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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

19 Beiträge, Schlüsselwörter: Zukunft, Toleranz, Praktikum, Abbruch, Inklusion
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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

22.07.2020 um 15:52
Ich hab wie ich es jahrelang wollte bei einem Gartenlandschaftsbauer Praktikum gemacht, und es war eigentlich gar nicht so schlimm. Nur der Chef war ein total Macho, was noch ok ist, der hatte aber kaum Verständnis für irgendwas, was nicht ganz so ok ist. Ich frage mich grade, ob inkkusion in Handwerkerjobs in der form überhaupt so möglich ist.

Kunden können total anspruchsvoll sein und manchem chef ist sein ruf lieber. Das ding ist doch auch, dass keiner stundenlang schwer buckeln kann, ohne neben der Mittagspause auch mal seine schattigen sitzpausen zu machen. Grade mal drei Minuten reichen, damit die Füße nicht so weh tun und was zu trinken, aber selbst trinken soll ich am besten im stehen oder einer Dynamischen haltung.

Ich weiß, das sitzen bei Kunden nicht gut kommt, und deshalb macht man es soweit es geht versteckt. Ich denke auch, dass Kunden soviel Verständnis haben sollten, das sie sich auch klar machen, das wir letztlich nur Menschen sind und keine Supermänner oder gar Halbgötter. Jene dinge könnte ich noch verstehen, wenn man von 9 Stunden eine Stunde mal sitzt, aber das waren auf beide Tage verteilt 10 Minuten. Den zweiten tag haben wir gepflastert.

In einer Behinderten Werkstatt ist vieles anders und lockerer als auf Baustelle. Deswegen war mir klar, dass ich mich in manchen dingen umstellen muss. Ich bin zwei stunden früher aufgestanden, und hatte auch kein Problem mit dem fehlen ausgdehnter Pausen. Da war ich nie fan von ausgedehnten Pausen.

Ich hab absolut alles gegeben, doch ein Chef, der mich wegen jeden mist anpampt geht für mich gar nicht. Es waren verhältnismäßig kleine dinge, doch es summierte sich für mich zu einem riesen berg, und als ich begonn ihn zu hassen und als wut und das gefühl, weinen zu wollen, sagte ich ihm, das es nicht funktioniert.

Ich hätte gern noch den Tag oder gar die Woche bis zum Donnerstag beendet, doch wenn er zu mir sagt das es mir freisteht jederzeit zu gehen, dann geh ich auch. Trotzdem glaube ich, hätte er mich behalten.

Ich hab mir einen glücklicheren start gewünscht, vor allem aber ein ende, wo ich die tränen nicht zurückhalten musds. Aber das war mir nicht vergönnt. Es kann aber zum glück bergaufgehen.


Ich werde woll trotzdem nochmal ein Praktikum machen, und ich hoffe dort vor allem vom Chef auf mehr Verständnis zu treffen. Ich frage euch trotzdem mal, ob ich einfach nur pech hatte, oder ob inklusion von Psychisch Beeinträchtigten in einigen Berufen allgemein unmöglich ist. Ich dachte übrigens vor dem Praktikum, das es absolut möglich ist, sofern der Beeinträchtigte eine gewisse leistung zeigt und der Chef auch bisschen Verständnis hat.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

22.07.2020 um 16:41
@Avantega

Das tut mir aufrichtig Leid für dich. Weiß dein Chef eigentlich von deinen Problemen? (Meiner Meinung würde dies sein Verhalten schlimmer machen)
Avantega
schrieb:
Kunden können total anspruchsvoll sein und manchem chef ist sein ruf lieber. Das ding ist doch auch, dass keiner stundenlang schwer buckeln kann, ohne neben der Mittagspause auch mal seine schattigen sitzpausen zu machen. Grade mal drei Minuten reichen, damit die Füße nicht so weh tun und was zu trinken, aber selbst trinken soll ich am besten im stehen oder einer Dynamischen haltung.
Ich schließe daraus, dass du (viel) mit
Kunden zu tun hast. Ist das eigentlich etwas, dass du in deinem Beruf akzeptierst, oder denkst du dir: "Nee, Kundenkontakt brauch ich gar nicht."?


