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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

474 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Italien, Eingesperrt, Achtjährige ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

10.02.2026 um 11:58
https://www.n-tv.de/panorama/Neuer-Prozess-um-jahrelang-eingesperrtes-Maedchen-in-Attendorn-startet-id30342530.html
Die Großeltern hätten ihre Tochter bei ihrer Tat unterstützt, Lebensmittel für das Versteck besorgt und das Umfeld belogen. Immer wieder hätten sie der Staatsanwaltschaft zufolge behauptet, Tochter und Enkelkind lebten in Italien. Sogar als die Feuerwehr zu einem Schwelbrand in das Haus in Attendorn kam, gaben sie an, es sei sonst niemand daheim. Dabei versteckten sich Mutter und Kind auch zu diesem Zeitpunkt im Haus.

Bei dem internen Gespräch habe ein Gutachter den Hinweis gegeben, dass bei der Mutter womöglich eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit vorliegen könnte, sagt die Richterin. Die Staatsanwaltschaft habe daher noch keine Angaben dazu machen könne, welches Strafmaß sie fordern werde. Nach früheren Angaben einer Gerichtssprecherin drohten der Frau und den Großeltern zwischen 11 und 15 Jahren Haft.
Ich frage mich, wer trägt den größeren Anteil der Schuld, ist es die Kindsmutter, oder sind es die Großeltern?


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

10.02.2026 um 12:47
Zitat von emzemz schrieb:Ich frage mich, wer trägt den größeren Anteil der Schuld, ist es die Kindsmutter, oder sind es die Großeltern?
Ich glaube, da muss ein ganz spezielles ungesundes Familiengefuege vorliegen, dass so etwas passieren kann.
Und auch eine Persoenlichkeitsstoerung bzw. Psychische Erkrankung, die mindestens eine Person betrifft.
Meine Assoziationen speisen sich aus diesem Fall:
Beitrag von Justsaying (Seite 20)

Die Großeltern waren ja gewissermassen 'die Zschaepe' und haben nach aussen ein unauffälliges Bild aufrechterhalten.
Und wenn man sieht, dass das Kind sich nicht normal entwickelt und nicht eingreift - das ist doch unterlassene Hilfeleistung.

Also, nur Bewährung faende ich zu wenig....so aus dem Bauch heraus.


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10.02.2026 um 13:28
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Also, nur Bewährung faende ich zu wenig....so aus dem Bauch heraus.
Auch da bin ich völlig unschlüssig.
Die Voraussetzung wäre ein umfassendes Geständnis. Wäre nicht das allein schon eine enorme Strafe für die Großeltern? Sie müssten sich mit ihrer Tat auseinandersetzen und ihre Fehler anerkennen und bereuen.

Rein emotional - und ich bin extrem aufgewühlt - wäre ich für eine gerechte Strafe, also Zahn um Zahn ..., also für eine Inhaftierung unter gleichen Bedingungen und gleicher Dauer. Aber natürlich entspricht das keinesfalls meiner Vorstellung von dem Rechtsstaat, in dem ich glücklicherweise leben darf.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

10.02.2026 um 14:57
Der nächste Prozesstag findet am 19.02.2026 statt.
Attendorn/Siegen – Update vom 9. Februar, 16.30 Uhr: Ob die Mutter oder die Großeltern an diesem Montag unter Ausschluss der Öffentlichkeit eine Aussage gemacht haben, bleibt ungewiss. Gerichtssprecherin Franziska Heerwig sagte dazu auf Nachfrage von sauerlandkurier.de, sie könne diese Frage an diesem Montag nicht mehr beantworten. Klar sei nur, dass die Fortsetzung des Prozesses verschoben wird. Statt am Donnerstag dieser Woche soll es erst am Donnerstag kommender Woche weitergehen – auch dann nicht-öffentlich.

https://www.wa.de/nordrhein-westfalen/prozess-um-eingesperrtes-maedchen-aus-attendorn-wird-nun-nicht-oeffentlich-94161121.html#google_vignette



