kaktuss schrieb:im nichts gleicht doch jeder "Zeitpunkt" dem anderen und kein Zeitpunkt geht einem anderen voran oder nach welcher irgendwie anders wäre...
daher muss es doch zumindest das Potential geben, dass etwas entstehen kann... und damit schon wieder mehr als nur nichts...
Das ist die grundsätzlich falsche Herangehensweise.
Es sieht dabei so aus, als wäre man bereit, alles herauszunehmen, sodass "nichts" übrig bleibt, aber tatsächlich trennt man sich nie vom Konzept "es gibt" und genau darum müsste es aber gehen, denn man will ja von irgendwoher zu "es gibt" kommen.
In der Frage "Kann etwas aus dem nichts entstehen?" wird "nichts" als Situation angesehen, der man gegenüberstehen kann, sozusagen die "es gibt nichts"-Situation.
In diesem Fall wird "nichts" als "das Vorhandene" eingestuft, was aber natürlich Unfug ist, denn das ist das Konzept von "etwas".
Es geht also nicht darum "das Vorhandene" zu wechseln, sondern man müsste das Konzept wechseln bzw. man müsste zu "keinem Konzept" wechseln.
Weil wir alles nur in einer Gegenüberstellung betrachten können, wissen wir nicht, wie wir das machen sollen.
Des Weiteren:
Die Frage "Kann etwas aus dem nichts entstehen?" suggeriert ein wenig, als ginge es nur um "den Anfang".
Tatsächlich kann man die Frage auf das Hier und Jetzt anwenden - Motto: "wie kommen die Wechselwirkungen des Hier und Jetzt vor?".
Es geht quasi um die "Basis des Vorhandenen". Auch hier müsste man zu einem Konzept wechseln, bei dem es nicht um Vorhandenes geht, also zu "keinem Konzept".
Man muss sich das klar machen: "Konzept" bedeutet für sich alleine bereits, dass es um Vorhandenes geht.
Will man also "das Nichts" mit irgendeinem Konzept erfassen, macht man es bereits falsch.
Man kann es nicht dadurch erfassen, dass man alles wegnimmt, weil das Wegnehmen selbst ein Konzept ist, das dabei nicht mehr vorkommen darf.