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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

3.261 Beiträge, Schlüsselwörter: Reform, Kosovo, Organspende, Spende, Ausweis, Organ

Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

11.02.2020 um 13:34
kleinundgrün schrieb:Aber das ist ein so minimales Risiko, dass Du gar nicht aus dem Bett aufstehen dürftest, wenn solche winzige Risiken relevant für Dich sind.
Das ist ähnlich wie die Argumentation mancher Impfgegner. Das Risiko einen Impfschaden zu erleiden liegt bei ~1:1250000. Das ist so irrational und verschwindend gering, dass man sich lieber dem deutlich höheren teilweise tödlichem Risiko hingibt. Kaum zu glauben.
wanagi schrieb:Ich kann es mit meinem Gewissen nicht vereinbaren, dass wahrscheinlich einer meine Organe bekommt, der sich das mit dem nötigen Geld schmutzig erkauft hat, solange sowas möglich ist werde ich NICHT spenden.
Aber du kannst es gut mit deinem Gewissen vereinbaren, die anderen ehrlichen Bedürftigen einfach wegen einer verschwindend geringen Wahrscheinlichkeit verrecken zu lassen? Das ist echt ne krasse Einstellung und nicht gerade sozial. Mal angenommen auf 100000 Transplantationen kommt 1 Betrugsfall, dann befürwortest du also eher 99999 Menschen sterben zu lassen, als einem zu helfen der sich einen besseren Listenplatz erkauft hat. Das ist echt heftig und lässt tief blicken.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

11.02.2020 um 13:36
Fennek schrieb:Das ist echt ne krasse Einstellung und nicht gerade sozial.
Meinst du damit das "Warum" oder allgemein nicht spenden zu wollen?


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

11.02.2020 um 13:38
@Geisonik
Es geht mir um die Begründung und Argumentation dahinter, dass man lieber Menschen einzig aus einer eigennützigen unfundierten Begründung sterben lässt. Und selbst wenn man dem Listenplatzkäufer das leben rettet, ist immer noch einem Menschen mehr geholfen, als wenn man niemandem hilft.
Allgemein nicht spenden wollen ist jedem selbst überlassen, aber dann soll man sich nicht durch fadenscheinige Begründungen rausreden, sondern einfach sagen, ich möchte nicht.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

11.02.2020 um 13:44
Fennek schrieb:Allgemein nicht spenden wollen ist jedem selbst überlassen, aber dann soll man sich nicht durch fadenscheinige Begründungen rausreden, sondern einfach sagen, ich möchte nicht.
Nicht jede Begründung ist fadenscheinig und anstatt seine Grundlage der Entscheidung preiszugeben einfach unbegründet absagen hilft auch keinem weiter.
Denn nur wenn man die Gründe kennt kann man einen Weg finden, nicht aber wenn man die Begründung erst gar nicht hören will.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

11.02.2020 um 16:04
@Fennek

Ich wurde ja nach meinen Gründen dafür gefragt, warum ich nicht spenden möchte. Und diese habe ich mitgeteilt. Sie mögen subjektiv oder in Deinen Augen fadenscheinig sein, für mich sind es aber nun mal die für mich ausschlaggebenden Grüne nicht spenden zu wollen.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

11.02.2020 um 16:15
@Silverwind
Es ging mir da weniger um deine Gründe, die ich als fadenscheinig ansah.

Ich hatte folgende Aufstellung aufgestellt, wurde aber gelöscht, da ein anderer Teil des gelöschten Beitrags Antwort auf nen anderen gelöschten war:
Da geb ich dir rech, aber bei den meisten "Begründungen" hier hab ich das Gefühl sie sind
a) nur vorgeschoben um nicht sagen zu müssen "ich will nicht"
b) ein Versuch das Medizinsystem zu bashen
c) nicht wirklich auf realen Zahlen und Fällen fundiert und undurchdacht

Und nach meinem Erachten sind die meisten hier a oder b

Bei Fall c kann man durchaus noch argumentativ entgegenwirken.
Dich würde ich eher - und das ist nicht böse gemeint - in Kategorie c einteilen. Du hast dich damit beschäftigt, nennst auch teils nachvollziehbare Gründe, die aber bei einigen schon die Reaktion hervorgerufen haben, sie argumentativ zu widerlegen bzw. relativieren.

Nur das Argument mit dem "es könnte ein reicher Vordrängler gerettet werden" find ich irgendwie seltsam, denn 1. gibt es dazu in D kaum dokumentierte Fälle, 2. begründest du damit, den anderen Bedürftigen nicht zu helfen, obwohl rein wahrscheinlich es viel eher möglich ist, dass du einem ehrlichen Listenplatz hilfst, als einem Vordrängler und 3. rettet es immer noch ein Leben. Du schadest also den ehrlichen Listenplätzen viel mehr, als dem Vordrängler. Und selbst wenn es nur dadurch ist, dass durch die Spende an den Vordrängler alle anderen wieder aufrücken können, was auch deutlich positiver ist, als die Ausgangssituation.