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

22.07.2020 um 16:44
@Avantega
Ich möchte dir gern antworten , aus der Sicht eines Ag's .
Zuallererst die Frage , hast du dir den Platz ausgesucht oder wurde er zugeteilt . Handelt es sich um eine Firma, die Erfahrungen mit Menschen hat , die beeinträchtigt sind ?
Hast du solche Themen vorher abgefragt ?
Normalerweise bespricht man gewisse Dinge im vorab. Also was wird vom Volunteer erwartet, und was kann er leisten . Evtl hast du das vorher nicht bedacht und bist in die offene harte Realität der normalen Arbeit gestolpert .
Ich habe als Arbeitgeber regelmäßig auch Bewerbungen zu Praktika auf dem Tisch. Und natürlich sind meine Erwartungen an eine unerfahrene und Jugendliche Praktikantin/ Praktikant komplett anders als an einen erfahrenen ausgebildeten Bewerber .
Auch ich hatte schon Bewerbungen von Menschen mit gewissen Beeinträchtigungen . Sie werden mir oft ans Herz gelegt und ich habe auch schon schöne Erfahrungen damit . Nur ist nicht jede Firma oder jeder Job ideal . Wenn stramme Leistung und Disziplin erwartet werden , wird man keine Rücksicht auf die Befindlichkeiten des einzelnen nehmen.
Ich denke , du solltest es als ersten Versuch werten. Sei nicht sauer auf den Chef , das alles war sicher nicht gegen dich gerichtet oder deine Person .
Du bist sensibel , er ist nicht auf dich eingegangen . Aber kein Grund zu verzweifeln .
Du hast eine Erfahrung gemacht . Das ist doch super. Bevor du den nächsten Versuch machst , besprich einen Probetag . So mache ich das mit allen Bewerbern . Sie dürfen den ganzen Tag zuschauenFragen stellen und alles auf sich wirken lassen . Die Chemie muss stimmen . Auch für dich .
Ich drücke dir die Daumen . Viel Erfolg und Krönchen richten .


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22.07.2020 um 16:53
Pallas
schrieb:
Weiß dein Chef eigentlich von deinen Problemen?
Er wusste zumindest, dass ich in einer Behindertenwerkstatt Arbeite. Meine genauen Probleme kannte er noch nicht, bin ich auch froh drumm.
Pallas
schrieb:
Ich schließe daraus, dass du (viel) mit
Kunden zu tun hast. Ist das eigentlich etwas, dass du in deinem Beruf akzeptierst, oder denkst du dir: "Nee, Kundenkontakt brauch ich gar nicht."?
Ich schließe Kundenkontakt nicht aus, und es ist letztlich unvermeidbar.

Meine Eltern hatten zum Beispiel auch jemand, der den Garten mitgepflegt hat und ein Kindermädchen die auch Geputzt hat. Ich hatte vor ihnen und Allgemein vor leuten, die da Mitarbeiten immer Respekt.
Calligraphie
schrieb:
Zuallererst die Frage , hast du dir den Platz ausgesucht oder wurde er zugeteilt .
Das war ein Betreuer, und ich fand die sache Interessant.
Calligraphie
schrieb:
Handelt es sich um eine Firma, die Erfahrungen mit Menschen hat , die beeinträchtigt sind ?
Das war eine kleine recht neue Firma, aber einen anderen beeinträchtigten hatten die. Der kam damit irgendwie besser klar.
Calligraphie
schrieb:
Hast du solche Themen vorher abgefragt ?
Normalerweise bespricht man gewisse Dinge im vorab.
Klar haben wir das angesprochen im Vorstellungsgespräch, ich wusste aber auch, dass solche dinge die Realität zeigen muss.
Calligraphie
schrieb:
Evtl hast du das vorher nicht bedacht und bist in die offene harte Realität der normalen Arbeit gestolpert .
Dass habe ich durchaus Bedacht und hatte mit der Arbeit und der länge des Arbeitstages keine Probleme. Dazu muss ich auch sagen, das Zigaretten oder kurze Trink und Kagfeepausen auch kein Problem darstellen.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

22.07.2020 um 17:23
Avantega
schrieb:
Inklusion von Psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?
heute um 15:52
Ich hab wie ich es jahrelang wollte bei einem Gartenlandschaftsbauer Praktikum gemacht, und es war eigentlich gar nicht so schlimm. Nur der Chef war ein total Macho, was noch ok ist, der hatte aber kaum Verständnis für irgendwas, was nicht ganz so ok ist. Ich frage mich grade, ob inkkusion in Handwerkerjobs in der form überhaupt so möglich ist.

