuge Jacek G. ist allerdings – und das wurde der Kammer erst im Laufe dieses Prozesses bekannt – erheblich vorbestraft, nicht zuletzt wegen Behinderung der Justiz. Er konsumiert Drogen. Vor allem hat er im Rahmen der Ermittlungen drei unterschiedliche Versionen seiner Geschichte geliefert. Zwei noch als Beschuldigter, eine dritte hier im Verfahren. Jacek G. habe bewiesen, „wie geschmeidig er lügen kann“.
Auch die Ermittler bekommen von den Richtern deutlich Kritik:
Die Zoll-Ermittler hätten seine Aussagen nie mehr hinterfragt. „Diese möglicherweise etwas verengte Sichtweise mag mit dem Ermittlungsdruck zusammenhängen, nachdem schon zweimal der falsche Täter in Untersuchungshaft genommen worden war.“ Aus Sicht des Gerichts gebe es nicht den kleinsten Anhaltspunkt, dass Theo G. Logistiker einer solchen Bande gewesen sei
Quelle: s.o.

Das Gericht bedauert es auch, dass der Angeklagte Theo G. so lange zu Unrecht in U-Haft gesessen habe. Theo G. soll schwer an Krebs erkrankt sein und nicht mehr lange zu leben haben.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

15.05.2026 um 18:06
Ist der Prozess um eine mit Ecstasy versetzte Champagner-Flasche am Landgericht Weiden doch noch nicht zu Ende? Eigentlich war der angeklagte Niederländer Ende April freigesprochen worden. Doch jetzt legen Staatsanwaltschaft und ein Nebenklage-Anwalt Revision ein.
Quelle:https://www.mittelbayerische.de/nachrichten/bayern/nach-freispruch-im-champagner-prozess-in-weiden-beteiligte-legen-revision-ein-21122554

Ich hoffe wirklich, dass die Revision nur pro forma eingelegt wurde und nach der Veröffentlichung des schriftlichen Urteils zurückgezogen wird.
Alles andere wäre ein absolutes Armutszeugnis, der Freispruch ist extrem eindeutig und eine Revision einzulegen nur weil man sich in Bayern mal wieder Fehler der Polizei und Staatsanwaltschaft nicht eingestehen kann, oder weil man den Verteidiger nicht mag, oder um hinauszuzögern, dass das Urteil rechtskräftig wird und somit auch die Entschädigungszahlungen, wäre in diesem Fall einfach nur niederträchtig.
Bei einer Lebenserwartung von idealerweise zwei Jahren wäre es auch extrem fraglich, ob sich ein neuer Prozess überhaupt noch ausgehen würde, aber jedenfalls würde sich die Entschädigung nicht mehr ausgehen, wenn man erst auf eine Entscheidung des BGH warten müsste.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

15.09.2026 um 16:19
Das Restaurant wurde umbenannt und musste Insolvenz anmelden.
Das italienische Restaurant La bella Vita (ehemals La Vita) am Unteren Markt 27 in der Altstadt von Weiden in der Oberpfalz ist permanent geschlossen. [1, 2]

Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten und erneuten Insolvenzanträgen Ende 2024 wurde im Jahr 2025 in den Räumlichkeiten ein neues Konzept namens „Cocoon“ eröffnet. Bekannt war das ehemalige La bella Vita zuvor für italienische Klassiker wie Pizza und Pasta sowie seine große Außenbestuhlung direkt am Marktplatz. Zudem sorgte das Lokal im Jahr 2022 durch einen Vorfall mit verunreinigtem Flüssig-Ecstasy in einer Champagnerflasche bundesweit für Schlagzeilen. [1, 2, 3, 4, 5]
Quelle: Google, KI


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

17.09.2026 um 20:44
@CharliesEngel

Ich verstehe einfach nicht, warum dieses Lokal schon seit Jahren nicht auf die Füße kommt.
Liegt aber nicht an dem Todesfall, meiner Meinung nach.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

17.09.2026 um 21:02
Zitat von emzemz schrieb:Ich verstehe einfach nicht, warum dieses Lokal schon seit Jahren nicht auf die Füße kommt.
Ich glaube, das ist so eine regionale Sache. Wo ich lebe, gehen Leute wenig aus. Seit Corona haben viele Restaurants und Bistros geschlossen, auch alteingesessene. Und bei anderen wechselt ständig der Betreiber durch…


