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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

17.450 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Ungeklärt, Feuer ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

23.05.2026 um 13:41
Zitat von dukeofaragondukeofaragon schrieb:Beim nochmaligen genauen Durchsehen des Threads bin ich gerade hier auf Seite 810 auf eine interessante Unfalltheorie mit RAF-Depotbezügen gestoßen und da würde meiner Meinung nach ziemlich alles zusammenpassen
Ja richtig, darauf bezog ich mich. Unabhängig, ob man der unbewiesenen aber vehement vorgetragenen Story so nun im Detail glauben mag, es ist für mich bislang die einzige Theorie die zumindest sehr viel erklären kann.

Initialer Unfall und dass es ein Versteck im Hölzl gegeben haben soll kann man auch unabhängig voneinander sehen, ergeben aber gerade in Kombination sehr viel Sinn.

1) Unfall: Ein, auch nur bedingt Ortskundiger, späterer Täter verpasst fast die schlecht erkennbare Einfahrt, latscht auf die Bremse und die im Sightseeing-Modus dahincruisenden L's rasseln hinten drauf. Was der Fahrer nicht brauchen kann ist Polizei, also bequatscht er die L's da zu warten, um irgendwas zu arrangieren. Später, wieder vom Schreck erholt, wollen die L's dann doch die Polizei einschalten und das kann der Täter nicht zulassen. Sein eigenes Fzg. muss der Täter dabei irgendwann irgendwo abgestellt haben, der Fußmarsch zurück ins Holzl erklärt wenigstens z.T. die Verzögerungen.

2) Verstecktes Lager: Das muss der Täter nun auflösen und braucht dafür eine gewisse Zeit (eher einige Stunden als weniger Tage). Das erreicht er durch die Fahrt nach Nürnberg. So dick kann die Spur ins Holzl gar nicht sein, dass die Polizei dort schon am nächsten Tag oder auch nur den nächsten Tagen aufkreuzt. Zwar macht er einen hoffnungsfrohen Versuch die Spur durch eine Zugfahrt zu verwässern, aber da keine Züge mehr fahren, pfeift er darauf und nimmt das zweite Taxi. Er räumt das Versteck, aber bereinigt nicht den Tatort. Macht im dieser Theorie alles Sinn und (für mich) bisher in keiner sonst.

Die Basis-Idee eines versteckten Lagers klingt erstmal a-priori unwahrscheinlich (wie Doppelmorde an Campern auch selten aka. unwahrscheinlich sind), aber das wird für mich durch das Erklärpotential mehr als wettgemacht.


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23.05.2026 um 15:03
@cyclic
Ich stimme deinen Ausführungen absolut zu. Wenn das Doublettenfahrzeug auf der B304 nach Norden hin unterwegs war - und in dieser Richtung ist der links abzweigende spätere Tatortweg erst sehr spät sichtbar -, musste PE relativ abrupt bremsen und Ls haben vermutlich mit ihrer linken Stoßstange den abbiegenden Wagen rechts hinten gestreift und dies würde absolut zum späteren Spurenbild am Erdwall in Altenfurt passen.
Die Zeitverzögerung zwischen Ankunft um etwa 1500 Uhr und den Schüssen um circa 1800 Uhr würde sich so auch erklären lassen und dass die Ls diese Wartezeit für eine Kaffeepause im Schatten genutzt haben. Ebenso auch eine Erklärung für die späte Abfahrt des WOMO gegen 2000 Uhr, denn der Täter hatte da noch viel in der Zwischenzeit zu erledigen. Und wie du richtig vermutest, wäre der Tatort auch durch die zweite Taxipanne wegen der von SA auf SO in der Nacht nicht vorhandenen Zugverbindung nicht so schnell entdeckt worden. Und auch die vielen verschiedenen Fahrtziele auf der zweiten Taxifahrt dienten der Spurenverwirrung. Dass er den Taxifahrer immer nach der Uhrzeit gefragt hatte, lässt sich folgendermaßen erklären. Ihm ist vermutlich in Nürnberg siedendheiß eingefallen, dass er die Einstiegshilfe beim Rangieren und möglichst schnellem Abflug mit dem WOMO überfahren hatte und die dann noch deutlich sichtbar am Wiesenrand lag und deshalb auch die Eile wieder ins Hölzl zu gelangen. Denn es hätte ja nur jemand zufällig vorbeikommen können, der sich über die herrenlose kaputte Einstiegshilfe wundert, dann genauer sich umsieht, die Sonnenbrille, das Stuhlbein und mehrere abgefeuert Patronenhülsen und vielleicht sogar noch ein paar Blutspuren (der starke Regen setzte ja erst gegen 0700 Uhr morgens ein) entdeckt und schon wäre die Gegend voller Polizei, die dann das bei der dann erweiterten Tatortabsuche nur provisorische RAF-Depot und vielleicht sogar das Doublettenfahrzeug entdeckt hätte. Das Depot befand sich bestimmt nicht viel weiter als 1km vom Tatort. Und ich habe jetzt auch im Internet zu diesem Thema einmal recherchiert nach RAF-Aktivitäten in Südbayern und da war ja auch der versuchte RAF-Sprengstoffanschlag auf eine Kaserne in Bad Reichenhall, d.h. die RAF-Terroristen und auch ihre Handlanger/Unterstützer waren dort unten logistisch aktiv und daher ist die Depotexistenz dort ziemlich wahrscheinlich und wenn dies im Hölzl war, würde sich vieles in diesem mysteriösen Fall logisch erklären lassen.


