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Das Voynich-Manuskript

1.707 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Buch, Mysteriös, Manuskript ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Das Voynich-Manuskript

10.01.2026 um 13:03
Zitat von NeustarterNeustarter schrieb am 27.12.2025:ist etwas, wofür es keinerlei empirische Evidenz gibt, so dass Dein Verweis auf "könnte doch sein", immer noch keine Diskussionsgrundlage darstellt.
Das mit den Außerirdischen ist natürlich äußerst unwahrscheinlich.
Das Naheliegenste ist wohl das derjenige oder diejenigen eine Art Kunstwerk erschaffen haben aus irgend einer Absicht heraus.

Da steckt definitiv eine menge Arbeit drinnen.
Wenn die Absicht des Erstellers einfach nur die war seine Mitmenschen zum nachdenken zu bringen ist ihm dieses Kunstwerk definitiv gelungen.

Hier nochmal das Voynich-Manuskript. Aber für Leute die wenig Datenverbrauch zur Verfügung haben.. das sind 56 MB.

Dateianhang: Voynich-Manuscript.pdf (55416 KB)


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Das Voynich-Manuskript

10.01.2026 um 15:38
Zitat von SiegelschildSiegelschild schrieb:Wenn die Absicht des Erstellers einfach nur die war seine Mitmenschen zum nachdenken zu bringen ist ihm dieses Kunstwerk definitiv
... mißlungen!

Oder sind Dir irgendwelche Erwähnungen dieses Manuskripts von der Renaissance bis zur Aufklärung bekannt? Welche Denker dieser Epochen haben sich damit befaßt? Irgendein Hinweis?

Das Werk war praktisch die ganze Zeit über in irgendnem (wechselnden) Privatbesitz und außer dem jeweiligen Besitzer vielleicht noch ner kleinen Reihe weiterer Menschen bekannt. Die Zahl derer, die da regelmäßig reinschauen konnten (um dann darüber nachzudenken), wird nochmals kleiner gewesen sein. Selbst nach dem Erwerb und dem anschließenden Publikmachen des VM 1912 durch Voynich blieb Bekanntheit und Interesse auf ein paar Hanseln beschränkt. Erst irgendwann im späten 20.Jh. wurde das Werk als "geheimnisvolle Literatur" ziemlich bekannt, und seither wird halt viel rumspekuliert.

Aber was für ein Nachdenken wird damit eigentlich angestoßen? Irgendwas, das das nachdenkende Individuum in seiner Entwicklung voranbringt? Ein Kenntnisgewinn? Weltfrieden? Oder ist das nicht vielmehr ein gutes Objekt zum Zeittotschlagen?

Gibt ne Menge Sachen, welche einen zum Nachdenken anregen können. Urknall, Rongorongoschrift, Goldflieger, Schrödingers Katze, Die Leiden des jungen Werther, Permetuum mobile, Ouroboros, Zeitreisen... - worüber kann man denn nicht sinnieren!


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Das Voynich-Manuskript

10.01.2026 um 17:38
Zitat von SiegelschildSiegelschild schrieb:Wenn die Absicht des Erstellers einfach nur die war seine Mitmenschen zum nachdenken zu bringen ist ihm dieses Kunstwerk definitiv gelungen.
Ähm, hast du mal überlegt was zur damaligen Zeit Pergament gekostet hat? Sowas wie das Manuskript erstellt man nicht einfach zum Spaß. Und die wahrscheinlichste Erklärung (was nicht bedeutet das es auch die richtige ist) ist das es eine Auftragsarbeit für ein Kuriositätenkabinett war. Nicht viele Menschen werden das Teil nach seiner Erschaffung gesehen haben. Selbst nach Erfindung und Verbreitung vom Buchdruck bedeutete es nicht plötzlich das alle Menschen lesen konnten oder sich gar ein gedrucktes Buch leisten konnten. Und nur um eine handvoll an Menschen "zum nachdenken zu bringen" erschafft man nicht so etwas für die damalige Zeit sehr teures.

Und was genau soll es sein worüber man nachdenkt?

Die Bilder schaut man sich mal an, rätselt vieleicht über die Schrift und zwei Stunden später hat ein normaler Mensch das Manuskript schon wieder vergessen. Und nun geh mal noch ein paar Jahrhunderte zurück wo die Menschen noch ganz andere Probleme hatten als über ein mysteriöses Buch zu sinnieren.


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Das Voynich-Manuskript

17.01.2026 um 17:29
Es hat mir einen Beitrag reingespült der interessant ist:

https://www.dw.com/de/voynich-manuskript-geheimcode-mit-karten-bringt-l%C3%B6sung-n%C3%A4her/a-75482044

Es geht kurz gesagt darum das man mit Spielkarten und Würfeln einen Text erzeugt der ähnlich aussieht.
Michael Greschko sagt aber auch das seine Entdeckung kein Schlüssel ist oder dazu beitragen kann den Text zu entschlüsseln, aber er wäre zur Verifizierung einer möglichen Lösung nutzbar. Sprich man wandelt die mögliche Lösung in einen Voynich ähnlichen Text um und schaut sich dann die Muster an. Man kann seinen kompletten Artikel über einen Link aufrufen und mir ist er zu hoch, man müsste wirklich Arbeit investieren um sich da komplett einzuarbeiten. Wer Spaß dran hat der findet hier wohl ein neues Betätigungsfeld. :)

Interessant ist diese Grafik:

Voynich

Quelle: https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/01611194.2025.2566408#d1e6323

Man liegt also mit am ähnlichsten zum Manuskript mit der Methode.
Trotzdem sollte man erstmal noch nicht jubeln oder Schlüsse daraus ziehen, weil da werden erstmal Leute drüber schauen wollen und müssen die sich mit dem Thema fachlich auseinander setzen können. Es wäre nicht unmöglich das methodische Fehler gemacht wurden die dann das Ergebnis unbewusst beeinflussen.


