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Vier Tote auf Waldparkplatz bei Annecy

1.929 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: 2012, Frankreich, 1952 ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Vier Tote auf Waldparkplatz bei Annecy

08.09.2026 um 12:50
Zitat von DewDew schrieb:Ich halte es für die Polizei für sehr schwierig, eine innerfamiliäre Konfliktsituation via Videomaterial als ungewöhnlich oder gar bedrohlich überhaupt zu erkennen, wenn nicht gerade handfeste Auseinandersetzungen zu sehen sind. Ein Verwandter oder Verwandte hätten es umgekehrt leicht, ihre Anwesenheit bei ihren Verwandten oder in der Nähe zu erklären.
Entschuldige, ich habe mich da unklar ausgedrückt. Das gesichtete Videomaterial betrifft die Anreise der Opfer. Hier sind meines Wissens nach Stunden von Videomaterial gesichtet worden, ob der BMW der Al-Hillis verfolgt wurde. Ich habe damit nicht gemeint, dass Videomaterial bezüglich des sozialen Miteinanders der Opferfamilie gesichtet wurde. Vielleicht auch, aber das ist mir nicht bekannt.
Zitat von DewDew schrieb:Ich denke, ein Iraker in Frankreich wird , wenn gewünscht, dort ohne Probleme Kontakt zu ansässigen Irakern erhalten, die ihm in einer "Familienangelegenheit" gerne weiterhelfen.
Nun gut, aber dann muss der ortsansässige Iraker entweder selbst die 06 besorgen, oder aber jemand externes beauftragen. Dies wäre dann ein Durchbrechen der Familienbubble.
Zitat von DewDew schrieb:Die Luger hat einen guten Ruf ( besser jedenfalls, als Du ihn hier unterstellst ) und ich würde es für riskant halten, aus England raus und nach Frankreich rein eine Waffe zu transportieren. Ohne so ein Ding im Gepäck ist man einfacher Tourist. Vor Ort beschafft, vor Ort entsorgt, keine Spur nach England.
Ich will die Luger, egal ob 06 oder 08, hier schlecht machen. Der gute Ruf zu Dienstzeiten ist mir absolut bekannt. Diese aber mittlerweile tlw. über 100 Jahre alten Schätzchen können durchaus etwas mitgemacht haben und sei es unzureichende Wartung und Pflege. Dazu verträgt der Kniegelenkverschluss dauerhaft keine starken (neuzeitlichen) Ladungen. Hier kann bei entsprechender Kombination aus Widrigkeiten durchaus eine Gefahr für den Schützen bestehen.
Das Argument mit der Spurverschleierung nach Großbritannien lasse ich gelten. Aber dann besorge ich mir keine 06.

Ich störe mich halt massiv an der Tatwaffe. Der Fall steckt voller Internationalität und als Tatwaffe kommt eine von mir lokal vermutete Museumspistole, die von Alm-Öhi zu Alm-Öhi weitergegeben wurde, zum Einsatz?
Zitat von DewDew schrieb:
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich möchte den Waldschrat, der bewaffnet durch die Wälder streift und bei einer falschen Triggerung zum Mörder wird, nicht ausschließen.
Ausschließen kann man den natürlich nicht a priori. Was mir bei solchen hypothetischen Gestalten oft fehlt, ist eine Vorgeschichte oder ein Nachgang. Die tauchen nicht plötzlich auf, metzeln eine Familie nieder und tauchen dann wieder ab.
So ein Typ hätte schon vorher mal einen großen BMW zerkratzt, britische Touristen angepöbelt oder was gegen Iraker gehabt. Und nachher weiter. Den hätte man in der Gegend gekannt.
Das lasse ich gelten. Mir ist der Durchlöcherungsgrad der dortigen Verkehrsschilder vor der Tat auch nicht bekannt.


