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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

60 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Geschichte, Hitler, Suizid ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

11.08.2026 um 00:41
@Autor77
Vielen Dank für das Einstellen dieses Falls Geli Raubal.

Vor langer Zeit habe ich mal geglaubt, weil es in der Literatur so beschrieben wurde, dass Hitler eine platonische Beziehung zu Geli Raubal, der Tochter seiner Halb-Schwester Angela hatte. Damals habe ich es geglaubt. Heute glaube ich das nicht mehr. Hitler pries Geli Raubals Schönheit, wurde ihr Vormund und missbrauchte die 15-Jährige, die ihm den Haushalt führte in der Prinzregentenstraße. Anders kann ich diese Beziehung nicht mehr sehen. Widerlich!

Ich habe das Video angeschaut, dass Du verlinkt hast.

Es fällt auf, dass alle Frauen, denen Hitler sich näherte, „Selbstmord“ oder „Selbstmord-Versuche“ begingen. Das sind wohl die Fakten, wobei ich diese bei einer Frau, Renate Müller, nachgeprüft habe, ob es stimmt, weil ich nie etwas darüber gehört hatte:
Sicher ist, dass der damalige Propagandaminister Goebbels sie mit Hitler verkuppeln wollte und sie kein Interesse zeigte. Seither war ihre künstlerische Arbeit systematisch behindert worden.
Quelle: Wikipedia: Renate Müller (Schauspielerin)

Im Video wird gesagt, dass Renate Müller jemandem beichtete, dass Hitler sich auf dem Boden wand, und sexuelle Perversitäten forderte von ihr. Sie lehnte ab. Kurze Zeit später gab es ihren tödlichen Fenstersturz. Gerüchte sprachen davon, dass es die Gestapo war.

Zu Geli Raubal gibt es einen Film „Hitler“ von 1962, von dem ich heute zum ersten Mal erfahre:
Mehr und mehr missfallen Hitler Gelis Eigenmächtigkeiten, sein Besitzdenken, gepaart mit steigenden Eifersuchtsanfällen, und die Tatsache, dass der von einem Mutterkomplex geplagte „Führer“ in Geli stets das Gesicht seiner Mutter sieht, führen schließlich dazu, dass Hitler bei Heinrich Himmler die Ermordung Gelis in Auftrag gibt.
Quelle: Wikipedia: Hitler (1962)

Ich glaube, dass Hitler zutiefst pervers war, auch in seinem persönlichen Leben. Er hat persönlich die Strafe durch den Wippgalgen angeordnet für die gescheiterten Attentäter vom 20. Juli 1944. Er liebte Folter, Schmerz, Bestrafung und extreme Perversitäten für solche Menschen, die vorher auf seiner Seite standen. Hitler hatte Spaß daran, sich die Strafe auszudenken und zu phantasieren für die Offiziere. Eigentlich wären Gerichte für die Bestrafung zuständig gewesen.

Hitler fühlte sich durch Geli Raubal verraten. Solche Typen wie Hitler haben dann zum Beispiel die Phantasie Fenstersturz für Verräter und geben entsprechende Anweisungen an ihren Machtapparat. Da die Tatwaffe bei Geli Raubal Hitlers Pistole war, kann Hitler es sogar selbst gewesen sein oder er gab seine Waffe an den Auftragsmörder.

Hitler hatte die Macht des Vormunds, des Patriarchen: der Tod von Geli Raubal wurde schnell als Selbstmord deklariert und deshalb denken wir noch heute so…
Am 18. September 1931 im Alter von 23 Jahren erschoss sich Raubal in der gemeinsamen Wohnung[3][4] mit Hitlers Walther-Pistole
Quelle: Wikipedia: Geli Raubal

… und zwar solange bis man tiefer in die Materie blickt.

Hitler hat monströse Abgründe: außen wie innen.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

15.08.2026 um 18:36
Zitat von OriginesOrigines schrieb am 07.08.2026:ob die Lebensumstände oder nahestehende Personen Auskunft über die persönliche Situation des Getöteten geben.
Also m.W. gibt es keine Aussagen von Personen, die sie kannten, die ein glaubhaftes Suizidmotiv nennen konnten. Im Gegenteil, es gibt eine Aussage: "sie wollte leben und froh sein".