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Das Voynich-Manuskript

17.01.2026 um 17:50
Zitat von ThorsteenThorsteen schrieb:Es wäre nicht unmöglich das methodische Fehler gemacht wurden die dann das Ergebnis unbewusst beeinflussen.
Was ich mich frage, wenn ich die Grafik sehe - ohne mich auch nur eine Sekunde mit dem Inhalt beschäftigt zu haben -, wäre ganz formal einfach nur, ob nicht die Abweichungen doch sehr stark sind und das vermeintliche Signal mehr oder weniger willkürlich markiert ist (Mittelwerte) und eigentlich im statistischen Rauschen untergeht. Habe gerade aber keine Kapazität, das wirklich zu checken. Kann vielleicht jemand anderes mal tun.


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Das Voynich-Manuskript

17.01.2026 um 18:10
@Thorsteen
Gut, aber warum dieser Aufwand?
Und die Kosten?

Immer noch nicht ganz geklärt: Hat das EINER erstellt oder waren es mehrere Personen
über einen längeren Zeitraum?
Ganz abgesehen von dem Zweck des Ganzen?


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Das Voynich-Manuskript

18.01.2026 um 16:59
Zitat von NemonNemon schrieb:Was ich mich frage, wenn ich die Grafik sehe - ohne mich auch nur eine Sekunde mit dem Inhalt beschäftigt zu haben -, wäre ganz formal einfach nur, ob nicht die Abweichungen doch sehr stark sind und das vermeintliche Signal mehr oder weniger willkürlich markiert ist (Mittelwerte) und eigentlich im statistischen Rauschen untergeht.
Das es gar keine Sigma-Werte gibt ging auch meine Überlegung in die Richtung das man sich etwas zu sehr schöngerechnet hat. Nur fehlt mir die Expertise um das wirklich zu behaupten oder gar zu bestätigen. Weil irgend eine Streuung muss es eigentlich geben.
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Gut, aber warum dieser Aufwand?
Es macht mehr her und verkauft sich glaubwürdiger wenn es als Kuriosium für ein Kuriositätenkabinett erschaffen wurde.
Wenn ich dir einen Tonbecher und einen Goldkelch mit Diamanten besetzt zeige, und dann sage das ist der Kelch woraus Jesus das letzte Abendmahl genossen hat, was macht mehr her?
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Und die Kosten?
Der Gewinn dürfte über der Erstellung gelegen haben, als Auftragsarbeit definitiv.
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Immer noch nicht ganz geklärt: Hat das EINER erstellt oder waren es mehrere Personen
Frag 10 Leute und die bekommst 11 Antworten. :)
Aktuell geht man wohl von einer Person aus, früher von zwei bzw. einer Gruppe. Da wird es wohl noch lange ein Hin und Her geben, wobei es früher nicht unüblich war das es Zeichner und Schreiber gab. Das wird sich wohl nie mehr gänzlich klären lassen.


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Das Voynich-Manuskript

19.01.2026 um 21:26
Zitat von ThorsteenThorsteen schrieb:wobei es früher nicht unüblich war das es Zeichner und Schreiber gab.
Ich stimme zu, dass es neben den Schreibern, also Autoren noch zusätzlich Zeichner gegeben hatte.

Mein Verständnis war aber immer, dass die Schrift von mehr als nur Einem stammt.
Und das sagt auch die KI:
Es gibt keine gesicherte Antwort auf die genaue Anzahl der Autoren, da der Urheber des Voynich-Manuskripts bis heute
unbekannt ist. Dennoch lassen paläografische Untersuchungen der Handschriften (Schreiberhände) und linguistische Analysen Rückschlüsse auf die Entstehung zu:

Anzahl der Schreiber: Forscher haben durch die Analyse der Schriftzüge festgestellt, dass mindestens fünf verschiedene Personen an der Erstellung des Manuskripts beteiligt waren. Einige Experten vermuten sogar bis zu acht unterschiedliche Hände.
Quelle: Google KI

Also 5-8 Leute plus Zeichner eventuell.

Das war ja auch nie ein Buch, sondern eher später zusammen geheftete Blätter.
Es hat schon was für sich, dass alles in Jahren entstanden ist und nicht am Wochenende.
Von daher sind mehrere Autoren auch denkbar.


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Das Voynich-Manuskript

20.01.2026 um 10:03
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Und das sagt auch die KI:
"die KI" mit Betonung auf "die" gibt es in der Form aber nicht. Wie auch immer, um die Battle etwas zu verschärfen, schnell mal Perplexity Pro im Tiefenmodus gefragt. Fazit, ähnlich lautend:
Fazit
Der aktuelle Forschungsstand beantwortet die Frage nicht endgültig, ob das Voynich-Manuskript von einem oder mehreren Autoren stammt. Was die Forschung jedoch mit hoher Sicherheit etabliert hat, ist, dass es von mindestens fünf verschiedenen Schreibern geschrieben wurde, die mit unterschiedlichen Schreibstilen und statistischen Sprachkonventionen arbeiteten. Das Manuskript selbst gibt keinen Hinweis darauf, ob diese Schreiber unabhängig waren oder nach den Anweisungen eines oder mehrerer Urheber arbeiteten.