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23.05.2026 um 17:31
@cyclic
Und 1984 gab es auch einen missglückten Anschlagsversuch der RAF auf die NATO-Schule Oberammergau. Also alles Ziele in Südbayern, die einer gewissen Materiallogistik bedürfen, d.h. ein oder mehrere Depots in Bayern sind sehr wahrscheinlich. Und falls eines sich im Hölzl befand und der Beitrag der Foristin Yasmin der Wahrheit entspricht, wäre dies ein äußerst valide Szenario.


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23.05.2026 um 18:14
Es gab keine Erddepots in Südbayern, siehe unten.

Die ganze Diskussion damals wurde - auch in Diskussion mit einem Moderator - als sehr problematisch gesehen.

Die von besagtem User quasi öffentlich eingestandene Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung ist in Deutschland nach § 129a des Strafgesetzbuches (StGB) strafbar und wird als Verbrechen mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bestraft.

Aber auch das fälschliche Kokettieren damit ist strafbar.

Das bloße Prahlen oder die frei erfundene Behauptung, Mitglied der ehemaligen Roten Armee Fraktion (RAF) gewesen zu sein, kann den Tatbestand der Vortäuschung einer Straftat (§ 145d StGB) erfüllen.
Vortäuschung einer Straftat (§ 145d StGB): Wenn Sie gegenüber Behörden (wie der Polizei) fälschlicherweise behaupten, Teil der RAF gewesen zu sein oder an bestimmten Straftaten beteiligt gewesen zu sein, können Sie sich wegen Vortäuschens einer Straftat strafbar machen, da dies unnötige behördliche Ermittlungen auslöst.
Quelle:
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__129.html
https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__145d.html

Mir wurde damals im persönlichen Gespräch zugetragen, es habe über die besagte Kommunikation einen Hinweis an die Ermittlungsbehörden gegeben. Vermutlich ist es auch deswegen still um diesen User geworden.

erddepots-1982-karte

https://www.welt.de/geschichte/raf/article249128840/RAF-Die-Suche-nach-den-Waffenverstecken-ruinierte-die-Fuehrung-der-Rote-Armee-Fraktion.html


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23.05.2026 um 19:22
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:Es gab keine Erddepots in Südbayern, siehe unten.
Ich würde das anders formulieren: "Es gab keine bekannten Erddepots der RAF in Südbayern"
Der Mord an dem Ehepaar Langendonk war allerdings 15 Jahre nach den bekannten Depots auf der Karte.

Allerdings halte ich das Wäldchen nicht unbedingt für eine ideale Stelle um dort ein Depot anzulegen.
Damals gab es laut TOPO Karte nur den einen Feldweg um das Wäldchen, keine andere Zufahrt.
Die Nordseite ist aus Richtung Biebing und Matzing gut zu sehen, die West-Seite aus Lizlwalchen.
Seit der 1992er Karte war die Müll-Deponie in Betrieb. (Vorher vermutlich ein Kieswerk)
Ein Auto "das da nicht hingehört" fällt auf.
Die einzige Strasse die hin oder wegführt ist die B304 über die Orte in der Umgebung

Vergleich das mal mit dem bekannten Depot der RAF in der Nähe von Heusenstamm.
Das war im Wald in der Nähe eines Autobahn-Parkplatzes an der A3, da fällt kein Fahrzeug auf.