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

15.08.2026 um 18:38
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 11.08.2026:Hitler pries Geli Raubals Schönheit, wurde ihr Vormund und missbrauchte die 15-Jährige, die ihm den Haushalt führte in der Prinzregentenstraße. Anders kann ich diese Beziehung nicht mehr sehen. Widerlich!
Hitler wurde bzw. war nie ihr Vormund. Warum sollte er das geworden sein? Ihre Mutter lebte doch noch?

Als sie 15 war, war das 1923, da lebte sie noch gar nicht bei ihm. Ein Missbrauch ist nicht bekannt.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

15.08.2026 um 18:43
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 11.08.2026:Im Video wird gesagt, dass Renate Müller jemandem beichtete, dass Hitler sich auf dem Boden wand, und sexuelle Perversitäten forderte von ihr. Sie lehnte ab
Das mit Renate Müller ist strittig, das Thema mit den sexuellen Perversitäten von Hitler, auch bei Geli, stammt von Otto Strasser, sicher erzählt aus dem Exil. Es gibt weder Belege dafür und Strasser selbst hat das später relativiert. Diese Sache diente natürlich dazu, Hitler zu schaden.
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 11.08.2026:Hitler fühlte sich durch Geli Raubal verraten. Solche Typen wie Hitler haben dann zum Beispiel die Phantasie Fenstersturz für Verräter und geben entsprechende Anweisungen an ihren Machtapparat. Da die Tatwaffe bei Geli Raubal Hitlers Pistole war, kann Hitler es sogar selbst gewesen sein oder er gab seine Waffe an den Auftragsmörder
Das jemand die eigene Waffe einem Auftragsmörder gibt, halte ich für kontraproduktiv. Dass er sich von ihr verraten fühlte, da gehe ich mit.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

15.08.2026 um 20:08
Zitat von KottanKottan schrieb am 14.07.2026:Ich finde den Tod nicht so sonderlich mysteriös. Die Selbstmordrate war in dieser Zeit viel höher als heute,es gab noch kein Bewusstsein für psychische Erkrankungen, Depressionen etc., keine wirksamen Antidepressiva und Leute gerieten aufgrund der viel einengenderen Strukturen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zwänge leichter in ausweglose Situationen. Der Onkel hatte sich ihrer Meinung nach von ihr abgewandt und das war existenzbedrohend für sie.
Ja genau, es war ihr damals die Gesangsausbildung sehr wichtig, und die musste auch finanziert werden. Das hat Hitler nicht unterstützt. In Liebesdingen war er ihr auch ein Hinderniss. Er hat sie possesiv kontrolliert und depressiv gemacht. Das ist ihr in dem Streit deutlicher klarer geworden als zuvor.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

15.08.2026 um 23:01
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:Hitler wurde bzw. war nie ihr Vormund
Ich hatte etwas anderes vor ein paar Tagen herausgefunden.
1923 wurde Adolf Hitler zu Raubals Vormund bestellt, doch erst 1924 traf sie ihn erstmals bei einem Besuch in der Festung Landsberg am Lech, wo er in Haft saß.[1] Sie nannte ihn Onkel Alf.
Quelle: Wikipedia: Geli Raubal

[1]
Einige Quellen nennen auch den Vornamen „Angelika“, so z. B. Diane Ducret: Die Frauen der Diktatoren. Ecowin Verlag, Salzburg 2012, ISBN 978-3-7110-5025-0, passim; Gerhard Vinnai: Hitler – Scheitern und Vernichtungswut. Zur Genese des faschistischen Täters. Psychosozial-Verlag, Gießen 2004, S. 117; Hitler, zitiert nach Wolfgang Zdral: Die Hitlers. Die unbekannte Familie des Führers. 2005, S. 98.
Quelle: siehe oben
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:Als sie 15 war, war das 1923, da lebte sie noch gar nicht bei ihm.
Das stimmt.