Die wahrscheinlichste Arbeitshypothese bleibt, dass es sich um ein gemeinschaftliches Projekt des 15. Jahrhunderts handelte – möglicherweise einer universitären oder höfischen Werkstatt – bei dem einer oder mehrere Gelehrte den Inhalt konzipiert und fünf Schreiber die physische Ausführung durchführten. Die fehlende Editierarbeit (kaum Korrekturen oder Durchstreichungen) deutet darauf hin, dass der endgültige Text vorher sorgfältig geplant wurde, bevor er von den Schreibern kopiert wurde. Dies würde auf eine zentrale Kontrolle über den Inhalt hindeuten, würde aber nicht zwingend einen einzelnen Autor implizieren.


Die Lösung dieses Rätsels wird wahrscheinlich nur kommen, wenn das Manuskript selbst entziffert wird – eine Aufgabe, an der Cryptographen, Linguisten und Forschende mittels künstlicher Intelligenz seit über einem Jahrhundert arbeiten, ohne bislang Durchbruch erlangt zu haben.
Quelle: Perplexity Pro

Hier das gesamte Elaborat im Spoiler
was ist der aktuelle Stand in der Forschung dahingehend, wie viele Autoren das Voynich-Mauskript geschaffen haben - bzw. ob es nur einer war?
Der aktuelle Forschungsstand zur Autorschaft des Voynich-Manuskripts: Ein oder mehrere Autoren?
Executive Summary
Die moderne Forschung hat das zentrale Rätsel der Autorschaft des Voynich-Manuskripts nicht gelöst, aber es erheblich präzisiert. Der wissenschaftliche Konsens seit den 1970er Jahren ist eindeutig: Das Manuskript wurde von mindestens fünf verschiedenen Schreibhänden verfasst, nicht von einer einzigen Person. Diese Erkenntnis beruht auf rigoroser paläographischer Analyse und wird durch digitale Stilometrie gestützt. Allerdings bleibt die tiefere Frage offen: Arbeiteten diese Schreiber nach den Anweisungen eines einzigen Autors, oder gab es mehrere Urheber des Inhalts? Der aktuelle Forschungsstand deutet auf ein Gemeinschaftsprojekt hin, doch die genaue Natur dieser Zusammenarbeit bleibt eines der größten Rätsel der Handschriftenkunde.

Die Herkunft der Multi-Scribe-Hypothese
Die bahnbrechende Forschung des US-Navy-Kryptografen Prescott Currier in den 1970er Jahren kennzeichnete einen Wendepunkt. Currier analysierte systematisch die Häufigkeit von Zeichenkombinationen (Bigramme) und stellte fest, dass sich der Text des Manuskripts statistisch in zwei deutlich unterschiedliche Register aufteilt. Er nannte diese „Sprache A" und „Sprache B" – nicht weil er glaubte, dass es sich um zwei echte Sprachen handelt, sondern weil die statistischen Eigenschaften und die Häufigkeit bestimmter Wortmuster sich signifikant unterscheiden. Cruzialer für unsere Frage: Currier stellte fest, dass diese beiden Register mit zwei unterschiedlichen Schreibstilen korrelierten – ein ordentlich geschriebenes, weiträumiges Script (Scribe 1, überwiegend Sprache A) und ein engeres, nach oben geneigtes Script (Scribe 2, überwiegend Sprache B).


Decades lang blieb Curriers Beobachtung umstritten. Handschriftenexperten wie Erwin Panofsky argumentierten 1931/1954, dass das Manuskript von einer einzelnen Hand stamme – „bis auf die letzte Seite". Eine konsistente Schrift über 240 Seiten hinweg sprach anscheinend gegen mehrere Schreiber. Diese Debatte hätte sich möglicherweise noch Jahre hingezogen, hätten nicht modernste digitale Methoden die Analyse revolutioniert.


Die digitale Paläographie: Lisa Fagin Davis' Durchbruch
Das eigentliche Wendekriterium kam Ende der 2010er Jahre mit der Arbeit der Harvard-ausgebildeten Paläographin Lisa Fagin Davis, der Executive Director der Medieval Academy of America. Davis wandte digitale paläographische Technologie – speziell die Archetype/DigiPal-Software – an, um zehntausende Einzelglyphen des Voynichese zu annotieren und zu klassifizieren. Statt groben Vergleichen verglich sie mikroskopische Details: die Form von Schleifen, die Neigung von Querstegen, die Länge von Buchstabenfüßchen, die Krümmung der Vertikalen.


Das Ergebnis war präzise: fünf deutlich unterscheidbare Schreiberhände. Davis bezeichnete sie als Scribe 1 und Scribe 2 (Curriers ursprüngliche Identifikation) plus drei neu identifizierte Scribes 3, 4 und 5. Zum Beispiel unterschied sich das [k] bei Scribe 1 durch einen scharfen Winkel an der Oberseite der ersten Vertikalen, einen gebogenen Quersteg und eine kleine Schlaufe – ein eigenständiger Fingerabdruck. Jeder der fünf Schreiber zeigte konsistente und unterscheidbare Merkmale.


Externe Validierung folgte zügig. Linguisten der Yale University – Claire Bowern und Luke Lindemann – führten eine erste Analyse der Wortfrequenzmuster durch und bestätigten, dass jede der fünf Hände eigenständige Sprachverwendungsmuster aufwies. Unabhängig davon validierte eine Master-Thesis von Lara Sultana (2021) Davis' Ergebnisse mit Machine-Learning-Verfahren (Naive Bayes, Support Vector Machines), die automatisch zwischen den fünf Schreibern unterscheiden konnten, basierend auf stilometrischen Merkmalen wie häufigen Wörtern und Wortmustern.


