Es wird zwar etwas offtopic, wenn es zu schlimm wird, können wir auch woanders hin wechseln.
prof.bunsen schrieb:Ich wills mal so sagen: das ist Quatsch was Du schreibst. Es gibt keinen nach unten gerichteten Luftstrom.
Das ist aber das Prinzip des Fliegens. Das Flugzeug hält sich bildlich gesprochen an der Luft fest, dass es nicht herunter fällt. Da die Luft aber keine feste Verbindung zum Boden hat, wird sie zwangsläufig nach unten gezogen und damit nach unten beschleunigt.
Eine Tragfläche biegt den Luftstrom ein bisschen nach unten um, und damit erhält die Luft eine Abwärtskomponente, ohne dem funktioniert es nicht.
Man kann auch mit Impulserhaltung argumentieren. Die Gravitation bewirkt eine ständige Impulsänderung auf das Flugzeug. Damit sich das Flugzeug aber gleichförmig weiterbewegt, muss die Impulsänderung weitergegeben werden, und zwar an die Luft. Eine Impulsänderung auf die Luft heisst Beschleunigung nach unten.
prof.bunsen schrieb:Schneidet der Flügel durch die Luft, bleibt dieser Druck unterhalb des Flügels unverändert, während oberhalb des gebogenen Flügels die Luft eine längere Strecke zurück legen und daher schneller fließen muss und sich dadurch der Druck verringert.
Und genau das ist es, was ich mit der schlechten Erklärung meine: Die Luft steht still, nur der Flügel bewegt sich durch die Luft. Die Luft muss keine längere Strecke zurücklegen, da sie sich gar nicht bewegt. Mal ganz anschaulich: Da sind zwei Luftteilchen vertikal übereinander, völlig in Ruhe. Dann kommt eine Tragfläche daher und bewegt sich zwischen den Teilchen durch. Das untere Teilchen bleibt vereinfacht gesagt in Ruhe, und das obere wird ein Stück nach oben geschoben. Wenn die Tragfläche durch ist, geht das obere Teilchen wieder an seinen Ursprungsort zurück. Horizontal bewegt sich das obere Teilchen überhaupt nicht und muss deshalb auch keine längere Strecke zurücklegen. Die einzig längere Strecke ist die Auf- und Abbewegung, die das untere stillstehende Teilchen nicht macht.
Natürlich kommt immer der Einwand, es spielt keine Rolle, was sich durch was bewegt. Stimmt ja prinzipiell auch, aber dann sollte das ganze auch mit stehender Luft und einer sich bewegenden Tragfläche erklärbar sein.
Oft besteht auch die Meinung, das ein Helikopter auf einem nach unten gerichteten Luftstrom fliegt, also das ein "Ventilator" soviel Luft nach unten bläst, dass er abhebt. Auch das ist falsch, die Rotoren funktionieren wie der Flugzeugflügel und werden durch eine Druckdifferenz nach oben gedrückt. Aufgewirbelter Staub ist auf die Verwirbelung hinter den Rotorflügeln zurück zu führen.
Auch da ist es dasselbe Prinzip, wie du schon sagst, aber Ziel des ganzen ist es eben, die Kraft, die durch die Gravitation auf das Flugzeug wirkt, auf die Luft umzulenken. Und damit wird Luft nach unten beschleunigt. Tragflächen machen das ganze eben nur sehr effizient, weil es unnötige Verwirbelungen vermeidet. Aber die Wirbel, die man hat, sind keine unerwünschten Nebeneffekte, sondern darauf beruht das ganze, weil die Luft im Bereich der Tragflächen nach unten beschleunigt wird, und die Luft neben den Tragflächen nicht.