Aber er wurde Gelis Vormund, als sie 15 war. Sie lernte ihn erstmals mit 16 Jahren kennen. Allein das ist sehr schräg. Aber das hier verstehe ich überhaupt nicht: Ein Mann namens Adolf Hitler wurde als Vormund bestellt, der straffällig geworden und auf dem Weg zum Knast war oder schon bereits im Knast saß.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

16.08.2026 um 13:05
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Ein Mann namens Adolf Hitler wurde als Vormund bestellt, der straffällig geworden und auf dem Weg zum Knast war oder schon bereits im Knast saß.
Hitler als "Vormund" scheint aber ein Mythos zu sein (derer es offenbar viele in diesem Fall gibt), wenn ich dem Threadersteller glauben darf. Oder gibt es einen Beleg für die Vormundschaft (nicht Wikipedia, sondern eine Urkunde)? Ich denke nicht. Aus den von Dir genannten Gründen.
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:Hitler wurde bzw. war nie ihr Vormund. Warum sollte er das geworden sein? Ihre Mutter lebte doch noch?
Genau. Das ist unschlüssig. Hitler mag Geli in München behandelt haben, als sei er ihr Vormund (was den konservativ-patriarchalen Gepflogenheiten der 1920er Jahre entsprochen haben dürfte), aber von Rechts wegen hatte er kein Mandat.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Ja genau, es war ihr damals die Gesangsausbildung sehr wichtig, und die musste auch finanziert werden. Das hat Hitler nicht unterstützt. In Liebesdingen war er ihr auch ein Hinderniss. Er hat sie possesiv kontrolliert und depressiv gemacht. Das ist ihr in dem Streit deutlicher klarer geworden als zuvor.
Das könnte eine treffliche Interpretation ihrer Situation im Sommer 1931 sein. Ob das aber auf Suizid hinweist oder gerade dagegen spricht, das ist die Frage. Nicht jede Krise führt in eine Selbsttötung, sondern kann genauso auch in einen Ausbruch und einen Neuanfang führen. Da hängt viel von Persönlichkeit und Charakter ab.

Es dürfte aber klar sein, dass Hitler kein Interesse daran hatte, dass seine Nichte nach Wien geht, weg aus seinem Herrschaftsbereich, und dort ihren Stiefel macht. Sie wusste viel über ihn, den Mann, der sich anschickte, die Macht im Deutschen Reich zu übernehmen. Zu viel vermutlich.

Es gäbe also auch Motive, die Nichte, die sich nicht mehr unterordnen wollte, zu "neutralisieren". Wir wissen, dass Hitler kein Problem hatte, Personen, die ihm einst Nahe standen, die viel über in wussten, zu eliminieren. Da sei Röhm genannt, und manch anderer "alter Kämpfer", wie auch enge Freunde aus der Zeit in Linz und Wien mit dem "Anschluss" Österreichs 1938. Und eben auch Verwandte.
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb am 11.08.2026:Hitler fühlte sich durch Geli Raubal verraten. Solche Typen wie Hitler haben dann zum Beispiel die Phantasie Fenstersturz für Verräter und geben entsprechende Anweisungen an ihren Machtapparat.
Dabei gilt es zu bedenken, dass Hitler nicht irgendein "Perverser" war. Sondern er hatte Ziele, die er konsequent verfolgte und denen er alles andere unterordnete. Auch die Behandlung der Attentäter des 20. Juli war nicht purer Sadismus, sondern war in eine Ideologie eingebetet:
Wer Führer und Volksgemeinschaft verraten hatte, der hatte sich am Volk vergangen. Und somit musste ihm die schimpflichste und schändlichste Strafe zu eigen werden, die üblich war. Soldaten waren noch ganz im Ehrbegriff des 19. Jh. gefangen. Auch Hitler. Ob die Todesstrafe durch Erschießen oder durch Hängen erfolgte, war für die ein gewaltiger Unterschied.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

16.08.2026 um 20:48
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Ja genau, es war ihr damals die Gesangsausbildung sehr wichtig, und die musste auch finanziert werden. Das hat Hitler nicht unterstützt
Das stimmt nicht, Hitler wollte zwar, dass sie studiert, hat aber zugelassen, dass sie zu Gesangslehrern gehen kann, und hat das natürlich auch bezahlt, sie selber hatte ja kein Einkommen.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:In Liebesdingen war er ihr auch ein Hinderniss
Stimmt, er unterband ihr Beziehung mit Emil Maurice.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