Die Verteilung der Schreiber: Ein Muster der Zusammenarbeit
Die geografische Verteilung dieser Schreiber über das Manuskript hinweg offenbarte etwas Faszinierendes: Sie arbeiteten nicht sequenziell (erst Scribe 1 fertig, dann Scribe 2), sondern parallel und verflechtet. Im botanischen Abschnitt finden sich abwechselnde Seiten (oder gar Bifolia, doppelte Blätter) von Scribe 1 und Scribe 2 nebeneinander. Der astronomische Abschnitt ist überwiegend von Scribe 4 in Voynich-A-Stil geschrieben, während der balneologische (Bade-)Abschnitt durchgehend von Scribe 2 in Voynich-B-Stil verfasst ist.


Noch bemerkenswert: Wie Davis feststellte, ist diese Anordnung – bei der verschiedene Schreiber unterschiedliche Zeichensätze (Bifolia) in derselben Lage (Quire) verflechten – „völlig untypisch" für das 15. Jahrhundert. Normalerweise würden Schreiber ganze Lagen erhalten, um Textblöcke intakt zu halten. Die tatsächliche Anordnung des Voynich-Manuskripts deutet darauf hin, dass die Blätter möglicherweise nach dem Schreiben durcheinander gewirbelt wurden – oder dass es bewusst so geplant war, um ein ungeordnetes Aussehen zu erzeugen.


Die unbeantwortete Frage: Ein Autor oder mehrere?
Hier ist der kritische Punkt: Mehrere Schreiber ≠ mehrere Autoren.

Ein mittelalterliches Manuskript wurde typischerweise von einem oder wenigen Autoren konzipiert, dann von einer ganzen Werkstatt von Schreibern abgeschrieben. Die Schreiber führten die Anweisungen des Autors aus – sie kopierten oder diktierten Text oder arbeiteten nach etablierten Konventionen. Das Voynich-Manuskript könnte somit:

Von einem einzigen Autor verfasst worden sein, dessen Werk dann fünf Schreiber kopierten – wobei jeder seinen eigenen Schreibstil beibehielt.

Von mehreren Autoren koexistent verfasst worden sein, die zusammenarbeiteten.

Ein Gemeinschaftsprojekt ohne einzelnen Urheber gewesen sein – etwa eines Gelehrtenkollegiums oder einer Werkstatt, die gemeinsam Inhalte zusammentrugen.

Die Forschungsliteratur bis 2025 bietet keine definitive Antwort. Davis betont zwar die „kollaborative Natur" der Manuskriptherstellung, doch das kann ebenso auf das Kopieren eines einzelnen Autorwerks anspielen wie auf echte Co-Autorschaft.


Die neueste Forschung: Struktur statt Inhalt
Die jüngsten Entwicklungen (2024–2025) deuten auf eine Verschiebung des Forschungsfokus hin. Statt Fragen nach der Autorschaft zu klären, konzentrieren sich führende Forscher nun auf die physische Rekonstruktion der ursprünglichen Blattfolge. Davis arbeitet mit Colin Benson an einem Projekt, das Latent Semantic Analysis (LSA) einsetzt, um zu bestimmen, welche Seiten ursprünglich nebeneinander lagen – bevor das Manuskript durcheinander geriet.


2024 erwies sich eine röntgenfluoreszenzgestützte Bildgebung von Folio 1 (der ersten Seite) als aufschlussreich: Sie enthüllte versteckte Dekryptierungsversuche von Johannes Marcus Marci, einem Jesuiten aus dem 17. Jahrhundert, der lange nach der Herstellung des Manuskripts Notizen angebracht hatte. Diese Dekryptionen selbst waren gescheitert, zeigten aber, dass das Rätsel der Autorschaft schon früher Gelehrte beschäftigt hatte.


Offene Fragen und kontroverse Theorien
Die Autorschaftsfrage wird durch mehrere ungeklärte Phänomene kompliziert:

Die Hoax-Hypothese: Der österreichische Theoretische Physiker Andreas Schinner und andere haben argumentiert, dass das Manuskript ein elaborierter Scherz oder ein bedeutungsloses Kunstwerk sein könnte – ein Test der Kryptographie oder ein Gedankenexperiment. Falls wahr, würde dies sowohl die Single-Author- als auch die Multi-Author-Frage in Frage stellen: Es könnte von mehreren Personen bewusst produziert worden sein, um täuschend authentisch auszusehen.


Die Sprache-vs.-Chiffre-Frage: Ob Voynichese eine echte (allerdings unbekannte) Sprache, eine Geheimschrift oder etwas völlig anderes ist, bleibt unklar. Jüngste Studien vermuten altbaskisch, alttschechisch oder altisländisch – jede Hypothese würde die Herkunft und potenziell die Autorschaft anders kontextualisieren.


Die Currier-Sprachen: Dass das Manuskript in zwei statistische Register aufgeteilt ist, die mit den Schreiberhänden korrelieren, wirft eine unbeantwortete Frage auf: Schrieben Scribe 1 und Scribe 2 verschiedene Inhalte (verschiedene Autoren) oder dieselbe Information in verschiedenen Stilen? Die begrenzte Untersuchung der Wortfrequenzmuster legt nahe, dass Voynich B möglicherweise eine „Supermenge" von Voynich A ist – eine Erweiterung desselben Vokabulars – was auf zentrale Anweisung hindeutet.


