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Mindestlohn - Warum nicht? Erklärung bitte!

369 Beiträge, Schlüsselwörter: Arbeit, Gerechtigkeit, Mindestlohn

Mindestlohn - Warum nicht? Erklärung bitte!

31.12.2018 um 14:00
@born_in_th_usa

Natürlich für Leute welche temporär eine Arbeit in Deutschland finden, und das in Grenznähe hat der Mindestlohn erfreuliches gebracht. Allerdings stellt er den in Deutschland Lebenden nur gleich. Verbessert aber sein Situation nicht. Und betrachtet man den Mindestlohn aus der Gesamten deutschen Sicht löst es keine Probleme.
born_in_th_usa schrieb:Naja Hartz4 ist eine Notlösung und nicht als Zustand zu betrachten.
Ganz klar Hartz4 gibt dem Bezüger vor wie und wann er ein Dienstleitung in Anspruch nehmen kann. Aber auch jemand der zum Mindestlohn arbeiten gehen muss ist in diesem System gefangen.


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Mindestlohn - Warum nicht? Erklärung bitte!

31.12.2018 um 14:48
Idealerweise macht mir meine Arbeit Spaß, ich mach sie gerne und verdiene dabei genug.
Aber in vielen Fällen arbeitet man auch nur, um zu leben.

In jeden Fall gilt: wenn ich Vollzeit eine Lohnarbeit ausübe, dann muss ich auch genug verdienen, um ein würdiges Leben zu führen. Das heißt: nicht nur gerade so eben über die Runden kommen, sondern auch ein ,,Mehr“ erlangen.

Der Mindestlohn zwingt Unternehmen zu Recht, Löhne zu zahlen, die wenigstens eine Basis bilden für ein würdiges Leben.
Das finde ich völlig korrekt.

Davor gab es zu viele Mauscheleien (gibt es immer noch), Ausnutzung von Praktikanten, Volontären oder ,,Verzweifelten“, die keine andere Wahl hatten.
Ein Unternehmen, das auf Ausbeutung basiert, hat in einer modernen sozialen Marktwirtschaft nichts verloren.


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Mindestlohn - Warum nicht? Erklärung bitte!

31.12.2018 um 14:57
Kc schrieb:Idealerweise macht mir meine Arbeit Spaß, ich mach sie gerne und verdiene dabei genug.
Aber in vielen Fällen arbeitet man auch nur, um zu leben.
Das ist der Idealpunkt. Bei mir auch so. Nur ist das oft nicht möglich.
Kc schrieb:In jeden Fall gilt: wenn ich Vollzeit eine Lohnarbeit ausübe, dann muss ich auch genug verdienen, um ein würdiges Leben zu führen. Das heißt: nicht nur gerade so eben über die Runden kommen, sondern auch ein ,,Mehr“ erlangen.
Richtig. Nur ob das immer den verdienst geschuldet ist kann man lange diskutieren. Wie gesagt was man hier als Mindestlohn bekommt ist in manchen EU Ländern Spitzenverdienst.

Es kommt viel drauf an wie das Verhältnis steht. Wohnkosten Lebenshaltungskosten usw. Bei uns hier am Grenzland zu CZ kannst es life erleben wie die Unterschiede sind. Da sind 1000 Euro dort mehr wie hier. Und die Lebensqualität ist nicht unbedingt schlechter.
Kc schrieb:Der Mindestlohn zwingt Unternehmen zu Recht, Löhne zu zahlen, die wenigstens eine Basis bilden für ein würdiges Leben.
Das finde ich völlig korrekt.

Davor gab es zu viele Mauscheleien (gibt es immer noch), Ausnutzung von Praktikanten, Volontären oder ,,Verzweifelten“, die keine andere Wahl hatten.
Ein Unternehmen, das auf Ausbeutung basiert, hat in einer modernen sozialen Marktwirtschaft nichts verloren.
So sehe ich das auch


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Mindestlohn - Warum nicht? Erklärung bitte!

08.01.2019 um 15:43
@born_in_th_usa
Ich finde Deine Betrachtung der Wirtschaft offen gestanden zu eindimensional bzw. zu Arbeitnehmer zentriert.
Es ist meiner Meinung nach einfach nicht richtig wenn man die einzige Funktion von Unternehmen darin sieht den Wohlstand ihrer Angestellten zu sichern.

Sicherlich ist das auch eine wichtige Aufgabe die ein Unternehmen zu erfüllen hat. Und in diesem Punkt sind wir - dank unseres im internationalen Vergleich doch sehr gut entwickelten Arbeitnehmerschutzes - eigentlich auch relativ gut aufgestellt.