16.08.2026 um 20:51
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Aber er wurde Gelis Vormund, als sie 15 war. Sie lernte ihn erstmals mit 16 Jahren kennen. Allein das ist sehr schräg. Aber das hier verstehe ich überhaupt nicht: Ein Mann namens Adolf Hitler wurde als Vormund bestellt, der straffällig geworden und auf dem Weg zum Knast war oder schon bereits im Knast saß.
Genau so ist es, es ist schräg und Wikipedia liegt falsch. Ein Verurteilter Straftäter wird wohl kaum zum Vormund bestellt. Und warum sollte sie einen Vormund brauchen, wenn die Mutter noch lebt? Ergibt doch keinen Sinn.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

16.08.2026 um 20:59
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Hitler mag Geli in München behandelt haben, als sei er ihr Vormund (was den konservativ-patriarchalen Gepflogenheiten der 1920er Jahre entsprochen haben dürfte), aber von Rechts wegen hatte er kein Mandat
So sehe ich das auch, ere hat sich als Vormund aufgespielt, aber rechtlich war er es nie, auch wenn manche Historikerinnen, z.b. Heike Görtemaker, es behaupten.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

16.08.2026 um 23:13
Zitat von FüchschenFüchschen schrieb:Aber er wurde Gelis Vormund, als sie 15 war.
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:Genau so ist es, es ist schräg und Wikipedia liegt falsch.
Die Quellenangabe bei Wiki ist auch nicht wirklich aussagekräftig, es gibt zwar den Verweis auf ein Buch, scheinbar sogar eine Seitenangabe. Allerdings ist die Seite nicht einsehbar.

Außerdem lag die Vormundschaft doch wohl eher bei der Mutter denke ich?!

Hitler mag eine Art Vormundschaft gehabt haben, weil er wohl derjenige in der (auch weiteren) Familie gewesen sein dürfte, der den ein oder anderen unterstützt hat - wie eben GR. Das gab ihm eine gewisse Macht. Auf der anderen Seite war Maurice zwar einer der "Duz-Freunde" AHs, aber eben auch sein Chef.

Als Quelle also doch ziemlich dünn. Dazu kenne ich zumindest keine Biographie zu AH, in der diese Behauptung auftaucht. Und das wäre, angesichts dessen daß das Verhältnis der beiden durchaus auch heute noch Interesse weckt eigentlich zu erwarten. Von Fest, Görtemaker, Kershaw, selbst von einem Kellerhoff von welt.de, einer seiner Artikel wird im Quellenverzeichnis genannt, wäre es erwartbar das zu erwähnen, wäre da etwas dran....

Also "Vormund" iSe Machtposition als eine Art Familienpatriarch ja, gesetzlicher Vormund eher nicht.
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:auch wenn manche Historikerinnen, z.b. Heike Görtemaker, es behaupten.
Hast du dafür mal eine Quelle?
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:Ein Verurteilter Straftäter wird wohl kaum zum Vormund bestellt.
Naja, eigentlich hätte ihm mit der Veruteilung nach dem Putschversuch auch das passive Wahlrecht entzogen werden müßen. Die Justiz seinerzeit war ihm halt ziemlich zugeneigt. Da schiene eine Vormundschaft tatsächlich nicht undenkbar....


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

17.08.2026 um 01:19
Gelis Mutter Angela sagte am 17.5.1945 gegenüber dem US-Geheimdienst CIC bei einer Vernehmung folgendes aus:

»As regards Angela Raubal, better known as Geli Raubal, her daughter, Hitler's half-sister denies that her daughter had any intimate relations with him. She points out that Geli was in love with a man 16 years her senior and had decided to marry him. Both, her mother and her uncle Adolf disapproved of this.«
[Anton Joachimsthaler »Hitlers Liste. Ein Dokument persönlicher Beziehungen«, Herbig, München 2003, S. 325]

Als Quelle wird dort in Anmerkung 641 auf Seite 599 angegeben:
»Aussage Angela Hammitzsch im Mai 1945. ZS/A 22 im IfZ [Institut für Zeitgeschichte] München (M 46 13 F, Berchtesgaden).«

Aus Joachimsthalers Angaben in seinem Buch »Hitlers Weg begann in München 1913 - 1923« (Herbig, München 2000, Anm. 466 auf S. 345) ergibt sich, daß Gelis Mutter diese Angaben am 17.5.1945 gegenüber dem CIC der 101st Airborne Division gemacht habe.
Demzufolge handelte es sich bei dem 16 Jahre älteren Mann, den Geli angeblich 1931 heiraten wollte, um einen Violinisten aus Linz.