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23.05.2026 um 21:17
Zitat von dukeofaragondukeofaragon schrieb:Und 1984 gab es auch einen missglückten Anschlagsversuch der RAF auf die NATO-Schule Oberammergau. Also alles Ziele in Südbayern, die einer gewissen Materiallogistik bedürfen, d.h. ein oder mehrere Depots in Bayern sind sehr wahrscheinlich. Und falls eines sich im Hölzl befand und der Beitrag der Foristin Yasmin der Wahrheit entspricht, wäre dies ein äußerst valide Szenario.
Irgendein Depot und irgendein Täter - ja.

RAF? Nein.

Die RAF hat sich 1998, also ein knappes Jahr nach dem Mord im Hölz, offiziell aufgelöst. Der letzte Anschlag war 1991 (Rohwedder). Die misslungene GSG-9-Aktion in Bad Kleinen war 1993.

Es passt auch nicht zur RAF, dass sie unbeteiligte Personen gezielt liquidiert, weil sie Mitglieder anzeigen könnten. Das ist meines Wissens in 28 Jahren nie vorgekommen. Auch die Tokarev passt nicht, da war die RAF gemeinhin deutlich besser ausgestattet (Grams z.B. mit einer SIGSauer P225).

Außerdem gibt es dafür Null Anhaltspunkte außer der Tatsache, dass die RAF Anfang der 1980er irgendwelche Depots in der Republik verbuddelt hatte.

Und die Allmy-Geschichte mit der Urheberin der Theorie gibt ihr den Rest.


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23.05.2026 um 22:16
Ich möchte noch ergänzen: Es passt auch nicht zur RAF, den Langendonks die Kehle durchzuschneiden, obwohl diese schon tot oder fast tot waren. Die RAF hat auch nie mit einem Messer gearbeitet soweit mir bekannt ist.


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25.05.2026 um 09:24
Zitat von dukeofaragondukeofaragon schrieb:Doublettenfahrzeug
Die exzessive Verwendung undefinierter, mehr oder weniger erfundener Begriffe, wie "Doublettenfahrzeug" (gemeint ist wohl ein Fzg. mit gefälschten Kennzeichen, das eigentlich zu einem Fzg. gleichen Modells gehört) hat mich ehrlich gesagt die ganze Story zunächst nicht ernst nehmen lassen. Auch das ganze Gehabe mit unbeweisbarem angeblichen Insiderwissen ist natürlich extrem fishy und eher abschreckend.

So hat es etwas gedauert und mich etwas Überwindung gekostet, bis mir klar wurde, dass, wenn man den ganzen Schmuh mal weglässt, der Grundgedanke die bisher einzige rel. plausible Erklärung für das ansonsten völlig erratisch wirkende Verhalten des Täters liefert.

Da mir das nicht selbst eingefallen ist, schließe ich auch nicht aus, dass es noch eine andere Erklärung gibt, die noch niemandem eingefallen ist. Mir fällt jedenfalls nichts halbwegs gleichwertiges ein. Man könnte ja z.B. annehmen dass der Täter nur sein Auto abholen musste, aber nur wenn er sehr blöd war hat er das im bzw. unmittelbar am Hölzl stehen lassen. Warum also kehrt er direkt zum Tatort zurück, wenn er den Tatort ja offenkundig nicht bereinigt hat (bestenfalls hat er die Einstiegshilfe in den Wald geworfen, aber das kann er genauso gut direkt noch bei der Abfahrt gemacht haben, als sich das Ding, das er zunächst vergessen hat abzunehmen, mit einem unangenehmen Geräusch verformt hat). Außerdem fällt dann eine relativ naheliegende Erklärung für die ansonsten seltsame zeitl. Verzögerung weg (wegbringen des Fahrzeugs, Rückkehr zu Fuß).


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

27.05.2026 um 05:46
Zitat von cycliccyclic schrieb:bis mir klar wurde, dass, wenn man den ganzen Schmuh mal weglässt, der Grundgedanke die bisher einzige rel. plausible Erklärung für das ansonsten völlig erratisch wirkende Verhalten des Täters liefert.
@cyclic:
Ich favorisiere eine andere Theorie, nämlich, dass es 2 Täter gab. Dafür spricht u.a., dass die Langendonks durch Schüsse und dann durch das Durchschneiden der Kehlen getötet wurden, dass also 2 verschiedene Tatwerkzeuge verwendet wurden.

