In dem von
@sören42 eingestellten ZDF-Beitrag „Kinder suchen ihren Vater“ (
Beitrag von sören42 (Seite 34) ) sagt die Ermittlerin: „Was wir klar ausschließen können, ist ein geplantes, gezieltes Verschwinden von Herrn Oehlschläger und ein Suizid“ (Min. 7:34). Stattdessen könne man von einem Unglücksfall ausgehen, der sich „vielleicht auch nicht im Nahbereich“ von Ölis Zuhause ereignet hat, und es lasse sich auch eine Fremdeinwirkung nicht ausschließen.
Die Ermittler haben offenbar das gesamte weitläufige Gelände des ehemaligen Gestüts, in dem Ölis Wohnung lag, mit Leichenspürhunden abgesucht, aber die Hunde zeigten nirgends Spuren von Blut oder Verwesung an. Daher nehmen die Ermittler wohl an, dass Öli nicht auf dem Gelände zu Tode kam. Es müsste ihm demnach irgendwo außerhalb etwas zugestoßen sein.
Aber wenn man nicht weiß, wohin er verschwunden ist und was dann passierte, wie kann man einen Suizid ausschließen? Seit seinem Verschwinden sind jetzt fünf Jahre vergangen, ohne dass er gefunden worden wäre. Es gibt anscheinend bis heute auch keinen belastbaren Hinweis auf seinen Verbleib.
Spricht das nicht eher für einen Suizid in einem abgelegenen Versteck als für einen Unfall? Lief Öli mit seiner Gehbehinderung denn Wege, auf denen er bei einem Unfall spurlos verschwinden konnte? Und wenn er durch Fremdeinwirkung ums Leben gekommen sein sollte, durch wen und warum? Auch dazu gibt es bis heute keine Anhaltspunkte. Die Ermittlerin sagt auch ausdrücklich, sie hätten keine Hinweise darauf, dass Ölis Bruder oder dessen Sohn irgendetwas mit seinem Verschwinden zu tun haben könnten (Min. 4:10).
Für die Ermittlerin ist es nach eigener Aussage „natürlich auch ein [persönlicher] Wunsch, dass so ein Fall geklärt wird, wenn man weiß, dass die Angehörigen […] massiv darunter leiden, wenn sie einfach nicht wissen, was mit dem Vater, dem Großvater passiert [ist]“ (Min. 9:22). Sicher wäre es für Ölis Kinder am schlimmsten, wenn ihr Vater aus eigenem Entschluss gegangen wäre. Auf mich wirkt die Äußerung der Ermittlerin, nicht nur ein geplantes, gezieltes Verschwinden sei „klar“ auszuschließen, sondern auch ein Suizid, als wollte sie, vielleicht auch unbewusst, den Kindern diese Erfahrung unbedingt ersparen.
Tatsache ist aber, dass Suizid die mit Abstand häufigste unnatürliche Todesursache ist. Für das Jahr 2024 sind in Deutschland 668 Tötungsdelikte, 2.770 Verkehrstote und 10.372 Suizide verzeichnet.
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1391075/umfrage/opfer-von-totschlag-in-deutschland/https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/02/PD25_075_46241.htmlhttps://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/suizide.html