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Chinas Sozialkreditsystem

85 Beiträge, Schlüsselwörter: China

Chinas Sozialkreditsystem

30.07.2019 um 17:07
Fedaykin schrieb:Ach Gott, das ganze wäre nur Relevant wenn China denn das Internet so frei geben würde, wie es hier der Fall ist.

Dann könnten wir schauen ob sie wirklich so "Drauf" sind
sorry, den Satz verstehe ich nicht.

FreeWeibo ist kein der chinesischen Kontrolle unterliegender Dienst, die sind im Ausland gehostet und prüfen, welche Beiträge mit welchen Stichworten bei Twitter, Sina und anderen in China verbreiteten Social Networks in China zensiert werden. Daran kann man schon gut erkennen, welche Themen den Menschen dort unter den Nägeln brennen und gleichzeitig, aus welchen Richtungen, bei welchen Themen der Staat sich bedroht fühlt.
Es gibt viele Themen, die diskutiert und auch zensiert werden, aber das sind andere Themen als die, die in den westlichen Medien als vorrangig benannt werden. Sehr viel dreht sich um Korruptionsverdacht von Lokalpolitikern (beispielsweise hier Wikipedia: Wukan_protests , Wikipedia: Shanghai_pension_scandal, aber auch in Form von Gewalt gegen Personen, die solche Korruption aufdecken, wie hier Wikipedia: Wei_Wenhua ), es geht viel um den Komplex der Produktsicherheit (zB. Wikipedia: Sichuan_schools_corruption_scandal ) und mangelnde staatliche Kontrollen von Lebensmitteln (man erinnere sich zB daran: Wikipedia: Chinesischer_Milchskandal , Wikipedia: 2009_Chinese_lead_poisoning_scandal , Wikipedia: Gutter_oil bzw. in Übersicht hier Wikipedia: Food_safety_incidents_in_China ), um Korruption bei Bauprojekten (zB Wikipedia: Chinese_drywall ), um Umweltverschmutzung und illegale Industriebetriebe ( Beispiel Wikipedia: Solar_power_in_China#Controversy ), immer wieder um Skandale, die einflussreiche oder reiche Personen betreffen, die ihre Position zu nutzen versuchen, sich vor juristischen Folgen von Taten zu drücken (Beispiele: Wikipedia: Li_Gang_incident , Wikipedia: Shen_Yang_incident ),


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30.07.2019 um 23:02
otternase schrieb:genau das ist der Kulturchauvinismus, den ich so hasse. Dass manche Menschen in manchen Kulturen anders denken, andere Werte höher achten, Dinge anders einschätzen, dies pauschal damit zu erklären, dass die ja zu doof oder unwissend seien und nur einfach noch nicht die große Weisheit des Westens begriffen haben, ist mehgr als nur arrogant und überheblich, es ist beredetes Zeugnis der Dummheit dessen, der sowas behauptet.
Es ist irrelevant, ob du diesen Kulturchauvinismus den du mir vorwirfst, hasst.
Tatsache ist, dass die individuelle Entfaltungsmöglichkeit vom Staat massiv reguliert wird.
Und dies ist einfach abzulehnen. Du kannst dir die Finger wund schreiben, es ändert an dieser Tatsache nichts. Es ist nicht erstrebenswert, es zu verteufeln ist die Pflicht eines jeden, der die Freiheit liebt.


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31.07.2019 um 07:22
Ich finde ein Punktesystem ist nicht verkehrt solange die Punktevergabe nicht willkürlich und ohne Kontrolle sondern offen und transparent erfolgt. Ausserdem muss die Regelung regelmäßig auf den Prüfstand. Am Ende ist es eine Vereinfachung von Systemen die auch in Demokratischen Staaten nur anders geregelt sind. In D gibt es Steuern und Abgaben auf die nicht erwünschten Verhaltensweisen und Subventionen auf gewünschte oder Sinnvoll erachtete Verhaltensweisen. Es gibt da durchaus noch Dinge wo man Nachlesen könnte.


