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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

16 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Peru ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 00:26
Mysteriöser Vermisstenfall: Gießener Student verschwindet 2007 in Peru – und Jahre später taucht ein seltsames Plakat aus dem Amazonasgebiet auf

Ich bin gerade eher zufällig auf einen Vermisstenfall gestoßen, über den ich erstaunlicherweise vorher noch nie etwas gehört hatte. Und obwohl der Fall schon fast 20 Jahre zurückliegt, findet man im Internet so gut wie nichts darüber.

Es geht um einen Deutschen aus Gießen, Jahrgang 1969, der in Gießen gelebt und studiert hatte. Mitte der 2000er Jahre wanderte er offenbar nach Peru aus.

Das letzte bekannte Lebenszeichen stammt aus dem November 2007. Damals telefonierte er noch mit seinen Eltern, die im Gießener Umland leben. Danach verliert sich seine Spur komplett.

Erst 2009 meldeten ihn seine Eltern bei der Polizei als vermisst. Warum zwischen dem letzten Kontakt und der Vermisstenmeldung ungefähr zwei Jahre lagen, geht aus dem Artikel leider nicht hervor.

Was ich besonders merkwürdig finde: Wenn man heute nach dem Mann sucht, findet man offenbar praktisch keine Informationen über ihn. Keine ausführlichen alten Vermisstenmeldungen, keine Berichte über eine damalige Suche, kaum biografische Angaben. Laut Gießener Allgemeiner gibt es im Netz im Grunde nur einen einzigen konkreten Hinweis.

Und genau der ist ziemlich seltsam.

Die Zeitung schreibt:

> „Wer im Internet stöbert und seinen Namen googelt, stößt nur auf einen einzigen Hinweis.“

Dabei handelt es sich um ein spanischsprachiges Plakat mit der Überschrift „Verschwundene im Amazonasgebiet“.

Auf diesem Plakat sind vier vermisste Personen abgebildet: ein Student, ein französischer Professor, ein US-amerikanischer Ingenieur und der Mann aus Gießen.

Über den Deutschen stehen dort unter anderem Angaben wie:

> „Deutscher von der Universität Gießen“

sowie die Beschreibung

> „groß und dünn“

und

> „kastanienbraune Augen“.

Das Plakat dürfte ungefähr 2010 oder 2011 entstanden sein, weil der Vermisste dort als 41 Jahre alt angegeben wird.

Und dann wird es noch merkwürdiger: Dieses Plakat wurde laut Zeitung in einer Internetgruppe diskutiert, in der das Verschwinden der vier Personen mit einem indigenen Stamm im Amazonasgebiet an der Grenze zwischen Peru und Brasilien in Verbindung gebracht wurde.

Ob dafür jemals irgendwelche Belege existierten, ist völlig unklar. Der Artikel formuliert das entsprechend vorsichtig. Danach scheint die Spur einfach abzubrechen.

Die Zeitung bringt es ziemlich treffend auf den Punkt:

> „Das war‘s. Mehr nicht.“

Mich würde wahnsinnig interessieren, woher dieses Plakat ursprünglich stammt. Wer hat diese vier Personen zusammengestellt? Warum gerade diese vier? Sind sie tatsächlich in derselben Region verschwunden? Kannten sie sich oder verschwanden sie zu unterschiedlichen Zeitpunkten? Und auf welcher Grundlage wurde der Gießener überhaupt dem Amazonasgebiet zugeordnet?

Denn eigentlich wissen wir aus den offiziellen Angaben zunächst nur, dass er sich zuletzt in Peru aufhielt.

Seine Eltern wollten inzwischen offenbar Gewissheit und beantragten schließlich seine Todeserklärung. Im August 2025 leitete das Amtsgericht Gießen ein Aufgebotsverfahren ein. Der Vermisste wurde öffentlich aufgefordert, sich zu melden; ebenso sollten sich Menschen melden, die etwas über seinen Verbleib wissen.