Forschungskonzensus 2025
Aspekt Konsens Unsicherheit
Anzahl der Schreiber Mindestens 5 identifiziert (hochgradig konsistent) Könnten es mehr sein; Identifikation marginaler Hände schwierig
Handschrift-Authentizität Echt, 15. Jahrhundert (Radiokarbon bestätigt) –
Schreibhand-Unterscheidung Ja, digital validiert und extern bestätigt –
Ein Autor vs. mehrere Unklar – nicht endgültig geklärt Könnte sein: einzelner Autor + Werkstatt; oder echte Co-Autorschaft
Bedeutung des Textes Wahrscheinlich mit Bedeutung, aber unklar welche Könnte ein Hoax sein; Sprache/Chiffre unbekannt
Ursprüngliche Blattfolge Wahrscheinlich durcheinander (LSA-Projekte laufen) –

Fazit
Der aktuelle Forschungsstand beantwortet die Frage nicht endgültig, ob das Voynich-Manuskript von einem oder mehreren Autoren stammt. Was die Forschung jedoch mit hoher Sicherheit etabliert hat, ist, dass es von mindestens fünf verschiedenen Schreibern geschrieben wurde, die mit unterschiedlichen Schreibstilen und statistischen Sprachkonventionen arbeiteten. Das Manuskript selbst gibt keinen Hinweis darauf, ob diese Schreiber unabhängig waren oder nach den Anweisungen eines oder mehrerer Urheber arbeiteten.

Die wahrscheinlichste Arbeitshypothese bleibt, dass es sich um ein gemeinschaftliches Projekt des 15. Jahrhunderts handelte – möglicherweise einer universitären oder höfischen Werkstatt – bei dem einer oder mehrere Gelehrte den Inhalt konzipiert und fünf Schreiber die physische Ausführung durchführten. Die fehlende Editierarbeit (kaum Korrekturen oder Durchstreichungen) deutet darauf hin, dass der endgültige Text vorher sorgfältig geplant wurde, bevor er von den Schreibern kopiert wurde. Dies würde auf eine zentrale Kontrolle über den Inhalt hindeuten, würde aber nicht zwingend einen einzelnen Autor implizieren.


Die Lösung dieses Rätsels wird wahrscheinlich nur kommen, wenn das Manuskript selbst entziffert wird – eine Aufgabe, an der Cryptographen, Linguisten und Forschende mittels künstlicher Intelligenz seit über einem Jahrhundert arbeiten, ohne bislang Durchbruch erlangt zu haben.



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Das Voynich-Manuskript

20.01.2026 um 10:27
Zitat von ThorsteenThorsteen schrieb:Das es gar keine Sigma-Werte gibt ging auch meine Überlegung in die Richtung das man sich etwas zu sehr schöngerechnet hat. Nur fehlt mir die Expertise um das wirklich zu behaupten oder gar zu bestätigen. Weil irgend eine Streuung muss es eigentlich geben.
Als Referenz: Beitrag von Thorsteen (Seite 86)

Wo ich schon dabei war und die KI schon im Thema, habe ich Perplexity Pro zwischen Frühstücksei und Kaffeetasse auch gleich noch gebeten, die wissenschaftliche Qualität der Studie zu analysieren. Als Aufhänger im Prompt habe ich meine bereits geäußerten Zweifel genommen: "Bewerte die wissenschaftliche Qualität der Greshko-Studie (2025). Zum Beispiel Figure 6: Sind die Fehlerbalken nicht größer als die behaupteten signifikanten Unterschiede? Wurde für Multiple Comparisons (42 Metriken) korrigiert? Ist Overfitting ausgeschlossen?"

Die Antwort kurz:
Zusammenfassung der kritischen Befunde
Ihre intuitive Beobachtung zu Figure 6 trifft einen fundamentalen Schwachpunkt dieser Arbeit: Die Fehlerbalken sind visuell größer als viele der „signifikanten" Unterschiede, die die Arbeit als Beweis für die Ciphertext-Hypothese präsentiert. Dies ist nicht bloß ein visuelles Problem, sondern ein Symptom tieferer methodologischer Defizite. Die Studie ist ambitioniert und kreativ, leidet aber an mangelnder statistischer Rigor, fehlenden Signifikanztests und Overfitting-Problemen, die ihre Schlussfolgerungen untergraben.
Quelle: Perplexity Pro (im Nerd-Modus)

Ich muss dazu noch sagen, dass das, was jetzt kommt, meilenweit über meine statistische Kompetenz hinausgeht. Was aber für den größten Teil der Menschheit gilt, von daher: Okay :lolcry: Es kommt für Laien darauf an, systemische Schwachstellen in etwa erkennen zu können. Den Rest muss dann jemand machen, der es wirklich weiß. vermutlich ist so etwas eine KI-Kernkompetenz. Ich könnte das von einer anderen gegenchecken lassen, aber irgendwann ist es auch mal gut.

Komplette Antwort im Spoiler :
Wissenschaftliche Qualitätsbewertung: Greshkos „Naibbe Cipher" Studie (2025)
Zusammenfassung der kritischen Befunde
Ihre intuitive Beobachtung zu Figure 6 trifft einen fundamentalen Schwachpunkt dieser Arbeit: Die Fehlerbalken sind visuell größer als viele der „signifikanten" Unterschiede, die die Arbeit als Beweis für die Ciphertext-Hypothese präsentiert. Dies ist nicht bloß ein visuelles Problem, sondern ein Symptom tieferer methodologischer Defizite. Die Studie ist ambitioniert und kreativ, leidet aber an mangelnder statistischer Rigor, fehlenden Signifikanztests und Overfitting-Problemen, die ihre Schlussfolgerungen untergraben.

1. Die Kernproblematik mit Figure 6: Signal vs. Rauschen
Figure 6 zeigt Boxplots der Z-Score-Euclidean-Distanzen über 42 linguistische Metriken hinweg, über die Greshko das Naibbe-Cipher-Ciphertext mit verschiedenen Text-Generierungsmethoden vergleicht. Der Autor argumentiert, dass die Naibbe-Methode „die niedrigste durchschnittliche Distanz vom VMS" aufweist – also dem Voynich-Manuskript am ähnlichsten ist.