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10.02.2026 um 15:12
Zitat von emzemz schrieb:Die Voraussetzung wäre ein umfassendes Geständnis. Wäre nicht das allein schon eine enorme Strafe für die Großeltern? Sie müssten sich mit ihrer Tat auseinandersetzen und ihre Fehler anerkennen und bereuen.
Naja, Einsicht und Reue sind ja keine Strafen. Wäre sicher schmerzhaft, ja. Kann sein, dass sie das nicht können oder wollen – das wirkt sich dann ggf. aufs Strafmaß aus, ja.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Ich glaube, da muss ein ganz spezielles ungesundes Familiengefuege vorliegen, dass so etwas passieren kann.
Ich vermute, dass sie (immer noch) denken, dass das so alles richtig war.


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10.02.2026 um 17:06
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:
Zitat von emzemz schrieb:Ich frage mich, wer trägt den größeren Anteil der Schuld, ist es die Kindsmutter, oder sind es die Großeltern?
Ich glaube, da muss ein ganz spezielles ungesundes Familiengefuege vorliegen, dass so etwas passieren kann
Reines Bauchgefühl meinerseits und daher pure Spekulation, aber das ganze hat für mich irgendwie Josef Fritzl Vibes. Jetzt nicht der Inzestpart, hoffe ich, die Enkelin wird schon von dem genannten Vater sein. Aber so der Haustyrann, der seine Tochter samt Kind einsperrt. Nur diesmal nicht im Keller. So eine Konstellation würde mich nicht überraschen.


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10.02.2026 um 17:22
Zitat von soomasooma schrieb:Ich vermute, dass sie (immer noch) denken, dass das so alles richtig war.
Das wäre wirklich verstörend, wenn sie das (immernoch) glauben würden.
Denn ihre Handlung haben dazu geführt, dass ein vermutlich gesund geborenes Kind jetzt mit vielschichtigen Einschränkungen, Herausforderungen und zum Teil sogar Behinderungen zu ringen hat.
Zitat von LuminolGlowLuminolGlow schrieb:Aber so der Haustyrann, der seine Tochter samt Kind einsperrt. Nur diesmal nicht im Keller. So eine Konstellation würde mich nicht überraschen.
War jetzt nicht mein erster Gedanke bei dem Fall, könnte ich mir aber durchaus vorstellen.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

19.02.2026 um 12:29
https://www.tagesschau.de/inland/regional/nordrheinwestfalen/wdr-prozess-um-mutmasslich-eingesperrtes-maedchen-aus-attendorn-geht-weiter-100.html

Wie hier zu hören ist, soll der Anwalt der Hauptangeklagten, der Mutter, geäußert haben, dass sich die drei Angeklagten möglicherweise heute äußern werden.

Die Öffentlichkeit ist ausgeschlossen.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

19.02.2026 um 13:37
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb am 10.02.2026:Das wäre wirklich verstörend, wenn sie das (immernoch) glauben würden.
Ich gehe davon aus, dass sie das immer noch tun. Begründen kann ich es nicht wirklich, außer vll mit der Verzögerungstaktik, die sie von Anfang an an den Tag gelegt haben.
Zitat von emzemz schrieb:Wie hier zu hören ist, soll der Anwalt der Hauptangeklagten, der Mutter, geäußert haben, dass sich die drei Angeklagten möglicherweise heute äußern werden.
Da bin ich ja mal gespannt.


