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Das moderne Heidentum

67 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Religion, Götter, Heidentum ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Das moderne Heidentum

09.07.2025 um 23:34
Es gab schon mehrere Versuche, das antike griechische Heidentum wiederzubeleben:.
Hier zwei Beispiele:

  1. Plethon, Georgios Gemistos (ca. 1360 - ca. 1452): Gemistos Plethon, ein byzantinischer (platonischer) Philosoph und Politiker, versuchte, am Ende des (Ost-)Römischen Reiches im 15. Jhd. die Widerstandskräfte durch eine Rückbesinnung auf die alte griechische Religion und Philosophie zu stärken (in Abkehr vom orthodoxen Christentum, das damals überlegte, sich mit dem katholischen Christentum wiederzuvereinigen). Unten ist ein Porträt abgebildet, dass wahrscheinlich Plethon zeigt.
  2. Rassias, Vlas(s)is (1959 - 2019): Vlasis Rassias war ein zunächst griechisch-orthodox geprägter Ökonom, der sich seit Ende der 1970er-Jahre mit poitisch-alternativen Ideen befasste und entsprechende Zeitschriften publizierte. Rassias beschäftigte sich außerdem mit indigenen Kulturen, was ihn dann geistig zurück nach Griechenland brachte und ihn sich mit der altgriechischen Religion beschäftigen ließ. 1997 gründete er mit Freunden den YSEE (Ύπατο Συμβούλιο των Ελλήνων Εθνικών/Ýpato Symvoúlio to̱n Ellí̱no̱n Ethnikó̱n), also den Obersten Rat der Heidnischen Hellenen, der 2017 offiziell als Religionsgemeinschaft anerkannt wurde und für den er bis zu seinem Tode tätig war. Rassias veröffentlichte mehrere Bücher, in denen er u. a. den antichristlichen heidnischen Abwehrkampf der Spätantike beschrieb, für eine Rückbesinnung auf das Heidentum eintrat und organisatorische Vorschläge für dessen Wiederaufbau machte.

Plethon GeorgiosRassias Vlasis



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Das moderne Heidentum

09.07.2025 um 23:44
Zitat von MomjulMomjul schrieb:Es gab schon mehrere Versuche, das antike griechische Heidentum wiederzubeleben:
Und sie sind gescheitert. Gut. Wo es ernst gemeint ist, war es nie tot. Würde es Mode, würde es zur lächerlichen Karikatur (siehe Wicca).


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Das moderne Heidentum

09.07.2025 um 23:53
Einige tausend bekennen sich schon zum Griechischen Heidentum.
Rassias hatte neben seinen religiösen Vorstellungen auch eine Sympathie für die stoische Philosophie (und weitere Ansätze).

Auch in und für Ägypten gibt es solche "Rückbesinnungs-Tendenzen", die aber auch da keine Massenbewegung sind:
Wikipedia: Kemetismus

In Bezug auf Mesopotamien gibt es den Zuismus, der aber eher in Island als Protestform aufgekommen ist.

Konsequenterweise müssten dann die Turkvölker wieder dem Tengrismus huldigen.


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Das moderne Heidentum

10.07.2025 um 14:41
Zitat von AiolodAiolod schrieb:Würde es Mode, würde es zur lächerlichen Karikatur (siehe Wicca).
Was genau ist an etwas so vielfältigem wie Wicca "lächerliche Karikatur"?


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Das moderne Heidentum

11.07.2025 um 03:01
Zitat von paxitopaxito schrieb:Was genau ist an etwas so vielfältigem wie Wicca "lächerliche Karikatur"?
Ganz generell die Behauptung einer uralten Tradition. Das war schon ein albernes Klischee, als es noch auf magische Orden beschränkt war.

