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Mit wie wenig Geld kann man leben?

1.569 Beiträge, Schlüsselwörter: Leben, Geld, Hartziv, Thilo

Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 20:40
Zitat von sacredheart
sacredheart
schrieb am 23.01.2020:
Ich kann aus eigener Erfahrung sagen, dass es früher wohl auch viel weniger bürokratische Hürden gab. Als Schüler habe ich mit nem Freund am Beginn der Ferien Formen am Stadthafen abgeklappert und wir haben gefragt, ob sie Hilfe brauchen.
Meine beste Freundin arbeitet in der Gastro - Hotel mit Restaurant. Die machen die gegenteilige Erfahrung - früher war es oft so, dass sie viele Minijobber hatten, die sich gerne mal ein paar € dazu verdient haben, super zuverlässig waren und den Job auch gerne machten.

Heute haben sie zunehmend das Problem, dass Leute anfangen und gar nicht mehr kündigen - sie kommen einfach nicht mehr, ganz kurzfristig absagen und Leute dann auch nicht flexibel einspringen.
Zitat von Kältezeit
Kältezeit
schrieb am 23.01.2020:
Gebe ich dir recht. Die Qualität der Bildung ist aber leider auch stets von der jeweiligen Schule abhängig. Es gab schon Gründe, wieso ich mich gegen die örtliche Grundschule entschieden habe.
An meiner Schule ist das auch ein großes Problem - es kommt aber daher, dass sich die Ratio Unterricht : Erziehungsaufgaben bei "schwierigem Klientel" immer mehr Richtung Erziehung verschiebt.

Heute in einer Unterrichtsstunde: Von 30 Schülern waren zwei krank, sieben kamen in der ersten Stunde zu spät, weil unser Bus so rationalisiert wurde, dass beim heutigen Schneefall einige Haltestellen nicht mehr bedient werden konnten. Waren sieben Unterrichtsstörungen und man erklärte kurz, wo man ist und was man gerade macht.

Zwei Schüler ließen sich mal wieder auf die Jackendiskussion ein - d.h. man kommt und setzt sich in der Winterjacke an den Tisch und muss erst mal aufgefordert werden, sich in Arbeitsposition zu bringen. Kontrolle der Hausaufgaben ergab, dass 25/30 Schüler die Hausis nicht gemacht haben - großes Gemaule, als es eine 6 gab.

Von dem, was ich geplant habe, habe ich ca. 20% durchbekommen, weil ich bei der Anzahl der Schüler die nicht gemachten Hausaufgaben auch nicht einfach durchgehen lassen konnte. Bis auf Faulheit ist das aber noch eine Klasse, die von der Disziplin her geht.

Du bist ständig gefordert, deine Unterrichtszeit zur Klärung akuter Konflikte etc. zu nutzen ...
Zitat von Jörmungandr
Jörmungandr
schrieb am 23.01.2020:
Ich würde auch sau gerne so nen Semesterferienjob in ner Fabrik machen, aber leider geht das an meiner Uni eigentlich gar nicht, weil die Klausuren sich komplett über die Vorlesungsfreie Zeit erstrecken und man dann echt keine Zeit dazu hat. :D
Das war bei mir auch so, oder Praktika, oder ... ich habe dann wirklich einen 630 DM Job gehabt und in den Semesterferien am Wochenende dort etwas mehr gearbeitet.
Zitat von jada
jada
schrieb:
Dazu kommt die öffentliche Stigmatisierung, dass Kinder von Alleinerziehenden in der Armut "versinken".
Das Problem ist, dass du, egal in welcher Konstellation, als Alleinerziehende echt Probleme hast - man fragt sich immer, warum werden die Erzeuger dieser Kinder nicht stärker in die finanzielle Verantwortung gezogen? Fängt an beim Wohnraum und der life:work balance dieser Frauen, v.a., wenn sie mehrere Kinder haben.
Zitat von jada
jada
schrieb:
Daher sehe ich einen Vorteil (hier emotional und finanziell), wenn Soloeltern zuhause bleiben.
Ganz zu Hause? Ehrlich nicht. Meine Mama war so eine Landhausfrau - großer Garten, alte Angehörige, drei Kinder, da blieb man zu Hause. Hat ihr echt nicht gut getan ... sie hatte einen totalen Tunnelblick, veraltete Ansichten und einen riesigen Frust, den sie vor sich herschob. Daheim bekommst du einen Lagerkoller. Ich finde aber, dass ein Zwischending her sollte.
Zitat von Rise
Rise
schrieb:
Mit 40 bis 80 € ist es möglich, wenn man vielleicht selbst viel autark lebt und etwas anbaut. Allerdings ist es ja auch kein schönes Leben, wenn man jedes mal beim Einkaufen auf jedem Cent gucken muss.
Kommt darauf an, wie wichtig dir Essen ist und wie geschickt du dir was kochen kannst. Es gibt durchaus auch billige und gesunde Rezepte - wenn du die magst - Bingo. Lebensstil ist eh so eine Sache - überspitzt gesagt: Wenn du deinen Tag mit einer morgentlichen Joggingrunde beginnst (kostenfrei), Foodsaver in der Nähe hast und Allesfutterer bist, gerne Brettspiele spielst oder anderen billigen Hobbys nachgehst, vielleicht noch aus einem ehrenamt Vorteile ziehst, dann sieht das anders aus, als wenn du rauchst, eine kranke Katze hast und für dein Leben gerne Einkaufen gehst, aber nicht kochen kannst.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 20:45
@missmary