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19.02.2026 um 13:38
Zitat von emzemz schrieb:dass sich die drei Angeklagten möglicherweise heute äußern werden.
Es wäre ja wünschenswert, gerade wenn dem Kind dadurch die Aussage erspart wuerde.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

22.02.2026 um 12:15
Das die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde, noch dazu mit dieser Begründung wundert mich extrem!
Die Öffentlichkeit von Gerichtsprozessen ist in unserem Rechtsstaat ein extrem hoch eingestuftes Rechtspinzip, das nur bei wenigen Ausnahmen durchbrochen wird. Und gerade, wenn großes Medieninteresse besteht bedeutet das ja im Umkehrschluss, dass in großes öffentliches Interesse besteht. Die Öffentlichkeit dann gerade mit der Begründung, dass Medieninteresse sei so so groß, was belastend für die Hauptangeklagte sei, auszuschließen ist irgendwie ein Zirkelschluss.

Ich war neulich als Zuschauerin bei einem Prozess, in dem es um die Ermordung einer jungen Frau durch ihren Ex-Partner ging. Die Frau hatte den Mann verlassen und hatte seit dem bei ihrer Mutter und ihrem 15jährigen Bruder gewohnt. Als der Bruder als Zeuge aussagen sollte, hat die Anwältin der Mutter, die Nebenklägerin war, beantragt, die Öffentlichkeit auszuschließen mit der Begründung, dass der Zeuge so jung sei und die Aussage für ihn belastend. StA und Verteidiger wurden um Stellungnahme und haben gesagt, sie hätten keine Einwände. Die Richter haben sich zur Beratung zurückgezogen und kamen nach 10 Minuten zurück mit dem Beschluss, dem Antrag nicht stattzugeben, die Öffentlichkeit soll bleiben.

Daraufhin hat die Anwältin der Mutter noch mal nachgelegt und argumentiert, dass der Zeuge unter 16 Jahre alt ist und dass er zu seinem intimsten Lebensumfeld (den Geschehnissen und Konstellationen innerhalb der eigenen Kernfamilie und Wohnung) aussagen muss und er durch die Ermordung der Schwester sehr belastet ist. Der vorsitzende Richter hat dann den Jungen gefragt, ob er denn will, dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird, was er wollte. Das Gericht hat sich dann wieder zur Beratung zurückgezogen und hat 1 1/4 Stunden (!!!) beraten. Als sie zurückkamen, hat der Richter den Beschluss verkündet, dass die Öffentlichkeit ausgeschlossen wird und hat dies sehr ausführlich begründet, in dem er auf Paragraphen, Kommentare zu den Gesetzestexten und Präzedenzfälle verwiesen hat.
Die haben sich also richtig Arbeit gemacht, die richtige Entscheidung zu finden und v.a. auch zu begründen. Und das, obwohl ich mir vorstellen kann, dass das jetzt nicht so eine außergewöhnliche Konstellation (jugendlicher Angehöriger des Opfers, der über den privaten Lebensbereich des Opfers und damit auch den eigenen aussagen soll). Hinzu kam, dass alle anderenb Prozessbeteiligen ja prinzipiell zugestimmt hatte, es alos darunter niemanden gab, der Argumente dagegen hatte.
Ich weiß nicht mehr mit welchen Rechtsnormen der Beschluss begründet wurde, aber es ging prinzipiell um den Schutz des Zeugen wegen des Alters, seine direkte Betroffenheit durch die Tat und weil er auch über seine eigenen Lebensbereich Auskunft geben musste.

