Pluto123 schrieb:Metalle sind auch vorhanden und zwar durch das Triebwerk selber. Das Triebwerk glüht wenn es in Betrieb ist und es ist gut möglich das metallische Partikel zu den Abgasen kommen.
Ja, das ist wissenschaftlich nachgewiesen. Eine Studie von Abegglen et al. (2016) untersuchte die Abgase dreier Flugzeugtriebwerke und identifizierte verschiedene Metalle, darunter Eisen, Chrom, Aluminium, Nickel und Kupfer. Als mögliche Quellen wurden Bestandteile des Flugzeugtreibstoffs, Schmieröle des Triebwerks und Materialabrieb innerhalb des Triebwerks identifiziert. Die Forschenden konnten die Metallpartikel allerdings nicht eindeutig einer dieser Quellen zuordnen.
Vgl.
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S1352231016302424
alhambra schrieb:Nö, die Frage stellt sich nicht. Natürlich haben Kondensstreifen Einfluss auf das Klima.
So ist es, auch das ist mittlerweile gut erforscht. Kondensstreifen können zwei gegenläufige Wirkungen entfalten:
Tagsüber: Sie reflektieren einen Teil der Sonnenstrahlung und können dadurch abkühlend wirken. Gleichzeitig halten sie einen Teil der Wärmestrahlung zurück und wirken dadurch erwärmend. Welcher Effekt überwiegt, hängt von den jeweiligen Bedingungen ab.
Nachts: Da keine Sonnenstrahlung vorhanden ist, entfällt der kühlende Effekt. Kondensstreifen behindern weiterhin die Abgabe von Wärmestrahlung ins Weltall und wirken dadurch erwärmend.
Über längere Zeiträume und global betrachtet überwiegt nach dem gegenwärtigen Forschungsstand die erwärmende Wirkung. Besonders interessant ist zudem, dass auch Kondensstreifen, die sich innerhalb bereits vorhandener Zirruswolken bilden, zusätzliche Erwärmung verursachen können.
Dabei geht es nicht nur um die unmittelbar sichtbaren Streifen. Unter geeigneten atmosphärischen Bedingungen können sie sich ausbreiten und größere, länger bestehende Wolkenfelder bilden.
Vgl.
https://www.nature.com/articles/s41467-025-66231-8
zaeld schrieb:Ich meine mich zu erinnern, dass nach 9/11 und dem totalen Flugverbot und den fehlenden Kondensstreifen eine Temperaturänderung deutlich messbar wurde.
Jein. Die ursprüngliche Interpretation wurde in mehreren Fachpublikationen infrage gestellt. Du beziehst dich hier wahrscheinlich auf die von Travis et al. (2002) veröffentlichte Untersuchung zum nahezu vollständigen Stillstand des zivilen Flugverkehrs über den USA vom 11. bis zum 14. September 2001. Die Autoren stellten fest, dass die durchschnittliche tägliche Temperaturspanne, also die Differenz zwischen Tageshöchst- und Nachttiefsttemperatur (die Abweichung betrug 1,8 °C) zu dieser Zeit ungewöhnlich groß war.
vgl.
https://www.nature.com/articles/418601aUmfangreichere Klimadaten und Modellierungen lieferten indes jedoch keine ausreichenden Belege für den ursprünglich angenommenen großen Einfluss der Kondensstreifen. Die vergrößerte Temperaturspanne wird vor allem auf Veränderungen der natürlichen tiefen Bewölkung zurückgeführt.
vgl.
https://journals.ametsoc.org/view/journals/clim/21/19/2008jcli2255.1.xmlhttps://agupubs.onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1029/2008GL036108
prof.bunsen schrieb:Wird schon ein wenig sein. Betonung auf wenig. Vielleicht im mg-Bereich über tausende km.
Jup. Ein gewisser Materialverschleiß ist technisch normal und wird bei Wartungen berücksichtigt. Die Freisetzung mikroskopisch kleiner Metallpartikel bedeutet daher keineswegs, dass ein Triebwerk innerhalb kurzer Zeit unbrauchbar wird.