Kunden können total anspruchsvoll sein und manchem chef ist sein ruf lieber. Das ding ist doch auch, dass keiner stundenlang schwer buckeln kann, ohne neben der Mittagspause auch mal seine schattigen sitzpausen zu machen. Grade mal drei Minuten reichen, damit die Füße nicht so weh tun und was zu trinken, aber selbst trinken soll ich am besten im stehen oder einer Dynamischen haltung.

Ich weiß, das sitzen bei Kunden nicht gut kommt, und deshalb macht man es soweit es geht versteckt. Ich denke auch, dass Kunden soviel Verständnis haben sollten, das sie sich auch klar machen, das wir letztlich nur Menschen sind und keine Supermänner oder gar Halbgötter. Jene dinge könnte ich noch verstehen, wenn man von 9 Stunden eine Stunde mal sitzt, aber das waren auf beide Tage verteilt 10 Minuten. Den zweiten tag haben wir gepflastert.

In einer Behinderten Werkstatt ist vieles anders und lockerer als auf Baustelle. Deswegen war mir klar, dass ich mich in manchen dingen umstellen muss. Ich bin zwei stunden früher aufgestanden, und hatte auch kein Problem mit dem fehlen ausgdehnter Pausen. Da war ich nie fan von ausgedehnten Pausen.

Ich hab absolut alles gegeben, doch ein Chef, der mich wegen jeden mist anpampt geht für mich gar nicht. Es waren verhältnismäßig kleine dinge, doch es summierte sich für mich zu einem riesen berg, und als ich begonn ihn zu hassen und als wut und das gefühl, weinen zu wollen, sagte ich ihm, das es nicht funktioniert.

Ich hätte gern noch den Tag oder gar die Woche bis zum Donnerstag beendet, doch wenn er zu mir sagt das es mir freisteht jederzeit zu gehen, dann geh ich auch. Trotzdem glaube ich, hätte er mich behalten.

Ich hab mir einen glücklicheren start gewünscht, vor allem aber ein ende, wo ich die tränen nicht zurückhalten musds. Aber das war mir nicht vergönnt. Es kann aber zum glück bergaufgehen.


Ich werde woll trotzdem nochmal ein Praktikum machen, und ich hoffe dort vor allem vom Chef auf mehr Verständnis zu treffen. Ich frage euch trotzdem mal, ob ich einfach nur pech hatte, oder ob inklusion von Psychisch Beeinträchtigten in einigen Berufen allgemein unmöglich ist. Ich dachte übrigens vor dem Praktikum, das es absolut möglich ist, sofern der Beeinträchtigte eine gewisse leistung zeigt und der Chef auch bisschen Verständnis hat.
@Avantega

Erstens:
Das tut mir für Dich sehr leid und ich wünsche Dir zukünftig nur das Beste!

Zweitens:
Wusste der Chef/Betrieb von Deiner Erkrankung?

Drittens:
Sei mir nicht böse, aber bei bestimmten Berufen und BErufsgruppen geht es nunmal etwas "subtiler" und "schroffer" zu als bei anderen. Am Bau, im Handwerk und Co. geht es oft ruppiger zu. Ich möchte das jetzt nicht verallgemeinern, aber das sind nunmal Fakten.
Im Büro, in der FH/UNI oder bei akademischen Berufen gibt es zwar auch "komische" Leute und Chefs, nur meine ich, dass es dort eher weniger der Fall ist und der Ton einfach die Musik macht. Zumindest habe ich diverse Dinge anders erlebt, als ich meine Klienten begleitet habe. Insofern würde ich meinen Klienten in Hinblick auf die Berufswahl raten, genau zu schauen, welche Berufe zur Krankheit xyz passen würden. Keineswegs sollst DU jetzt die Flinte ins Korn werfen und alle Berufe, die Du magst, kategorisch ablehnen.
Vielleicht ist es bei einer anderen Firma anders bzw. besser? Also, los gehts!
Ich würde mit "einer" Erkrankung jetzt auch nicht sofort kommen, aber schon, wenn es berufsrelevant ist, durch die Blume hinterfragen. Man kann ja dazu stehen und mit "offenen" Karten spielen. Es haben ja beide (Firma, Mitarbeiter/Du) etwas davon.