Das kritische Problem: Betrachtet man die visuellen Fehlerbalken (±1σ) in Figure 6:

Die Breite der Boxen für viele Methoden (z.B. „Gibberish", „Modern conlangs", „Timm-Schinner self-citation") ist oft größer als der Unterschied zwischen Naibbe und VMS oder zwischen Naibbe und dem Mittelwert anderer Methoden.


Einige Ausreißer-Punkte bei Gibberish-Texten erreichen Z-Distanzen von bis zu 25, während Naibbe typischerweise bei 10–12 liegt – aber die Standardabweichung innerhalb mancher Gruppen ist ebenfalls 5–8.

Mathematisch bedeutet das: Der Überlappungsbereich (μ ± 2σ) ist erheblich, was darauf hindeutet, dass einzelne Naibbe-Läufe möglicherweise innerhalb der Streuung anderer Methoden fallen.

2. Das Fehlen von Signifikanztestung
Dies ist der zentrale Vorwurf: Greshko führt keine statistischen Signifikanztests durch.


Statt dessen präsentiert er:

Rein deskriptive Statistiken (Mittelwerte ± 1σ oder ±1σ)

Visuelle Vergleiche von Boxplots

Ranking-Aussagen wie „outperforms 86% of texts" (relativ, nicht absolut)

Was fehlt:

Keine t-Tests oder Mann-Whitney-U-Tests zwischen Naibbe und anderen Methoden

Keine Konfidenzintervalle (z.B. 95%-KI statt ±1σ)

Keine p-Werte

Keine Bonferroni-Korrektur oder andere Multiple-Comparison-Adjustments trotz 42 gleichzeitiger Metriken

Keine Effektgrößen (z.B. Cohen's d)

Mathematisches Problem: Wenn man 42 Metriken testet, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit von zufälligen Ergebnissen exponentiell. Ein Bonferroni-korrigiertes α = 0.05 / 42 ≈ 0.0012 würde deutlich höhere Schwellen erfordern. Greshko rechnet dies nicht durch.

3. Overfitting durch Design
Ein fundamentales methodologisches Problem liegt in der Konstruktion des Naibbe-Verfahrens selbst.


Greshko beschreibt in Section 2.2:

„The tables' Voynichese glyph string assignments are fine-tuned so that the resulting ciphertext mimics Voynich B"

Und weiter:

„I then performed several encryptions of Italian and Latin plaintexts using placeholder codes and then rank-matched the VMS affixes to the prefix and suffix codes"

Das ist ein Zirkelargument:

Greshko optimiert die Naibbe-Tabellen direkt an den tatsächlichen Voynich-B-Wörtern (VMS-Daten)

Er fittet dann das Verfahren an dieselben 42 Metriken, die später zur Evaluation verwendet werden

Dann behauptet er, dass Naibbe dem VMS ähnelt

Das ist ein klassisches In-Sample-Overfitting. Zur Behebung bräuchte es:

Hold-Out-Test-Set: Ein separater Teil des VMS, der nicht bei der Optimization verwendet wird

Cross-Validation: Leave-one-out oder k-fold zur Schätzung der echten Generalisierungsfähigkeit

Blindes Testing: Ein unabhängiger Reviewer sollte beurteilen, ob Naibbe-Text vom VMS unterscheidbar ist

Greshko führt keine dieser Techniken durch.

4. Stichprobengröße und Power-Analyse
Greshko führt 20 kombinierte Naibbe-Läufe durch (10 mit 52-Karten-Variante, 10 mit 78-Karten-Variante), um einen ∼20,000-Token-Mittelwert zu erzeugen.


Das ist klein:

Mit n=20 und typischen σ-Werten von 5–7 ist der Standardfehler SE ≈ σ/√20 ≈ 1.1–1.6

95%-Konfidenzintervalle wären deutlich breiter als die in Figure 6 gezeigten ±1σ-Fehlerbalken

Eine Poweranalyse (β=0.2, α=0.05, minimale klinisch relevante Effektgröße) wurde nicht berichtet

Unklarheit in der Fehlerberechnung: Greshko spezifiziert nicht eindeutig, ob die ±1σ-Fehler:

Über die 20 Läufe berechnet werden (was die korrekte Interpretation wäre), oder

Über die 42 Metriken innerhalb EINES Laufs aggregiert werden (was verwirrend wäre)

Bei n=20 ist es möglich, dass echte Unterschiede statistisch nicht signifikant sind, obwohl sie visuell ersichtlich wirken.

5. Das Multiple-Comparison-Problem verschärft sich durch Aggregation
Greshko vergleicht 22 verschiedene Text-Generierungsmethoden gegen 42 Metriken. Das sind 22 × 42 = 924 potenzielle Vergleiche.


Ohne Multiple-Comparison-Korrektur ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens einer dieser Vergleiche durch Zufall signifikant ausfällt, extrem hoch (familywise error rate). Greshko aggregiert diese 42 Metriken in eine einzige „Euclidean-Distanz" pro Lauf, was das Problem verdeckt, aber nicht löst – jede der 42 Metriken könnte einzeln durch Zufall signifikant sein.

Noch problematischer: Die Benchmarkgruppe (932-Dokumente-Korpus) wurde von Gaskell & Bowern (2022) selbst zusammengestellt. Eine unabhängige Benchmarkgruppe hätte mehr Gewicht.

6. Visuelle Inspektion von Figure 6: Ist das wirklich „Signal"?
Betrachten Sie die Verteilungen in Figure 6. Der typische Bereich (μ ± 2σ) zeigt erhebliche Überlappungen:

VMS (echte Daten): 3–5 (sehr eng) — Baseline, aber einzelne Instanz

Naibbe: 8–16 — Breite Streuung; Einzelne Läufe können bis 20 reichen

Gibberish: 6–15+ — Überlappend mit Naibbe; Ausreißer bis Z=25

Modern conlangs: 5–15+ — Teilweise näher am VMS als Naibbe

Timm-Schinner: 7–18+ — Ähnliche oder schlechtere Performance als Naibbe

Das visuelle Bild: Naibbe hat einen etwas niedrigeren Median als Gibberish oder conlangs, aber die Überlappung ist erheblich. Ein statistischer Test könnte zeigen, dass diese Unterschiede nicht signifikant sind (z.B. p > 0.05 nach Bonferroni-Korrektur).