Wenn ich das dagegen mit dem vorliegenden Fall vergleiche, wo gerade mal 5 Minuten beraten und wo der Antrag durch die Angeklagte gestellt wurde, dann finde ich das schon seltsam, wie leicht es diesem Gericht offenbar gefallen ist, dass zugunsten der Angeklagten zu entscheiden. Auch das ist doch eine Konstellation, die sogar nioch viel häufiger vorkommen wird und an Gerichten geradezu alltäglich sein düfte: psychisch belastete Angeklagte, die ihr Gesicht (was ja eh nicht gezeigt wird) und die Taten, deren sie angeklagt wird, nicht gerne in der Presse sehen möchte. Dass ein Angeklagter von einem anstehenden Prozess und den ihm gemachten Vorwürfen psychisch stark belastet ist, dürfte doch wohl eher die Regel als die Ausnahme sein. Das die Presse bei solch schlimmen vorwürfen keine Lobeshymnen auf die Angeklagten singt, wohl auch. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Frau explizit als "Monster" dargestellt wurde, habe aber auch nicht alle Berichte verfolgt, aber es ist wohl eher damit gemeint, dass die Berichterstattung nicht sehr wohlwollend ist. Damit müssen wohl die meisten Angeklagten leben. Hier wurde ja schon der Fall Fabian aus Güstrow als Vergleich angeführt. Da sehe ich durchaus mehr Presse-Hetze gegen die in U-Haft sitzende Frau als in diesem Fall. Es gab da Fotos von der qualmenden Feuertonne auf der Pferdekoppel und sie Story, die habe mal einen Sattel geklaut und versucht ihn zu verschachern, also Nachstellungen von Journalisten in einen sehr privaten Lebensbereicht der Beschuldigten.
Deshalb verstehe ich nicht, warum jetzt hier die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde?!
(Sorry, ist ein sehr langer Beitrag geworden, aber ich fand das so interessant, weil ich eben erst vor kurzen mitbekommen habe, wie schwer ein Gericht sich tut, die Öffentlichkeit auszuschließen.)


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

22.02.2026 um 12:35
Zitat von Photographer73Photographer73 schrieb am 10.02.2026:Davon kann man wohl ausgehen. Ich frage mich, ob das Kind in all den Jahren nicht einmal krank war und was wohl passiert wäre, wenn es ernsthaft erkrankt wäre
Nicht "mal krank war" ist gut, in dem Bericht steht, dass das Mädchen durch den Vitamin D-Mangel ein völlig missgebildetes Knochenwachstum hat:
Ärzte stellten fest, dass ein Vitamin-D-Mangel die Knochenbildung der Unterschenkel gestört hat. Mara kann die Fußsohlen nicht aufsetzen, läuft nur auf Zehenspitzen. Auf Treppen und unebenen Böden braucht sie Hilfe.
https://www.bild.de/regional/nordrhein-westfalen/prozess-in-siegen-mutter-soll-kind-jahrelang-eingesperrt-haben-69898f7f696fa060c71660f5

Das können doch die Mutter und die Großeltern nicht übersehen haben, dass das Mädchen schon Missbildungen ausbildet. Das schlimme ist, dass das irreversibel ist und es damit sein ganzes Leben leben muss, wahrscheinlich auch Schmerzen haben wird. Schrecklich!
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb am 10.02.2026:Die Großeltern waren ja gewissermassen 'die Zschaepe' und haben nach aussen ein unauffälliges Bild aufrechterhalten.
Und wenn man sieht, dass das Kind sich nicht normal entwickelt und nicht eingreift - das ist doch unterlassene Hilfeleistung.
Ich würde da sogar noch weiter gehen. Wenn es heißt, es zeichne sich ab, dass die Mutter in ihrer Schuldfühigkeit deutlich eingeschränkt sei, dann heiß das, dass sie während der Tatbegehung entweder nicht steuerungsfähig oder nicht einsichtsfähig war. Die Tatbegehung hat sich hier über Jahre erstreckt und war nur mit recht hohem planerischem und organisatorischen Aufwand zu begehen. Eine fehlende Steuerungsfähigkeit scheidet also mit hoher Wahrscheinlichkeit eher aus.
Bleibt die fehlene Einsichtsfähigkeit. Die Mutter war also nicht fähig zu erkennen, dass sie im Unrecht handelt und etwas verbotenes tut. Auch das fällt mir schwer, nachzuvollziehen, aber der Sachverständige wird schon wissen, warum er zu diesem Schluss kommt, immerhin hat er eine entsprechende Ausbildung und Qualifikation und hat dei Frau exploriert.
Aber dann sehe ich eben auch, dass die Großeltern doch hätten erkennen müssen, was das abgeht. Dass die ihre Tochter nicht in der Lage ist, Recht und Unrecht zu unterscheiden und zu erkennen, welchen Schaden sie dem Kind zufügt! Anstatt also gegenzusteuern, notfalls externe Hilfe zu holen, haben sie die Frau in ihrem Handeln noch unterstützt, und zwar nicht nur durch Duldung der Situation im eigenen Haus, sondern durch aktive Hilfe (Nahrungsmittel und Kleidung beschaffen, andere anlügen etc.). Und das über Jahre hinweg!
Das empfinde ich schon eher aktives Begehen eine Straftat als nur als passiv, in dem man es unterlässt, zu helfen.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