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

18.09.2026 um 10:58
@Justsaying

Eigentlich ist das nicht verständlich. Denn in dem Bereich um das Alte Rathaus herum die Lokale die sind allesamt Goldgruben.
https://www.otv.de/mediathek/video/heute-vor-25-jahren-weidener-altstadt-preisgekroent-aber-mit-baustellen/
Aber jetzt Schluss mit dem OT.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

21.09.2026 um 13:01
Die Gastronomie ist in der Krise. 2025 war ein Rekordjahr an Insolvenzen, so hoch wie zuletzt 2011. Dazu ist es schwierig mit dem Personal, der Energie, mit den Vorschriften und der Konkurrenz durch gehobene Tiefkühlkost, günstige Systemgastronomie und Imbisse. Und nicht zuletzt mit den massiv gestiegenen Preisen der letzten Jahre, der wachsenden Arbeitslosigkeit und die wirtschaftlichen Stagnation. Die mittlere Oberpfalz ist zudem kein Hort der Reichen und Schönen, da ist das bisschen Wohlstand hart erarbeitet und schnell wieder weg.

Was auf den Einzelfall hier zutrifft, lässt sich nur spekulieren.


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22.09.2026 um 14:42
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Was auf den Einzelfall hier zutrifft, lässt sich nur spekulieren.
Da fange ich doch gleich mal mit deinen Spekulationen an.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Die mittlere Oberpfalz ist zudem kein Hort der Reichen und Schönen, ...
Mag sein, aber zur mittleren Oberpfalz kann ich nur wenig sagen. Ich bin aufgewachsen in Weiden und die Stadt gehört nunmal zur nördlichen Oberpfalz. Wie du da auf mittlere kommst und warum du die Oberpfalz so abwertend beschreibst, man muss es nicht verstehen, aber richtigstellen.
Mit 3,9 Prozent wies erneut der Regierungsbezirk Schwaben im August die niedrigste Arbeitslosenquote in Bayern auf, gefolgt von der Oberpfalz und Niederbayern mit jeweils 4,0 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote verzeichnete im August Mittelfranken mit 4,9 Prozent – damit lag aber auch diese immer noch deutlich unter dem bundesweiten und auch dem westdeutschen Durchschnitt.
https://www.vbw-bayern.de/vbw/Themen-und-Services/Konjunktur/Arbeitsmarkt/Arbeitsmarktdaten.jsp
Um es zu wiederholen, eigentlich ist dieses Lokal von der Lage her eine Goldgrube. Aber zu den Gründen, warum es nicht funktioniert, werde ich mich nicht äußern und schon gar nicht spekulieren.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

22.09.2026 um 15:24
Zitat von emzemz schrieb:Ich bin aufgewachsen in Weiden und die Stadt gehört nunmal zur nördlichen Oberpfalz.
Dann solltest Du eigentlich wissen, was ich meine. ;-) Das hat mit Abwertung gar nichts zu tun. - Oder ist die Gegend doch ein Hort der Reichen und Schönen, gar der Touristen, so wie die Altstadt von Regensburg, Landshut, Bamberg? Weiden war mal eine Industrie- und Arbeiterstadt, Porzellan und Textil ("Witt Weiden", "Bauscher", "Hutschenreuther", das habe ich noch im Ohr), zudem ein Verkehrsknoten der nördlichen Opferpfalz. Musste wohl deshalb 1945 erheblich unter Bomben leiden und kam nicht so gut weg wie Amberg oder Regensburg oder Sulzbach. Was dort heute die erfreulich niedrige Arbeitslosigkeit trägt, das weiß ich nicht. Aber als reich galt die Gegend im bayerischen Vergleich ("Stoapfalz", "Armenhaus Bayerns") bei allem bescheidenen Wohlstand nicht, zudem kulturell wie klimatisch als rau.