Das stimmt. Es kommt auf die Einstellung an. Hast du wenig, hast du wenig zu verlieren. Hast du viel, hast du mehr zu verlieren.

Und genauso kommt es auf die Lebensweise an. Wie nutzt man die Zeit? Welchen Hobbys geht man nach? Was für Freunde hat man? Welche, die nach außen hervorstechen müssen oder sich auch mit kleinen Dingen zufrieden geben?



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 20:55
Zitat von Rise
Rise
schrieb:
Das stimmt. Es kommt auf die Einstellung an. Hast du wenig, hast du wenig zu verlieren. Hast du viel, hast du mehr zu verlieren.
Genau so: Es kommt auf so viele Faktoren an z.B. auch fährst du gerne Rad und bist körperlich dazu in der Lage? Mitunter musst du nur ein wenigen Stellschrauben drehen ...

Bei uns im Ort wird gerade verzweifelt für eine Alleinerziehende eine Wohnung gesucht, die irgendwie im Obdachlosenasyl gelandet ist. Es ist nun aber auch so, dass ihr mehrere Wohnungen angeboten wurden, die wurden aber ausgeschlagen weil (1) nur zwei statt drei Zimmer, (2) nicht im bevorzugten Dorf, ... Da fragt man sich dann auch, wie anspruchsvoll man in einer Notlage denn so sein darf.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 21:00
@missmary

Ja. Man sollte seine Lage schon gut einschätzen können. Es ist traurig, dass manche Menschen, die tief gefallen sind, es immer noch nicht können. Denn gerade schlimme Lebenslagen geben Raum für mehr Entwicklung, um daraus etwas Neues und Kräftiges zu schaffen.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 21:21
Zitat von missmary
missmary
schrieb:
Das Problem ist, dass du, egal in welcher Konstellation, als Alleinerziehende echt Probleme hast - man fragt sich immer, warum werden die Erzeuger dieser Kinder nicht stärker in die finanzielle Verantwortung gezogen? Fängt an beim Wohnraum und der life:work balance dieser Frauen, v.a., wenn sie mehrere Kinder haben.
Weil man Desinteresse leider auch gerichtlich verordnet nicht in Interesse umwandeln kann und die "Schuldigkeit" dem Kind gegenüber mit x Euro Unterhalt "durch" ist.

Man muss aber auch unterscheiden zwischen "allein"erziehend (Kind hat regelmäßig Kontakt zum Vater, verbringt auch regelmäßig Wochenenden oder andere feste Zeiten inklusive Ferien dort, finanziell ist alles geklärt, Großeltern sind zur Hand usw) und alleinerziehend (kein Kontakt zum Vater, alles muss alleine gestemmt werden, dem Geld rennt man hinterher usw.), denn es macht schon einen enormen Unterschied, ob man jemanden hat, der einspringen kann, wenn's mal eng wird oder ob man wirklich 24/7/365 fürs Kind allein verantwortlich ist.

