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"Es gibt leider Tage, an denen es nichts zu lachen gibt"

25 Beiträge, Schlüsselwörter: Katastrophe, Flugzeugabsturz, Stefan Raab

"Es gibt leider Tage, an denen es nichts zu lachen gibt"

02.04.2015 um 19:34
The show must go on.


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"Es gibt leider Tage, an denen es nichts zu lachen gibt"

03.04.2015 um 01:02
Viele Leute sind betroffen, weil sie sich mit dem Unglück identifizieren können.
Ein normaler, innereuropäischer Linienflug, wohl fast jeder sahs schonmal in so einem.
Zudem noch eine Schulklasse dabei. Eltern denke da natürlich an ihre eigenen Kinder die mal einen Schüleraustausch machen oder gemacht haben.
Insofern wird das nicht nur geographisch viel näher als religiös motivierte Terrorakte in Zentralafrika.

Über den Doppelstandard kann man sich jetzt streiten, aber man kann nicht verleugnen, dass uns Tragödien in anderen Ländern, gerade in 3. Welt Ländern, längst nicht so sehr interessieren wie Tragödien die in einem Umfeld passieren zu dem wir einen Bezug haben.


Dass Comedieshows wegen solchen Vorfällen ausgesetzt werden hat wohl mehr einen Public Demand hintergrund.
Der Vorfall ist präsent in den Gedanken der Leute und Witze zu reißen passt in dem Moment einfach nicht.
Wenn Klaus Kleber in den Heute Nachrichten aber berichtet, dass Boko Haram ein Dorf mit 2000 Menschen niedergemetzelt hat, dann schieben wir das gekonnt zur Seite und haben kein Problem damit kurze Zeit später Stefan Raab dabei zu zu sehen wie er sich über Schnipsel aus dem Nachmittagsfernsehprogramm lustig macht. Keiner denkt mehr an Boko Haram, warum auch?


Viel Spannender finde ich die Frage ob es noch Zynismus ist, wenn diese Meldungen an einem vorbeigehen oder ob man schon ein Soziopath ist.


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"Es gibt leider Tage, an denen es nichts zu lachen gibt"

03.04.2015 um 09:07
1.21Gigawatt schrieb:Viel Spannender finde ich die Frage ob es noch Zynismus ist, wenn diese Meldungen an einem vorbeigehen oder ob man schon ein Soziopath ist.
Das gleiche schoss mir durch die Synapsen.

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Tagtäglich lauft ihr alle an mindestens 15 Obdachlosen vorbei die vermutlich im Winter die Nacht nicht überleben werden- liegt man da Abends im Bett und zerbricht sich den Kopf?
Ich glaub das tun nur die wenigsten.
Shows wie TV Total lenken die Mehrheit einfach vom Elend ab - wer lacht fühlt sich gesünder.
Wir Menschen haben gelernt das Leid anderer einfach komplett zu ignorieren und zu übersehen, weil wir viel zu sehr mit uns selbst beschäftigt sind.
Bei dem Flugzeugabsturz ging das jetzt nicht wril der medial komplett breit gelatscht wird/wurde.
Also musste man als gesamte Show Anteilnahme heucheln - indem man auf die EINE Show verzichtete.


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"Es gibt leider Tage, an denen es nichts zu lachen gibt"

03.04.2015 um 11:38
1.21Gigawatt schrieb:Viel Spannender finde ich die Frage ob es noch Zynismus ist, wenn diese Meldungen an einem vorbeigehen oder ob man schon ein Soziopath ist.
Ich kann darin weder misanthropische Züge erkennen, noch halte ich es für klug hier gleich zu pathologisieren. Wieviel Anteilnahme jemand zeigt, bleibt doch jedem selbst überlassen und wenn jemand keinerlei persönlichen Bezug zu so einer Tragödie hat, reicht doch völlig, wenn er es zur Kenntnis nimmt. Anders ist die Flut derartiger Ereignisse, die uns täglich aus den Medien entgegenschlägt emotional gar nicht zu bewältigen.
Niemand braucht ein schlechtes Gewissen zu haben, weil er keine Trauer fühlt oder es ihm egal ist, solange er sich anständig benimmt und sich nicht respektlos äußert.


Was die Doppelmoral angeht halte ich Raab dabei nicht für ein besonders herausragendes Beispiel. Ziemlich zeitnah zu dem Unglück wurde die Zahl der Verkehrstoten in der EU veröffentlicht, es waren 25.700 in einem Jahr - vergleicht man die Opferzahlen, das Medienecho und die Aufmerksamkeit, die beide Meldungen erhielten, kann man aber schon eindeutig von Doppelmoral sprechen, und das betrifft aber dann so ziemlich alle Teile der Bevölkerung.

Man könnte nun vielleicht argumentieren, dass solche größeren Unglücke und mit ihnen die größere (mediale) Trauer und Anteilnahme auch stellvertretend sind, für die unzähligen Hinterbliebenen von Opfern, die nur in einer Statistik auftauchen und dass das Gedenken im Großformat in solchen Fällen immer auch all jenen gilt, die ein vergleichbares Schicksal teilen.

Man könnte aber mE genauso gut sagen, dass jeder die Lufthansa direkt oder indirekt kennt. Dass jeder jemanden kennt, der in der Schule im Austausch war oder selber mit der Schule verreist ist. Viele waren schon in Spanien im Urlaub oder in Frankreich oder wenigstens in den Alpen. Oder sind mal drübergeflogen. Und irgendwann hat jeder schon mal vergessen, dass der Typ, der da vorne steuert wie eine Maschine und den wir vielerorts gar nicht mehr wahrnehmen, eigentlich ein Mensch ist und Fehler macht. Jetzt ist es plötzlich wieder eingefallen.


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"Es gibt leider Tage, an denen es nichts zu lachen gibt"

03.04.2015 um 13:16
Ach so, ja: Die erste Erklärung wäre mir natürlich lieber, wobei ich glaube, aufrichtiger ist, dass jeder vor allem Angst um seinen eigenen Arsch hat. So gesehen sind bei einer Tragödie wie dieser die Leute bzw. Parteien mit der größten Anteilnahme natürlich auch die Aufrichtigsten. Weiß gar nicht wie man das anders sehen kann.


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