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Vier Tote auf Waldparkplatz bei Annecy

08.09.2026 um 13:44
@Gast_01
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Entschuldige, ich habe mich da unklar ausgedrückt. Das gesichtete Videomaterial betrifft die Anreise der Opfer. Hier sind meines Wissens nach Stunden von Videomaterial gesichtet worden, ob der BMW der Al-Hillis verfolgt wurde.
Danke für die Präzisierung. Das sind natürlich zwei völlig unterschiedliche Beobachtungsfelder.
Mir ging es dabei um die als im weiteren Sinne "eilig" beschriebene Abreise aus England. Teilweise war sogar von fluchtartig die Rede, wenn ich mich recht erinnere.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Nun gut, aber dann muss der ortsansässige Iraker entweder selbst die 06 besorgen, oder aber jemand externes beauftragen. Dies wäre dann ein Durchbrechen der Familienbubble.
Nicht unbedingt aber ein Durchbrechen der Irakerbubble.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich will die Luger, egal ob 06 oder 08, hier schlecht machen.
Das hab´ ich schon gemerkt....;-)

Aus dem Kontext schließe ich, dass sich Dir hier ein "nicht" verflüchtigt hat.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Der gute Ruf zu Dienstzeiten ist mir absolut bekannt. Diese aber mittlerweile tlw. über 100 Jahre alten Schätzchen können durchaus etwas mitgemacht haben und sei es unzureichende Wartung und Pflege. Dazu verträgt der Kniegelenkverschluss dauerhaft keine starken (neuzeitlichen) Ladungen. Hier kann bei entsprechender Kombination aus Widrigkeiten durchaus eine Gefahr für den Schützen bestehen.
Du hast völlig recht. Der gute Zustand, der einem bei gehegten und gepflegten Sammlerstücken, die selbstverständlich nur mit selbstgeladener Munition geschossen werden, begegnet, ist nicht für alle Exemplare anzunehmen.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Das Argument mit der Spurverschleierung nach Großbritannien lasse ich gelten. Aber dann besorge ich mir keine 06.
Wenn auf dem Tisch Deines "local weapontraders" ein Dutzend Vorderladerrevolver mit Perkussionszündung, drei 1911er mit fünf Schuss Munition und eine 06 mit einer halben Schachtel voll Munition und ansonsten nur ausrangierte Schrotflinten oder Repetierbüchsen rumliegen, dann ist die Wahl leicht, oder?

Was ich damit sagen will, auf dem Schwarzmarkt findet sich bei entsprechender Zeitbegrenzung manchmal nicht die ideale Ware. Stelle mir das vor, wie einen illegalen Flohmarkt. Das wäre mein Erklärungsansatz. Zudem lässt die hohe Trefferanzahl in der dynamischen Situation darauf schließen, dass der Schütze was von Waffen verstand. Er wird sich also innerhalb meines Szenarios die beste erhältliche Waffe ausgesucht haben.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich störe mich halt massiv an der Tatwaffe. Der Fall steckt voller Internationalität und als Tatwaffe kommt eine von mir lokal vermutete Museumspistole, die von Alm-Öhi zu Alm-Öhi weitergegeben wurde, zum Einsatz?
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Das lasse ich gelten. Mir ist der Durchlöcherungsgrad der dortigen Verkehrsschilder vor der Tat auch nicht bekannt.
Interessante Relation. Davon ausgehend müsste es hier viel mehr Touristenmorde geben...

MfG

Dew


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Vier Tote auf Waldparkplatz bei Annecy

08.09.2026 um 13:59
Zitat von DewDew schrieb:
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich will die Luger, egal ob 06 oder 08, hier schlecht machen.
Das hab´ ich schon gemerkt....;-)