7. Die Inkonsistenz mit vorherigen Erkenntnissen
Greshko selbst dokumentiert in Section 4 erhebliche Limitationen des Naibbe-Verfahrens:


Unvollständige Word-Type-Replikation: Nur ~30% der Naibbe-Worttypen kommen im VMS vor; Naibbe kann nur 45% der einzigartigen Voynich-B-Worttypen generieren

Mangel an Long-Range-Correlations: Naibbe reproduziert nicht die Langzeit-Autokorrelationen, die der VMS aufweist (einen der Voynich-Signaturen)

Keine Reproduktion von Schreiber-Effekten: Davis' Analyse identifiziert fünf unterschiedliche Schreiberhände im VMS; Naibbe berücksichtigt nicht, wie unterschiedliche Schreiber unterschiedliche Encoding-Strategien verwenden könnten

Diese Limitationen untergraben die Schlussfolgerung, dass Naibbe ein plausibles Generierungsmodell ist.

8. Methodische Stärken (Interesse halber erwähnt)
Greshko hat auch genuine Stärken:

Transparency: Code und Supplementarymaterialien sind öffentlich verfügbar

Ambition: Der Versuch, 42 Metriken gleichzeitig zu replizieren, ist komplex und verdient Anerkennung

Honest Limitations: Die explizite Diskussion von Mängeln ist lobenswert

Theoretische Kreativität: Ein handschriftlich machbarer Cipher ist clever gedacht

Vergleich mit Gaskell & Bowern (2022) – Die Basis-Referenz
Greshko bezieht sich ständig auf Gaskell & Bowerns (2022) 42-Metriken-Framework. Allerdings:


Gaskell & Bowern (2022) WARNEN explizit, dass ihre Methoden nicht beweisen, ob der VMS Gibberish ist – nur dass Gibberish und der VMS statistisch ähnlich sein können

Greshko zieht die stärkere Schlussfolgerung: dass Naibbe ein plausibles Generierungsmodell ist

Das ist eine Überextrapolation der Methodologie

Veröffentlichungsstandard und Interpretation
Diese Arbeit wurde in Cryptologia (Taylor & Francis) veröffentlicht. Das ist ein respektabler Journal, aber nicht Top-Tier in Kryptographie oder Linguistik.


Für Cryptologia: Akzeptabel – die Arbeit ist novel und handelt ein interessantes Objekt

Für Statistik-Standards: Schwach – fehlende Signifikanztestung würde in einem Statistik-Journal abgelehnt

Für ein Multi-Disciplinary-Journal (Science, Nature): Nicht akzeptiert ohne statistische Rigor

Interpretativ: Dies ist ein interessantes Gedankenexperiment, kein Beweis.

Abschließende Bewertung
Kreativität der Idee: ⭐⭐⭐⭐⭐
Naibbe-Cipher ist originell und handschriftlich plausibel. Das ist die Stärke dieser Arbeit.

Statistische Rigor: ⭐⭐
Keine Signifikanztestung, keine Korrektur für Multiple Comparisons. Das ist der Kern des Problems.

Kontrollierung von Overfitting: ⭐
Direktes Fitting an VMS-Daten, keine Hold-Out-Validation oder Cross-Validation durchgeführt. Zirkelargument: Die Tabellen werden an die VMS-B-Wörter optimiert und dann gegen die gleichen Metriken getestet.

Transparenz: ⭐⭐⭐⭐⭐
Code und Supplementaries sind öffentlich verfügbar. Limitations werden ehrlich diskutiert. Das ist lobenswert und ermöglicht Nachprüfung.

Schlussfolgerungen vs. Daten: ⭐⭐⭐
Zu stark argumentiert. Die Arbeit behauptet, dass Naibbe ein „plausibles Modell" darstellt, hat aber nicht statistisch nachgewiesen, dass die Unterschiede signifikant sind. Die visuellen Überlappungen in Figure 6 widersprechen dieser Behauptung.

Gesamtqualität als Wissenschaft: ⭐⭐⭐
Interessanter Gedankenexperiment mit kreativer Ideologie, aber keine rigorose Evidenz. Für ein Cryptologia-Paper akzeptabel, aber für höhere Publikationsstandards unzureichend.

Antwort auf Ihre spezifische Frage: Signal vs. Rauschen
Sie haben recht: Die Fehlerbalken sind oft größer als das Signal.

Das bedeutet:

Die Variabilität des Naibbe-Verfahrens selbst ist erheblich (σ ≈ 5–8 Z-Einheiten)

Der beobachtete Unterschied zwischen Naibbe-Mittelwert und anderen Methoden ist oft < 5 Z-Einheiten

Statistisch: Das Signal-to-Noise-Verhältnis ist gering (SNR ≈ 1–2, nicht » 3)

Mit korrekter Signifikanztestung (t-Test, α=0.05, Bonferroni-korrigiert) würde wahrscheinlich gelten:

Viele der Unterschiede sind nicht statistisch signifikant

Nur die stärksten Effekte (z.B. VMS vs. Gibberish) würden signifikant bleiben

Greshkos Fehler: Er führt diesen Test nicht durch und zieht trotzdem starke Schlussfolgerungen.