Und da wäre nen Punkt, an dem die Unterhaltsregelungen mal angepasst werden sollten. Je mehr Kontakt, desto weniger Unterhalt, wer sich ganz drückt, muss dementsprechend draufzahlen.

Mit Kontakt meine ich nicht die "ich sehe mein Kind einmal im Monat, also habe ich regelmäßigen Kontakt"-Fraktion, sondern diejenigen, die wirklich am Leben ihrer Kinder teilnehmen.

Und selbstverständlich kann man den oben genannten "Vater" auch gegen "Mutter" austauschen, je nach Situation.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 21:48
Ich bekomm den Mindestlohn 9,35€ die Stunde. Ich empfand die Fortbewegung (Auto, Bus, usw) immer als eine der Ausgaben, die mir am meisten weh tun. Bin mittlerweile aber nur mit dem Rad unterwegs. Man kann sich nicht viel leisten aber man kann davon leben. Ich kaufe absolut nichts, was ich nicht wirklich brauche an Kleidung; neues Handy, gehe aber dafür zumindest ab und an essen ins Restaurant, man muss sich ja auch mal was erlauben können. Ich habe allerdings keine Kinder. WGs sind immer günstig und toll um zu sparen aber für mich nicht geeignet.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 22:06
@Marie8291


Mindestlohn ist echt scheiße. Das halbe Leben zu arbeiten, um gut zu leben, ist eine Sache. Aber nur, um halbwegs durchzukommen, eine andere.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

29.01.2020 um 23:06
Zitat von Marie8291
Marie8291
schrieb:
Ich bekomm den Mindestlohn 9,35€ die Stunde. Ich empfand die Fortbewegung (Auto, Bus, usw) immer als eine der Ausgaben, die mir am meisten weh tun.
Der Mindeslohn ist echt Mist ... und sollte dringend angehoben werden, v.a. weil Öffis so teuer sind. Bei uns auch ... Ich radle auch konsequent und mal abgesehen davon, dass ich nun wirklich fitter bin, haben wir das deutlich im Geldbeutel gemerkt, auch wenn es Kurzstrecken waren.

Bei uns war es eine Weile so, dass der Rufbus abends ins Dorf 4€ pro Person Zuschlag gekostet hat, was dazu führte, dass er kaum gerufen wurde (ehrlich hat man für das Geld für drei Personen dann auch ein Taxi gebekommen). Im Dorf wohnen ja ohnehin Leute, die mitunter hier wohnen, weil das Mietniveau niedriger ist. Das führte dazu, dass sie abends einfach nicht mehr in die Stadt fuhren, weil es schlicht zu teuer war.
Zitat von Becky
Becky
schrieb:
Und da wäre nen Punkt, an dem die Unterhaltsregelungen mal angepasst werden sollten. Je mehr Kontakt, desto weniger Unterhalt, wer sich ganz drückt, muss dementsprechend draufzahlen.
Da stimme ich dir voll zu ... Wenn du aber vor der Trennung im Mindestlohnbereich warst, dann ist es halt auch oft so, dass durch die doppelte Haushaltsführung nach der Trennung und das zweite Auto das gesamte Plus (wenn man es je hatte), einfach dahinschmilzt.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

30.01.2020 um 17:30
@Marie8291
Zitat von Marie8291
Marie8291
schrieb:
WGs sind immer günstig und toll um zu sparen
Aber nur, wenn alle Mitbewohner anständig sind. Ansonsten kann eine WG finanziell zum Desaster werden, wenn nicht jeder zahlt. Ich war mal in einer WG, die Mitglieder waren sogar nicht nur Studenten, sondern mit mir und dem Gründer zwei Leute mit festen Jobs. Die hatten dort die Regelung, dass eben der Gründer auch die alleinige Verantwortung hatte.
Und wie´s eben so kommt, einer der beiden Studenten hat doch glatt ein ganzes Jahr (!) lang seine Miete nicht gezahlt. Und ist dann auch einfach abgehauen, unter Zurücklassung eines riesigen Schuldenbergs.

Am besten wäre es, wenn jedes einzelne WG Mitglied den Vermieter direkt bezahlt, nicht über einen Mittelsmann (ist aber meistens eher der Fall).