Viertens:
Wird genug getan?
Nun, dazu müsste man einmal eine umfangreiche Studie anlegen und genauer nachhaken.
Es wird viel "Schein" (Behindertenwerkstätten) erzeugt, aber unterm Strich kann ich Dir sagen, dass leider viel zu wenig getan wird und das, was getan wird, auch nicht gerade das Gelbe vom Ei ist.

Du, wir leben in einer gierigen, wirtshaftsorientieren und systempolitischhörigen Zeit/Gesellschaft. Da zählen nur Einnahmen. Was Menschen haben oder wollen, juckt doch die Firmen nicht. Zumindest habe ich noch keine Firma erlebt, die fair und korrekt war^^

Du musst Dich nicht für das Ausruhen oder Pausen rechtfertigen. Das hatte ich mit 12 getan, aber dann schnellstens abgeschafft. Wer "klug" ist, der weiß, dass Menschen auch eine Pause haben oder sich hinsetzen müssen. Und "schnell" geht schon einmal gar nichts.
Wenn meine Chefin mich immer antreiben wollte, hatte ich immer gesagt, dass ich entweder schnell oder sauber arbeiten kann. Beides geht nicht. Zudem wäre das nicht meine Gehaltsklasse. Meine CHefin habe ich oft vom hohen Ross geholt und ihr gesagt, dass sie gerne für ihr hohes Einkommen "mehr" arbeiten darf. Wer viel verdient und immer nur Sprüche klopft, sonst nichts am Kasten hat, der darf gerne mehr arbeiten und etwas zeigen.

Was ich damit meine, ist, dass Du Pausen einhalten musst (gesetztlich!). Wenn Du eben sitzt oder kurz ausruhst, dann ist dem eben so. Wenn es dem Kunden stört, hat er PEch gehabt. Weißt Du, es gibt immer solche und andere Kunden. Hier wird gemeckert, dort wird sich beschwert. Du kannst es nicht allen Menschen auf der Welt "RECHT" machen.

Ich kenne das aber auch von der Arbeit her. Den ganzen Tag den Popo aufgerissen, hart geackert, dann setzt man sich kurz hin und schon kommt der Chef oder Kunden.
Nur, wer dann urteilt, ohne zu denken, hat das Problem; nicht ich!

Ja, die gesellschaft verroht immer mehr. Egal ob man nun auf dem Bau ist oder beim Anwalt. Bitte, Danke, Höflichkeitsformen und Anstand sind selten geworden.
Das ist leider schade. Ich erziehe diese Leute immer bzw. versuche es.

Lege Dir ein dickes Fell an, lasse Dir nicht alles gefallen, beiße zurück, halte REchte ein und spreche auch einmal Dinge an. Wenn Firmen schlecht agieren oder CHefs keinen Anstand haben, würde ich dort auch nicht arbeiten wollen. Ein gesundes Team ist viel produktiver!

Inwiefern muss ein "Beeinträchtigter" Leistung zeigen?
Diverse Dinge gehen halt so gut wie die eben gehen. Nicht mehr und nicht weniger.

Du darfst dich keineswegs hinter der Krankheit verstecken. Dann ist alles gut!


Kopf hoch, weiter geht es!
Du findest schon das Passende. Vielleicht eine andere Firma oder andere Anlaufstelle.
Es sind ja nicht alle gleich. Vielleicht ist eine Firma dabei, die vorbildlich agiert und anders handelt.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

22.07.2020 um 17:37
Wissbegier
schrieb:
dass ich entweder schnell oder sauber arbeiten kann. Beides geht nicht.
Das kann man so pauschal nicht sagen, diese Dinge sind subjektiv und objektiv total unterschiedlich zu betrachten, abhängig von Branche und Position.