Egal. Die strafrechtlich relevanten Ereignisse in diesem Lokal dürften wohl nicht zur Steigerung des Umsatzes beigetragen haben, aber wohl auch nicht ursächlich für die Insolvenz sein. So viel Spekulation sei erlaubt.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

22.09.2026 um 17:40
Hutschenreuther stammt aus Oberfranken - Seltmann Weiden hast du hingegen vergessen.
Erzähl ruhig weiter ...


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

23.09.2026 um 11:38
Nachtmann hast Du vergessen, A.T.U. auch... :) Ich hoffe, Weiden ist jetzt ausreichend gewürdigt.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

15.10.2026 um 18:23
Zitat von OriginesOrigines schrieb am 23.09.2026:Nachtmann hast Du vergessen, ...
Habe jetzt nicht jede Produktionsstätte in Weiden aufgeführt, sondern nur die Firmen, die ihren Sitz hier haben bzw. hatten. Nachtmann gehört nicht dazu. Und jetzt erspare uns weitere derartige unqualifizierte Einwürfe.


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

16.10.2026 um 10:46
Youtube: JUSTIZSKANDAL: Erst Knast, jetzt Krebs
JUSTIZSKANDAL: Erst Knast, jetzt Krebs
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JUSTIZSKANDAL: Erst Knast, jetzt Krebs

Theo stand als Verdächtiger im sogenannten Champagnermordfall vor Gericht – und wurde freigesprochen. Doch die Zeit als Unschuldiger in Haft hat zunächst seine Existenz zerstört. Und dann kam heraus: Eine Krebserkrankung wurde während der Haft nicht entdeckt. Als diese nach seiner Freilassung diagnostiziert wurde, war es für eine Heilung zu spät. Mit ihm und Strafverteidiger Alexander Stevens spreche ich über die Tragik seines Falles und darüber, warum Opfer von Justizirrtümern in Deutschland kaum mehr als ein Taschengeld als Entschädigung erhalten.

Wer Theo unterstützen möchte, kann das hier tun:
https://www.gofundme.com/f/helfen-sie...

Welch eine Tragik.
Mir fehlen die Worte. Ich bin erschüttert.

Ein weiterer Beitrag zu dem Fall folgt in Kürze


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Champagner vergiftet - ein Toter, sieben Verletzte - Weiden/Opf.

16.10.2026 um 12:48
https://oberpfalzecho.de/menschen/theo-geene-im-interview-nach-dem-champagner-prozess-kaempft-er-gegen-den-krebs

Nachfolgendes Interview wurde mit ihm telefonisch geführt:
Weiden/Kapstadt. Erst der Freispruch, dann die Krebsdiagnose: Theo Geene (47), der freigesprochene Angeklagte im Champagner-Prozess, kämpft um sein Leben. In Kapstadt erhält der Niederländer derzeit eine Chemotherapie. Er hat 25 Kilogramm verloren und kann kaum noch laufen. Und trotz allem sagt er: „Ich habe Hoffnung.“

Theo, die wichtigste Frage zuerst: Wie geht es dir?

Theo Geene: Nicht so gut. Aber ich habe Hoffnung. Mein großes Problem sind die Schmerzen. Ich habe so viele Schmerzen. Das macht die Tage und die Nächte lang. Ich habe Fentanyl-Pflaster, aber das hilft nicht. Ich habe Hoffnung, dass nach der zweiten Chemotherapie die Schmerzen weniger werden.

Kommen die Schmerzen von der Chemo?

Geene: Nein. Die Tumoren im Darm sind größer geworden. Ich war in Indien, da sind sie weitergewachsen.

Wo warst du in Indien und warum?
Grammer Solar

Geene: Da war sehr viel Sonne. Ich hatte richtig Hoffnung. Ich war in Kerala, im Dschungel, und habe versucht, meinen Körper gesund zu machen. Ich habe richtig gesund gegessen, Yoga und Meditation gemacht. Aber der Tumor ist weitergewachsen. Darum haben wir uns doch für eine Chemo entschieden. Es ist die einzige Lösung, die Tumoren schnell zu reduzieren.

Warum lässt du dich in Kapstadt behandeln?