Nach dieser Theorie haben sich die Täter zunächst getrennt und wollten unabhängig voneinander agieren, möglicherweise wollte der Täter, der das Wohnmobil gefahren hat, in die Niederlande an den Wohnort der Langendonks, um aus deren verlassenem Haus Wertsachen zu stehlen. Die Schlüssel zum Haus hatte er ja sicher im Wohnmobil gefunden.

Dafür würde sprechen, dass dieser Täter neben Francs DMs und holländische Gulden bei sich hatte (die DM und die Gulden hat er dann auf der Flucht zu Fuß nach der Inbrandsetzung des Wohnmobils verloren.).

Spätestens nach dem Verlust der DM und der Gulden dürfte er dann seinen Plan geändert haben und - so nehme ich an - wollte zurück zu seinem Mittäter. Da dieser sicher die Gegend des Tatorts verlassen wollte, nachdem er dort Spuren beseitigt hatte, war es wichtig, dass der "Taxifahrgast-Täter" rechtzeitig, also bis zum Morgen des Folgetags der Tat, zurück im Hölzl gewesen ist. Handies waren damals ja noch nicht verbreitet.

Soweit meine Theorie, die die Rückkehr des einen Täters an den Tatort erklären kann.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

27.05.2026 um 13:47
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Soweit meine Theorie, die die Rückkehr des einen Täters an den Tatort erklären kann.
Oder die Täter ist, und das ist meine Theorie bei dem Fall, nur interessehalber zurückgekehrt. Schon Ernst Gennat hat ja vor 100 Jahren gerne darauf hingewiesen, dass Täter nicht selten an den Tatort zurückkehren. Ich glaube, die Tat war ein thrill kill und gehört in eine Reihe mit dem Chevaline-Massaker, dem Kopfschuss auf den Autofahrer in Bergheim, die Göhrde-Morde... es gibt keine Beziehung zwischen Täter und Opfer außer zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu sein. Ich denke eher an einen sehr impulsiven Täter, der in Besitz dieser Waffe und sicher nicht zum ersten Mal zum Ballern unterwegs war, aber möglicherweise an diesem Tag das erste Mal getötet hat.
Irgendwie sucht man immer nach großen Zusammenhängen und Logik hinter solchen Taten, aber vielleicht ist das nur einem völlig zufälligen und impulsgesteuerten Ablauf gefolgt.

Und für ein RAF-Depot wäre mir die Stelle gefühlt zu weit von der nächsten Autobahnabfahrt entfernt.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

27.05.2026 um 21:02
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Spätestens nach dem Verlust der DM und der Gulden dürfte er dann seinen Plan geändert haben und - so nehme ich an - wollte zurück zu seinem Mittäter. Da dieser sicher die Gegend des Tatorts verlassen wollte, nachdem er dort Spuren beseitigt hatte, war es wichtig, dass der "Taxifahrgast-Täter" rechtzeitig, also bis zum Morgen des Folgetags der Tat, zurück im Hölzl gewesen ist. Handies waren damals ja noch nicht verbreitet.
Dann zündet er spontan das Womo an und fährt lieber zurück zu seinem Kumpel?

Während der Mittäter glaubt, sein Komplize ist unterwegs nach Holland und kann deswegen keinesfalls bis zum Morgen des Folgetags der Tat zurück im Hölzl sein?

Handies waren damals ja noch nicht verbreitet.
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Oder die Täter ist, und das ist meine Theorie bei dem Fall, nur interessehalber zurückgekehrt.
Er wird also plötzlich von dem Drang übermannt, zum Tatort zurückzukehren (wobei die Leichen hinten im Camper liegen) und lässt sich mitten in der Nacht per Taxi zurückfahren?

Dann würde ich vermuten, dass ihn am verwaisten Hölzl im Morgengrauen der Drang übermannt, wieder nach Nürnberg zum Tatort des Brandes und den Leichen zurückzukehren. Vielleicht per Anhalter mit dem weißen Sierra des Bulgaren?