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31.07.2019 um 09:13
otternase schrieb am 07.05.2019:Und trotzdem war ich völlig FREI von Angst, überfallen zu werden! Berechtigterweise, weil Täter durch extreme Strafen abgeschreckt werden und zudem überall Polizei und Sicherheitsdienste waren, wahrscheinlich ich als Ausländer zudem noch beschattet wurde...
Das kannst du in Japan auch haben und das ist ein freies Land.
Du wirfst mehrere Dinge in einen Topf, die nichts miteinander zu tun haben.

Extreme Strafen schrecken Täter nicht ab, siehe USA: Todesstrafe in vielen Bundesstaaten.
Ich glaube, deine gefühlte Sicherheit hat wohl eher mit letzterem zu tun. Als Ausländer bist du in China nie ganz allein und schon gar nicht auf Geschäftsreisen.

Ich weiß nicht mit welchen Menschen du in China zu tun hast, die die mir begegnet sind, waren alle nicht angetan vom Punktesystem und hatten Angst davor, zumal sie einhellig sagten, dass sie vorher noch einen Hauch von Freiheit gespürt hatten, den dieses Punktesystem natürlich ad absurdum führt.


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31.07.2019 um 10:10
@GranaPadano

1) die Anekdote, die ich da berichtet hatte, bezog sich auf Nordkorea, nicht China

2) wenn man die USA hinsichtlich der Wirksamkeit von scharfen Strafen betrachtet, muss man dies immer sehr differenziert tun. Richtig ist, dass die Kriminalität dort sehr hoch, um ein Vielfaches höher als in Deutschland ist. Richtig ist aber auch, dass seit "Law and Order", seit "Zero Tolerance", seit Einführung von "Three Strikes Rules", seit Einführung von obligatorischen Mindeststrafen (zB. 10-20-Life) etc. die Kriminalität extrem zurückgegangen ist. Beispielsweise ist die Zahl der Morde in New York von 2245 im Jahr 1990 auf 328 im Jahr 2015 zurückgegangen. Noch immer eine hohe Zahl, in ganz Deutschland gab es zB. im Jahr 2017 "nur" 405 Morde, aber eben auch ein beeindruckender Rückgang!
Man muss bedenken, dass es Zeiten gab, da lag die Rate der durch Verbrechen getöteten Menschen in bestimmten US Bundesstaaten (zB Louisiana) höher als zeitgleich in Bürgerkriegsregionen wie dem Sudan!

@miles1701

ja, das muss man auch bedenken: auch wir haben hier diverse Rating-Systeme. Schufa, Bürgel und so weiter machen im Grunde nichts anderes und dienen auch dem gleichen Zweck, nämlich die Vertrauenswürdigkeit von Menschen zu prüfen. Die Unterschiede sind, dass das bei uns durch private Organisationen, in China durch den Staat erfolgt, und dass in China auch das Verhalten im Alltag, insbesondere Straftaten und Ordnungswidrigkeiten dabei einfließen. Was jeweils besser ist, vermag ich nicht zu sagen, ich sehe in beiden Konzepten Vor- und Nachteile...


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31.07.2019 um 13:20
Ich lese hier schon seit einiger Zeit mit und muss manchmal lachen, wenn ich die Argumente für pro China lese.

Wer BBC aufmerksam verfolgt und ebenso die Sondersendungen zu Hong-Kong und dem Konflikt mit der Regierung in Beijing sollte eigentlich informiert sein. Da bedürfte es eigentlich keiner Diskussion.


Passend zur freien Meinungsäusserung:
otternase schrieb:FreeWeibo ist kein der chinesischen Kontrolle unterliegender Dienst, die sind im Ausland gehostet und prüfen, welche Beiträge mit welchen Stichworten bei Twitter, Sina und anderen in China verbreiteten Social Networks in China zensiert werden
Zitat:
Auch für deutsche Wissenschaftler in China hat dies Auswirkungen: Vorlesungsinhalte und Lehrmaterialien von deutschen Gastwissenschaftlern in China würden "Vorprüfungen" unterzogen und auf Übereinstimmung mit den Vorgaben der Kommunistischen Partei kontrolliert, schreibt die Bundesregierung.