Aus dem Kontext schließe ich, dass sich Dir hier ein "nicht" verflüchtigt hat.
Ich fühle mich ertappt. ;) Es fehlt wirklich ein "nicht".
Zitat von DewDew schrieb:
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Das lasse ich gelten. Mir ist der Durchlöcherungsgrad der dortigen Verkehrsschilder vor der Tat auch nicht bekannt.
Interessante Relation. Davon ausgehend müsste es hier viel mehr Touristenmorde geben...
In diesem Kontext möchte ich das Posting des ehemaligen Users @megavolt aus der Diskussion des Mordfalles Langendonk zitieren:
Zitat von megavoltmegavolt schrieb am 29.05.2026:....
Ich will hier nicht zu sehr über Annecy quatschen, da es einen eigenen Thread gibt. Aber trotzdem kann ich in diesem Zusammenhang die Seite Bulletpath http://bulletpath.co.uk/annecy-murders-link-to-hungerford-massacre/ empfehlen, weil der Autor auch viel auf Schusswaffengewalt im ländlichen Raum eingeht und er noch andere Fälle aus England und Frankreich aufführt, die für mich irgendwie zusammenpassen. Auch der Mord an dem rastenden Autofahrer in Bergheim weist Parallelen auf. Interessant finde ich seine Meinung zu zerballerten Verkehrsschildern. Auch auf dem Bergheimer Parkplatz war ein zerschossenes Verkehrsschild. Überlegung ist, dass sich u.U. spätere Opfer am falschen Ort aufhalten, die mehr oder weniger Geistesgestörte als ihr Territorium betrachten, um ihrem Hobby nachzugehen.
Quelle

Bei dem von ihm angesprochenen Mord auf dem Bergheimer Parkplatz dürfte es sich um diesen Fall handeln:

Rätselhafter Mordfall in Bedburg

Solche Morde müssen ja nicht oft vorkommen, aber wenn sie es tun, dann bleiben sie wegen der fehlenden Beziehung ungeklärt und mysteriös.


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Vier Tote auf Waldparkplatz bei Annecy

08.09.2026 um 18:37
@Gast_01

Danke für die Erläuterung.
Hier:
Zitat von megavoltmegavolt schrieb am 29.05.2026:Auch der Mord an dem rastenden Autofahrer in Bergheim weist Parallelen auf. Interessant finde ich seine Meinung zu zerballerten Verkehrsschildern.
scheint aber was missverstanden worden zu sein.

Die Polizei schrieb hier:
Im Zuge der damaligen Tatortaufnahme stellten Ermittler mehrere Einschusslöcher in umliegenden Verkehrsschildern sowie am VW fest.
Quelle: Polizei

Ich lese das so, dass im Rahmen der Tat mehrere Schüsse fielen, von denen nur einer das Opfer traf, andere das Auto und umliegende Verkehrsschilder. Wobei eine Kugel nicht unbedingt nur ein Loch irgendwo verursachen muss. Was man dort eben nicht lesen kann ist, dass es ältere und aktuelle Einschüsse nebeneinander gab.
Die Löcher in den Verkehrsschildern müssen auch garnichts mit dem Mord zu tun haben.

So effizient wie der Schütze von Annecy war der von Bergheim jedenfalls nicht.

Die zerschossenen Verkehrsschilder allgemein deute ich anders. Sie lassen m. E. allenfalls den Rückschluss zu, dass in der Gegend Schusswaffen im Gebrauch sind. Ich schieße meine Jagdwaffen regelmäßig auf unserer Vereinsschießanlage um im Training zu bleiben und jederzeit über die Treffpunktlagen auch mit verschiedener Munition im Bilde zu sein. Darüber führe ich Buch, um etwaige Veränderungen feststellen zu können.
Wer nun diese Möglichkeit nicht hat, behilft sich möglicherweise mit Straßenschildern. Über die Abstände zwischen den Leuchtpfählen lassen sich Entfernungen recht genau messen, die Schilder sind gut zu sehen. Das gehört sich zwar nicht, ist überdies verboten, mir ist aber jemand, der weiß, wohin seine Waffe schießt grundsätzlich weniger unheimlich als jemand, der das nicht weiß.