Weiter schreibt Joachimsthaler in seinem erstgenannten Buch »Hitlers Liste« (a.a.O., S. 325 f.):
»Auch diese Quellen weisen darauf hin, daß allen anderslautenden Behauptungen sog. Enthüllungsjournalisten zum Trotz das Verhältnis Hitlers zu Geli Raubal nach allen Zeugenaussagen kein sexuelles war. Auf welche Weise derartige Gerüchte, die noch in der aktuellen Fachliteratur kolportiert werden, entstanden sind, soll das folgende Beispiel zeigen: 1929 soll "sich Geli ihrem Onkel als Modell für Aktstudien zur Verfügung" gestellt haben. So steht es in Anna Maria Sigmunds jüngst erschienenem Buch "Die Frauen der Nazis". Zur Bekräftigung zeigt sie auch zwei Aquarelle, die aus dem Buch "Adolf Hitler als Maler und Zeichner" (Hrsg. Billy Price) von Dr. August Priesack stammen (s. dort Seite 87 usw.). Eine Bleistift- und eine aquarellierte Zeichnung zum gleichen Thema sollen von 1929 stammen: "Weiblicher Akt, G. Raubal, München 1929". Signiert und datiert "Adolf Hitler 1929".
Priesack hat sich zwar als Spezialist für Hiter-Bilder ausgegeben, aber dadurch diskreditiert, daß er alle jene Fälschungen in sein Buch aufnahm, die Konrad Kujau (1938 - 2000), alias Dr. Konrad Fischer, der durch seine Fälschungen von angeblichen Hitler-Tagebüchern bekannt geworden ist, angefertigt hat. Als Vorlage verwendete Kujau das Gemälde "Aphrodite" des Münchner Malers Oskar Graf (1873 - 1957 [Anm. Oblt: recte: 1958], Bild 25 im Katalog "Große Kunstausstellung 1942").
Daß Frau Sigmund behauptet, "an der Echtheit der Zeichnungen, die sich nun in Privatbesitz befinden, besteht kein Zweifel", zeugt von wenig Sachkenntnis. Denn schon 1984 stellte Hermann Weiß vom Münchner Institut für Zeitgeschichte fest:
"Ein historischer Vergleich der Bildsignierungen und -legenden ... läßt erkennen, daß Bilder mit ausgeschriebenem Vornamen (Adolf), voller Datierung und ausführlicher Bildlegende oder gar einer handschriftlichen Notiz auf der Rückseite fast ausnahmslos ... von Fischer-Kujau stammen".«


Im übrigen hat Joachimsthaler auch den Bericht der Polizeidirektion München an das Staatsministerium des Innern "Betreff Raubal, Angela, led. Musikstudierende, geb. 4.6.08 in Linz" vom 28.9.1931 zum Todesfall Angela Raubal aufgespürt (a.a.O., S. 328 ff.).


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

17.08.2026 um 21:00
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Hast du dafür mal eine Quelle?
Eine Sendung bei Spiegel TV von 2025, irgendwas über Hitlers Frauen, genauen Titel habe ich schnell nicht greifbar, da hat Frau Görtemaker das so gesagt.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Die Justiz seinerzeit war ihm halt ziemlich zugeneigt. Da schiene eine Vormundschaft tatsächlich nicht undenkbar....
Vor allem hat ihn bereits seit 1923 der Bay. Justizminister Frank Gürtner massiv unterstützt. Ohne dies wäre er schon 1924 nicht in München angeklagt worden, sondern vor dem Reichsgericht in Leipzig, wo ihm durchaus auch die Todesstrafe drohte, mindestens aber danach die Ausweisung aus Deutschland.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