Um in Deutschland Einfluss auszuüben, nutzt der chinesische Staat mindestens in einem bekannten Fall offenbar auch Forschungskooperationen: Vor zwei Jahren verlieh die Stadt Weimar ihren Menschenrechtspreis an den in China inhaftierten Professor Ilham Tohti, der der unterdrückten Minderheit der Uiguren angehört. Daraufhin habe die Tongji-Universität Shanghai den Studierendenaustausch mit der Bauhaus-Universität in Weimar komplett eingestellt, sagt Jutta Emes, Vizepräsidentin für Internationalisierung an der Bauhaus-Universität.
https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/china-geht-gegen-deutsche-forscher-vor-politiker-in-berlin-empoert-a-1279526....


Das sieht sehr danach aus, als wenn die Chinesen im Ausland Einfluss nehmen, nech?


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31.07.2019 um 13:49
Bauli schrieb:Wer BBC aufmerksam verfolgt und ebenso die Sondersendungen zu Hong-Kong und dem Konflikt mit der Regierung in Beijing sollte eigentlich informiert sein.
"informiert" sicherlich, aber wie? Gerade BBC würde ich nicht als unabhängige Quelle betrachten.

Zu den Protesten in Hongkong ist mir jedenfalls sehr viel unklar:
initial haben die Menschen dort sicher ein gutes und richtiges Anliegen gehabt, Instrumente politische Verfolgung durch die VR in Hongkong abwehren zu wollen.
Aber dieses Ziel wurde erreicht und trotzdem gehen die Proteste weiter, mit immer wilderen Forderungen und mit zunehmender Gewalt (Sturm auf das Parlamentsgebäude). Was dahinter steckt, ist mir unklar, ich kann es mir nur folgend erklären:

1) Interesse anderer Staaten an einer wirtschaftlichen Schwächung Hongkongs. Entgegen der Vorhersagen von 1997 am Ende der britischen Besatzung ist die Wirtschaftskraft von Hongkong nicht geschwächt, sondern vielmehr extrem gestärkt aus den veränderten politischen Rahmenbedingungen hervorgegangen. Das Bruttoinlandsprodukt von Hongkong hat sich seit 1997 verdreifacht! Trotz extrem gestiegener Wohnkosten ist der Anteil der Bevölkerung unter der Armutsgrenze von ca. 28% in 1997 auf rund 20% in 2015 gefallen. Es mag also durchaus Interessen geben, politische Unruhen zu stiften, um Hongkong wirtschaftlich zu schwächen.

Aber das allein kann meiner Ansicht nach nicht dahinter stecken. Viel verdächtiger ist mir folgendes:

2) Das Hauptanliegen hinter dem geplanten Auslieferungsgesetz war, die Verfolgung von Korruption über die Landesgrenze zu ermöglichen. Es gibt viele reiche Hongkong-Chinesen, die Geschäfte in China machen. Viele Firmen in Hongkong, die Fabriken in Guangdong oder anderswo in China betreiben. Und es gibt auch viele reiche Mainland-Chinesen, die ihr Geld, gewonnen aus "shady business" oder gleich unmittelbar aus Korruption, unter anderem auch nicht wenige Lokalpolitiker, die mit Immobiliengeschäften "nebenher" gut Geld machen, nach Hongkong gerettet haben und es leben in Hongkong heute nicht wenige Personen, die in der VR wegen Korruption auf den Fahndungslisten stehen! Und da auf Korruption in der VR im Extremfall die Todesstrafe steht, haben die ein nicht gerade geringes Interesse daran, eine Zusammenarbeit zwischen den Ermittlungsbehörden von VR und Hongkong zu behindern! Mein Eindruck jedenfalls ist vorwiegend der, dass inzwischen reiche, korrupte Personen Demonstranten "kaufen".

Das ist umso bedauerlicher, weil damit die ursprünglich richtigen und guten Ziele der Demonstrationen mit sowas in den Dreck gezogen werden!


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31.07.2019 um 13:53
otternase schrieb:"informiert" sicherlich, aber wie? Gerade BBC würde ich nicht als unabhängige Quelle betrachten.
Gerade BBC ist eine gute Quelle, weil die Chinesen die Engländer in der Finanzkrise sehr unterstützt haben, die Briten sich aber nicht kaufen lassen. Die Meinung.

Das andere, was Du geschrieben hast, lasse ich mal aus Nachsicht unkommentiert. Ich habe eine andere Meinung dazu.


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