MfG

Dew


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Vier Tote auf Waldparkplatz bei Annecy

08.09.2026 um 18:59
Zitat von DewDew schrieb:Das vom Täter nicht gefundene Kind könnte eben gerade der Grund für das Auftauchen des Täters auf dem Campingplatz gewesen sein.
Ich kann mir, ehrlich gesagt, nur schwer vorstellen, dass ein Auftragskiller so naiv ist, anzunehmen, dass eine 4-Jährige allein auf dem Campingplatz zurückbleiben würde.

Für mich passt das so gar nicht zur Annahme eines Auftragskillers, der die Familie zuvor schon beobachtet haben soll.


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Vier Tote auf Waldparkplatz bei Annecy

08.09.2026 um 20:51
Zitat von DewDew schrieb:Die zerschossenen Verkehrsschilder allgemein deute ich anders. Sie lassen m. E. allenfalls den Rückschluss zu, dass in der Gegend Schusswaffen im Gebrauch sind. Ich schieße meine Jagdwaffen regelmäßig auf unserer Vereinsschießanlage um im Training zu bleiben und jederzeit über die Treffpunktlagen auch mit verschiedener Munition im Bilde zu sein. Darüber führe ich Buch, um etwaige Veränderungen feststellen zu können.
Wer nun diese Möglichkeit nicht hat, behilft sich möglicherweise mit Straßenschildern. Über die Abstände zwischen den Leuchtpfählen lassen sich Entfernungen recht genau messen, die Schilder sind gut zu sehen. Das gehört sich zwar nicht, ist überdies verboten, mir ist aber jemand, der weiß, wohin seine Waffe schießt grundsätzlich weniger unheimlich als jemand, der das nicht weiß.
@Dew
Ich glaube, wir wissen beide, was wir meinen. ;)
Zerschossene Verkehrsschilder in Deutschland sind für mich ein Zeichen für illegale Waffen. Es mag natürlich einen marginalen Anteil an legalen Waffenbesitzern geben, die sich hier vielleicht auch einmal hinreissen lassen. Aber wer erwischt wird, kann seiner Zuverlässigkeit "Adieu" sagen. Die immer weniger werdenden Übungs- und Trainingsmöglichkeiten schrauben die Anforderungen an den eigenen Terminkalender sicherlich nach oben. Und in diesem Fall geht es um das "Einschießen", bzw Übungsschießen, da in Deutschland das "Anschießen" zur Kontrolle der Treffpunktlage im Revier erlaubt ist. Darüber hinaus wirst Du zur Teilnahme an Bewegungsjagden auf Schalenwild meistens einen Schießnachweis vorweisen müssen. Und als Sportschütze hast Du eine entsprechende Anzahl an Trainingsteilnahmen Deines Vereins nachweisen. An einem Gang zum Schießstand führen da nur sehr wenige Wege vorbei. Die Löcher in deutschen Verkehrsschildern dürften daher ausschließlich von illegalen Waffen stammen. Jedenfalls sehe ich dies als eine Stütze meiner "Waldschrat-These".

Ohne den Langendonk-Fall hier zu sehr als Parallele auszuwalzen und Gefahr zu laufen, dass es OT wird: Im Chiemgau (BY) tauchte auch eine bis heute unbekannte Person am Waldrand auf und hat mit einer Tokarev das Morden an dem Ehepaar eingeleitet. Laut OFA München (Alexander Horn) hatte der Täter einen lokalen Bezug. Identifiziert ist er leider bis heute nicht.

In Frankreich ist der Umgang mit Waffen im ländlichen Raum noch etwas ungezwungener. Dies hat Du oben ja bereits beschrieben. Dort ist der bewaffnet durch den Wald laufende "Waldschrat" meiner Meinung nach noch eher möglich, als hier in Deutschland.
Zitat von BlutgräfinBlutgräfin schrieb:Für mich passt das so gar nicht zur Annahme eines Auftragskillers, der die Familie zuvor schon beobachtet haben soll.
Ein Puzzleteil, das meiner Meinung nach auch eher für den lokalen "Waldschrat" spricht. Aber in diesem internationalen Fall mag die Lösung noch woanders liegen.


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