Natürlich soll niemand ausgenutzt werden, aber nur weil jemand überhaupt anwesend ist heißt das nicht, dass dies eine honorige Leistung ist, das gilt auch bei der Inklusion, wer für voll genommen werden will, der sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten auch Leistung zeigen.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

22.07.2020 um 17:37
Der Chef selber war aber durchaus zufrieden, es lag auch weniger an den Kritik Punkten sondern vor allem am von der seite angemacht werden. Ich geh bei mir sogar davon aus, dass es mich getriggert hat, weil ich so ein Verjhalten von mir absolut nicht kenne.
Wissbegier
schrieb:
Nur, wer dann urteilt, ohne zu denken, hat das Problem; nicht ich!
Ist auch meine haltung. Ich hab noch nie jemanden bei so einer Arbeit gesehen, der mal nicht eine kurze Pause brauchte. Spätestens wenn der Mund total trocken wird und wenn man verstärkt zu kämpfen hat und das Schuhwerk drückt sollten paar Minuten dann doch drinn sein.
Wissbegier
schrieb:
Bitte, Danke, Höflichkeitsformen und Anstand sind selten geworden.
Stimmt, das habe ich kaum gehört. Aber das ist für mich eher ein nebenaspekt.
Wissbegier
schrieb:
Inwiefern muss ein "Beeinträchtigter" Leistung zeigen?
Im Vergleich zu einer Behinderten Werkstatt, wo es sehr darum geht, leute nicht zu übervordern ist es auf dem 1. Arbeitsmarkt ja doch leistungsorientiert.
Ausserdem war es mir für mich wichtig, mit den anderen mithalten zu können, ich hab wirklich alles gegeben von der leistung her, und damit habe ich auch kein Problem solange etwas Respekt rüberkommt.

Ich bin trotzdem der Meinung, dass die Arbeitswelt durch aus einen schritt auf beeinträchtigte machen kann. Im Handwerklichen Bereich fehlen wie im Pflegebereich die kräfte. Wer soll das in Zukunft machen, wenn sich da an der eigenen Superheldenhaltung nichts ändert. Fremdenlegionäre oder Shaolinmönche?

Ich bin selber gern Aktiv und ich glaube für diese Arbeit geeignet zu sein, ich bin aber kein Rambo oder kein Soldat einer Eliteinheit.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

22.07.2020 um 17:44
Avantega
schrieb:
Ich hab wie ich es jahrelang wollte bei einem Gartenlandschaftsbauer Praktikum gemacht, und es war eigentlich gar nicht so schlimm. Nur der Chef war ein total Macho, was noch ok ist, der hatte aber kaum Verständnis für irgendwas, was nicht ganz so ok ist. Ich frage mich grade, ob inkkusion in Handwerkerjobs in der form überhaupt so möglich ist.

Kunden können total anspruchsvoll sein und manchem chef ist sein ruf lieber. Das ding ist doch auch, dass keiner stundenlang schwer buckeln kann, ohne neben der Mittagspause auch mal seine schattigen sitzpausen zu machen. Grade mal drei Minuten reichen, damit die Füße nicht so weh tun und was zu trinken, aber selbst trinken soll ich am besten im stehen oder einer Dynamischen haltung.

Ich weiß, das sitzen bei Kunden nicht gut kommt, und deshalb macht man es soweit es geht versteckt. Ich denke auch, dass Kunden soviel Verständnis haben sollten, das sie sich auch klar machen, das wir letztlich nur Menschen sind und keine Supermänner oder gar Halbgötter. Jene dinge könnte ich noch verstehen, wenn man von 9 Stunden eine Stunde mal sitzt, aber das waren auf beide Tage verteilt 10 Minuten. Den zweiten tag haben wir gepflastert.

In einer Behinderten Werkstatt ist vieles anders und lockerer als auf Baustelle. Deswegen war mir klar, dass ich mich in manchen dingen umstellen muss. Ich bin zwei stunden früher aufgestanden, und hatte auch kein Problem mit dem fehlen ausgdehnter Pausen. Da war ich nie fan von ausgedehnten Pausen.
Den richtigen Betrieb finden.
Kunden muss man auch abfertigen können, heute wichtiger denn je^^ das muss man lernen und gerade dafür muss eben der Chef auch geeignet sein.
Wenn du vor anderen nur kuschen sollst und er dir nicht im Gegenteil zeigt wie du dich durchsetzt und sich hinter dich stellt, dann würde ich davor generell abraten -> anderen Job/Betrieb suchen. Lass dich nicht zum Affen machen.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 11:09
@Avantega
Leider kann ich dir auch kein positiveres Bild beschreiben. Ich teile deinen Ärger. Bin inzwischen 28 Jahre alt und habe immer noch keinen Ausbildungsplatz bekommen. In der Arbeitswelt wird diskriminiert und getrietzt, wie es nur geht!
Ich mein, aus gesundheitlichen Gründen musste ich mein Studium unterbrechen, habe die Regenerationszeit zur Familiengründung genutzt und war danach wieder auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Wenn man einmal angefangen hat zu studieren, ist man unten durch und anscheinend für alles andere „überqualifiziert“. Und wenn man sich dann als Frau mit zwei Kindern und Betreuungsplätzen bewirbt, hat man auch keine Chance. Da bringt mir auch mein Einserabi nichts. Es ist zum Kotzen. Und dann wird man an X „Probearbeitstagen“ für lau ausgebeutet und ausgenutzt. Wenn man sich schon kooperativ zeigt, wir einem nur etwas vorgeheuchelt.