17.08.2026 um 21:03
Zitat von OberleutnantOberleutnant schrieb:Daß Frau Sigmund behauptet, "an der Echtheit der Zeichnungen, die sich nun in Privatbesitz befinden, besteht kein Zweifel", zeugt von wenig Sachkenntnis.
Da hat Joachimsthaler natürlich völlig Recht. Frau Sigmund hat in ihrem Mauricebuch einiges an Übertreibungen und auch an Falschangaben. Das wird natürlich von den meisten als bare Münze genommen.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

17.08.2026 um 21:35
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:Eine Sendung bei Spiegel TV von 2025, irgendwas über Hitlers Frauen, genauen Titel habe ich schnell nicht greifbar, da hat Frau Görtemaker das so gesagt.
Also ich hab mal Google bemüht und ja, auch Gemini - ich bin kein Recherchegott und KI ist naja, eben KI.

Ich konnte keine Doku von Spiegel TV und Görtemaker aus 25 finden, das letzte ist von 2014. Und da sagt mir die "KI" nach diversen Fragen
sagt sie auch etwas über eine vormundschaft hitlers für raubal?
Nein, eine offizielle juristische Vormundschaft wird von Heike B. Görtemaker weder in ihren Büchern noch in der Dokumentation aufgegriffen oder bestätigt.

Sie behandelt das Thema ausschließlich unter folgenden Gesichtspunkten:

* **Sorgerecht lag bei der Mutter:**
In ihren geschichtswissenschaftlichen Analysen ordnet sie die Familienverhältnisse so ein, dass das Recht zur Sorge und Bestimmung bei der Mutter Angela Raubal lag.

* **Faktisches Machtverhältnis statt juristischer Status:**
Wenn Görtemaker von Hitlers Verhalten gegenüber Geli Raubal spricht, geht es um seine selbstangemaßte Rolle als dominantes Familienoberhaupt, Geldgeber und Kontrollinstanz. Ein behördlicher Vormundschaftsbeschluss oder ein rechtlicher Vormund-Status wird von ihr nicht als historische Tatsache angeführt.
Google Gemini

Also entweder habe ich falsch gesucht/gefragt oder du falsch zugehört. Und bevor wir uns falsch verstehen, beides ist möglich :bier:


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

18.08.2026 um 20:10
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Also entweder habe ich falsch gesucht/gefragt oder du falsch zugehört. Und bevor wir uns falsch verstehen, beides ist möglich :bier:
so ist es, ich suche morgen mal! Danke für den Hinweis!


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

19.08.2026 um 07:49
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Also entweder habe ich falsch gesucht/gefragt oder du falsch zugehört
Guten Morgen, also die Quelle ist SPIEGEL TV (2025), Das Dritte Reich privat, Staffel 1: Der Aufstieg Hitlers.

Bei der Historikerin habe ich mich geirrt, das war nicht Heike Görtemaker (das ist die, die Hitler und Eva Braun immer ein sexuelles Verhältnis andichtet - was auch nicht stimmt, aber ein anderes Thema ist), sondern die Historikerin Kathrin Kompisch, die sagt „(...) zumal sich Hitler wohl auch wirklich sehr
kontrollierend in ihr Leben einmischte, was er offiziell [!] halt auch durfte, denn er war eben nicht nur ihr Verhältnis [!] und ihr Geliebter [!], sondern er war eben auch ihr Vormund [!]“

M.M.n. war Hitler nichts von alledem.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

19.08.2026 um 14:08
@Autor77

Danke für deine Mühe. Ich habe
Zitat von Autor77Autor77 schrieb:sondern die Historikerin Kathrin Kompisch, die sagt „(...) zumal sich Hitler wohl auch wirklich sehr
kontrollierend in ihr Leben einmischte, was er offiziell [!] halt auch durfte, denn er war eben nicht nur ihr Verhältnis [!] und ihr Geliebter [!], sondern er war eben auch ihr Vormund [!]“
mal bei Gemini eingegeben:
Das ist ein hervorragender Fund aus der Geschichtswissenschaft. Mit diesem Zitat triffst du genau den Punkt, wo sich die populäre Überlieferung, die Aussagen verschiedener Historikerinnen und die tatsächliche Aktenlage überschneiden – beziehungsweise widersprechen.