Aber was ist mit den anderen marktwirtschaftlichen Pflichten von Unternehmen?

Unternehmen sollen
1️⃣ Innovation hervor bringen und dadurch zur Entwicklung von Technologie und/oder Gesellschaft beitragen
2️⃣ Produktivität steigern bzw. mit dem gleichen oder geringeren Einsatz von Produktionsfaktoren eine größere Menge von Waren/Erzeugnissen herstellen und dadurch eine Erleichterung von Arbeitsprozessen erreichen,
3️⃣ Versorgung - insbesondere die grundlegende (Nah-)Versorgung - sicherstellen indem sie unter Nutzung der ihnen bereitgestellten Infrastruktur effizient die regionale Nachfrage nach Gütern befriedigt (z.B. Postdienstleistungen, Lebensmittel, Konsumgüter, Dienstleistungen etc.),
4️⃣ Steuern zahlen und auf diese Weise einen Beitrag zur Finanzierung des Staatshaushaltes (von dem sie bei ihren Geschäftsprozessen profitieren) zu leisten.

Und im Falle von (öffentlich gehandelten) Kapitalgesellschaften kommt außerdem hinzu:

5️⃣ Dividenden/Rendite für ihre Anteilseigner/Kapitalgeber zu erwirtschaften aus denen sich dann z.B. die kapitalgedeckte Altersvorsorge von Privatanlegern oder die Kapitalgrundlage von Versicherungsgesellschaften zur Finanzierung ihrer Leistungen ergeben.

Durch einen Mindestlohn werden einige dieser Funktionen zunächst eher behindert als gefördert.
Erst einen Schritt weiter kann der Staat durch die Verordnung eines gesetzlichen Mindestlohns Unternehmen dazu zwingen ihre Produktivität durch zu steigern um langfristig durch Verbesserung ihrer Prozesse hin zu höherer Effizienz, die steigenden Personalkosten zu kompensieren.

Das Ziel des Mindestlohns darf auf keinen Fall alleine darin gesehen werden das Einkommens- oder Wohlstandsniveau der Arbeiter/Arbeitnehmer zu gewährleisten. Dieses Trugbild ist jedoch offenbar in Deutschland recht verbreitet. Nicht zuletzt wohl auch wegen der politischen Instrumentalisierung des Begriffs zu Wahlkampf-Zwecken.

Zum Beitrag:
born_in_th_usa schrieb am 31.12.2018:Den es gab auch Firmen die haben davor eine reine Ausbeute betrieben. Hier war es zwingend nötig den Riegel vorzuschieben. Ich sehe den Mindestlohn (was ja nicht viel ist) als Untergrenze und Richtlinie für Unternehmen hier.
1️⃣ Welche Firmen meinst Du damit?
2️⃣ Inwiefern hat sich seit Einführung des Mindestlohns in Deutschland etwas daran verändert?

Ich sehe da nicht wirklich einen nennenswerten Fortschritt. 🤷‍♂️
Und Ja Arbeitsplätze schafft nicht die Politik. Die Politik schafft aber die Spielregeln und sorgt für die Infrastruktur usw.
Allerdings sehe ich die Quote in Deutschland inwzwischen sehr hoch was abgaben direkt und Indirekt betrifft. Das wird und bald zu schaffen machen . Lebenshaltungskosten Mieten usw sprengen den Rahmen.
EU weit ist der Mindestlohn in Deutschland zu hoch aber zum Leben hier fast zu wenig.
Du hast schon Recht damit dass die Politik die Spielregeln zu schaffen und erhalten hat.

Was sind diese Spielregeln?

1️⃣ Fairen wirtschaftlichen Wettbewerb erhalten indem private (nicht staatliche) Monopole verhindert werden und Kunden die Wahl zwischen unterschiedlichen Anbietern haben.
2️⃣ Infrastrukturelle Rahmenbedingungen flächendeckend gewährleisten um gleich gute wirtschaftliche Startbedingungen in möglichst allen Regionen des Landes herzustellen.

Was haben wir?

1️⃣ Private/Privatisierte Monopolisten in wichtigen Bereichen der Infrastruktur (Deutsche Post, Deutsche Telekom).
2️⃣ Insgesamt eher schwach ausgebaute digitale Infrastruktur mit großen regionalen Unterschieden + mittelmäßig modernisiertes Straßenverkehrsnetz mit regelmäßigen Staus auf den Hauptverkehrsrouten.