Die Arbeitgeber und Ausbilder können sich ihre Ausbildungsplätze inzwischen in den eigenen Hintern stecken! Ich mache da nicht mehr mit und lasse mir nichts mehr gefallen. Die sollten endlich mal akzeptieren, dass es inzwischen mehr freie Stellen als Suchende gibt. Dementsprechend kann man mit den Bewerbern nicht umspringen wie man will. Und wenn doch, scheint die betriebliche Not ja nicht wirklich groß zu sein.

Auf Leute, die eben eher qualitativ als quantitativ arbeiten können, wird auch keine Rücksicht mehr genommen. Die bleiben dann eben arbeitslos. Es zählt nur noch Masse und Schnelligkeit, was Arbeit angeht. Gründlichkeit und Sorgfalt haben in der heutigen Arbeitswelt nichts zu suchen, wenn die hergestellte Ware oder erbrachte Dienstleistung einen Eurobetrag im ein- oder niedrigen zweistelligen Bereich liegt.

Und Introvertiertheit? Mit dem muss psychisch was faul sein. Der ist aber sehr schlau? Egal, ich will in meiner Firma nur gesprächige Hipster-„Macher“!


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 17:11
Crusi
schrieb:
Die sollten endlich mal akzeptieren, dass es inzwischen mehr freie Stellen als Suchende gibt. Dementsprechend kann man mit den Bewerbern nicht umspringen wie man will. Und wenn doch, scheint die betriebliche Not ja nicht wirklich groß zu sein.
Es erinnert mich an die art wie manche Partner auswählen, das angebot ist eher überschaubar, aber trotzdem wird wegen Kleinigkeiten aussortiert, oder getriezt. In der Handwerklichen Branche sorgt man so letztlich nur für eine Verschärfung der Arbeiternot. Das Mitleid dass ich hatte ist diese Woche gestorben, wer mit leuten so umgeht die die Zukunft sind ist selber schuld am eigenen Verderben.
Crusi
schrieb:
Und Introvertiertheit? Mit dem muss psychisch was faul sein. Der ist aber sehr schlau? Egal, ich will in meiner Firma nur gesprächige Hipster-„Macher“!
Hipster waren die wo ich war eher nicht, eher ganz normale Kerle, und ja das ist auch gut so. Ein bisschen Normalität schadet auch mir nichts.
Crusi
schrieb:
Auf Leute, die eben eher qualitativ als quantitativ arbeiten können, wird auch keine Rücksicht mehr genommen.
Das ist sehr traurig und ein sehr allgemeines Problem. Man schafft sich so ein Klima, in dem alles Produzierte immer mehr Murks ist bis wir irgendwann von Robotern komplett ersetzt werden.

Der Mensch setzt sich selber ab und feiert sich dann auch noch dafür.
Crusi
schrieb:
Ich teile deinen Ärger
Den Thread habe ich aus jenem grund eröffnet, weil ich weiß, das dieses Problem sehr groß ist. Größer als man denkt.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 17:53
Avantega
schrieb:
Das ist sehr traurig und ein sehr allgemeines Problem. Man schafft sich so ein Klima, in dem alles Produzierte immer mehr Murks ist bis wir irgendwann von Robotern komplett ersetzt werden.
Vielleicht lag es auch daran, weil der Betrieb neu war.
Wenn man sich seine Kunden aussuchen kann, läuft es wesentlich entspannter.
Wenn bei uns einer abspringt und selbst wenn der nachher einsichtig wieder kommt, weil er wo anders das gleiche in schlechter hat, bekommt er trotzdem den Laufpass - hat er pech gehabt.^^
Mit so etwas wird sich erst gar nicht lange auseinandergesetzt.

