Hallo @moric
moric schrieb am 25.08.2017:Dreck... ich wohne seit langem in Köln und hab davon überhaupt nix mitbekommen...

Und in Deutz bin ich schon ab und an, weil da mein Stiefsohn wohnt. Diesen Sonntag bin ich bspw. wieder da (und gerade ist GamesCon, die größte Computer-Spielemesse).

Also... ich habe Deutz bspw. noch nie als problembehaftet angesehen... völlig ruhig da, obwohl natürlich ne Menge Leute da wohnen und arbeiten, vor allem in Bahnhofsnähe.

Hm... muss mal zum Rheinboulevard gehen und mir die Sache dort anschauen.
Interessanter Beitrag.

Spielt da auch ein bisschen Gewohnheit rein? Also, dass man gewisse Dinge irgendwann nicht mehr wahr oder als gegeben hinnimmt?

Meine große Schwester wohnt in der Innenstadt in unserer Heimatstadt. Gegenüber dort, wo sie wohnt, ist eine Schule. Im Hinterhof wurde abends eine junge Frau versucht zu vergewaltigen. Hmm. Meine Schwester und sicherlich andere Anwohner sagen, es schreien dauernd irgendwelche Menschen abends und nachts rum in dieser Gegend. Da macht keiner mehr extra das Fenster auf. Es kann sein, dass das Mädel lautstark um Hilfe geschriehen hat, aber das ist nunmal in so einem Straßenzug nichts ungewöhnliches. Meistens sind es Besoffene, streitende Liebespaare oder schlicht Verrückte, die laut sind.


Gestern Morgen, als ich zur Arbeit gelaufen bin, hab ich ein Mann und eine Frau in einer Ecke stehen sehen. Die beiden sahen durchnächtigt und irgendwie neben der Spur aus. Aber "interessanter" war, dass die Frau in hüfthohe des Mannes gebeugt war.Hmm. Aber denkst du, ich bleib stehen und schau mir das genauer an oder kucke schockiert? Ich kucke hin, kurze Interpretation und schaue wieder weg, laufe weiter.

Gegenüber von meinem Wohngebäude ist ne Frau mit 59 Messerstichen umgebracht worden, tragisch um die Frau. Aber das Leben geht weiter.

"Shishas und andere Probleme" ist wohl ein Thema für Menschen, die in Deutschland noch in Ecken wohnen, in denen die Uhr noch ein bissschen anders läuft. Ich weiß selber, dass es sie gibt. Wenn ich manchmal in anderen Städten unterwegs bin, fühle ich Beklemmung, ich vermisse verschiedenste Dinge. Zum Beispiel Bulgaren und Rumänen, echt jetzt. Ich schaue mich um, und denke, hier stimmt doch was nicht. Auch in Bezug auf Kriminalität ist das eigenartig. Ich sehe Frauen, die laufen mit Handtasche rum, die breit offen stehen und Wertsachen heraus schauen. Viel ist einfach eingespielt mittlerweile, hier in meiner Heimatstadt. Aber krass ist immer wieder zu sehen, wie regional unterschiedlich die Wahrnehmung sein kann. Ich glaube auch immernoch fest, dass ist Teil des Wahlerfolgs von Angela Merkel. Meine Heimatstadt hat bei der letzten Landtagswahl im Land der AfD ein Direktmandat beschert, was aber an wirklich sichtbaren, nicht mehr weg zu redenden sozialen Veränderungen und Probleme liegt.Ich persönlich kann mir aber durch Gewohnheit "meine Stadt" nicht mehr anders vorstellen. Wähle ich AfD? So oder so nicht. Ich lebe seit Geburt in dieser Stadt, die auch zahlreiche Shishabars hat und "vermeintliche Probleme", mehr vielleicht als anderswo.