Das Ergebnis laut Gericht:

> „Es gab keine Meldung.“

Auch Nachforschungen über das deutsche Konsulat in Lima, die International Commission on Missing Persons und den Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes brachten offenbar nichts.

2026 wurde der Mann schließlich offiziell für tot erklärt. Im Beschluss heißt es:

> „Der Verschollene, deutscher Staatsangehöriger, zuletzt unbekannten Aufenthalts in Peru, wird für tot erklärt.“

Als formeller Todeszeitpunkt wurde rückwirkend der 31. Dezember 2018 um 24 Uhr festgesetzt. Das bedeutet natürlich nicht, dass bekannt wäre, dass er an diesem Tag gestorben ist. Das Datum ergibt sich aus den gesetzlichen Regeln für Verschollene.

Was mich an dem Fall beschäftigt, ist gerade diese unglaubliche Informationsleere. Ein deutscher Student bzw. ehemaliger Student verschwindet in Peru, seine Familie hört seit 2007 nichts mehr von ihm – und fast zwei Jahrzehnte später scheint online kaum etwas über seinen Fall auffindbar zu sein.

Und dann existiert ausgerechnet dieses merkwürdige spanische Plakat mit vier verschwundenen Ausländern im Amazonasgebiet.

Ich musste beim Lesen tatsächlich an Kris Kremers und Lisanne Froon denken. Natürlich liegen Panama und die mutmaßliche Region dieses Falls Hunderte bzw. weit über tausend Kilometer auseinander und es gibt keinen bekannten Zusammenhang. Ich meine damit eher dieses bedrückende Grundmotiv: Europäer verschwinden in einer abgelegenen Region Lateinamerikas, es gibt nur sehr wenige gesicherte Informationen und irgendwann entstehen im Internet Theorien darüber, was ihnen zugestoßen sein könnte.

Beim Gießener Fall finde ich die Informationslage allerdings fast noch rätselhafter.

Mich würden vor allem drei Dinge interessieren: Wo ist das Original dieses Vermisstenplakats? Wer waren die anderen drei abgebildeten Vermissten? Und warum wurden ausgerechnet diese vier Fälle miteinander verbunden?

Vielleicht findet ja jemand mit besseren Spanischkenntnissen oder Kenntnissen über alte südamerikanische Foren noch etwas dazu.

Quelle: Gießener Allgemeine, 17.05.2026, „Gießener wird nach 19 Jahren für tot erklärt – mysteriöses Plakat im Amazonasgebiet“
Quelle: https://www.giessener-allgemeine.de/giessen/ein-giessener-wird-nach-19-jahren-fuer-tot-erklaert-94308340.html


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 09:51
Was mich an dem Fall beschäftigt, ist gerade diese unglaubliche Informationsleere. Ein deutscher Student bzw. ehemaliger Student verschwindet in Peru, seine Familie hört seit 2007 nichts mehr von ihm – und fast zwei Jahrzehnte später scheint online kaum etwas über seinen Fall auffindbar zu sein.
@audreyhorne
Aber das ist doch bei vielen hunderten bzw. tausenden langzeitvermissten nicht anders.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 10:05
Wenn man sich den Sucheintrag des Vermissten bei Interpol ansieht, fällt auf, dass selbst der Hinweis "groß" auf dem Suchplakat sehr fragwürdig ist. Der Verschollene war 1,72.
https://www.interpol.int/en/How-we-work/Notices/Yellow-Notices/View-Yellow-Notices#2019-75916

Ansonsten frage ich mich ernsthaft, was die Zeitung mit diesem nichtssagenden inhaltsleeren Gelaber bezwecken will. Schade um das Papier, auf dem dieser Artikel gedruckt wurde. Entweder man will eine Geschichte über einen Vermissten machen, dann muss man mit den Eltern sprechen und Butter bei die Fische tun, oder man macht völlig unabhängig einen drögen Bericht, wie Todeserklärungen bei langjähriger Verschollenheit ablaufen. Aber so ist das einfach nur öde, sinnlos und ärgerlich. Weder Fisch noch Fleisch und ein journalistisches Armutszeugnis.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 11:29
Nochmal Datenschutzkonform: https://groups.google.com/g/filhos-do-ser/c/xvqGDUBf3mY
IMG 7496