Wenn ein Unternehmen aber um jeden Kunden kämpfen muss, dann ists sowieso schlecht.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 18:03
Man muss sich aber auch in die Betriebe reinversetzen, die soziale Markwirtschaft ist eben kein Kindergeburtstag, da geht es oft um jeden Euro, damit sich eine Firma über Wasser halten kann, ich bin selbst psychisch krank schon sehr lang aber arbeiten war ich schon 11 Jahre nicht mehr, meine Psychiaterin sagt auch, dass ich mir den Stress nicht antun sollte und auf dem Arbeitsmarkt einsteigen sollte, ich war noch nichtmal in einer Werkstatt für psychisch kranke weil bei uns im Osten sogar die Plätze rar gesät sind und man da erstmal reinkommen muss aber arbeiten kommt für mich sowieso nicht in frage, da mich meine Krankheit(Paranoide Schizophrenie) an manchen Tagen so beutelt, dass ich für jeden Ungenießbar bin und mich und andere gefährde aber ich hab mich an mein Leben hier gewöhnt ich such mir Beschäftigungen im Internet oder genieße den Wald mit all seinen Pflanzen und das ist auch mein Erfolgsrezept, ich war schon 5 Jahre nichtmehr auf Station, nurnoch jedes viertel Jahr sprechstunde und tägliche Tabletten.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 18:15
Yooo
schrieb:
Vielleicht lag es auch daran, weil der Betrieb neu war.
Wenn man sich seine Kunden aussuchen kann, läuft es wesentlich entspannter.
Grundlegend würde ich behaupten, dass es genug Arbeit gibt. Im Handwerklichen Bereich gibt es meines wissens einen starken Kräftemangel und keinen Kundenmangel. Ich glaube auch nicht, dass der Konkurrenzkampf deshalb so groß sein kann, wenn überhaupt ist es eher ein Preiskampf.

Wie so oft kriegen die einen Auftrag, die am günstigsten Arbeiten, dass diese dann eher einen Saustall hinterlassen scheint nicht so zu tangieren. In der Behindertenwerkstatt mussten wir von irgendwelchen Bauarbeitern mal die restlichen hinterlassenschaften wegräumen, unfassbar zum kotzen.

@wanagi
Wenn das für dich der bessere weg ist, dann finde ich das gut, das du ihn gehst. Für mich käme ein Leben ohne Arbeit nicht in frage obwohl ich mich trotzdem beschäftigen könnte.

Meine Erkrankung wurde schlimmer, als ich 2007 nach einer Abszess OP 2,5 Monate zu Hause krank geschrieben wurde. Da gibt es den einen Umgang nicht.


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23.07.2020 um 18:20
@Avantega
Jeder ist verschieden, die einen brauchen Kontakt zu Menschen, für die anderen ist es Gift und macht die Krankheit schlimmer.
Wenn du bereits Erfahrung gemacht hast, dass du Arbeit brauchst und es essentiel für dich ist, dann solltest du auch nach einer Ausschau halten, meine Psychiaterin sagt immer, dass der Körper dem Geist Zeichen gibt, was er braucht, Gefühle oder Gedanken, wenn du dich dort wohl fühlst kann es nichts besseres geben als dort zu bleiben.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 18:35
wanagi
schrieb:
Jeder ist verschieden, die einen brauchen Kontakt zu Menschen, für die anderen ist es Gift und macht die Krankheit schlimmer.
Ich glaube, dass ich wegen fehlender Menschlicher Kontakte jene Probleme bekam. Ein leben als nicht Arbeitender würde für mich ein Jahr oder so gut gehen, aber danach würde ich abdrehen.

Mein ziel ist es mehr aus meiner Parrallelwelt zu flüchten, das macht mich eher einsam und lässt mich durchknallen. Ich seh so eine Arbeit als Rettung an, nicht nur als Geld verdienen.