22.02.2026 um 13:05
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Das die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde, noch dazu mit dieser Begründung wundert mich extrem!
Mir geht es da nicht anders.
Ich hätte vielleicht noch der Begründung folgen können, dass es hier um ein seinerzeit 9-jähriges Kind geht, das vor der Öffentlichkeit zu schützen ist. Aber davon habe ich nichts gehört. Wobei es hier Möglichkeiten gegeben hätte, das Mädel nicht öffentlich vorführen zu müssen.

Hier haben wir einmal Großeltern, die nicht vor Gericht erscheinen wollen. Und dann eine Angeklagte, die just bevor mit dem Erscheinen der Polizei zu rechnen ist, einen Suizidversuch unternimmt, während die besagten Großeltern in ihrem Teil des Hauses auf die Abholung durch die Polizei warten, ohne sich irgendwelche Gedanken darüber machen, was denn die Kindsmutter, die sich in ihren Bereich zurückgezogen hat, gerade so treibt.


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22.02.2026 um 13:35
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Das die Öffentlichkeit ausgeschlossen wurde, noch dazu mit dieser Begründung wundert mich extrem!
Geht mir auch immer noch so. Außerdem könnte damit ein Präzedenzfall geschaffen worden sein, den Verteidiger in Zukunft gerne aufgreifen werden.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Auch das ist doch eine Konstellation, die sogar nioch viel häufiger vorkommen wird und an Gerichten geradezu alltäglich sein düfte: psychisch belastete Angeklagte, die ihr Gesicht (was ja eh nicht gezeigt wird) und die Taten, deren sie angeklagt wird, nicht gerne in der Presse sehen möchte. Dass ein Angeklagter von einem anstehenden Prozess und den ihm gemachten Vorwürfen psychisch stark belastet ist, dürfte doch wohl eher die Regel als die Ausnahme sein. Das die Presse bei solch schlimmen vorwürfen keine Lobeshymnen auf die Angeklagten singt, wohl auch. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Frau explizit als "Monster" dargestellt wurde, habe aber auch nicht alle Berichte verfolgt, aber es ist wohl eher damit gemeint, dass die Berichterstattung nicht sehr wohlwollend ist. Damit müssen wohl die meisten Angeklagten leben
Richtig, deshalb erkenne ich auch die Belastungen immer noch nicht, die zu dieser Entscheidung geführt haben.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Nicht "mal krank war" ist gut, in dem Bericht steht, dass das Mädchen durch den Vitamin D-Mangel ein völlig missgebildetes Knochenwachstum hat:
Ja, schon klar. Aber du weißt, was ich meine.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

23.02.2026 um 12:58
https://www.sauerlandkurier.de/kreis-olpe/attendorn/eingesperrtes-maedchen-aus-attendorn-vater-steht-im-kreuzverhoer-94179584.html

In dem sehr umfangreichen Artikel wird nochmal die gesamte Vorgeschichte geschildert.
Dann geht es um die Zeugenaussage des Kindsvaters, der am letzten Prozesstag vernommen wurde.
Auch da war die Öffentlichkeit ausgeschlossen.
Erst nach weiteren Hinweisen war es dann am 23. September 2022 so weit. Polizei und Jugendamt konnten rechtlich gestützt endlich die Wohnräume durchsuchen und fanden tatsächlich das inzwischen achtjährige Mädchen und ihre Mutter vor.