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 12:46
Zitat von Dr.EdelfroschDr.Edelfrosch schrieb:Aber das ist doch bei vielen hunderten bzw. tausenden langzeitvermissten nicht anders.
Das stimmt, und vor allem muss man bedenken, dass damals solche Dinge noch nicht so sehr über das Internet verbreitet wurden wie heute.

Und auch wenn man zu anderen Fällen heute "mehr" findet, dann muss das auch nicht bedeuten, dass es inhaltlich "mehr" ist. Durch die florierende True-Crime-Industrie gibt es dann halt fünf Videos und zehn Podcasts in denen aber auch nur die gleichen dürren Fakten nacherzählt werden.
Zitat von hopkirkhopkirk schrieb:Ansonsten frage ich mich ernsthaft, was die Zeitung mit diesem nichtssagenden inhaltsleeren Gelaber bezwecken will. Schade um das Papier, auf dem dieser Artikel gedruckt wurde.
Das wird wohl mal wieder so ein Fall sein, wo man irgendwie noch die Seite vollkriegen musste. Und weil irgendwas mit "mysteriöses Verschwinden" immer gut kommt, wird halt der Praktikant mit der KI an sowas drangesetzt. Ohne natürlich die Zeit und die Ressoucen für eine richtige Recherche zu haben.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 16:45
Hier etwas zu dem Franzosen

https://www.majorcadailybulletin.com/news/local/2004/02/13/8943/fears-for-majorcan-lost-the-amazon.html

Zu den anderen beiden findet man nicht viel, nur Beiträge bei yt und fb, eben dass sie vermisst werden.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 18:21
Zitat von Dr.EdelfroschDr.Edelfrosch schrieb:Aber das ist doch bei vielen hunderten bzw. tausenden langzeitvermissten nicht anders.
Der Fall "Kenntemich" war nicht einmal lokal ein großes Ding. Sagt mir 0,0.

Selbst die Eltern meldeten ihn erst nach knapp zwei Jahren als vermisst.

Scheint Typ Einzelgänger gewesen zu sein.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 18:55
Wenn jemand im peruanischen Urwald verschwindet, kann es auch schwer sein, überhaupt noch Spur von ihm aufzunehmen.

Falls dem Vermissten in abgelegenem Gelände oder einem Seitenarm des Amazonas etwas zugestoßen sein sollte, könnten seine sterblichen Überreste in kurzer Zeit rückstandslos verschwunden sein.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 18:58
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Selbst die Eltern meldeten ihn erst nach knapp zwei Jahren als vermisst.

Scheint Typ Einzelgänger gewesen zu sein.
Es wirkt so ein bisschen, als hätte da jemand "alle Brücken hinter sich abgebrochen" als er nach Peru gegangen ist und mit kaum jemandem (oder sogar niemandem?) in D mehr Kontakt gehabt.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 19:04
Zitat von hopkirkhopkirk schrieb:Wenn man sich den Sucheintrag des Vermissten bei Interpol ansieht, fällt auf, dass selbst der Hinweis "groß" auf dem Suchplakat sehr fragwürdig ist. Der Verschollene war 1,72.
Naja, die Durchschnittsgröße der Männer in Peru liegt bei 1,64m...für ein lokales Suchplakat wäre die Angabe "groß" bei 1,72m schon gerechtfertigt.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 19:29
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Es wirkt so ein bisschen, als hätte da jemand "alle Brücken hinter sich abgebrochen" als er nach Peru gegangen ist und mit kaum jemandem (oder sogar niemandem?) in D mehr Kontakt gehabt.
Das ist mein Eindruck, ja.