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

30.01.2020 um 17:34
Zitat von off-peak
off-peak
schrieb:
Vermieter direkt bezahlt, nicht über einen Mittelsmann (ist aber meistens eher der Fall).
So hab ich das in meiner WG immer gehandhabt. Haben dann immer neue Verträge mit dem Vermieter gemacht und jeder musste die Hälfte zahlen. Dann hatte ich zum Glück nie Probleme. Allerdings hatte ich einen Mitbewohner der immer ewig lang gebraucht hat um mir das Geld für das und Strom zu geben, das ging nämlich nur über mich. Wgs können auch teuer werden wenn dein Mitbewohner besonders viel heizt und trotzdem gerne das Fenster offen lässt und das Licht immer anlässt



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

30.01.2020 um 18:24
Zitat von off-peak
off-peak
schrieb:
Aber nur, wenn alle Mitbewohner anständig sind. Ansonsten kann eine WG finanziell zum Desaster werden, wenn nicht jeder zahlt. Ich war mal in einer WG, die Mitglieder waren sogar nicht nur Studenten, sondern mit mir und dem Gründer zwei Leute mit festen Jobs. Die hatten dort die Regelung, dass eben der Gründer auch die alleinige Verantwortung hatte.
Und wie´s eben so kommt, einer der beiden Studenten hat doch glatt ein ganzes Jahr (!) lang seine Miete nicht gezahlt. Und ist dann auch einfach abgehauen, unter Zurücklassung eines riesigen Schuldenbergs
Stimmt, hab ich nicht bedacht. Auch wenn ein Mitbewohner täglich badet oder sowas kann das schnell zu finanziellen Konflikten führen. Leider kenne ich auch Leute, die gar nicht heizen um Geld zu sparen, das Resultat natürlich Unmengen an Schimmel. Manche Leute haben irgendwie teuere Angewohnheiten



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30.01.2020 um 18:45
@Marie8291
Zitat von Marie8291
Marie8291
schrieb:
Manche Leute haben irgendwie teuere Angewohnheiten
Oder sie sparen an den falschen Stellen. Schimmelbeseitigung kommt teuer.



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Mit wie wenig Geld kann man leben?

30.01.2020 um 22:07
Kann mich auch daran erinnern, dass ich in meiner damaligen wg - n anteil miete für eine mitbewohnerin mit zahlen sollte. Das wurde damals von meiner besten freundin durchgedrückt, ein auf "sozial/ helfen" etc. Ich glaub, dass ichs tatsächlich gemacht habe und mich aber schon arg drüber geärgert hab, ihrer freundin zu helfen. Ich hatte selber wenig geld und v.a. hart dafür gearbeitet. Ist tatsächlich etwas was ich so nie mehr machen würde...aber da stand halt auch so n bisschen dieser "moralische" (?) Druck dahinter.

Edit: manchmal ists einfach nachteilig wenn man auch mit "freunden / bekannten zusammen lebt.

Man spürt von herzen wer wirklich hilfsbedürftig ist. Hätte damals mehr darauf bestehen sollen, dass ich das nicht wollte. Also man lerne und schreibe sich hinter die ohren: Gruppenzwang kann auch teuer werden :D



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05.02.2020 um 19:55
Zitat von Marie8291
Marie8291
schrieb am 30.01.2020:
Stimmt, hab ich nicht bedacht. Auch wenn ein Mitbewohner täglich badet oder sowas kann das schnell zu finanziellen Konflikten führen.
Als ich Abi gemacht habe, habe ich in einer 2er WG gewohnt ... war alles super, das andere Mädel war berufstätig und sparte auf eine Wohnung. Leider (für mich) lernte sie irgendwann man ihren Freund kennen, der fortan jedes Wochenende da war, gerne lange duschte (und oft auch mehrfach am Tag) und als Hobby Gourmetkochen hatten (inklusive Backofen mindestens 30 Minuten vorheizen). Da sind die Nebenkosten echt massiv gestiegen ... und sie wurden 50% zu 50% gesplittet. Ich habe einmal was gesagt, da wurde mir gleich gedroht, dass sie mich kündigt (sie war Hauptmieterin der WG) und ihn einziehen lässt.

Leider war er auch kein Gourmetspüler, dass die Küche hinterher oft aufgeräumt und gespült werden musste ... insgesamt ... total nervig!



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