Jetzt musst (bzw. solltest, niemand kann dich zwingen) du diese Argumente halt mit deiner Einstellung abgleichen und überlegen, ob dich das ggf. überzeugt oder nicht. Das liegt wieder bei dir.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

12.02.2020 um 04:15
Ich halte von Organspenden insgesamt nicht viel, außer vielleicht im engen Familienkreis, wenn man die Empfänger auch wirklich gut kennt und die Folgen ungefähr einschätzen kann. Denn eins will ich ganz bestimmt nicht: dass irgendein Rassist, Faschist, reicher Mega-Egoist, Gewalttäter, religiöser Spinner oder eine andere mir unbekannte Evolutionsbremse mit meinen Organen auch nur eine Millisekunde mehr leben darf, als ihnen das Universum von Haus aus zugeteilt hat. Auf gar keinen Fall. Ich könnte also nur während meiner Lebenszeit spenden.

Außerdem, abgesehen von Kindern und Jugendlichen, die ihr Leben wirklich noch vor sich haben, finde ich dieses krampfhafte, sich mit allen erdenklichen Mitteln am Leben halten wollen auch überaus peinlich, für den größten Predator aller Zeiten, der anderes Leben nach Belieben hunderttausendfach im Sekundentakt ausknipst, einfach so, weil er Bock darauf hat oder es verspeisen will. Aber dann blöd rumheulen, wenn die eigene Zeit abgelaufen ist.
Jo, ganz großes Kino.

Nein, so einem Größenwahn sollte man weder zustimmen noch widersprechen müssen,
wenn man nicht 100 prozentige Gewissheit hat, wessen Leben damit verlängert werden soll.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

12.02.2020 um 06:20
Ursprung schrieb:sich mit allen erdenklichen Mitteln am Leben halten wollen auch überaus peinlich
Was ist daran peinlich?
Vielleicht hast du einfach nix was dir den Willen gibt weiter zu leben, aber eins ist klar: ob peinlich oder nicht, nur derjenige der Lebt kann sich eine Meinung darüber machen, wer Tod ist nicht mehr.
Ich glaube manche haben ein Problem damit sich klar zu machen das der Tod das Ende ist und es kein zweites Level gibt oder einen Neustart am letzten Savegame.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

12.02.2020 um 08:30
Ursprung schrieb:Außerdem, abgesehen von Kindern und Jugendlichen, die ihr Leben wirklich noch vor sich haben, finde ich dieses krampfhafte, sich mit allen erdenklichen Mitteln am Leben halten wollen auch überaus peinlich, für den größten Predator aller Zeiten, der anderes Leben nach Belieben hunderttausendfach im Sekundentakt ausknipst, einfach so, weil er Bock darauf hat oder es verspeisen will. Aber dann blöd rumheulen, wenn die eigene Zeit abgelaufen ist.
Jo, ganz großes Kino.
Ist doch kein Problem.
Du hast bestimmt immer eine Patientenverfügung am Mann, auf der sämtlichen lebensverländernden Massnahmen widersprochen wird.
Hast du das nicht, und davon gehe ich aus, dann bist du nur ein unglaubwürdiger Schwätzer.
Du schwingst hier ja das grosse Wort, aber ich gehe davon aus, dass auch du dir einen entzündeten Appendix entfernen lässt, der beim Durchbruch den Leben beenden könnte, Tetanusimpfung ist dir wahrscheinlich auch lieber als Risus sardonicus usw......
Wenn das richtig ist, dann zeigt dein Rumgeheule eigentlich nur, dass du nicht weiter als bis zur Nasenspitze gedacht hast.
Kann man machen, wirkt aber nicht sonderlich souverän.
Die Erfahrung wird dir gewiss nicht ganz neu sein.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

12.02.2020 um 17:14
Ursprung schrieb:Außerdem, abgesehen von Kindern und Jugendlichen, die ihr Leben wirklich noch vor sich haben, finde ich dieses krampfhafte, sich mit allen erdenklichen Mitteln am Leben halten wollen auch überaus peinlich
Ach, und mit Mitte 20 oder 30 hat man sich diese Chance also schon verspielt, weil zu alt? Bei jemandem, der schon 70 oder 80 Lebensjahre zu verzeichnen hat, okay, vielleicht auch schon mit 60. Aber da sinken die Chancen ja ohnehin schon. Und wo man da die Grenze zieht ...
Ursprung schrieb:Denn eins will ich ganz bestimmt nicht: dass irgendein Rassist, Faschist, reicher Mega-Egoist, Gewalttäter, religiöser Spinner oder eine andere mir unbekannte Evolutionsbremse mit meinen Organen auch nur eine Millisekunde mehr leben darf, als ihnen das Universum von Haus aus zugeteilt hat. Auf gar keinen Fall.
Finde ich schwierig. Genauso kann man doch sagen „Ich will nicht dass ein *liberaler Mensch / Schwuler / Nicht-weißer Mensch / oder jede andere beliebige Bezeichnung* meine Organe bekommt.“ Das nennt man, meines Erachtens nach, Diskriminierung.


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Organspende-Reform: Wie bekennst du dich?

20.02.2020 um 04:04
@Zyklotrop
@Luminita

Ja, natürlich habe ich eine Patientenverfügung, in der solcher Größenwahn ausgeschlossen wird. Wenn ihr mit dem Unwissen leben bzw sterben könnt, nicht zu wissen, was mit eurer verschenkten Zeit passiert, ok. Ich könnte das nicht. Nachher scheiß ich dem Universum ins Getriebe und jemand bekommt es, der damit nur Mist baut.

Vielleicht wird es Organe irgendwann am 3D Drucker geben, dann kann man den Maschinen oder den Programmierern die Schuld geben, wenn das Experiment schief läuft. :Y:


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