Ich kenne durch persönliche Erfahrung Leute, die ähnliches getan haben, aber dennoch Kontakt zu alten Freunden hielten bzw. sich bestimmte "Retreats" mit Gleichgesinnten suchten, um trotzdem noch einen Gemeinschaftssinn zu erleben, keine komplette Entwurzelung.

Aber im Fall Kenntemich scheint es sich um eine Abschottung der extremen Form gehandelt zu haben.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

17.08.2026 um 20:01
Zitat von ÜbergoldÜbergold schrieb:Aber im Fall Kenntemich scheint es sich um eine Abschottung der extremen Form gehandelt zu haben.
Man weiß ja z. B. auch nichts über das Verhältnis zur Familie - möglicherweise (!) war es auch nicht besonders gut, so dass man sich lange Zeit nicht darüber gewundert hat, dass er sich nicht meldete.

Und vielleicht haben ja auch praktische Zwänge dazu geführt, dass man schließlich eine Vermisstenanzeige gestellt hat.

Z. B. kann man ja jemanden bei einer Erbschaftsangelegenheit nicht einfach übergehen nur weil man ihn nicht erreichen kann und nicht weiß, wo er sich aufhält. Da geht man ja vielleicht gar nicht mal so sehr davon aus, dass jemandem etwas zugestoßen ist, aber man möchte einfach die Sache offiziell untersuchen lassen.

Aber, ich möchte es betonen, das ist alles Spekulation.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

18.08.2026 um 16:15
Auf dem Plakat steht 1,73 m alto. Das bedeutet nicht, dass er groß ist, sondern eher "Größe 1,73 m", würde ich sagen.


Er hat sich für Tabak und Heilpflanzen interessiert, lange Wanderungen unternommen.
Der französische Student hat sich ebenfalls für Heilpflanzen interessiert, für Getreideanbau und Fischen in Flüssen,
der Französischlehrer hat Kinder der Yagua fotografiert, und der Ingenieur hatte Kontakt zu einer religiösen Gruppe.

Das Plakat ist lt. dem Link im Zusammenhang mit einer brasilianischen religiösen Gruppierung (Santo Daime) abgebildet, die bei ihren Gottesdienstes den offenbar bewusstseinserweiternd wirkenden Ayahuasca-Tee trinkt, und Schlagworte wie Kannibalismus und Morde stehen in der Headline.
Die Unterschrift des Plakats lautet: "Gefoltert, ermordet und verspeist von Huni Kuin (ein indigenes Volk) im Zusammenhang mit Santo Daime in satanischen Ritualen".
Sorry aber das dürfte in Richtung Verschwörungstheorie gehen.

Natürlich wäre aber denkbar, dass die Vermissten mit bewusstseinserweiternden Drogen experimentierten und den Konsum nicht vertragen haben.


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

19.08.2026 um 16:58
Mich irritiert etwas der Nachname des deutschen Vermissten auf dem Plakat: Kenntemich-Pucallpa. Hatte er Wurzeln im Gebiet der Vermissung?


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

19.08.2026 um 17:32
Ich tippe da eher auf eine Ungenauigkeit bei der Textgestaltung. Vermutlich sollte das Pucallpa in die zweite Zeile, so wie bei den drei anderen Vermissten auch - Ort und Jahreszahl in Zeile 2. Bei dem deutschen Vermissten ist es noch in die Zeile 1 gewandert.

Wahrscheinlich hat er sich einfach zuletzt in Pucallpa aufgehalten.

Was die Angabe "alto" betrifft, sehe ich es so wie auch @Tita1992


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Gießener Student verschwindet 2007 in Peru

19.08.2026 um 18:25
Unter dem Link von @audreyhome finden sich auch weitere Links zu Videos.
Unter anderem spricht der Vater des "französischen" Studenten, der vor Ort nach seinem Sohn gesucht und mit anderen Vermissten gesprochen hat. (Ich habe es aber noch nicht ganz angeschaut)


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