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08.01.2019 um 16:01
CMO schrieb:1️⃣ Private/Privatisierte Monopolisten in wichtigen Bereichen der Infrastruktur (Deutsche Post, Deutsche Telekom).
Äh was für Monopole? Bist u noch in den 90er ?
CMO schrieb:nsgesamt eher schwach ausgebaute digitale Infrastruktur mit großen regionalen Unterschieden + mittelmäßig modernisiertes Straßenverkehrsnetz mit regelmäßigen Staus auf den Hauptverkehrsrouten.
Sicher, weil es auch schwer wäre das überalle Gleich zu gestalten.

Problematisch bei dir das du Zielsetzungen erfunden hast für die Politik.


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Mindestlohn - Warum nicht? Erklärung bitte!

09.01.2019 um 03:17
Fedaykin schrieb:Äh was für Monopole? Bist u noch in den 90er ?
90er zwar nicht. Aber ich gebe zu dass ich wirklich nicht auf dem aktuellen Stand bin. 😓

Ich hatte beim Verfassen des Beitrags im Kopf dass die Deutsche Post AG das alleinige Recht auf Brieftransport hat.
Und bei der Telekom war mein Stand der Dinge dass die mehr oder weniger die komplette Kontrolle über die Telefon/Internet Anschlüsse und Leitungen haben weil die denen ja gehören und andere Wettbewerber am Markt die Hürde haben dass sie die Leitungen erst mal anlegen müssten.

Inzwischen habe ich mich ein wenig schlau gemacht und stelle meine von Dir zitierten Aussagen selbst in Frage.
Fedaykin schrieb:Sicher, weil es auch schwer wäre das überalle Gleich zu gestalten.

Problematisch bei dir das du Zielsetzungen erfunden hast für die Politik.
Du musst meinen Post als Antwort auf diesen Beitrag von @born_in_th_usa sehen.

Darin hatte er/sie die Schaffung von Infrastruktur & Spielregeln als Aufgaben der Politik genannt.

Wie schon geschrieben stimme ich durchaus zu dass es zu den Aufgaben des Staates gehört die grundsätzlichen marktwirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu schaffen.

Und kurz zusammengefasst (weil eigentlich off topic) heißt in dem Zusammenhang "Spielregeln" für mich konkret

1️⃣ die Erhaltung des marktwirtschaftlichen Wettbewerbs = Verhindern von Monopolen und
2️⃣ die Schaffung einer flächendeckenden (digitalen & verkehrs-) Infrastruktur (jedenfalls gehört das nach meinem Verständnis zu den Aufgaben die sich unser Staat/unsere Politiker selbst auferlegt hat/haben)

Wenn Du mich nach meiner Meinung fragst dann würde ich persönlich offen gestanden aber auch nur bei 1️⃣ zweifelsfrei zustimmen.

Punkt 2️⃣ halte ich zwar für überaus wünschenswert. Er setzt jedoch voraus das Staat/Politik fähig sind diese Infrastruktur zu erschaffen.
Sowohl finanziell als auch hinsichtlich der Kompetenz - sprich:
  • Sind Staat bzw. Politik(er) (organisatorisch / technologisch) dazu in der Lage diese moderne & wettbewerbsfähige Infrastruktur zu erschaffen UND
  • gelingt es die anfallenden Kosten gerecht und einvernehmlich zwischen den Begünstigten - Bürger/Steuerzahler/Konsumenten + (Telekommunikations-)Unternehmen - zu verteilen?


Und in den beiden Punkten bin ich mir im Hinblick auf Deutschland ehrlich gesagt nicht so ganz sicher. 😕
Oder haben wir schon eine Antwort auf Fragen wie:
- Wer soll den Ausbau bezahlen?
- Wer soll/kann davon am meisten profitieren?


Ich will diese Fragen aber hier jetzt nicht weiter diskutieren.

Sondern zum Thema Mindestlohn: Meiner Meinung nach gehören die genannten Dinge ggf. zu den Aufgaben des Staates. Nicht dazu gehört die BEstimmung derLöhne


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Mindestlohn - Warum nicht? Erklärung bitte!

09.01.2019 um 08:46
CMO schrieb:Sondern zum Thema Mindestlohn: Meiner Meinung nach gehören die genannten Dinge ggf. zu den Aufgaben des Staates. Nicht dazu gehört die BEstimmung derLöhne
Tut sie ja auch nicht. Die Tarfiautonomie ist ja gewahrt. Allerdings macht es durchaus Sinn von Staatswesen eine Mindestgrenze zu bestimmen. Denn der Staat sollte keine Ausbeutung zulassen.,

Von der Höhe des Mindeslohns, ist es eben Abhängig ob er nützt oder doch er schädigt indem viel e Beschäftiungsverhältnisse ausfallen.


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