bornheim schrieb:Interessant, danke. Das mit den Falschteilen war mir so nicht bewusst, ich hätte gedacht dass das strenger überwacht bzw. besser nachzuvollziehen ist.
Ja das Problem ist größer als man normalerweise annehmen würde, weil ja die Standards in der Zivilluftfahrt generell als äußerst hoch und streng wahrgenommen werden, was zumindest in Europa, Nordamerika, Australien aber auch in Teilen Südamerikas und Teilen des nahem Ostens oder Fernost zutrifft. Dennoch tauchen auch in Europa gefälschte Ersatzteile auf, deren Herkunft verschleiert wird und deren Herstellung häufig in Fernost (billig vom Original kopiert) vermutet wird. Das ist sehr gefährlich. Es gab auch schon vereinzelte Abstürze deswegen. Zum Glück werden fast alle dieser Teile rechtzeitig erkannt.
Afrika ist größtenteils ein Entwicklungsland, was Flugsicherheit, Standards, Ausrüstung, Vorschriften und die Kontrolle deren Einhaltung angeht. Natürlich gibt es renommierte Airlines, deren Standards und Sicherheit absolut mit denen z.B. europäischer Fluglinien mithalten kann. Ethiopian Airlines ist ein sehr gutes Beispiel dafür. Sie ist sogar Mitglied der Star Alliance der Lufthansa und zigfach preisgekrönt. Dennoch gibt es viele schwarze Schafe, vor allem kleine, regionale Airlines, die auf veraltetes Fluggerät setzen, kein Geld in Sicherheit investieren und teilweise schlecht ausgebildete Piloten zu Hungerlöhnen einsetzen. Ein weiteres Problem ist auch die mangelnde Abdeckung des Kontinents mit Radar und Controllern (ATC also Air Traffic Control), Sprachprobleme, mangelnde Organisation, mangelnde Einhaltung vorhandener Vorschriften, mangelnde generelle Sicherheit und Kontrollen im Allgemeinen. Dazu die bereits angesprochene Korruption. So etwas ermöglicht überhaupt solche Verbrechen wie dieses hier.