AfD
um 11:26Ja, dass das Bauhaus politisch keineswegs homogen war und es auch dort Berührungspunkte zum rechten Spektrum gab, ist natürlich richtig. Mir ging es auch gar nicht darum, das Bauhaus nachträglich zu einer linken Bewegung zu verklären.Borromini schrieb:Das Bauhaus war politisch übrigens keineswegs geschlossen links. Auch dort gab es Affinitäten zum rechten Rand und einige bedeutende Vertreter der Architekturmoderne sind nicht etwa wegen ideologischer Differenzen ausgewandert, sondern weil es nicht geklappt hatte, sich dem neuen Regime anzudienen.
Interessant finde ich vielmehr, welche Begriffe und Argumentationsmuster heute wieder auftauchen: „Entwurzelung“, „Irrweg der Moderne“, „fremd“ und die Gegenüberstellung einer vermeintlich „verwurzelten“ deutschen Kultur mit einer als dekadent oder fremd empfundenen Moderne. Diese Sprache hat nun einmal eine historische Vorgeschichte in der völkischen Kulturkritik.
Das heißt natürlich nicht, dass jeder, der Bauhaus hässlich findet, ein Nazi ist. Mir geht es um die politische Aufladung solcher Begriffe und darum, wenn aus einer Geschmacksfrage plötzlich ein kulturpolitischer Kampf gegen die Moderne wird.
Und gerade beim Bauhaus ist das schon ziemlich ironisch: Ausgerechnet eine der international prägendsten deutschen Kulturbewegungen des 20. Jahrhunderts wird zum Symbol für das „Fremde“ und den angeblichen Irrweg der Moderne erklärt. Deutscher geht es eigentlich kaum – nur war diese deutsche Kultur eben modern, international und avantgardistisch.