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27.05.2026 um 21:25
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Ich favorisiere eine andere Theorie, nämlich, dass es 2 Täter gab. Dafür spricht u.a., dass die Langendonks durch Schüsse und dann durch das Durchschneiden der Kehlen getötet wurden, dass also 2 verschiedene Tatwerkzeuge verwendet wurden
Die man ja nun schwerlich gleichzeitig einsetzen kann. Der eine attackiert die Opfer mit einem Messer während der andere auf sie und seinen Mittäter ballert...
Dass der von Ladehemmung an seiner Wumme geplagte Täter dann nicht das Messer gezückt hätte, weil das irgendwie gegen seine Berufsehre gegangen wäre und sich stattdessen dann verabschiedet hätte, glaube ich halt auch nicht.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:möglicherweise wollte der Täter, der das Wohnmobil gefahren hat, in die Niederlande an den Wohnort der Langendonks, um aus deren verlassenem Haus Wertsachen zu stehlen.
Fährt dann aber nach Nürnberg...?
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Dafür würde sprechen, dass dieser Täter neben Francs DMs und holländische Gulden bei sich hatte
Das spricht überhaupt nicht dafür. Es ist doch bewiesen, dass der Täter Dinge aus dem Wohnmobil mitgenommen und dann teilw. auf dem Weg entsorgt hat. Dass Niederländer niederländisches Geld besaßen ist wenig überraschend.
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:Da dieser sicher die Gegend des Tatorts verlassen wollte, nachdem er dort Spuren beseitigt hatte, war es wichtig, dass der "Taxifahrgast-Täter" rechtzeitig, also bis zum Morgen des Folgetags der Tat, zurück im Hölzl gewesen ist.
Der Täter hat doch aber gar keine Spuren beseitigt. Das lag doch alles noch da rum. Und wenn der zweite nun nach Holland gefahren wäre, hätte man sich nie wieder getroffen? Man konnte nur ausgerechnet am Tatort wieder zusammenkommen? Obwohl der eine nicht wissen konnte, ob der andere überhaupt noch da ist?

Das macht keinen Sinn.
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Irgendwie sucht man immer nach großen Zusammenhängen und Logik hinter solchen Taten, aber vielleicht ist das nur einem völlig zufälligen und impulsgesteuerten Ablauf gefolgt.
Ja auch immer beliebt: der völlig irrational handelde Täter (in anderen Fällen auch Opfer). Ist eigentlich keine Theorie im eigentlichen Sinne, da nicht falsifizierbar. Eine komplett sinnfrei handelnde Person kann hat alles und nichts gemacht haben.


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27.05.2026 um 22:36
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:Dann zündet er spontan das Womo an und fährt lieber zurück zu seinem Kumpel?
@Mehlfens
Das Wohnmobil hat er ja schon vorher angezündet. Ich denke, es war kein Zufall, dass er das Wohnmobil auf einen abgelegenen Parkplatz unweit der Hauptroute von den Niederlanden nach Bayern gebracht und dort angezündet hat. Da der Täter wohl nicht der Schlaueste war, dachte er wahrscheinlich, dass es wie ein Unfall aussieht und der Doppelmord zumindest eine Weile unentdeckt bleibt.

Dass die Langendonks eine ganz andere Route genommen haben und dass dies auch ihren Kindern bekannt war, konnte/n der/die Täter ja nicht wissen.


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28.05.2026 um 00:01
Zitat von MehlfensMehlfens schrieb:Er wird also plötzlich von dem Drang übermannt, zum Tatort zurückzukehren (wobei die Leichen hinten im Camper liegen) und lässt sich mitten in der Nacht per Taxi zurückfahren?
Ja, genau, weil erst ein Hotel zu nehmen und dann mit dem Taxi zurückzufahren die ungünstigere Alternative gewesen wäre.


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28.05.2026 um 01:02
Hallo @cyclic,
auf alle deine Einwände kann ich nicht eingehen, aber auf ein paar:
Zitat von cycliccyclic schrieb:Die man ja nun schwerlich gleichzeitig einsetzen kann. Der eine attackiert die Opfer mit einem Messer während der andere auf sie und seinen Mittäter ballert...
Dass der von Ladehemmung an seiner Wumme geplagte Täter dann nicht das Messer gezückt hätte, weil das irgendwie gegen seine Berufsehre gegangen wäre und sich stattdessen dann verabschiedet hätte, glaube ich halt auch nicht.
Also, ich würde sehr wahrscheinlich, wenn meine Pistole Ladehemmung hätte, diese nochmal durchladen und versuchen, sie wieder funktionsfähig zu machen. Nun sind das theoretische Überlegungen, aber ich halte sie für realistisch. Mit Berufsehre hatte das Tatgeschehen sicher alles nichts zu tun.