Seitdem lebt das Mädchen in einer Pflegefamilie und wird von ihr erfolgreich zurück ins Leben geführt. Weitere Jahre gingen ins Land, bis der Vater seine Tochter vor einigen Monaten zum ersten Mal besuchen durfte – ein Moment, der allein bei der Vorstellung Gänsehaut verursacht.

Doch am Donnerstag dieser Woche ging es für den Mann aus Attendorn nicht um die Zukunft, sondern um die Vergangenheit. Die Befragung muss intensiv gewesen sein, war aus dem Gerichtssaal zu vernehmen. Details und Inhalte sind nicht bekannt und konnten von den Medien auch nicht verfolgt werden, nachdem die Vorsitzende Richterin Metz-Horst am Montag vergangener Woche verkündet hatte, dass die Strafkammer die Öffentlichkeit für die gesamte Beweisaufnahme und die Plädoyers ausgeschlossen hat.

Auch die Gerichtssprecher machten weder Angaben zum Donnerstag, noch zu den kommenden Verhandlungstagen. Bekannt ist aber, dass unter anderem auch die Großmutter väterlicherseits als Zeugin aussagen soll. Ebenso sprachen die Gerichtssprecher vor Ausschluss der Öffentlichkeit von drei Zeugen, die nicht zum familiären Umfeld der Beteiligten gehören.

Wann das Urteil gesprochen wird, dazu machte eine Gerichtssprecherin an diesem Freitag keine Angabe. Legt man den Zeitraum von anderthalb Monaten zugrunde, dürfte das Urteil Ende März oder Anfang April fallen. Dieses soll öffentlich verlesen werden.
Bei der Urteilsverkündung ist dann aber wieder die Öffentlichkeit zugelassen.

Nicht bekannt ist, ob die drei Angeklagten eventuell ein Geständnis abgegeben haben und somit möglicherweise Bewährung rauskommen könnte.


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11.03.2026 um 09:25
Über den derzeitigen Prozessverlauf ist nichts zu erfahren.

Es beibt unverständlich, was Familien veranlasst, Kinder vor der Außenwelt wegzustperren. Wenn jetzt in Spanien ein Prozess gegen deutsche Eltern beginnt, die ihre drei Kinder in desaströsen Verhältnissen gefangen hielten, dann möchte ich den Fall hier nicht diskutieren, denn zu dem Prozess wird die Öffentlichkeit nicht zugelassen werden, aber ihn zu ignorieren, das halte ich auch nicht für richtig. Aber ein Appell an alle Menschen muss lauten, haltet eure Augen offen.
https://www.zeit.de/news/2026-03/10/horrorhaus-prozess-gegen-deutsche-eltern-gestartet
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/jahrelang-kinder-zwischen-mull-eingesperrt-deutsche-eltern-in-horrorhaus-prozess-in-spanien-vor-gericht-15336956.html


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

11.03.2026 um 14:18
@emz über den Fall in Spanien habe ich auch gelesen. Bei beiden Fällen ist mir aufgefallen, dass die Kinder Defizite in ihrer Beweglichkeit haben. Da stellt sich nur die Frage wieso. Wenn ich mein Kinder verstecken/ schützen oder was auch immer möchte und es daher nicht das Haus verlässt, ist das die eine Seite. Aber wieso kümmere ich mich nicht um mein Kind?


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11.03.2026 um 21:35
Zitat von ichhierichhier schrieb:Wenn ich mein Kinder verstecken/ schützen oder was auch immer möchte und es daher nicht das Haus verlässt, ist das die eine Seite. Aber wieso kümmere ich mich nicht um mein Kind?
Wenn Kinder über mehrere Jahre das Haus kaum oder gar nicht verlassen dürfen, fehlt ihnen normale Bewegung im Alltag. Draußen laufen, rennen, klettern, balancieren, hüpfen oder auf unebenem Boden gehen trainiert Muskeln, Gelenke, Gleichgewicht und Koordination ganz automatisch.
In Innenräumen bewegen sich Kinder meist deutlich weniger und einseitiger. Dadurch werden Muskeln schwächer, Gelenke weniger beweglich und auch die Ausdauer bleibt zurück.