Geene: Ich bin hier in der Sanctura-Klinik. Kapstadt ist schon gut. Die Ärzte sind sehr schlau. Ich erwarte viel. Hier wird nicht nur Chemotherapie gemacht. Sie machen viel mehr hier. In der Woche vor der Chemo gibt es sehr gesunde Ernährung, Bewegung, Vitamin-C- und Curcumin-Infusionen, Misteltherapie, Rotlichttherapie, Sauerstoff unter hohem Druck. Sie machen den Körper ganz gesund, dass er Kraft hat – dann kommt die Chemo. Die erste habe ich gut vertragen, die zweite folgt in zwei Wochen. Jeden Tag machen sie hier Blutuntersuchungen. Sie überwachen alles.

Vor wenigen Monaten wurdest du nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft freigelassen. Jetzt kämpfst du gegen den Krebs. Du wirkst überhaupt nicht bitter.

Geene: Weil ich nicht so bin. Ich schaue voraus. Bitterkeit macht mich noch mehr krank. Das ist das eine. Und das Zweite ist: Ich schaue nie zurück. Ich habe Krebs. Da ist keine Zeit für die Vergangenheit.

Der Vorsitzende Richter hatte bei der Urteilsverkündung sein persönliches Bedauern über die lange Untersuchungshaft ausgedrückt. Hat sich eigentlich jemals jemand bei dir entschuldigt – von der Staatsanwaltschaft oder von den Ermittlern?

Geene: Nein. Und wenn man sich anschaut, was die Polizei gemacht hat, dann ist das so schlecht. Die Staatsanwaltschaft hatte gar nichts in den Händen. Mein Anwalt Alexander Stevens hat immer gemeint: Da muss noch etwas kommen von der Staatsanwaltschaft, es muss doch noch etwas kommen. Ich wusste: Da ist nichts. Da kommt nichts. Es waren sehr viele Dinge, die überhaupt keinen Sinn ergeben haben. Nicht nur ein oder zwei Punkte. Wir hatten 50 oder 60 Beweise, dass ich das gar nicht gewesen sein kann.

Wann hast du erfahren, dass du Krebs hast?

Geene: Schon im Knast musste ich viel zum Klo, viel Blut. Ich war beim Gefängnisarzt. Es gab kein Ergebnis. Als ich Ende Februar raus bin, bin ich direkt ins Krankenhaus. Da hieß es: Darmkrebs mit Metastasen im Stadium IV. Ich war frei – und stand vor einem neuen Kampf.

Wer ist bei dir in Kapstadt? Deine Schwester, die auch in Weiden oft bei den Verhandlungen war?

Geene: Ja, sie war hier. Aber sie ist gestern in die Niederlande geflogen. Das ist auch eine traurige Geschichte. Meine Mutter liegt im Sterben. Aber ich kann nicht hin. Meine Schwester ist eine Super-Schwester. Sie ist die beste Frau der Welt.

Bist du jetzt allein in Kapstadt?

Geene: Heute kommt ein Freund aus Bali. Ich kann nicht allein sein, weil ich nicht laufen kann. Nur wenige Meter. Ich bin 25 Kilo leichter als beim Prozess in Weiden. Im Knast hatte ich gelernt, 600 Push-ups in 50 Minuten zu machen. Jetzt kann ich noch drei. Alles weg.

Vielleicht ist die Behandlung ja der Durchbruch.

Geene: Ja, ja, das denke ich auch. Ich habe gar nicht das Gefühl, dass ich sterben kann. Im Krankenhaus, als vor drei Wochen die Scans kamen, haben die Onkologen gesagt: drei Monate – und dann fertig. Und auch nicht drei gesunde Monate. Deshalb habe ich mich für die Chemo entschieden.

Dein Freund Bram sammelt Geld für dich.

Geene: Das ist ein Jugendfreund. Ich kenne ihn, seit ich 13 bin. Ich bin jetzt 47 Jahre alt. Mein erster Tag in der Klinik in Kapstadt war mein Geburtstag. Die ersten Monate haben meine Freunde zusammengebracht, aber jetzt brauche ich Unterstützung. Die Behandlung hier ist sehr teuer. Am liebsten hätte ich meine Behandlung selbst bezahlt oder mit der Entschädigung für all das, was mir in Deutschland widerfahren ist. Aber ich kann nicht warten. Der Krebs wartet nicht.



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