Ein möglicher Mittäter hätte natürlich gesehen, dass sein Komplize nicht mehr schießen kann, und hätte dann wahrscheinlich - falls vorhanden - zu seinem Messer gegriffen. Wichtig hier ist, dass es sicher keine Gleichzeitigkeit gegeben hatte, sondern dass die Attacken mit Pistole und Messer nacheinander erfolgten.
Zitat von cycliccyclic schrieb:Fährt dann aber nach Nürnberg...?
Nürnberg liegt auf der Strecke zwischen Tatort und Niederlanden. Dass der Täter die kameraüberwachten Tankstellen vermeiden wollte, liegt für mich auf der Hand. Ohne Nachtanken kam er aber nicht weiter als bis Nürnberg.
Zitat von cycliccyclic schrieb:Das spricht überhaupt nicht dafür. Es ist doch bewiesen, dass der Täter Dinge aus dem Wohnmobil mitgenommen und dann teilw. auf dem Weg entsorgt hat. Dass Niederländer niederländisches Geld besaßen ist wenig überraschend.
Der Gedanke dahinter ist, dass - wenn es 2 Täter waren - diese sicher die erbeuteten Gelder aufgeteilt haben. Wenn einer der Täter vorhatte, in die Niederlande zu fahren, wäre es sinnvoll gewesen, dass dieser Täter alle holländischen Gulden bekommt und vielleicht auch alle Frances bekommt. Nun wissen wir nicht, ob es so war, aber es klingt für mich plausibel. Er hatte anscheinend jedenfalls keinen nennenswerten Betrag in DM bei sich, sonst hätte er die auffällige Tauschaktion wohl vermieden.


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.05.2026 um 01:11
Ergänzung: Auf seiner Flucht weg vom brenenden Wohnmobil hatte er ja auch u.a. noch Geldbörsen mit DM und holländischen Gulden verloren (nicht entsorgt - wer wirft denn Geld weg?).


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28.05.2026 um 06:10
Zitat von Sherlock_HSherlock_H schrieb:(nicht entsorgt - wer wirft denn Geld weg?).
Vielleicht ein Doppelmörder auf der Flucht direkt nach der Tat, dem das Geld (NL-Gulden) zur Zeit überhaupt nichts nutzt, sondern schlimmstenfalls noch als Bindeglied zur Tat dienen kann. Auch wenn ich kein Fallanalytiker bin: Eine langfristige Anlagestrategie für das Geld wird der Täter sich zu dem Zeitpunkt nicht gemacht haben.


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28.05.2026 um 07:10
@Gast_01:
Und die DM hat er auch gleich noch mit weggeworfen? Da sie ihm auch nichts nützen?


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28.05.2026 um 08:36
Ich finde es immer noch Wahnsinn mit den Leichen erstmal 2-4h im Camper nach Nürnberg zu fahren um dann die Leichen plus Camper in Autobahn Nähe anzuzünden, sich zum Bahnhof fahren zu lassen und dann an den Tatort zurück.

Die Verbringung des Campers fand in der Nähe der Autobahn statt, die Route ist die direkte von Süd nach Nord. Was wollte er da? Warum das Risiko auf sich nehmen?

Er wird wohl kaum damit auf dem Weg nach Holland gewesen sein. Was wollte er dann? War Nürnberg nur ein Zufallsabstellort oder Zielort?

Ich glaube, dass der Fall für viele so interessant ist, weil man so wenig Anhaltspunkte hat. Wenig ist gesichert und das eröffnet Spekulation Tür und Raum.

Ich glaube nicht an die 2-Tätertheorie. Es gibt einfach keine Hinweise darauf (die wir kennen).


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Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

28.05.2026 um 08:44
@Rooseman
Ich stimme Dir zu.
Wieso musste das Womo vom Mordtatort weg? Da gibt es in meinen Augen nur 2 Theorien. A) um im Hölzl Zeit zu gewinnen dafür auch seine Zeitnot bei der Taxifahrt oder B) um mit dem Womo etwas zu transportieren und ich meine nicht die Leichen. Um diese Spuren zu verwischen wurde es dann abgefackelt.
Die Wertgegenstände aus dem Womo waren rin Zubrot bis es ihm damit zu heiss wurde.


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