Hinzu kommt, dass sich das Nervensystem in der Kindheit durch Bewegung entwickelt. Sinneseindrücke wie unterschiedliche Untergründe, Höhen, Geschwindigkeiten oder Richtungswechsel helfen dem Gehirn, Bewegungen sicher zu steuern. Fehlen diese Erfahrungen, wirken Kinder oft ungelenk, unsicher oder schnell erschöpft.

Beweglichkeit ist kein angeborener Zustand, sondern entsteht durch vielfältige Bewegung. Wenn diese über Jahre stark eingeschränkt ist, entstehen vielfältige Defizite in der Motorik.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

11.03.2026 um 22:05
Dazu kommt, ohne Sonnenlicht entsteht Vitaminmangel.
Die Folgen habe ich bereits hier beschrieben:
Zitat von emzemz schrieb am 09.02.2026:Es gibt wohl irreparable körperiche Schäden bei dem Mädchen.
Die Beine des Mädchens sind verformt. ... Dass es eine Welt hinter den Mauern ihres Zuhauses gibt, erfuhr Mara (heute 12, Name geändert) erst als Siebenjährige. Bis dahin war sie eingesperrt.
...
Da waren die Folgen für das Mädchen längst unumkehrbar: Entwicklungsverzögerung, schwerer Mangel an Erfahrungen, körperliche und psychische Beeinträchtigungen. Ärzte stellten fest, dass ein Vitamin-D-Mangel die Knochenbildung der Unterschenkel gestört hat. Mara kann die Fußsohlen nicht aufsetzen, läuft nur auf Zehenspitzen. Auf Treppen und unebenen Böden braucht sie Hilfe..
Scheint bei den Kindern in Spanien ähnlich verlaufen zu sein.


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Achtjährige war jahrelang in Attendorn eingesperrt

12.03.2026 um 07:17
Zitat von ichhierichhier schrieb:. Wenn ich mein Kinder verstecken/ schützen oder was auch immer möchte und es daher nicht das Haus verlässt, ist das die eine Seite. Aber wieso kümmere ich mich nicht um mein Kind?
Ganz einfach: weil die Personen befürchten, dass die ganze Sache auffliegen würde, wenn sie es irgendwo zu einem Arzt bringen würden. Und dann kommt noch hinzu, dass das Kind ja wahrscheinlich gar nicht krankenversichert war und damit hohe Kosten entstanden sind.
Wahrscheinlich ist die "Bedrohung" von außen als größer wahrgenommen worden, als das Risiko gesundheitlicher Schäden.
Und solche körperlichen und motorischen Schäden entwickeln sich zudem ja nicht plötzlich, sondern schleichend und sind für jemanden, der medizinischer und pädagogischer Laie ist wahrscheinlich zunächst schwer zu erkennen. V.a. wenn der Vergleich mit der Entwicklung anderer Kinder fehlt. Nicht umsonst gibt es ja diese regelmäßigen Kindervorsorgeuntersuchungen, bei denen der Gesundheits- und Entwicklungszustand des Kindes nicht einfach nur rein körperlich, sondern auch im Hinblick auf Motorik, Sozialverhalten, Sprachentwicklung etc. kontrolliert wird.
In dem Moment, in dem die Entwicklungseinschränkungen der Mutter und den Großeltern vielleicht überhaupt aufgefallen sind - oder vielleicht besser: sie sich diese eingestanden haben - war es dann aus ihrer Sicht vielleicht schon zu spät, zu einem Art zu gehen, ohne dass der sämtliche Alarmregister gezogen hätte.


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