Dann die disneyhafte Verkitschung einer so vielgesichtigen wie dunklen und legendären Praktik, der "gehörnte Gott" als kindgerechte Verballhornung Pans, der allen Ernstes behauptete Anspruch, eine Religion zu sein, und die Arroganz, mit der jedes Wicca-Kind sich anmaßt, für das wahre Hexenwesen zu sprechen.

Gardner kam aus dem Dunstkreis des Gauklers Crowley und hat aus dem, was niemals organisiert war, eine organisierte Marke geschaffen.

"Wicca" ist eine Identität, "Hexe" eine Lebensart. Hexen praktizieren, Wiccas posieren. Hexerei ist MMA, Wicca ist Pro Wrestling.

Politisch ausgedrückt:

Punk ist dreckig, räudig und unangepasst.
Kiddie-Punk ist politisch korrekt mit lustigen Frisuren.

Die einen behaupten bei jeder Gelegenheit, Punks zu sein.
Die anderen sind Punks.


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Das moderne Heidentum

11.07.2025 um 06:23
Zitat von AiolodAiolod schrieb:Gardner kam aus dem Dunstkreis des Gauklers Crowley und hat aus dem, was niemals organisiert war, eine organisierte Marke geschaffen.
"Wicca" ist eine Identität, "Hexe" eine Lebensart. Hexen praktizieren, Wiccas posieren. Hexerei ist MMA, Wicca ist Pro Wrestling.
Du machst einen Widerspruch auf der so nicht existiert. Zum einen ist Wicca nicht auf Gardnerianer beschränkt, in Deutschland sowieso nicht.
Reclaiming oder Feen Wicca - um nur Beispiele zu nennen - hat mit Gardner nicht viel zu tun. Die meisten Coven und Wiccaner in Deutschland sind aber ohnehin völlig unabhängig.
Und dann gibt es bei den Wiccanern eben auch genau die, die du als „echte Hexen“ verkaufen willst, Erb Wiccaner die sich auf eine Familientradition berufen die älter als Wicca ist, aber sich eben trotzdem zu dieser Bewegung zählen.
Wicca ist eher ein Sammelbegriff als alles andere und damit geht eben auch deine Kritik irgendwie an der Sache vorbei.


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Das moderne Heidentum

16.07.2025 um 22:38
Auf jeden Fall ist es so, dass die monotheistischen Religionen ziemlich viel hinweggefegt haben.

Einiges von der antiken Kultur davor kann man noch rekonstruieren.
Ich würde aber nicht mehr voll das "Mythologische Bewusstsein" fahren.


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Das moderne Heidentum

24.05.2026 um 04:27
Was haltet ihr von der These, dass Kaiser Julian, der das Heidentum in Rom wieder ans Ruder bringen wollte, während der Perserkriege nicht von einem persischen Speer sondern von einem christlichen Speer aus den eigenen Reihen an der Leber durchbohrt wurde?


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Das moderne Heidentum

25.05.2026 um 00:08
Der Historiker Ammianus Marcellinus, der bei jenem Perserfeldzug Julians zugegen war, spricht immerhin von "einem vagen und ungewissen Gerücht [...], dass Julian durch die Hand eines Römers gefallen sei" (Res Gestae XXV, VI, 6 "rumore iactato incerto, Iulianum telo cecidisse Romano"). Dieses Gerücht sei sogar bis zu jenen Persern gedrungen, welche die Einheit, in der Marcellinus sich befand, angriff. Diese schmähten die angegriffenen Römer, gegen ihren eigenen Chef vorgegangen zu sein. Das Gerücht beinhaltete also nicht, daß eine "Fraktion" aus Opposition heraus Julian getötet habe, sondern daß die Römer schlechthin illoyal wären.

Marcellinus berichtet weiterhin von den letzten Worten des sterbenden Julian (XXV, III, 15-20), in denen der Kaiser froh ist "dass ich nicht durch einen heimlichen Hinterhalt scheide" ("quod non clandestinis insidiis").

https://la.wikisource.org/wiki/Res_Gestae_Libri_XXXI/Liber_XXV


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