@Siegelschild Ich bin jetzt über 60 und muss mich damit abfinden, dass ich viele Dinge niemals erfahren werde. Selbst meine Enkelkinder werden viele Dinge niemals erfahren, wenn ich auch hoffe, dass sie zumindest sehr viel mehr erfahren können, als es meiner Generation vergönnt war, wenn sie denn wollen.
Wir beginnen gerade erst, Zusammenhänge zu verstehen und ich denke, dass unser Wissen über das Universum noch geradezu lächerlich gering ist.
Vor diesem Hintergrund finde ich es eben etwas hochmütig, bestimmte Ideen kategorisch abzulehnen bzw. deren Existenz auszuschließen.
Ich denke z. B. an das gerne genutzte Argument, die Gesetze der Physik gälten im gesamten Universum. Das mag zwar sein, aber im Hinblick auf den winzigen Teil des Universums, den wir überhaupt erforschen können, ist diese Aussage so absolut meines Erachtens nicht haltbar.
Sicher ist, selbst wenn die Aussage stimmt, dass wir noch längst nicht alle diese Gesetze kennen und mit unserem beschränktem Wissen daher vieles eben nicht ausschließen können. Immer wieder gibt es ja Astrophysiker, die Phänomene beschreiben, die bisher noch nicht wirklich erklärbar sind.
Was an dem Argument natürlich stimmt - zumindest soweit ich es mit meinen sehr schwachen Kenntnissen nachvollziehen kann - ist, dass, selbst wenn es in anderen Teilen des Universums andere Gesetzmäßigkeiten gäbe, diese nicht dabei helfen würden, außerirdische Besuche bei uns zu ermöglichen, weil bei uns eben die uns bekannten Gesetze wieder greifen.
Es ist sicher auch unwahrscheinlich, dass physikalische Gesetze anderswo im Universum nicht gelten, wahrscheinlich ist dagegen, dass es physikalische Möglichkeiten gibt, die wir noch gar nicht erkannt haben.
Soweit ich es verstehe, ist das Hauptproblem an allen bisher hypothetisch darstellbaren interstellaren Reisen die unvorstellbar große Menge an Energie, die dazu nötig wäre. Es werden ja gerne Wurmlöcher oder Raumkrümmung bzw. -faltung als Möglichkeiten dargestellt, derart große Strecken zu überwinden. Das scheitert dann aber eben an der notwendigen Energie.
Diese scheinbar unüberwindbare Hürde ist das Hauptargument dafür, dass Aliens uns nicht besuchen können und damit auch das Hauptargument dafür, dass die Beschreibungen von Aliens, die uns immer wieder begegnen, Hirngespinste sind.
Dafür spricht mMn. auch, dass diese Aliens, wenn auch mit Abstrichen, immer mehr oder weniger humanoid sind, was unsere Ansichten bzgl. höher entwickelter Lebensformen widerspiegelt.
Damit schlage ich dann wieder den Bogen zum eigentlichen Thema hier.
Auch ich glaube nicht wirklich, dass wir von den außerirdischen Lebensformen besucht wurden oder werden, die man uns immer wieder beschreibt. Aber andererseits glaube ich sehr wohl, dass es im Universum weitere Lebensformen gibt, vielleicht sogar unfassbar viele. Vor diesem Hintergrund wäre es dann auch möglich, dass tatsächlich außerirdische Lebensformen auch schon in unserem Sonnensystem waren oder sogar sind, nur würden wir sie nicht erkennen, weil wir gar nicht wissen, wonach wir suchen müssten.
Wir haben nur die Möglichkeit, nach Lebensformen zu suchen, die unseren Vorstellungen von Leben entsprechen. Diese Art von Leben kennen wir, können Parameter entwickeln, die Bereiche erkennen, in denen solche Lebensformen vorkommen könnten und danach suchen wir dann.
Ketzerisch ausgedrückt: Wir haben bei uns keine kleinen grünen Männchen, aber ggf. sind wir dennoch von außerirdischem Leben umgeben, ohne es je zu bemerken.
So, genug meiner Hirnfürze für heute...
:D