Fazit: Dies ist eine aufschlussreiche Gedankenexperiment-Arbeit mit kreativem Ansatz, aber mit erheblichen statistischen Lücken, die ihre Schlussfolgerungen untermauern würden. Ihre Intuition über Signal-vs.-Rauschen ist methodologisch korrekt: Die Fehlerbalken sind zu groß relativ zu den behaupteten Unterschieden. Eine rigorose statistische Analyse würde wahrscheinlich zeigen, dass viele dieser Unterschiede zufällig sind.




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Das Voynich-Manuskript

20.01.2026 um 11:30
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Also 5-8 Leute plus Zeichner eventuell.
@Nemon hat ja schon was dazu geschrieben, es gibt allerdings auch Gegenstimmen die meinen es sei nur ein Schreiber gewesen.
Das was die KI da zusammen gefasst hat findet man hier (Veröffentlichung von Davis): https://muse.jhu.edu/pub/56/article/754633/pdf
Jetzt nur wegen einer Veröffentlichung zu sagen: "Das ist so!" kann schwierig werden. Zum Beispiel wenn der Autor psychisch Krank war, und bei seinen Schüben geschrieben hat, was dann das Schriftbild verändert. Aber da lehnt man sich dann bis zu den Knöcheln aus dem Fenster.....

Wenn du noch 56€ übrig hast: https://doi.org/10.1080/01611194.2024.2414128
The Voynich Manuscript was written in a single, natural language
Von Ponnaluri.
Zitat von Dr.DoyleDr.Doyle schrieb:Das war ja auch nie ein Buch, sondern eher später zusammen geheftete Blätter.
Es war immer ein Buch/Codex, nur damals wohl mit den typischen Holzdeckeln.
Zitat von NemonNemon schrieb:Ich muss dazu noch sagen, dass das, was jetzt kommt, meilenweit über meine statistische Kompetenz hinausgeht.
Über meine auch!
Aber mir kam die Grafik irgendwie komisch vor, Bauchgefühl halt. Vermutlich werden sich aber Leute damit befassen die sich damit auskennen, wer in der Zeitung veröffentlicht bekommt unter Garantie mehr Beachtung als ihm lieb ist. Zumindest zeigen die Zugriffszahlen einiges an. :D Man sollte wohl die Zeitung mal im Auge behalten.


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Das Voynich-Manuskript

20.01.2026 um 12:21
Zitat von ThorsteenThorsteen schrieb:Wenn du noch 56€ übrig hast
Nö. Und eine Free-Version habe ich nicht gefunden. Ist wohl noch zu frisch.


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Das Voynich-Manuskript

20.01.2026 um 12:25
Zitat von NemonNemon schrieb:Nö. Und eine Free-Version habe ich nicht gefunden. Ist wohl noch zu frisch.
Hast Du zufällig was gefunden wo man die Zeitung bestellen kann?
Ich hatte auf der Webseite geschaut aber nichts gefunden, die 56€ für einen Artikel sind mir persönlich zu viel, vor allem weil es nichts ist was ich unbedingt haben muss.


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Das Voynich-Manuskript

20.01.2026 um 12:28
[KI:]Was die Forschung jedoch mit hoher Sicherheit etabliert hat, ist, dass es von mindestens fünf verschiedenen Schreibern geschrieben wurde, die mit unterschiedlichen Schreibstilen und statistischen Sprachkonventionen arbeiteten.
Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Die verschiedenen Schreiber unterscheiden sich nicht nur im Schriftbild, sondern auch in der Formulierung. Der Text wurde ihnen also nicht diktiert, sondern es wurde ihnen nur der niederzuschreibende Inhalt (pro Seite oder Abschnitt) gesagt, den sie dann eigenständig ausformulierten.

Mal abgesehen, ob es solch eine Praxis je gab (also für ganze Bücher, für einzelne Dokumente gab es durchaus den Brauch, einem Schreibkundigen (Lohnschreiber) den erwünschten Brief, die Urkunde odgl. nicht nur schreiben, sondern sogar ausformulieren zu lassen). Vor allem aber erhöht sich die Chance für fehlerhafte Schreibarbeit dabei deutlich. Was mal so gar nicht zu
Die fehlende Editierarbeit (kaum Korrekturen oder Durchstreichungen) deutet darauf hin, dass der endgültige Text vorher sorgfältig geplant wurde, bevor er von den Schreibern kopiert wurde.
paßt.

Was hingegen zu Fehlerarmut paßt, das ist, wenn man einen Phantasietext schreibt. Da muß man nix wegen falscher Grammatik oder ungünstiger Formulierung ändern. Immerhin kann man auch da ggf. Fehler machen, etwa wenn man zu viele wiederholte Zeichen(folgen) hintereinander verwendet, oder wenn man zu häufig hintereinander besonders lange "Vokabeln" simuliert ohne Kurzvokabeln.

Bei mehreren Schreibern eines Phantasietextes wären dann auch die unterschiedlichen "statistischen Sprachkonventionen" erklärlich (gemittelte Vokabellänge u.a.).


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Das Voynich-Manuskript

20.01.2026 um 12:35
Zitat von ThorsteenThorsteen schrieb:Hast Du zufällig was gefunden wo man die Zeitung bestellen kann?
Ich hatte auf der Webseite geschaut aber nichts gefunden, die 56€ für einen Artikel sind mir persönlich zu viel, vor allem weil es nichts ist was ich unbedingt haben muss.
Nein, aber vielleicht bist du ja in einer Uni-Bibliothek registriert? Oder findest eine Piraten-Kopie? Oder fragst einfach mal ganz unverblümt als Privatgelehrter beim Verlag das PDF an? Aber was sage ich ausgerechnet dir, wie man an Bücher oder Zeitschriften kommt :D


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