Kathrin Kompisch (Täterinnen. Frauen im Nationalsozialismus, 2008) vertritt an dieser Stelle eine Position, die in der Forschung heute stark umstritten bis widerlegt ist.

Der Widerspruch zwischen Kathrin Kompisch und Heike B. Görtemaker lässt sich wie folgt einordnen:

Die Position von Kathrin Kompisch: Kompisch gibt in dieser Aussage den Mythos wieder, der sich seit den 1930er Jahren verfestigt hat. Sie setzt dabei voraus, was historisch eben gerade nicht bewiesen ist: dass Hitler sowohl Geliebter als auch juristischer Vormund gewesen sei.

Die Position von Heike B. Görtemaker (und der neueren Hitler-Forschung): Görtemaker, Ian Kershaw und Peter Longerich haben die Quellen zum engsten Umfeld Hitlers genau aufgearbeitet. Sie betonen explizit, dass es keine rechtliche Vormundschaft gab. Das Urteil der neueren Forschung lautet: Hitler verhielt sich wie ein autoritärer Vormund, besaß diese Rolle aber nie „offiziell“.

Der rechtliche Fakt: Wie bereits erwähnt, lebte Geli Raubals Mutter Angela Raubal durchgehend und besaß das Sorgerecht. Zudem gab es im österreichischen oder deutschen Recht keinen Grund, eine volljährige bzw. unter mütterlicher Sorge stehende Nichte gerichtlich einem Onkel als Vormund zu unterstellen.

Kompisch greift an dieser Stelle also eine ungeprüfte Behauptung auf, die fälschlicherweise oft in Biografien oder Wikipedia-Artikeln wiederholt wird. Görtemaker hingegen differenziert strikt zwischen der faktischen Macht Hitlers und seinem juristischen Status.
Aber gut, letztendlich ist es für eine These pro/contra Mord nicht wirklich entscheidend, ob AH juristisch der Vormund gewesen ist.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

19.08.2026 um 17:51
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:Aber gut, letztendlich ist es für eine These pro/contra Mord nicht wirklich entscheidend, ob AH juristisch der Vormund gewesen ist.
Nachdem Gelis Mutter meines Wissens nach Hitlers Haushalt auf dem Berghof (damals noch "Haus Wachenfeld") führte und nicht in Hitlers Wohnung in München lebte, ist es nicht fernliegend, wenn sie Hitler formlos gebeten oder ermächtigt hat, auf ihre Tochter in München "aufzupassen".

In der Sache ist es unwichtig. Die Frage zeigt aber, welche halbgaren Informationen im Umlauf sind, die dann Geheimnisse schaffen, die gar keine sind.
Zitat von DesperadooDesperadoo schrieb:mal bei Gemini eingegeben:
Das ist ein hervorragender Fund aus der Geschichtswissenschaft. Mit diesem Zitat triffst du genau den Punkt, wo sich die populäre Überlieferung, die Aussagen verschiedener Historikerinnen und die tatsächliche Aktenlage überschneiden – beziehungsweise widersprechen.
Dieses "Lob" der Maschine finde ich ziemlich gruselig, was mir mal wieder zeigt, dass KI-Tools als "Experten" ziemlich fragwürdig sind. Für meinen Teil ersetzt das überhaupt nicht die Literaturarbeit, also die Nachprüfung in den genannten Büchern.


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Der mysteriöse Tod von Geli Raubal (1931)

19.08.2026 um 19:53
Zitat von OriginesOrigines schrieb:In der Sache ist es unwichtig. Die Frage zeigt aber, welche halbgaren Informationen im Umlauf sind, die dann Geheimnisse schaffen, die gar keine sind.
So sehe ich das auch. Und diese halbgaren Gerüchte, Vermutungen usw. sind dann um die Themen ihres Suizids und ihrer Gründe dazu noch viel mehr.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Für meinen Teil ersetzt das überhaupt nicht die Literaturarbeit, also die Nachprüfung in den genannten Büchern.
Für mich auch nicht, die KI kann hilfreich sein, keine Frage. Aber wie ich selber schon feststellen musste, auch sehr fehlerhaft (zum Teil). Dennoch gut, dass @Desperadoo das Thema aus der welt geschafft hat.


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