Vielleicht muss man in der breiten Gesellschaft den Leuten klar machen, das psychisch kranke auszuschließen der falsche weg ist. Vielen ist nicht mal klar, das sie gesunde leute auf jene art psychisch krank machen. Warum vermittelt man dieses Wissen nicht allen Kindern und Jugendlichen?

In der Berufsschule, in der ich 2006/2007 meine Ausbildung zum Hauswirtschafter machen wollte, wurde das Thema Mobbing kurz angesprochen, doch niemand checkte dass auch über ihr verhalten geredet wurde. Klar war ich da noch merkwürdiger als jetzt, aber die demütigung bemerkte ich auch da schon, als sie noch nicht so offensichtlich war.

War einer der großen Fehler des lebens, bis zum Halbjahr durchziehen, bis ich erlöst wurde vom viel zu schlechten Zeugnis.


All solche sachen könnte man vermeiden, wenn man in der Gesellschaft das Bewusstsein für Psychische Krankheiten schärft.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 20:28
@Avantega

Es gibt jetzt inklusion.

Ich kenne die Person der sich hiervor sehr stark gemacht hat. Ein sehr toller mensch. Und es auch wohl geschafft hat. Und seine argumente waren sehr einleuchtend weil ich es teilweise auch so erlebt habe. Sie fühlten sich ausgeschlossen. Aber in der schule selber war es nicht so schlimm. Und später im Beruflsleben waren sie oft komplett axeptiert.


Gleichzeitig kenne ich ein Lehrer der auf der Sonderschule arbeitet und der ist sehr beliebt und der ist überhaupt nicht dafür.

Ein sehr toller Mensch.

Es kamen von diese Schule tolle Handwerker.
Und bin mir gar nicht mehr so sicher ob man es lieber nicht so hätte sein lassen sollen.

Wie siehst du das?


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 20:39
klompje1
schrieb:
Wie siehst du das?
Ich finde das schön zu hören. Diese Leute hatten mit dem Betrieb glück oder sie passten allgemein gut in jenes Umfeld. In dem Betrieb, wo ich Praktikum gemacht hat war auch ein anderer Psychisch Kranker, er kam damit gut zurecht.

Es gibt auch Betriebe, die damit klar kommen.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

23.07.2020 um 20:55
@Avantega


Und in eine Werkstatt vor menschen mit macken ;-)

Ich kenne viele die froh waren da gelandet zu sein.
Normales arbeitsklima, lockere runde.

Kenne so eltiche menschen mit psyche die froh sind dort zu arbeiten nachdem sie überwunden haben das es nunmal eine Werkstatt ist vor menschen mit leichte macken.

Die arbeiten gut, machen tolle dingen. Auch wie kunst. Stellen vieles her.


Ich kaufe dort in die werkstatt gerne ein. Nicht aus mitleid. Weil sie wirklich nette sachen haben dort.
Und jeder bekommt eine aufgabe die er gut machen kann. Und ist in gruppen eingeteilt.

Im grunde gute handarbeit stellen sie her.


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Inklusion von psychisch kranken Menschen - Wird genug getan?

24.07.2020 um 17:04
Avantega
schrieb:
Grundlegend würde ich behaupten, dass es genug Arbeit gibt. Im Handwerklichen Bereich gibt es meines wissens einen starken Kräftemangel und keinen Kundenmangel. Ich glaube auch nicht, dass der Konkurrenzkampf deshalb so groß sein kann, wenn überhaupt ist es eher ein Preiskampf.
Genug arbeit ja aber das bringt nichts, wenn keiner was zahlen will und dann noch hohe Ansprüche da sind.
Bei Miethäusern beschweren sich die Leute über die hohen Nebenkosten, die Konsequenz ist dann bei der Pflege zu sparen. Die Verwaltung reicht das dann an die Landschaftsgärtner, Putzkräfte usw weiter. Geht schon beim Putzen los, alle zwei Wochen reichen für den gleichen Lohn. Oder ganz extrem, einmal im Jahr die Hecke für lau geschnitten haben wollen.^^

Wenn du länger in so einem Bereich abreitest, wirst du aber auch ganz andere Kunden sehen, welche die dir einen Kaffee anbieten, Geld in die Hand drücken usw. normalerweise... aber eben auch das andere Extrem, der pöbelnde Arbeitslose, der nichts besseres zu tun hat, als dich anzumachen und zu sagen wie es richtig geht..^^


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